Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 26 › Seite 207

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-08-03, Seite 207

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auch drüben berichtet werden, daß ihr unordent⸗
liches Laufen und Schleichen mitten in beſte—
dendeemeinden hinein, die ihren ordentlich be⸗
mfenen Prediger und Seelſorger haben' ſchnur⸗
ſtracks wider Gottes Wort und Ordnung ſei
(1 Cor. 14, 40). Denn auch St. Paulus,
obwohl er einen apoſtoliſchen Beruf hatte, ſich
deß nicht annahm, das Evangelium da zu pre—
digen, wo Chriſti Name bereits bekannt war,
auf daß er nicht auf einen fremden Grund bau—
ete (Röm. 15, 20.) Moöchten ſie doch endlich
begreifen, daß unmöglich ſolche der heil. Geiſt
treibe, die wider die Ordnung des heil. Geiſtes
in ſeinem Worte ſich zu Predigern und Lehrern da
aufwerfen, wo bereits nach Gottes Wort und
Ordnung das heil. Predigtamt aufgerichtet iſt.
Nöchten ſie ſich doch endlich fürchten vor dem
Trohworte des lebendigen Gottes, der durch
Ct. Jakobum alſo zeuget: daß die unberufenen
Lebrer um ſo mehr urtheil empfangen werden.
(Ik. 3, 1.)

Evangel. luther. Volkslied.

h ſchäme mich des Evangeliums von Chriſto Röm. 1,
15—Gal. 1, S. 9. und folglich auch des Brinam ens lu⸗
therich nicht.

„. Sollt ich mich des Namens ſchämen

Den die Schaar der Zeugen trägt?

Sollt ich mich darüber grämen,

Ob ſich Freund und Feind bewegt?

(aoß ſie thrlich ſich verbinden

Ich wills freudenvoll verkünden:
Gottes Wort und Luthers Lehr
. Die vergehen nimmermehr.

4 Ob der reinen lautern Lehre,

Will ich halten immerdar,

Und zu meines Gottes Ehre

Bleiben bei der treuen Schaar.
„Drum will ich lutheriſch heißen,
Nicht bloß evangeliſch gleißen;
Feſt beſteht mein Glaubensgrund —
Laut bekenn' es auch der Mund!

O wie thut's in dieſen Zeiten

Der Verwirrung doch ſo noth,

Daß wir uns mit Ernſt entſcheiden

Für das ganze Wort aus Gott.

Nimmer gilts in dieſen Tagen

Ja und Nein zugleich zu ſagen:

Ja das Ja — und Nein das Nein,
Alſo ſolls bei Chriſten ſein.

Alſo ſagt auch die Gemeine
Gottes durch den heil'gen Geiſt,

Sie, die heilige, die reine

Die man heut lutheriſſch heißt:

Unters Wort will ſie ſich beugen

Und die Wahrheit ganz bezeugen;

Sei der Irrthum noch ſo klein

Muß er ausge ſchieden ſein!

Mit der Kirche will ich's halten
Gebs auch mitten durch die Schmach
Stellen hoͤlliſche Gewalten
Auch dem kleinen Häuflein nach —

Sei uns Freund und Feind zuwider:
Dennoch rühmen unſere Lieder

Das lutheriſche Panier

Zion rühmt es für und fuͤr.

2
**

2 .

— 207.—

Was die treuſten Gottesknechte
In dem Einen Geiſt verband,

Was ſie wider alle Mächte 2
Freudig bis zum Tod bekannt; 17 2.
Das will ich, wie ſie bekennen,
Mich, wie ſie lutheriſch nennen,

Trotz der Feinde vieler Liſt;
So nur bin ich ganz ein Chriſt!

Wider Papſt und Sektenlehre
Rühm ich meines Glaubens mich:
Gottes Wort und Luthers Lehre
Ja ſie bleiben ewiglich.
Auch im äußern Unterliegen
Wird die wahre Kirche ſiegen:
Ihre „feſte Burg iſt Gott“,
Und die Höͤlle wird zu Spott.

Fr. Weyermüller.
Niederbronn im Elſaß.

α

Folge des Gebrauchs der lateiniſchen
Sprache bei den kirchlichen Handlungen.

Johann Warnefried erzählt in ſeiner Schrift
von der Union zwiſchen den Lutheranern und den
Römiſchen, daß er einen Katholiken gekannt,
ren ein frevelhafter römiſcher Pfaffe einſt zum
Scherz lateiniſch auf den Teufel, anſtatt auf den
dreieinigen Gott getauft hatte. Erſt viele Jahre
darnach kam die Sache heraus, und der Mann
wurde daher erſt in einem Alter von etlichen und
dreißig Jahren wirklich getauft. Wie viele ar—
me Kathol iken mag es geben, die da meinen,
getauft, communicirt, abſolpirt, zur Ehe einge⸗
ſegnet zu ſein, und der Prieſter hatte nur ſein
Spiel mit ihnen getrieben!

