CollectionDer Junge Lutheraner (Frankfurt am Main)Jahrgang 3, Nummer 1 › Seite 2

Der Junge Lutheraner Frankfurt am Main — Januar 1950, Seite 2

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Seite 2                                                                    Januar 1950                                                                    Nummer 1

Des alten Andres Gedanken
über die Zeit

Als ich noch ein Knabe war, rief mich mein Vater eines Tages zu sich, um mir zu zeigen, wie man sehen könne, wieviel Uhr es sei. Er sagte mir, wozu der große Zeiger da wäre, nämlich die Minuten anzugeben, und der kleine Zeiger, um die Stunden anzuzeigen, und ließ mich die Zahlen auf dem Zifferblatt lernen; ich kam nicht eher fort, als bis ich meine Lektion ganz gut wußte. Ich hatte kaum diesen Zuwachs meiner Erkenntnis eingesteckt, gleich war ich weg, um zu meinen Kameraden zu kommen und mit ihnen weiter zu spielen. Allein mein Vater rief gleich hinter mir her: „Halt, Andres, ich habe dir noch etwas zu sagen!"

Ich kehrte geschwind wieder um, kratzte mich hinter den Ohren und wunderte mich, was ich an der Uhr wohl noch zu lernen hätte, denn ich dachte, ich wüßte nun alles. „Andres!" sagte er, „ich habe dich nun gelehrt, daß du immer die Tageszeit herausfinden kannst, ich muß dir aber noch sagen, wie du es machst, um zu wissen, wieviel Uhr es in deinem Leben ist."

Das waren mir freilich böhmische Dörfer; voller Ungeduld wartete ich auf meines Vaters Erklärung, ich stand wie auf Kohlen, denn ich wollte gern fort zu meinen Kameraden.

„Die Bibel," sagte er, „spricht über das menschliche Leben, daß es siebenzig Jahre währe, und, wenn es hoch kommt, achtzig Jahre. Das Leben ist freilich sehr unsicher und es ist möglich, daß du keinen Tag mehr lebst. Aber wenn wir die achtzig Jahre des Lebens in zwölf Teile teilen, wie die Stunden am Zifferblatte, so kommen etwa sieben Jahre auf jede Stunde. Wenn ein Knabe sieben Jahre alt ist, so ist es ein Uhr in seinem Leben, und so ist es nun bei dir; wenn du vierzehn Jahr alt wirst, dann ist zwei Uhr bei dir; und wenn du einundzwanzig Jahre alt wirst, so ist es drei Uhr. So kannst du also immer wissen, wie viel Uhr es in deinem Leben ist, und so oft du an die Uhr siehst, kann sie dich daran erinnern. Mein Urgroßvater starb nach dieser Berechnung um zwölf Uhr, mein Großvater um elf und mein Vater um zehn. Um wieviel Uhr du und ich sterben werden, Andres, das weiß allein der, der alle Dinge kennt."

Ich glaube, ich habe seitdem nie nach der Uhr gesehen, ohne mich der Worte meines Vaters zu erinnern.

Nun, lieber Mitpilger, ich weiß nicht, wieviel Uhr es in deinem Leben ist; ich weiß nur, was die Glocke bei mir geschlagen hat. Ich wünsche aber, daß das Zifferblatt an der Uhr in deinen Augen diese ernste Wichtigkeit haben möge, und bitte dich, daß du dich hin und wieder fragst, wenn du an die Turmuhr siehst oder die Taschenuhr in die Hand nimmst: Wieviel Uhr ist es in meinem Leben?

Aus Paulsen, „Nachtisch für Gottteskinder"

Ist der Tod ein Freund?

Matthias Claudius schreibt: „Widmung an Freund Hain".

Ich habe die Ehre, Ihren Herrn Bruder zu kennen, und er ist mein guter Freund und Gönner.

'S soll Leute geben, heißen starke Geister, die sich in ihrem Leben den Hain nichts anfechten lassen, und hinter seinem Rücken wohl gar über ihn und seine dünnen Beine spotten. Bin nicht starker Geist; 's läuft mir, die Wahrheit zu sagen, jedesmal kalt über'n Rücken, wenn ich Sie ansehe. Und doch will ich glauben, daß Sie 'n guter Mann sind, wenn man Sie genug kennt; und doch ist's mir als hätt' ich eine Art Heimweh und Mut zu Dir, Du alter Rupprecht Pförtner! Daß du auch einmal kommen wirst, meinen Schmachtriemen aufzulösen, und mich auf beß're Zeiten sicher an Ort und Stelle zur Ruhe hinzulegen.

