Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 10 › Seite 38
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1846-01-10, Seite 38
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Luther 4 · Streik 2
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nung des Wortes Gottes, Hebr. 13, 7., in der lutherischen Kirche befolgt und das Andenken an den Todestag Luthers je und je erneuert worden; dies soll nun auch uns eine kräftige Ermunterung sein, in diesem Jahre ein Gleiches zu thun; denn welcher Lehrer hat seit der Apostel Zeit das Wort Gottes so rein und treu und zwar der ganzen Kirche verkündiget, als Luther? wessen Ende könnten wir wohl vor vielen Tausenden anschauen, um mit Bileam zu wünschen: Meine Seele müsse sterben des Todes dieses Gerechten und mein Ende werden wie sein Ende? wessen Fußtapfen könnten wir in der Lehre und im Bekenntniß des Glaubens sicherer nachfolgen, als gerade Luthers? Ist nicht das Andenken an seine großen Verdienste, das Anschauen seines seligen Endes, das Beharren bei seinem reinen Glauben eine heilige Pflicht, ein Gott gefälliges Dankopfer? Bringt dies alles nicht uns selbst die reichsten Früchte? Ist nicht eine solche Gedächtnißfeier, besonders in unserer Zeit, ein hochnöthiges, öffentliches Bekenntniß vor offenbaren Gegnern sowie vor falschen Brüdern, daß wir uns entweder des Zeugnisses, das Luther so treulich abgelegt, noch seiner Person schämen, sondern beides, des theuern Lehrers Person und Lehre, in hohen Ehren halten? Wenn die Römisch-Katholische Kirche alle Jahre die Gedächtnißfeier einer Menge sogenannter Heiligen begeht, von denen viele nie gelebt, und viele mit ihrem Leben mehr Schaden als Nutzen gestiftet haben, sollte nicht die lutherische Kirche nach Verlauf von 3 Jahrhunderten das feierliche Andenken an den Todestag Luthers begehen, wie einst das Volk Gottes bei dem Tode des Hohepriesters Jojada that, darum, daß er hatte wohlgethan an Israel, an Gott und seinem Hause! (2 Chron. 24, 16.) Wenn die Welt ihren großen Männern, die von der Welt sind, Denkmäler errichtet, Stiftungen weihet, Feste feiert und sie sonst nach ihrer Weise ehret, sollten wir nicht das Andenken des großen Mannes Gottes, unsers zwiefacher Ehre werthen Luthers, unter uns erneuern und bewahren, den die Welt wohl auch einen großen Mann nennt, dessen Größe sie jedoch weder kennt noch anerkennt, dessen Tod aber werth gehalten ist vor den Augen des HErrn, denn er hat bis jetzt gehöret und wird auch ferner gehören unter die Zahl derer, von denen Pf. 112, 6. geschrieben stehet: Ihr Gedächtniß wird ewig bleiben und ihres Namens wird nimmermehr vergessen werden! Dazu segne Gott diesen Beitrag zur diesjährigen Gedächtnißfeier des Todestages Luthers an allen Lesern, wie er die im vorigen Jahre dargebotene Lebensgeschichte Luthers gesegnet hat.
Ehe wir jedoch zur näheren Betrachtung der letzten Lebenstage und des seligen Endes Luthers übergehen, müssen wir sein ganzes Leben, besonders in den letzten 29 Jahren, nämlich von 1517 bis 1546, mit aufmerksamen Blicken überschauen, damit wir erkennen, welch ein großes Wunder Gottes es war, daß sein Ende bei so unzähligen Todesgefahren nicht eher herannahete. Wie unablässig hat der Satan als ein Mörder von Anfang Dr. Luthern nach dem Leben gestanden! Wie hat dieser Hauptfeind Luthers alle seine Gewalt und List aufgeboten, um ihn, der seinem Reiche so großen Schaden und Abbruch gethan, je eher je lieber aus dem Wege zu schaffen und ihn durch seine Feinde, oder durch schwere leibliche Krankheiten oder durch noch schwerere geistliche Anfechtungen ums Leben zu bringen! Wie hat aber Gottes Aufsehen immerdar seinen Odem bewahrt, wie hat Gottes Rath die Mordanschläge des Satans und aller seiner Werkzeuge jederzeit zu nichte gemacht! Wie reichlich ergossen sich die Ströme der göttlichen Gnade in Luthers Seele, so daß er im festen Glauben an das ewige Leben den zeitlichen Tod verachten konnte und ob er gleich auch noch von der Furcht des Todes angefochten wurde, dennoch mit dem größten Heldenmuthe selbst den Märtyrertod zu leiden bereit war, dabei aber sich mit stillem Geiste ganz dem Willen Gottes ergab, wie und wann er sterben sollte und sich nur von Herzen nach einem baldigen seligen Ende sehnte, dasselbe oft nahe glaubte und sich stets dazu im wahren Glauben bereit hielt! Zu dem Allen sollen jetzt einige Belege angeführt werden.