Wenn Gott zürnen will, und ſein Wort weg⸗
nimmt, iſt kein Irrthum ſo grob, der Teufel
gehet damit hindurch. Denn Mahomets An⸗
fang iſt auch grob genug geweſen; aber weil
Gottes Wort nicht da war, iſt dennoch ein ſolch
ſchädlich Reich draus worden, wie wir ſehen.
Hätte der Münzer (das Haupt der Wiedertäu⸗
fer) auch Glück gehabt, und Gott uns wäre
ungnädig geweſen, wäre es eben ſowohl ein
Türkiſch Reich worden, als des Mahomets wor⸗
den iſt. Und Summa: es iſt kein Funke ſo
klein, wenn Gott zürnet und den Teufel will
drein blaſen laſſen, es kann ein Feuer draus
werden, das die Welt verkehret und kein Menſch

löſchen kann.
Luther.

——I—I—I————I——

— —.

Kirchliche Nachrichten.

Am Donnerstag nach Exaudi, den 5. Juni
iſt Herr Gotthelf Reichardt aus der preußiſchen
Provinz Sachſen, bis dahin Zögling des Fort
Wayner Seminars, nachdem er zuvor von zwei
deutſch-lutheriſchen Gemeinden in Noble und
de Calb Co., Ja. einen ordentlichen Beruf erhal⸗
ten und das vorſchriftsmäßige Examen beſtan⸗
den hatte, inmitten ſeiner Gemeinde von mir
unter Aſſiſtenz des Herrn Profeſſor Crämer nach
kirchlichem Brauch ordinirt worden. Der Herr ö

8 —

ſchenke auch dieſem ſeinem Knechte Mund der

Weisheit, daß er viele Frucht ſchaffe zum ewigen

Leben. Amen!

D. W. Sihler, Prol.
Vice-Präſes.

Nachdem der P. Ad. Detzer in Williams Co.,
O. einen ordentlichen Beruf von —0 ev. luth.
Gemeinde zu Defiance, Henry Co.,
gen hatte, um ſie mit zu bedirnen, da ſie ſich

noch zu ſchwach fühlte, das heilige Predigtamt

unter ſich aufzurichten, und nachdem derſelbe
dieſen Beruf angenommen hatte, iſt er auf An⸗
ordnung des Vice-Präſes am ſiebenten Sonntage
nach Trinitatis von P. J. Trautmann aus
Adrian, Mich. in dieſe neue Gemeinde feierlich

eingeführt worden. Gott ſetze ihn derſelben zum

Segen, um Chriſti willen.

Die deutſche evangel. lutheriſche Synode von
Indianapolis beginnt ihre diesjährigen Sitzun⸗

gen am Donnerſtag den vierten September in

der Gemeinde des P. Buſſe bei Mancheſter,
Dearborn Co., Ja., ohnweit Lawrenceburg.
Th. Wichmann.
Secretair.

Einladung.

An das Dienstag den 26. Aug. ſtattfindende
Miſſionsfeſt in Leipzig wird ſich dies Mal wieder
wie in frühern Jahren eine Conferenz zur Be⸗
rathung allgemeiner Angelegenheiten der Evan⸗
geliſch⸗Lutheriſchen Kirche anſchließen. Die Un⸗
terzeichneten, welche, als am Orte der Conferenz
wohnhaft, zur äußern Einleitung derſelben ver⸗
anlaßt ſind, glauben, daß die Zeichen der Zeit
die Fragen über Kirchenverfaſſung und Kirchen⸗
regiment im Zuſammenhange mit den Kennzei⸗
chen der wahren Kirche, über Amt und einſchla⸗
gende Punkte nahe legen. Indem ſie nun Alle,
welche lebendig auf dem Bekenntnißgrunde un⸗
ſrer Kirche ſtehen, zur Theiluahme aufrufen,
bitten ſie diejenigen, welche beſondre Vorlagen
zu machen geneigt ſind, dieſelben ſpäteſtens bis
Ende Juli unter Adreſſe des Erſtunterzeichneten
einzuſenden.

Dr. Kahnis. Dr. Lindner jun. NI. Schneider.

Erhalten
a. zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe:

von Herrn Johann Ungemach in Zanesville, O. 3,00.
„ Frau Gräbe durch Herrn P. Saupert. 1,00.
„ Hr. P. Seidel in Neudettelsau, Union Co., O.
und ſeiner Gemeindgee

„ Frau K. in St. Louis 2,00.
„ Gemeindegliedern daſelbdtdttt13,80.
b. zum Unterhalt des Concordia⸗College.
von Frau R. 1/,50.

c. für arme Studenten:
von Frau K. in St. Louis.2/0.

d. an Beiträgen zu den Reiſekoſten der
Herren Delegirten nach Deutſchland:
von der Gemeinde des Herrn P. „Lohner i in Milwau⸗
kee, Wis. — * 2•* . 3000.
der Gemeinde Allenburg, Peny Co., Mo. 10,10,

2.00.

—— — 2**

O. empfan⸗

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