Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 24 › Seite 187

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-07-27, Seite 187

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(Oſſenb. Joh. Cav. 14, v. 6. 7.)

„Sottes Wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“⸗

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Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
NRedigirt von C. F. W. Walther.

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Jahrg. 8.

St. Lonis, Wo., den 27. Juli 1852.

No. 24.

Bedingungen:

d Der Lutberaner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jäbrlichen
Eröſtriptiensvreis von Einem Dollar ſür der auswärtigen Unterſchreiber, welcde enſelben zoraus ube⸗
uhleu und das Poſtgeld zu iragen baden. — In St. Louis wird jede einzelae No. für 5 Cents verkauft.

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Stimne der Kirche Gottes wider die ver⸗
führeriſchen Gottesleugner und Fleiſch⸗
vergötterer unſerer Zeit.

(Für den Luthrraner geſchrieben von Or. S.)

Indem ich im Namen Gottes, der auch Euer

Err iſt — obwohl Ihr Ihn verwerfet — das
Rugniß wider Euch erhebe, ſo will ich mich zu⸗
erſt verwahrt haben, daß ich darin nicht anrede
die armen Seelen, die Ihr durch Eure Trügerei
verführet habet: denn unter dieſen ſind natürlich
auch ſolche, die noch nicht mit böſem Willen
erklarte Feinde Gottes ſind, wie Jür ſeid, ſon⸗
dern die noch in kläglicher Unwiſſenheit uber
das Weſen und Willen Goties und über die Be⸗
ſhaffenheit der menſchlichen Natur gefangen
ſnd — arme, verwahrloſ'te und verirrete See⸗
len, die leider häufig in Deutſchland — zu herz⸗
licher Betrübniß, Reu und Leid der Kirce Got—
tes ſei es hiemit geklagt! — nur abgefallene
Bauchdiener, blinde Blindenleiter, feile Mieth⸗
linge, ja Diebe und Mörder, aber keine geiſt—
licen Väter in Chriſto, keine bekenntnißtreuen
Diener der Kirche zu Lehrern und Pflegern
hatten.

Mit dieſen armen Verführten, die weder
techts noch links wiſſen und zudem von der bun⸗
ten Maſſe der hieſigen Secten verwirret und
vom Genuſſe der hieſigen bürgerlichen Freiheit
gleichſam berauſcht und deß unkundig ſind, der⸗
ſelben recht zu gebrauchen — mit dieſen habe
ich auf diesmal nicht zu reden.

Wider Euch aber, die Verführer, habe ich zu
jeugen, und ſonderlich wider Euch Schreiber der

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gottloſen Blätter in dieſen Landen, die zwar vom
Winde der Zeit ebenſo ſchnell verweht ſind, als
die welken Blätter der Bäume von den Stürmen
des Herbſtes, aber doch in ihrem kurzen Ein⸗
tagsleben des Schadens genug thun, indem ſie
die geiſilich Unwiſſenden noch tiefer in dieſe Fin⸗
ſerniß verſenken oder mit dem falſchen Blend⸗
licht des Lügengeiſtes ſie verblenden und in den
Böswilligen die Bosheit ihres Herzens ſtärken.

Wider Euch will ich aus Gottes Wort und
aus Eurein eignen Gewiſſen Zeugniß erheben,
das Ihr durch den Betrug des Teufels und durch
Euer böſes Herz u. Willen zu erdrücken u. zu er⸗
ſticken trachtet; und freilich in Manchem von
Euch iſt es wohl auch ſchon alſo erſtorben, daß er
mit Luſt und Liebe ſeinen Koth und Unflath aus⸗
ſchäumet, als das ungeſtüme Meer, das keinen
Frieden hat, und daß er, nach Gottes gerechtem
Gericht, nur unſinnige und aberwitzige Gedan⸗
ken, die auch wider das natürliche Licht der heid⸗
niſchen Vernunft ſtreiten, durch des Erzlügners
Verblendung als neue Weisheit zu Markte brin⸗
get.

Wider Euch will ich auch aus Euch ſelbſt ſtrei⸗
ten, die Ihr Jedermann Freiheit verheißet und
doch ſelbſt Knechte des Verderbens ſeid und wi⸗
der Gott und den HErrn Chriſtum Euren Geſel⸗
ſellen zurufet: „Laſſet uns zerreißen ihre Bande
und von uns werfen ihre Seile! wir wollen
nicht, daß dieſer uͤber uns herrſche.“

„Aber der im Himmel wohnet lachet Eurer
und der HErr ſpottet Eurer; er wird einſt mit
Euch reden in ſeinem Zorn und mit ſeinem
Grimm wird er Euch ſchrecken.“

Nur die Beiefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle auteren
aber. weiche Geſbäfrliches, Venelungen. Wabeſtenlungen. Gelrer ꝛc. enthalten, unter der Arreſ
Mr. FP. W. Burthel, care of C. F.

W. Walther, St. Louis, 10., auher zu ſenten.

Darum zeuge ich nun zum Erſten über und
wider Euch, daß Ihr gegen Eure eigene Vernunft
und Gewiſſen vergeblich wuͤthet und tobet wider
den Fels der Wahrheit zur Seligkeit, das ge⸗
ſchriebene Wort Gottes. Ich behaupte geradezu
auf Euren Kopf, daß Ihr im Innerſten Eures
Gewiſſens es nicht für wahr haltet, was Euer
Mund ausſpricht. daß dies heilige Buch ein
„Traum⸗, Lügen⸗ und Fabelbuch der elenden
Pfaffen ſei, um das Volk in Aberglauben und
Dummheit zu erhalten und davon zugleich Vor⸗
theil, Ehre und Genuß zu haben.“ Denn wohl
wiſſet Ihr, zunächſt aus der Geſchichte der Bibel,
doch ſo viel, daß dies heil. Buch — im A. T.
ſchon über 3000 Jahre — unveränderlich feſt—
ſteht als ein Fels, den die Stürme und Strõ⸗
mungen des veränderlichen Zeitgeiſtes, die Liſt
und Gewalt des Satans, durch den Haß und die
Scheinweisheit EurerBrüder, der gottloſenWelt⸗
kinder, weder umgeworfen, noch erſchuttert, noch
unterwaſchen, noch ſogar abgebröckelt haben.

Ein Geſchlecht nach dem andern iſt vergangen,
ein mächtiges Volk nach dem andern ſammt all
ſeiner Herrlichkeit dahin geſunken, eine Men⸗
ſchenweisheit nach der andern, welche die Er⸗
kenntniß Gottes verhieß, iſt als Thorheit offen⸗
bar und dadurch ohnmächtig geworden — aber
der Fels der Wahrheit, das Wort des lebendigen
Gottes hat all dieſe wechſelnden Zeiten, Ge⸗
ſchlechter, Völker und Menſchenlehren unverletzt
überdauert; die Hand des allmächtigen Gottes,
gegen den ja alle ſeine Feinde ſind, wje Spreu
vor dem Winde, hat es wunderbarlich erhalten.
Wohl wiſſet Ihr, wie in den letzten blutigen Ver⸗

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