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Eckhardt's Homiletisches Reallexikon, 1907–1917

A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.

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4 entries under tradition.

Tradition

—

Tradition.

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vol c, printed page 986 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0066

1. —

1. Was verſteht man unter Tradition? Chriſtus und die Apoſtel haben nicht alles aufgeſchrieben, was ſie geredet haben. Viele ihrer Reden hätten ſich von Mund zu Mund fortgepflanzt und ſeien ſpäter geſammelt und von den alten Vätern niedergeſchrieben worden. Anm. a. Darüber, was nun eigentlich Tradition ſei, gehen die Meinungen auseinander. Manche verſtehen darunter nur die mündlichen Worte Chriſti und der Apoſtel, andere das, was die Kirchenväter der erſten Jahrhunderte übereinſtimmend gelehrt haben, noch andere, alles, was in den Schriften der Kirchenväter mit den Beſchlüſſen der allgemeinen Konzilien übereinſtimmt. Schließlich kann allein der Papſt ſagen, was Tradition iſt. Papſt Bonifacius VIII.: Die Tradition bin ich. Theol. 13, 67. Anm. b. Was Tradition ſein ſoll, iſt bis heute noch nicht in Buchform erſchienen.

  • Theol. 13, 67
  • S. Dak. 1907, 42 margin
  • S. Dak. 1907, 42. 43 margin
  • Mit. 92, 51 margin
  • Mit. 92, 51. 52 margin
  • Brun 17 margin
  • Schulbl. 13, 137 margin
  • Schulbl. 13, 137. 138 margin
  • W. 1901, 49 margin
  • W. 1901, 49. 50 margin
  • Il. 89, 55—58 margin
  • Il. 89, 55 margin

vol c, printed page 986 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0066

2. —

2. Tradition kann nicht die Quelle ſein, daraus wir unſere Lehre ſchöpfen. a. Wie entſtellt wird ein Bericht, wenn er ſich von Mund zu Mund fortpflanzt! Einwand. Der Heilige Geiſt habe die mündlichen Überlieferungen vor Verfälſchung bewahrt. — Dafür aber hat man keinen Beweis und keine Verheißung. b. Es möchte in Schriften der Väter dieſer oder jener Ausſpruch Chriſti oder der Apoſtel enthalten ſein, der nicht in der Bibel ſteht. Dann aber 1. müßten wir Beweis dafür fordern, daß er wirklich von ihnen ſtammt. Gerade dieſer Beweis fehlt; 2. müßten ſie genau mit der Schrift übereinſtim⸗ men. Die mündliche Rede Chriſti und der Apoſtel könnte der Schrift nicht widerſprechen. Nun lehrt aber die Tradition oft das Gegenteil von der Schrift. Schulbl. 13, 138. c. Chriſtus hat nicht bloß die Tradition korrigiert (Matth. 5, 21. 22: Ihr habt gehört, daß zu den Alten geſagt iſt u. ſ. w. Ich aber ſage euch u. ſ. w.), ſondern uns auch davor gewarnt 5 Moſ. 4, 2: Ihr ſollt nichts dazu tun. Off. 22. 18. Anm. Der Seilige Geiſt hat manche Reden nicht in die Schrift aufgenommen, weil wir ſie nicht brauchen. 17

  • Schulbl. 13, 138
  • Schulbl. 13, 138 margin
  • Schulbl. 13, 138 margin
  • Brun 18 margin
  • Brun 18 margin
  • Brun 18. 19 margin
  • Syn. 84, 53 margin
  • Syn. 84, 53. 54 margin
  • Syn. 84, 64 margin

vol c, printed page 986 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0066

