Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 15 › Seite 59

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1846-03-21, Seite 59

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abſolution · Abſolution 3 · Abſolution 7 · Kirchengemeinſchaften 3

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Teufel disputiren, auch nicht mit solchen großen und schweren Todesgedanken, als die, so mit langwieriger Krankheit angegriffen werden, sich plagen und martern. Derowegen als dem Herrn Luthero angesagt ward, wie der fromme und gottselige Mann, Herr Nicolaus Hausmann, auf dem Predigtstuhl mit dem Schlage gerührt und gestorben wäre, sagte er, er wünschte, daß er dermaleins auch also sterben und von dieser Welt scheiden möge.“ —

Die heilige Absolution,

gerettet gegen die Lästerungen der Methodisten.

Motto: Das andere Stück in der Beichte ist die Absolution, die der Priester spricht an Gottes Statt, und darum ist sie nichts anders, denn Gottes Wort, damit er unser Herz tröstet und stärket wider das böse Gewissen, und wir sollen ihr glauben und trauen, als Gott selber. Wer aber so blind ist, daß er solches nicht siehet, oder so taub ist, daß ers nicht höret, der weiß freilich nicht, was Gottes Wort und geistlicher Glaube oder Trost sei, was kann er denn Gutes lehren? Siehet ers aber und hörets, und verdammt also wissentlich die Beicht in diesem Stücke, so ist er ein lauter Teufel und kein Mensch, als der sich wissentlich wider Gott setzt, und wehret, daß man Gottes Wort den Leuten nicht soll sagen, noch die Herzen trösten und im Glauben stärken; der mag billig Gottes und aller Menschen Feind gehalten werden, sonderlich der heiligen Christenheit. Und wo solche Prediger sind, da mögen sich wahrhaftig alle fromme Christen vor ihnen hüten, als für dem leibhaftigen Teufel, denn Gottes Wort soll frei sein, und gehen beide öffentlich und sonderlich, jedermann lehren und trösten.

Luther.

In der Nr. 371 des „Apologeten“, des bekannten Methodistenblattes, vom 13. Februar d. J., finden sich zwei Aufsätze über die heilige Absolution; der erste ist von einem Methodistenmissionar in Fort Wayne, Namens Mulfinger, der andere ist das Werk Herrn Nasts, des Herausgebers der genannten Zeitung. Drei Ursachen sind es hauptsächlich, die uns bewegen, diese Aufsätze nicht ganz mit Stillschweigen zu übergehen. Erstlich weil wir uns, da wir zu reden Gelegenheit haben, nicht der schrecklichen Sünde der Lästerung Gottes und seines heiligen Wortes durch Schweigen theilhaftig machen wollen, denn es steht geschrieben: „Wenn eine Seele sündigen würde, daß er einen Fluch hört, und er deß Zeuge ist, oder gesehen, oder erfahren hat, und nicht angesagt, der ist einer Missethat schuldig.“ Zweitens, weil es insonderheit unser Amt und Beruf erfordert, die uns anvertraute Heerde vor den falschen Propheten zu warnen, die in Schafskleidern zu uns kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. Drittens endlich, weil die angegriffene Lehre von der heiligen Absolution, leider! selbst von vielen Lutheranern unsrer Tage nicht in ihrer unberechenbaren Wichtigkeit und in ihrem unzertrennlichen Zusammenhange mit der Gesammtlehre von dem Rathe Gottes zu unserer Seligkeit erkannt wird, so daß Gefahr ist, daß das ungeistliche lose Geschwätz der Methodisten auch unter den Lutheranern wie der Krebs um sich fressen werde (2 Tim. 2, 16. 17.), wenn nicht ernstlich dagegen aufgetreten wird.