Zunahme der Selbstmorde

Die Tagespresse berichtet aus Berlin, daß dort in den letzten Monaten die Zahl der Selbstmorde stark zugenommen habe. Die meisten Personen, die in den letzten vier Wochen freiwillig aus dem Leben geschieden sind, waren über 65 Jahre alt. —

Spürst du, welche erschütternde Tragik hinter diesem nüchternen Zeitungsbericht steht? Alte Menschen, die sich ein Leben lang geplagt haben, und denen alles zwischen den Fingern zerronnen ist, Menschen, die nicht mehr arbeiten können und doch noch ein Lebensrecht haben, verzweifeln, weil sie nicht mehr wissen, wovon sie leben sollen.

Was tun wir, um an unserem Teil solchen Menschen zu helfen, daß sie nicht verzweifeln und ihr Leben nicht fortwerfen? Hast du schon einmal eine Gabe geopfert für ein christliches Altersheim? Unsere Kirchen haben ein solches Heim in Hesel. Oder hast du schon einmal solchen Menschen gesagt, daß sie einen köstlichen Trost haben, wenn sie sich gläubig an ihren Heiland halten und seiner Macht und Gnade vertrauen? Hast du ihnen schon einmal die Verheißung des HErrn zugerufen: „Ja, ich will euch tragen und heben bis ins Alter, und bis ihr grau werdet. Ich will es tun. Ich will heben und tragen und erretten" (Jes. 46, 4)?

Hr.

[Illustration: Banner „Wir sprechen uns aus" mit Zeichnung von Jugendlichen]

Die hier veröffentlichten Zuschriften stellen die Meinung des Einsenders dar. Sie werden nicht in allen Punkten von der Schriftleitung vertreten. Bei Briefen an die Schriftleitung wird das Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung vorausgesetzt, wenn nicht der Einsender der andere Wünsche äußert. Die Schriftleitung behält sich in jedem Falle vor, die Einsendungen nach redaktioneller Notwendigkeit zu kürzen.

Lourdes

Unerklärliche Wunder

Dem Verfasser des Briefes, mit dem in der Novembernummer auf die Frage nach der wundertätigen Quelle in Lourdes eine Antwort gegeben wurde, sei Dank für seine deutliche Stellungnahme. Doch mir scheint, daß er bei der Erklärung der Heilungen „auf ganz natürliche Weise" zweierlei vergißt:

Einmal nimmt er die Beispiele, die der Film „Das Lied von Bernadette" gibt, zum Gegenstand seiner Erklärungen. Er läßt außer acht, daß diese Beispiele ja im Film existieren, vielleicht sind sie auch geschichtlich verbürgt, auf jeden Fall aber sind sie nicht ganz eindeutig zu kontrollieren. Wir müssen also, um zu einem objektiven Urteil zu kommen, uns Beispiele von Wunderheilungen aus der Gegenwart suchen. In Lourdes hat es mehrfach Fälle gegeben, und gibt es jetzt noch, wo jede natürliche Erklärung versagte. Ein internationales Ärztekollegium, an dessen Objektivität wohl kaum zu zweifeln ist (es deckte oft angebliche Wunderheilungen auf), bewies oftmals seine Unfähigkeit, Heilungen wissenschaftlich zu begründen. Wir stehen also vor Rätseln, die uns selbst die beliebte Autosuggestion nicht zu lösen vermag. (Daß Autosuggestion nicht im Stande ist, organische Krankheiten, zumal im fortgeschrittenen Stadium, wesentlich zu beeinflussen, geschweige denn zu heilen, haben zahlreiche Psychotherapeuten erst jetzt wieder bei den Untersuchungen über Bruno Grönings angebliche Wunderheilungen bestätigt.)