3. Antitheſe

3. Antitheſe. Katholiken a. ſagen, daß die Tradition inſpiriert ſei. (Inſofern in den Traditionen vielleicht der eine oder andere Ausſpruch der Apoſtel enthalten wäre, wäre das wahr, hätte aber für uns keinen Wert, da der Beweis dafür fehlt. Und was ſchließt hente das Wort Tradition alles in ſich!): b. ſtellen die Tradition der Schrift gleich. Konzil zu 1912, 13. 14. S. Dak. Trident. Griechiſch-katholiſche Kirche Cal. 1904, 46. 47. 1907, 42. N. 74, 18. Auch die Tradition ſoll Quelle der Erkenntnis ſein. Anm. Mit unſern lutheriſchen Bekenntnisſchriften hat es eine ganz andere Bewandtnis. Wir ſtellen ſie in keiner Weiſe neben die Schrift; c. erheben die Tradition über die Schrift, indem ſie be⸗ W. daß die Schrift nach der Tradition auszulegen Anm. a. Das mündliche Wort ſoll noch viel ſicherer ſein als die Schrift, da die Apoſtel, was ſie geſchrieben, aus eigenem Antrieb geſchrieben hätten. Anm. b. Dadurch wird 1. die Vollkommenheit der Schrift geleugnet; 2. aller Ketzerei Tür und Tor geöffnet. Man braucht ſich nur auf die Tradition zu berufen. Anm. c. Was hat der Papſt damit für Unheil an⸗ gerichtet! Aus der Tradition wollen die Katholiken das Meßopfer, die Anrufung der Heiligen, die Verdienſtlich- keit der Werke, die Oberhoheit des Papſtes, die Fürbitte für die Verſtorbenen u. ſ. w. beweiſen. Tradition war die Waffe der Katholiken gegen Luther. Luther und Tradition Luth. 40, 1. Zeugniſſe dagegen Syn. 84, 6⁴4—70. Anm. d. Jahrhunderte lang wußte die erſte chriſt⸗ liche Kirche von allen den Lehren nichts, die Katholiken ſpäter daraus beweiſen wollten. Anm. e. Daß die Tradition keine Auslegung für die Schrift ſein kann, geht auch daraus hervor, daß die Tra⸗ dition ſich in Bezug auf Auslegung der Bibelſprüche fort und fort widerſpricht. Anm. f.. Selbſt von ſeiten mancher Katholiken iſt die gänzliche Unſicherheit und Unzulänglichkeit der Tradition zugegeben worden. Anm. g. Auch Grundvig gibt der mündlichen Tradi⸗ tion den Vorzug vor der Schrift. Anm. h. Solange jemand an der Tradition feſthält, läßt ſich auch mit ihm über eine Lehre auf Grund der Schrift nicht disputieren. Anm. i. Geſchichtliches: 1. Irenäus nahm gegen die Gnoſtiker die Tra— dition in Anſpruch und bewies damit, daß deren Daß ſie aber falſch war, bewies er Lehre neu war. aus der Schrift. 2. Papias berief ſich auf die Tradition für ſeine Lehre von der Wiedergeburt. 3. Hugo v. Victor 1141 ſtellte die Tradition der Schrift gleich, Petrus Lombardus ſtellte ſie über die Schrift. 4. Der Beſchluß des Konzils zu Trident ſchien Jacobo Nachianti zu viel zu behaupten, er mußte ſich aber dafür beim Papſte Vergebung holen. Traner. 1. Es iſt nicht unrecht, wenn wir unſere Lieben im Tode betrauern. Beiſpiele: Abraham beweinte Sarah 1 Moſ. 23. 2. (Ma. 26, 268. Stöckh. A. T. 31.) Jakob beweinte Joſeph 1 Mof. 37, 34. Jeſu gingen die Augen über am Grabe des Lazarus. Joh. 11, 35. — Röm. 12, 15: Weinet mit den Weinenden. Der Welt Gleichgül— tigkeit beim Tode der Gerechten wird geſtraft Jeſ. 57, 1. Anm. a. Trauern um die Toten iſt ein Beweis der Liebe. Wo die Trauer fehlt, fehlt auch die rechte Liebe. Anm. b. Wenn der Herr ſagt: „Weine nicht,“ ſo wollte er nicht das Trauern verbieten. Das Weib ſoll nicht trauern, weil der Tote wieder lebendig werden ſoll.

  • Cal. 1904, 46
  • Cal. 1904, 46. 47
  • W. 73, 46 margin
  • W. 73, 46. 47 margin
  • Luth. 40, 1
  • Syn. 84, 6
  • Min. 82, 36 margin
  • Syn. 86, 64 margin
  • Mit. 92, 51 margin
  • Günth. 73 margin
  • Günth. 73. 74 margin
  • Günth. 73. 74. 85 margin
  • Fick 1—4 margin
  • Min. 82, 38 margin
  • Jo. 1904, 61 margin
  • Jo. 1904, 61. 62 margin
  • W. 1901, 49 margin
  • W. 1901, 49. 50 margin
  • L. W. 14, 299 margin
  • Jo. 91, 33 margin
  • Min. 82, 26 margin
  • Brun 18 margin
  • Mit. 92, 52 margin
  • Mit. 92, 52. 35 margin
  • Fick 4 margin
  • Brun 18 margin
  • Luth. 18, 111 margin
  • L. W. 44, 42 margin
  • L. W. 39, 45 margin
  • W. 88, 16 margin
  • Min. 82, 35 margin
  • Jo. 92, 45 margin
  • W. 1901, 51 margin
  • Ma. 26, 268
  • Stöckh. A. T. 31
  • Ma. 26, 269 margin
  • Ma. 26, 269. 3, 281 margin
  • Ma. 26, 269. 3, 281. 282 margin
  • Mag. 2, 134 margin
  • Jo. 1906, 27 margin
  • Ma. 2, 368 margin
  • Loch. Epi. 768 margin
  • Ma. 14, 339 margin
  • Ma. 14, 339. 322 margin
  • Luth. 6, 24 margin
  • Jo. 92, 1910, 38.
  • Min. 82,

vol c, printed page 986–988 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0066

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