Obgleich wir nach den Erfahrungen, die wir von dem Wesen und Treiben der echten Methodistenprediger unserer Zeit gemacht haben, nie glauben konnten, daß dieselben von dem Geiste der Wahrheit getrieben werden, so haben wir doch nicht erwartet, daß sie es je selbst so deutlich an den Tag geben würden, weß Geistes Kinder sie sind, als es in den oben bezeichneten Aufsätzen geschehen ist. In beiden legen nämlich die Schreiber nicht etwa bloß Bedenken dar, die sie gegen die heilige Absolution oder wegen deren Mißbrauch haben, sondern sie entblöden sich nicht, dieselbe geradezu einen „Rohrstab Egyptens“, ja, „einen Hauptkunstgriff des Teufels“ zu nennen und die, welche der ihnen von einem Diener Christi auf seinen Befehl und an seiner Statt im Namen des dreieinigen Gottes gesprochenen Absolution sich trösten, mit den Worten in den Bann zu thun: „Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt und mit seinem Herzen vom HErrn weicht.“ Wir gestehen, als wir solche Worte lasen, haben wir uns recht von Herzen entsetzt, daß Methodistenprediger, welche sonst so ernstlich für Gott zu eifern vorgeben, vor aller Welt solche greuliche Lästerungen ausstoßen, Gottes ewiges Wort für einen wankenden und zerbrechlichen Rohrstab und eine hochheilige Einsetzung Christi für einen Hauptkunstgriff des Teufels erklären und also den Sohn Gottes selbst zu einem Teufel machen konnten. O, daß den Schreibern in dem Augenblicke, da sie solches schrieben, die Feder nicht aus der zitternden Hand fiel! O, daß sie nicht, da sie das Wort vor sich hatten: „Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen,“ durch dieses sonnenhelle Wort des lebendigen Gottes auf ihre Kniee geworfen wurden, mit Thränen der Reue Gott um Vergebung zu bitten wegen ihres ebenso vergeblichen als frevelhaften Vorhabens, diese hellen Worte zu verdunkeln und dem darin redenden wahrhaftigen und treuen Gott ins Angesicht zu widersprechen! Wir zwar, wenn wir von der Absolution weiter nichts wüßten, als daß ein Luther und tausend andere redliche und hocherleuchtete Zeugen der Wahrheit bekennen, durch die Absolution in ihren höchsten Gewissensnöthen und Aengsten Trost, Licht, Leben und Kraft und das Zeugniß des heiligen Geistes empfangen zu haben, wir würden uns schon darum der schändlichen stinkenden Hoffart schämen, uns über solche Männer zu erheben und ihnen verwegener Weise beizumessen, daß sie dabei in einem fluchwürdigen fleischlichen Vertrauen auf Menschentand gestanden, ja damit einen Hauptkunstgriff des Teufels angewendet hätten, sich einen falschen Trost zu machen. Aber gesetzt, Herr Mulfinger und Herr Nast achten sich für so hocherleuchtet, daß sie auf einen Luther, Melanchthon, Brentius, Chemnitz, Arndt, Paul Gerhardt, Scriver, Heinrich Müller, Conrad Rieger, Schade, Woltersdorf, kurz, auf alle lutherischen Theologen mitleidig, als auf abergläubische und sich mit Hauptkunstgriffen des Teufels behelfende Leute, herabsehen zu können meinen, sollten sie nicht wenigstens vor der Versuchung erzittern, ein heiliges theures Wort Gottes zu verdrehen und zu verdammen?

Doch wir gehen ohne weitere Umschweife zur Sache.

An drei Orten der Schrift hören wir unsern lieben HErrn und Heiland, IEsum Christum, drei wichtige und merkwürdige Aussprüche thun, welche offenbar von einer und derselben Sache handeln. Nach Matth. 16, 19. spricht er, nachdem Petrus bekannt hatte, daß er des lebendigen Gottes Sohn sei, zu Petro also: „Ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben; Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und Alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein.“ Ferner spricht der Mund der Wahrheit nach Matth. 18, 18. zu allen Aposteln also: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein; und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein.“ Endlich spricht Christus nach Joh. 20, 21—23., da er nach seiner Auferstehung wieder das erste Mal als Sieger über Sünde, Tod, Teufel und Hölle mitten unter seine Jünger trat, zu diesen also: „Friede sei mit euch! Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“

