Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 25 › Seite 193
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-07-20, Seite 193
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Herausgegeben von der Deutſehen Ev. Luth
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„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“
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er. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.
(Oſſenb. Joh. Cay. 14, v. 6. 7.)
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Jahrg. 7.
St. Louis, Mo., den 5. Auguſt 1851.
No. 25.
Bedingungen:
„Bed Der Lutheraner erſcheint ale zwei Wochen einmal für den jährlichen
Eueſeriptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voranszube⸗
hahlen und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.
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(Für den „Luther aner.“)
Immer ärger.
Der liebe Leſer erinnert ſich wohl noch eines
längern und eines kürzern Artikels in der 21ſten
Rummer des Lutheraners, die beide Bezug auf
Artikel in einem in St. Louis erſcheinenden
Blatte „Freie Blätter“ betitelt, hatten.
Jene Artikel haben den Herausgeber der
„Freien Blätter“ einen Herrn F. Schmidt, zu
einem Artikel in der 17ten Nummer ſeines Blat⸗
tes unter der Überſchrift „Du ſollſt nicht falſch
Zeugniß reden“ veranlaßt, deſſen nähere Berück⸗
ſichtigung der geneigte Leſer uns zu Gute hal⸗
ten wird, indem uns durch ſolche der Zweck un⸗
ſerer früheren auf die „FreienBlätter“ bezüglichen
Artikel in ſolchem Maaße erreicht zu werden
ſcheint, daß wir wenigſtens für geraume Zeit,
wo nicht für immer, des widrigen Geſchäfts über⸗
hoben ſein werden, uns mit ſolchen Sudeleien,
wie Herrn S's Artikel ſind, zu befaſſen.
Es iſt dem „Lutheraner“ nie eingefallen, ſich
in „einen Kampf“ mit den „Freien Blättern“
einzulaſſen, wie Herr S. ſich einbildet, oder we⸗
nigſtens vorgiebt, ebenſo wenig als es Wäch⸗
tern auf den Zinnen einer Stadt einfällt, ſich
in einen Kampf mit den Winden einzulaſſen,
die gegen die Mauern blaſen; ſondern unſere
Abſicht, bei uuſern Artikeln in Nro. 18 und
Mro. 21 war, wie wir dies auch ausgeſprochen,
nachzuweiſen, daß in Herrn S's bibelfeindlichen
Artikeln Unwiſſenheit und Dummheit Hand in
Hand gingen, um ſo auf's kürzeſte und büen⸗
digſte ſo wohl der Welt genug zu thun, die
in ihrer Befangenheit unſer Schweigen für Ohn⸗
macht gehalten haben möchte, als auch denen
unter den Chriſten zu dienen, die in ihrer
Schwachheit durch Herrn S's. Blätter hätten
betrübt, oder beunruhigt werden können. Herr
S. ſelber liefert auch zu unſerer mehreren Be⸗
friedigung Beleg dazu, daß wir unſere Abſicht
nicht ganz verfehlt haben, indem Herr S. nicht
nur in einer Anmerkung zu dem vorliegenden
Artikel in den „Freien Blättern“ anführt, „daß
der Wahrheitsfreund in ſeiner letzten Nummer
ſeinen Leſern davon Nachricht gebe, daß es dem
„Lutheraner“ gelungen ſei, die „Freien Blätter“
großer Unwiſſenheit und Dummheit zu überfüh⸗
ren“, ſondern indem Herr S. auch, wie ſich aus
eben dem Artikel ergiebt, in einen ſolchen Zorn
gerathen iſt, wie nur der gerathen kann, der
ſeine Blöße aufgedeckt ſieht.
Das Betrübteſte für Herrn S. bei der gan⸗
zen Sache iſt aber, daß, je öfter er ſich ausläßt,
deſto ſchlimmer ſeine Sache wird, indem er in
einem immer kläglichern Lichte erſcheint.
Außer den ſchon öfter berührten übeln Qua⸗
litäten der Un wiſſenheit und Dum m heit
ließ Herr. S. in ſeiner Erwiederung auf unſern
erſten Artikel, wie in unſerer Rückerwiederung
in Nro. 21 des Lutheraners geſagt iſt, auch Un⸗
redlichkeit als Zeitungsſchreiber blicken, und
in den vorliegenden Artikeln giebt er nicht nur
neue Proben von den vorigen üblen Qualitäten,
Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blalk enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen
aber, welches Geſchäftliches, 51 C. P. Abbeſtellungen, Gelder zc. enthalten, unter der Abreſſe
Mr. F. W. Barthel, care of C. F.
W. Walther, St. LouisMo., anher zu ſenden.
ſondern es kommt nun auch die Offenbarung
eines ſolchen Mangels an allem innern
Gehaltund allerinnern Würde hin⸗
zu, wie man ſie freilich bei einem Bibelfeinde
wohl erwarten darf.
Was letzteres betrifft, ſo giebt uns Herr S.
in vorliegendem Artikel ſelber in ſeiner ſchon
einmal erwähnten Jürgen-Weiſe einen deut⸗
lichen Fingerzeig, indem er ſich mit einem
Menſchen vergleicht, der in der Straße von
neckenden Buben verfolgt wird, gegen die der⸗
ſelbe ſeinen ſtrafenden Arm erhebt, und da die⸗
ſelben zwar ausweichen, aber hinter der nächſten
Straßenecke wieder hervorkommen, ihnen aber⸗
mals nachſetzt. Der geneigte Leſer wird ſich
wohl denken können, daß die neckenden, ſchimp⸗
fenden Buben die Artikel im „Lutheraner“ ſein
ſollen; und daß Herr S. uns ſeinen Leſern ſo
vorſtellt, darf Niemanden wundern, da er uns
nicht nur für ſeine Feinde anſieht, ſondern auch
einen hohen, verachtlichen Ton affectirt. Aber
das iſt wahrhaft merkwürdig, daß er, ſo wie
ihm zu Muthe iſt, und wie er ſich verhalten
will, ſelber ausſpricht. Wir könnten zu Herrn
S's Beſchämung ſagen, er fühlt alſo, ſolche
Qualitäten an ſich zu haben, die machen, daß
Straßenbuben hinter ihm herlaufen, und das
iſt wahrlich kein gutes Zeichen; indeß wir wol⸗
len darauf doch kein Gewicht legen, weil es
denkbar iſt, daß auch einmal einem ehrbaren
Manne der Gleichen begegnet. Aber das drückt
Herr S. gewiß mit ſeinem Vergleich aus, daß
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