# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1851 08 03_S207 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) auch drüben berichtet werden, daß ihr unordent⸗ liches Laufen und Schleichen mitten in beſte— dendeemeinden hinein, die ihren ordentlich be⸗ mfenen Prediger und Seelſorger haben' ſchnur⸗ ſtracks wider Gottes Wort und Ordnung ſei (1 Cor. 14, 40). Denn auch St. Paulus, obwohl er einen apoſtoliſchen Beruf hatte, ſich deß nicht annahm, das Evangelium da zu pre— digen, wo Chriſti Name bereits bekannt war, auf daß er nicht auf einen fremden Grund bau— ete (Röm. 15, 20.) Moöchten ſie doch endlich begreifen, daß unmöglich ſolche der heil. Geiſt treibe, die wider die Ordnung des heil. Geiſtes in ſeinem Worte ſich zu Predigern und Lehrern da aufwerfen, wo bereits nach Gottes Wort und Ordnung das heil. Predigtamt aufgerichtet iſt. Nöchten ſie ſich doch endlich fürchten vor dem Trohworte des lebendigen Gottes, der durch Ct. Jakobum alſo zeuget: daß die unberufenen Lebrer um ſo mehr urtheil empfangen werden. (Ik. 3, 1.) Evangel. luther. Volkslied. h ſchäme mich des Evangeliums von Chriſto Röm. 1, 15—Gal. 1, S. 9. und folglich auch des Brinam ens lu⸗ therich nicht. „. Sollt ich mich des Namens ſchämen Den die Schaar der Zeugen trägt? Sollt ich mich darüber grämen, Ob ſich Freund und Feind bewegt? (aoß ſie thrlich ſich verbinden Ich wills freudenvoll verkünden: Gottes Wort und Luthers Lehr . Die vergehen nimmermehr. 4 Ob der reinen lautern Lehre, Will ich halten immerdar, Und zu meines Gottes Ehre Bleiben bei der treuen Schaar. „Drum will ich lutheriſch heißen, Nicht bloß evangeliſch gleißen; Feſt beſteht mein Glaubensgrund — Laut bekenn' es auch der Mund! O wie thut's in dieſen Zeiten Der Verwirrung doch ſo noth, Daß wir uns mit Ernſt entſcheiden Für das ganze Wort aus Gott. Nimmer gilts in dieſen Tagen Ja und Nein zugleich zu ſagen: Ja das Ja — und Nein das Nein, Alſo ſolls bei Chriſten ſein. Alſo ſagt auch die Gemeine Gottes durch den heil'gen Geiſt, Sie, die heilige, die reine Die man heut lutheriſſch heißt: Unters Wort will ſie ſich beugen Und die Wahrheit ganz bezeugen; Sei der Irrthum noch ſo klein Muß er ausge ſchieden ſein! Mit der Kirche will ich's halten Gebs auch mitten durch die Schmach Stellen hoͤlliſche Gewalten Auch dem kleinen Häuflein nach — Sei uns Freund und Feind zuwider: Dennoch rühmen unſere Lieder Das lutheriſche Panier Zion rühmt es für und fuͤr. 2 ** 2 . — 207.— Was die treuſten Gottesknechte In dem Einen Geiſt verband, Was ſie wider alle Mächte 2 Freudig bis zum Tod bekannt; 17 2. Das will ich, wie ſie bekennen, Mich, wie ſie lutheriſch nennen, Trotz der Feinde vieler Liſt; So nur bin ich ganz ein Chriſt! Wider Papſt und Sektenlehre Rühm ich meines Glaubens mich: Gottes Wort und Luthers Lehre Ja ſie bleiben ewiglich. Auch im äußern Unterliegen Wird die wahre Kirche ſiegen: Ihre „feſte Burg iſt Gott“, Und die Höͤlle wird zu Spott. Fr. Weyermüller. Niederbronn im Elſaß. α Folge des Gebrauchs der lateiniſchen Sprache bei den kirchlichen Handlungen. Johann Warnefried erzählt in ſeiner Schrift von der Union zwiſchen den Lutheranern und den Römiſchen, daß er einen Katholiken gekannt, ren ein frevelhafter römiſcher Pfaffe einſt zum Scherz lateiniſch auf den Teufel, anſtatt auf den dreieinigen Gott getauft hatte. Erſt viele Jahre darnach kam die Sache heraus, und der Mann wurde daher erſt in einem Alter von etlichen und dreißig Jahren wirklich getauft. Wie viele ar— me Kathol iken mag es geben, die da meinen, getauft, communicirt, abſolpirt, zur Ehe einge⸗ ſegnet zu ſein, und der