Diese Worte sind so klar, daß sie keiner Erklärung bedürfen. Wer sie wirklich erst durch seine Auslegung klar machen wollte, der würde nicht anders handeln, als derjenige, welcher mit einem brennenden Talglichte die Sonne erhellen wollte. Daß die Worte: „Sünde erlassen“ oder vergeben, bedeuten: jemanden von seiner Schuld und der damit verdienten Strafe freisprechen, und daß die Worte: „Sünde behalten“, bedeuten: jemanden seine Sünde nicht vergeben und darum zur verdienten Strafe verurtheilen, dies weiß jedermann. Die Ausdrücke: „binden, lösen, Schlüssel“, deren sich Christus in den beiden ersten Stellen bedient, sind zwar metaphorische, das heißt uneigentliche, bildliche Ausdrücke, aber darum nicht zweideutige und ungewisse, sondern so deutliche, daß es auch ein christliches Schulkind einsehen kann, daß sie dasselbe anzeigen sollen, was in der letzten Stelle gesagt wird. Es ist nämlich bekannt, daß die Sünden in der heiligen Schrift sehr oft mit Stricken und Ketten verglichen werden, womit der Satan die Menschen zu ihrer Verdammniß bindet und gefangen nimmt, Spr. 5, 22., 1 Tim. 6, 9., 2 Tim. 2, 26. Wenn daher jemandem die Macht gegeben wird, die Menschen geistlich zu lösen, so ist dies nichts anderes, als die Macht, ihnen ihre Sünden zu vergeben und so die Banden der Sünde und Verdammniß, damit sie gebunden waren, aufzulösen; und wenn jemandem die Macht gegeben wird, die Menschen geistlich zu binden, so ist dies offenbar keine andere Macht, als die, ihnen die Sünden zu behalten und sie so in den Banden der Verdammniß zu lassen und zur Gefangenschaft der Hölle zu verurtheilen. Endlich bedarf es wohl

English translation AI translation

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devil, nor be tormented and plagued by such great and heavy thoughts of death as those who are afflicted with a long illness. For this reason, when it was reported to Lord Luther how the pious and godly man, Mr. Nicolaus Hausmann, had been struck down by a stroke in the pulpit and had died, he said that he wished that he too might one day die in the same way and depart from this world." —

Holy Absolution, Vindicated against the Slanders of the Methodists.

Motto: The second part in confession is absolution, which the priest speaks in God's place, and therefore it is nothing other than God's Word, by which he comforts and strengthens our heart against the evil conscience, and we should believe and trust it as God himself. But whoever is so blind that he does not see this, or so deaf that he does not hear it, surely does not know what God's Word and spiritual faith or comfort are — what good, then, can he teach? But if he does see it and hear it, and nevertheless knowingly condemns confession in this respect, then he is an outright devil and no human being, since he knowingly sets himself against God, and hinders people from being told God's Word, and from having their hearts comforted and strengthened in faith; such a one may rightly be regarded as an enemy of God and of all mankind, and especially of holy Christendom. And wherever such preachers are found, there all devout Christians should truly guard themselves against them as against the devil in the flesh, for God's Word must be free, and must go forth both publicly and privately, teaching and comforting everyone.
Luther.

In No. 371 of the "Apologist," the well-known Methodist newspaper, of February 13 of this year, two articles on holy absolution are found; the first is by a Methodist missionary in Fort Wayne named Mulfinger, the other is the work of Mr. Nast, the editor of the said paper. There are chiefly three reasons that move us not to pass over these articles entirely in silence. First, because, since we have occasion to speak, we do not wish to make ourselves partakers, through silence, in the terrible sin of blaspheming God and his holy Word, for it is written: "If a soul sin in that he hears a curse, and is a witness, or has seen or known of it, and does not report it, he is guilty of iniquity." Second, because our office and calling especially require us to warn the flock entrusted to us against the false prophets who come to us in sheep's clothing but inwardly are ravening wolves. Third and finally, because the doctrine of holy absolution that has been attacked is, alas, not recognized even by many Lutherans of our day in its incalculable importance and in its inseparable connection with the whole doctrine concerning God's counsel for our salvation, so that there is danger that the unspiritual, loose chatter of the Methodists may eat its way like a cancer even among Lutherans (2 Tim. 2:16–17), unless a serious stand is taken against it.

Although, based on the experience we have had
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of the nature and doings of the genuine Methodist preachers of our time, we could never believe that they are driven by the Spirit of truth, still we did not expect that they would ever themselves make so plain, in the light of day, what spirit's children they are, as has happened in the articles mentioned above. For in both, the writers do not merely set forth misgivings they have about holy absolution or its abuse; rather, they do not shrink from calling it outright a "reed of Egypt," indeed "a chief trick of the devil," and from pronouncing a ban, with these words, upon those who take comfort in the absolution spoken to them, at Christ's command and in his place, by a servant of Christ, in the name of the triune God: "Cursed is the man who trusts in man and turns his heart away from the LORD."