Zum Tode mit Luthern! war des Pabstes Loosung, da er nicht widerrufen wollte, was er im Jahre 1517 in den 95 Sätzen und dann später je länger desto gewaltiger gegen den Antichrist und sein Reich bezeugt hatte. Drei Jahre lang hatte bereits der Pabst Leo X. die Bedeutung seines Namens, der 10. Löwe, durch die That bestätigt, indem er mit einem Grimm, den 10 Löwen nicht haben, Alles versucht hatte, Luther mit List oder Gewalt in seine Hände zu bekommen. Da rief er endlich im Jahre 1520 den Bann über ihn aus, d. h. er schloß ihn als einen verstockten Ketzer von der christlichen Kirche öffentlich und feierlich aus und befahl aller ihm ergebenen geistlichen und weltlichen Obrigkeit, ihn, wie es in der Bannbulle lautet, „persönlich zu fahen, bis auf des Pabstes Ansuchen zu halten und ihm zu übersenden;“ zugleich drohte er denen, die diesem Befehle nicht gehorchen würden, „alle und jede Strafen,“ dagegen verhieß er den gehorsamen Söhnen der Kirche „für ein so gut Werk eine würdige Belohnung und Vergeltung.“ Allein der unerschrockene Luther verachtete diesen furchtbaren Bann und schrieb deßhalb an Spalatin: „Ich fürchte mich dabei nicht. Des HErrn Wille geschehe.“ Daß aber der Pabst mit diesem Bann nicht nur Luthers Gefangennehmung, sondern auch wirklich seinen Tod beabsichtigte und damit meinte Gott einen Dienst zu thun, das erhellet aus dem bekannten päbstlichen Grundsatz: ein Ketzer muß sterben (haericus de vita), das bestätigen die vielfältigen Drohungen des papistischen Haufens, die Ströme vergossenen Blutes so vieler tausend standhafter Bekenner der lutherischen Lehre, vor allen aber die wiederholten Mordanschläge auf das theure Leben Luthers, deren Ausführung aber Gottes Hand verhinderte.
Du sollst sterben! rief auf's Neue die kaiserliche Achterklärung Luther zu im Jahre 1521 nach dem muthig bestandenen Reichstage zu Worms. Carl V. befahl darin allen seinen Unterthanen im ganzen Römischen Reiche: „daß ihr sämmtlich und sonderlich, nach Verscheinung der obberührten 20 Tage (des sichern Geleits), die sich auf den 14ten Tag dieses gegenwärtigen Monats Maji enden, den vorgemeldeten Martin Luther nicht hauset, höfet, äzt, tränket noch enthaltet, noch ihm mit Worten oder Werken, heimlich noch öffentlich, keinerlei Hülfe, Anhang, Beistand noch Fürschub beweiset. Sondern wo ihr ihn alsdenn ankommen und betretten, und deß mächtig sein mögt (!!), ihn gefänglich annehmet, und Uns wohlbewahrt zusendet.“ Dabei wurde zugleich auch allen denen, die Luther anhangen oder schützen würden, mit eben derselben Reichs-Achtserklärung gedroht.