Prieſter hatte nur ſein Spiel mit ihnen getrieben! Wenn Gott zürnen will, und ſein Wort weg⸗ nimmt, iſt kein Irrthum ſo grob, der Teufel gehet damit hindurch. Denn Mahomets An⸗ fang iſt auch grob genug geweſen; aber weil Gottes Wort nicht da war, iſt dennoch ein ſolch ſchädlich Reich draus worden, wie wir ſehen. Hätte der Münzer (das Haupt der Wiedertäu⸗ fer) auch Glück gehabt, und Gott uns wäre ungnädig geweſen, wäre es eben ſowohl ein Türkiſch Reich worden, als des Mahomets wor⸗ den iſt. Und Summa: es iſt kein Funke ſo klein, wenn Gott zürnet und den Teufel will drein blaſen laſſen, es kann ein Feuer draus werden, das die Welt verkehret und kein Menſch löſchen kann. Luther. ——I—I—I————I—— — —. Kirchliche Nachrichten. Am Donnerstag nach Exaudi, den 5. Juni iſt Herr Gotthelf Reichardt aus der preußiſchen Provinz Sachſen, bis dahin Zögling des Fort Wayner Seminars, nachdem er zuvor von zwei deutſch-lutheriſchen Gemeinden in Noble und de Calb Co., Ja. einen ordentlichen Beruf erhal⸗ ten und das vorſchriftsmäßige Examen beſtan⸗ den hatte, inmitten ſeiner Gemeinde von mir unter Aſſiſtenz des Herrn Profeſſor Crämer nach kirchlichem Brauch ordinirt worden. Der Herr ö 8 — ſchenke auch dieſem ſeinem Knechte Mund der Weisheit, daß er viele Frucht ſchaffe zum ewigen Leben. Amen! D. W. Sihler, Prol. Vice-Präſes. Nachdem der P. Ad. Detzer in Williams Co., O. einen ordentlichen Beruf von —0 ev. luth. Gemeinde zu Defiance, Henry Co., gen hatte, um ſie mit zu bedirnen, da ſie ſich noch zu ſchwach fühlte, das heilige Predigtamt unter ſich aufzurichten, und nachdem derſelbe dieſen Beruf angenommen hatte, iſt er auf An⸗ ordnung des Vice-Präſes am ſiebenten Sonntage nach Trinitatis von P. J. Trautmann aus Adrian, Mich. in dieſe neue Gemeinde feierlich eingeführt worden. Gott ſetze ihn derſelben zum Segen, um Chriſti willen. Die deutſche evangel. lutheriſche Synode von Indianapolis beginnt ihre diesjährigen Sitzun⸗ gen am Donnerſtag den vierten September in der Gemeinde des P. Buſſe bei Mancheſter, Dearborn Co., Ja., ohnweit Lawrenceburg. Th. Wichmann. Secretair. Einladung. An das Dienstag den 26. Aug. ſtattfindende Miſſionsfeſt in Leipzig wird ſich dies Mal wieder wie in frühern Jahren eine Conferenz zur Be⸗ rathung allgemeiner Angelegenheiten der Evan⸗ geliſch⸗Lutheriſchen Kirche anſchließen. Die Un⸗ terzeichneten, welche, als am Orte der Conferenz wohnhaft, zur äußern Einleitung derſelben ver⸗ anlaßt ſind, glauben, daß die Zeichen der Zeit die Fragen über Kirchenverfaſſung und Kirchen⸗ regiment im Zuſammenhange mit den Kennzei⸗ chen der wahren Kirche, über Amt und einſchla⸗ gende Punkte nahe legen. Indem ſie nun Alle, welche lebendig auf dem Bekenntnißgrunde un⸗ ſrer Kirche ſtehen, zur Theiluahme aufrufen, bitten ſie diejenigen, welche beſondre Vorlagen zu machen geneigt ſind, dieſelben ſpäteſtens bis Ende Juli unter Adreſſe des Erſtunterzeichneten einzuſenden. Dr. Kahnis. Dr. Lindner jun. NI. Schneider. Erhalten a. zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe: von Herrn Johann Ungemach in Zanesville, O. 3,00. „ Frau Gräbe durch Herrn P. Saupert. 1,00. „ Hr. P. Seidel in Neudettelsau, Union Co., O. und ſeiner Gemeindgee „ Frau K. in St. Louis 2,00. „ Gemeindegliedern daſelbdtdttt13,80. b. zum Unterhalt des Concordia⸗College. von Frau R. 1/,50. c. für arme Studenten: von Frau K. in St. Louis.2/0. d. an Beiträgen zu den Reiſekoſten der Herren Delegirten nach Deutſchland: von der Gemeinde des Herrn P. „Lohner i in Milwau⸗ kee, Wis. — * 2•* . 3000. der Gemeinde Allenburg, Peny Co., Mo. 10,10, 2.00. —— — 2** O. empfan⸗