We confess that, when we read such words, we were truly horrified at heart that Methodist preachers, who otherwise pretend to be so earnestly zealous for God, could utter such horrible blasphemies before all the world, declaring God's eternal Word to be a wavering and brittle reed and a most holy institution of Christ to be a chief trick of the devil, and thereby making the very Son of God into a devil. Oh, that the pen did not fall from the writers' trembling hand in the very moment they wrote such things! Oh, that they were not, having this word before them — "Whosesoever sins ye remit, they are remitted unto them" — thrown down upon their knees by this sunbright word of the living God, to beg God's forgiveness with tears of repentance for their undertaking, as futile as it was wicked, to darken these clear words and to contradict, to his face, the true and faithful God who speaks in them! As for us, even if we knew nothing further about absolution than that a Luther and a thousand other honest and highly enlightened witnesses of the truth confess to have received, through absolution, in their deepest distresses and anxieties of conscience, comfort, light, life and strength and the testimony of the Holy Spirit — we would, for that reason alone, be ashamed of the shameful, stinking arrogance of exalting ourselves above such men and presuming, with such audacity, to charge them with having stood in an accursed, fleshly trust in human trumpery, indeed with having employed a chief trick of the devil to fashion for themselves a false comfort. But suppose Mr. Mulfinger and Mr. Nast consider themselves so highly enlightened that they think they may look down with pity upon a Luther, Melanchthon, Brentius, Chemnitz, Arndt, Paul Gerhardt, Scriver, Heinrich Müller, Conrad Rieger, Schade, Woltersdorf — in short, upon all Lutheran theologians — as superstitious people who resort to chief tricks of the devil to help themselves along; should they not at least tremble before the temptation to twist and condemn a holy, precious Word of God?

But let us proceed to the matter at hand without further digression.

In three places of Scripture we hear our dear Lord and Savior, Jesus Christ, make three important and remarkable statements, which plainly concern one and the same matter. According to Matthew 16:19, after Peter had confessed that he was the Son of the living God, he says to Peter: "I will give unto thee the keys of the kingdom of heaven: and whatsoever thou shalt bind on earth shall be bound in heaven, and whatsoever thou shalt loose on earth shall be loosed in heaven." Further, the mouth of truth, according to Matthew 18:18, says to all the apostles: "Verily I say unto you, Whatsoever ye shall bind on earth shall be bound in heaven: and whatsoever ye shall loose on earth shall be loosed in heaven." Finally, according to John 20:21–23, Christ, when after his resurrection he stepped for the first time as victor over sin, death, the devil, and hell into the midst of his disciples, says to them: "Peace be unto you: as my Father hath sent me, even so send I you. And when he had said this, he breathed on them, and saith unto them, Receive ye the Holy Ghost: Whose soever sins ye remit, they are remitted unto them; and whose soever sins ye retain, they are retained."

These words are so clear that they need no explanation. Whoever would first try to make them clear by his own interpretation would be doing nothing other than one who tried to light up the sun with a burning tallow candle. That the words "remit sin," or forgive, mean: to acquit someone of his guilt and of the punishment thereby deserved, and that the words "retain sin" mean: not to forgive someone his sin and therefore to condemn him to the punishment deserved — this everyone knows. The expressions "bind, loose, keys," which Christ uses in the first two passages, are indeed metaphorical, that is, figurative, pictorial expressions, but they are not therefore ambiguous or uncertain; rather, they are so clear that even a Christian schoolchild can perceive that they are meant to signify the very same thing that is stated in the last passage. For it is well known that sins are very often compared in Holy Scripture to cords and chains, with which Satan binds and holds people captive unto their damnation (Prov. 5:22; 1 Tim. 6:9; 2 Tim. 2:26). If, therefore, someone is given the power to loose people spiritually, this is nothing other than the power to forgive them their sins and thus to loosen the bonds of sin and damnation with which they were bound; and if someone is given the power to bind people spiritually, this is evidently no other power than that of retaining their sins and thus leaving them in the bonds of damnation and condemning them to the captivity of hell. Finally it hardly