Daß aber dieses scharfe kaiserliche Edict, welches das Todesurtheil Luthers aussprach, nicht wirklich an ihm vollzogen wurde, kam nicht daher, daß es nicht aller Orten öffentlich bekannt gemacht worden war, denn die Feinde Luthers sorgten schon dafür, daß es bekannt wurde, auch hatte dies nicht, wie man oft behauptet, seinen Grund in einer stillschweigenden Nachgiebigkeit des Kaisers oder in seinem schleunigen Aufbruch nach Spanien; denn selbst von Spanien aus drang der Kaiser auf Vollziehung seines Edicts gegen Luther, und auch andere Fürsten, z. B. die Könige von England, Ungarn und Portugal, besonders aber Herzog Georg von Sachsen, boten ihr ganzes Ansehn auf, damit Luther ums Leben gebracht würde; nur die Hand Gottes, des Allerhöchsten, hat diesen Blutrath zu Schanden gemacht. Allein nicht nur durch offenbare Gewalt, sondern auch durch heimliche Menchelmörder und Gift suchten Luthers Feinde ihn aus dem Wege zu schaffen. Schon im Jahr 1518 wurde er gewarnt, nicht nach Augsburg zum Verhör vor dem Cardinal Cajetan zu reisen, da ihm einige Große nachstellten, daß er erdrosselt oder ersäuft würde. Im Jahre 1520 war Luther in Gefahr auf seiner Stube durch einen Fremden, der sich für des Kaisers Canzler ausgab, erschossen zu werden. In demselben Jahre bekam er bei einem Gastmahle in Wittenberg Gift, allein es erfolgte bald darauf ein heftiges Erbrechen, wodurch das Gift seine tödtliche Wirkung verlor und wobei Luther sagte: „An mir wird wohl auch Christi Verheißung erfüllt: wenn ihr etwas Tödtliches trinken werdet, wird es euch nicht schaden.“ Ein andermal wurde ihm, wahrscheinlich an der Tafel des Bischofs von Trier, von seinem bittern Feinde Dr. Eck ein Glas mit Wein zugetrunken. Da nun Luther das Glas nahm und seiner Gewohnheit nach ein Kreuz darüber machte, um es zu segnen, fiel plötzlich der Boden heraus, so daß der Wein auf die Tafel floß. Luther aber sagte: „Dieser Trunk ist mir entweder nicht gesund, oder wird mir nicht gegunt“ (gegönnt.) Auch im J. 1525 hatten Luthers Feinde einen jüdischen Arzt mit 2000 Dukaten bestochen, ihm heimlich Gift beizubringen, doch alle diese Versuche ließ Gott mißlingen.
Luther schwebte auch manchmal in noch anderer Lebensgefahr, z. B. in Leipzig im Jahre 1519 bei Gelegenheit der Disputation mit Dr.
English translation AI translation
of God's word, Hebrews 13:7, has been observed in the Lutheran Church, and the memory of Luther's death-day has been renewed again and again; this shall now also be a strong encouragement to us to do likewise this year; for what teacher, since the time of the apostles, has proclaimed God's Word so purely and faithfully, and indeed to the whole Church, as Luther? Whose end could we contemplate, among many thousands, so as to wish with Balaam: Let my soul die the death of this righteous man, and let my end be like his end? Whose footsteps could we follow more safely in doctrine and in the confession of faith than Luther's? Is not the remembrance of his great merits, the contemplation of his blessed end, the steadfast holding to his pure faith, a holy duty, a thank-offering pleasing to God? Do not all these things themselves bring us the richest fruits? Is not such a memorial observance, especially in our time, a highly necessary, public confession before open opponents as well as before false brethren, that we are ashamed neither of the testimony which Luther so faithfully bore, nor of his person, but rather hold both — the dear teacher's person and doctrine — in high honor? If the Roman Catholic Church observes every year the memorial feasts of a host of so-called saints, many of whom never lived, and many of whom did more harm than good by their lives, should not the Lutheran Church, after the passing of three centuries, keep the solemn remembrance of Luther's death-day, just as the people of God once did at the death of the high priest Jehoiada, because he had done good in Israel, toward God and toward his house! (2 Chronicles 24:16.) If the world erects monuments to its great men, who are of the world, dedicates foundations, celebrates festivals, and otherwise honors them after its own fashion, should we not renew and preserve among ourselves the memory of the great man of God, our doubly-honored Luther — whom the world, too, indeed calls a great man, though it neither knows nor acknowledges his true greatness — whose death, however, is held precious in the sight of the LORD, for he has hitherto belonged, and shall continue to belong, to the number of those of whom it is written in Psalm 112:6: His memory shall be eternal, and his name shall never be forgotten! To this end may God bless this contribution to this year's memorial observance of Luther's death-day for all readers, as he has blessed the account of Luther's life offered last year.
Before, however, we turn to a closer consideration of Luther's last days and his blessed end, we must survey his whole life with attentive eyes, especially the last twenty-nine years, namely from 1517 to 1546, so that we may recognize what a great wonder of God it was that his end, amid so many countless mortal dangers, did not come sooner. How unceasingly did Satan, a murderer from the beginning, seek Dr. Luther's
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life! How did this chief enemy of Luther's employ all his power and cunning to remove him — who had done such great harm and damage to his kingdom — out of the way as soon as possible, and to bring about his death through his enemies, or through severe bodily illnesses, or through even more severe spiritual assaults! But how did God's watchful care ever preserve his breath, how did God's counsel ever bring to nothing the murderous designs of Satan and all his instruments! How abundantly the streams of divine grace poured into Luther's soul, so that in firm faith in eternal life he could despise temporal death, and although he was still at times assailed by the fear of death, he was nevertheless ready, with the greatest heroic courage, to suffer even a martyr's death, while at the same time, with a quiet spirit, he wholly surrendered to God's will as to how and when he should die, longing from his heart only for a speedy, blessed end, often believing it to be near, and always holding himself ready for it in true faith! Some evidences of all this shall now be adduced.
"Death to Luther!" was the Pope's watchword, since Luther would not recant what he had testified in 1517 in the Ninety-Five Theses and thereafter, ever more forcefully as time went on, against Antichrist and his kingdom. For three years already, Pope Leo X had confirmed by his deeds the meaning of his name, "the tenth lion," inasmuch as he had, with a fury that ten lions do not possess, tried everything to get Luther into his hands by cunning or by force. Finally, in 1520, he pronounced the ban against him — that is, he publicly and solemnly excluded him from the Christian Church as an obstinate heretic, and commanded all spiritual and temporal authorities loyal to him, as the bull of excommunication states, to "seize him personally, hold him until the Pope's demand, and deliver him up"; at the same time he threatened those who would not obey this command with "any and all penalties," while promising the obedient sons of the Church "a worthy reward and recompense for so good a work." But the undaunted Luther despised this fearsome ban and wrote to Spalatin on that account: "I am not afraid on this account. The Lord's will be done." That the Pope, by this ban, intended not merely Luther's capture but indeed his death, and believed himself thereby to be doing God a service, is made clear by the well-known papal maxim: a heretic must die (haereticus de vita); this is confirmed by the manifold threats of the papist mob, by the streams of blood shed by so many thousands of steadfast confessors of Lutheran doctrine, and above all by the repeated attempts on Luther's precious life, the execution of which, however, God's hand prevented.
"You shall die!" the imperial declaration of outlawry cried out anew to Luther in 1521, after he had courageously withstood the Diet of Worms. Charles V commanded therein all his subjects throughout the whole Roman Empire: "that all of you, jointly and severally, after the expiration of the aforementioned twenty days (of safe conduct), which end on the fourteenth day of this present month of May, shall neither house, harbor, feed, give drink to, nor shelter the aforementioned Martin Luther, nor show him, in word or deed, secretly or openly, any help, adherence, assistance, or furtherance whatsoever. But wherever you may come upon him and apprehend him, and are able to overpower him (!), you shall take him captive and send him to Us well guarded." At the same time, all those who would adhere to or protect Luther were likewise threatened with this same imperial edict of outlawry.
That this severe imperial edict, which pronounced the death sentence upon Luther, was not actually carried out against him, was not because it had not been publicly proclaimed everywhere — for Luther's enemies took care that it became known — nor, as is often claimed, was it due to some tacit leniency on the Emperor's part or to his hasty departure for Spain; for even from Spain the Emperor pressed for the execution of his edict against Luther, and other princes as well — for example the kings of England, Hungary, and Portugal, but especially Duke George of Saxony — exerted their full influence to have Luther put to death; only the hand of God the Most High brought this bloody counsel to nothing. But it was not only through open force that Luther's enemies sought to remove him; they also tried secret assassination and poison. Already in 1518 he was warned not to travel to Augsburg for his hearing before Cardinal Cajetan, since certain great men lay in wait for him, planning to have him strangled or drowned. In 1520 Luther was in danger of being shot in his room by a stranger who claimed to be the Emperor's chancellor. In the same year he was given poison at a banquet in Wittenberg, but a violent vomiting soon followed, by which the poison lost its deadly effect, whereupon Luther said: "In me, too, Christ's promise is surely fulfilled: if you drink anything deadly, it shall not harm you." On another occasion, probably at the table of the Bishop of Trier, his bitter enemy Dr. Eck drank a toast to him with a glass of wine. When Luther took the glass and, according to his custom, made the sign of the cross over it to bless it, the bottom suddenly fell out, so that the wine spilled onto the table. Luther, however, said: "This drink is either not good for me, or it is not granted to me." Also in 1525, Luther's enemies bribed a Jewish physician with 2,000 ducats to administer poison to him secretly, but God caused all these attempts to fail.
Luther was also at times exposed to other mortal dangers, for example in Leipzig in 1519, on the occasion of the disputation with Dr.