Ferner vergißt der Schreiber des Briefes, daß der Film „Das Lied von Bernadette" gerade gegen jede Art rationalistischer Erklärungen ankämpft und unerklärliche Wunder zeigen will. Steht doch über dem Film das Wort Franz Werfels: „Für den, der an Gott glaubt, ist keine Erklärung nötig, für den, der nicht an Gott glaubt, ist keine Erklärung möglich." Dieses Wort bezieht sich sowohl auf die Visionen der Bernadette wie auf die wundertätige Quelle. — Das rationalistische Denken des Schreibers (er nennt es vorher auch „nüchterne Zurückhaltung, die unsere lutherische Haltung bewahrt") teile ich im übrigen nicht. Ich halte Wunderheilungen, auch in unseren Tagen, durchaus für möglich. Den Marien- oder Heiligenkultus, die Prozessionen und Wallfahrten und viele andere katholische Gebräuche, die damit verbunden werden, lehne ich natürlich ab. — Was den Film angeht, so stehen seine hohen künstlerischen Leistungen wohl außer Diskussion (von der kitschigen Verfilmung der Visionen abgesehen). In seiner geistigen Haltung aber wird er wesentlich von katholischen Gedanken bestimmt, die wir nicht teilen können. Zweifellos hat er auch echt evangelische Züge (z. B. daß die Schwester Marie Thérèse Vauzons, die sich mit strenger, fast grausamer Askese und guten Werken den Himmel verdienen will, verzweifelt an ihrer Werkgerechtigkeit und zur Erkenntnis ihrer Abhängigkeit von Gottes Gnade kommt). Andererseits läßt er das katholische Dogma der „Unbefleckten Empfängnis" durch eine überirdische Erscheinung bestätigen, er propagiert den Marienkult (Bernadettes Botschaft an den Dekan von Lourdes im Auftrage ihrer „Dame" lautet: Laßt eine Kirche bauen und führt Prozessionen zur Quelle). Der Amulettenglaube wird in ihm bejaht (Bernadette empfängt vor ihrer Reise ins Kloster zahlreiche Schutzheiligenamulette), das Klosterleben für verdienstvoll hingestellt (Bernadette wird von dem Dekan mit den Worten: Der Himmel hat dich erwählt, nun erwähle du den Himmel! aufgefordert, in ein Kloster einzutreten), und der Heiligenglaube bestätigt (der Dekan spricht an dem Totenbett der Bernadette die Worte: Du bist nun im Himmel und auf Erden!).

Damit wird dieser Film zum Tendenzfilm, der — bewußt oder unbewußt — Propaganda für eine kirchliche Anschauung treibt. Nicht ohne Grund hat die katholische Kirche von allen Kanzeln herab ihren Gläubigen den Besuch dieses Filmes aufs wärmste empfohlen.

Jobst Schöne

Kein wahres Heil

Im Lutheraner vom November 1949 konnte ich den Artikel von Lourdes lesen. Es freut mich, daß von dieser Schau aus begonnen wurde. Nur zu oft vertritt man seine Stellungnahme von einer Seite, an die der Fragesteller nicht dachte. Die Wunder von Lourdes haben aber noch eine andere Bedeutung, wie diese auch Dr. Ludwig Faulhaber zum Ausdruck bringt¹): „Seit dem Jahre 1858 haben dort viele Menschen Erhörung und Hilfe gefunden und zeugen für die Wahrheit der Anrufung der Lauretianischen Litanei, nach welcher Maria das Heil der Kranken ist." Man sieht in Lourdes durch die Heilungen eine Bestätigung der römisch-katholischen Lehre, gestützt auf Markus 16, 20. Mit großem Fleiß werden die Wunder geprüft, um ja nicht zu irren.

Daran aber können wir uns nicht freuen. Denn man verläßt doch dabei Christum, unser Heil, und Gottes irrtumsloses Wort. Nur allzu oft sucht man das Heil seiner Gesundheit und denkt nicht an seine Seele. Ich kann mir nicht denken, wie ein evangelischer Christ dort Gottes Frieden finden könnte; oder aber nur so, daß ihm dort die Augen aufgehen und er dann in Gottes Wort das wiederfindet, was dort nicht in Klarheit zu hören ist. Wir haben gewissere Worte, die Petrus zu dem Hohen Rat sagte: „Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden," — als eben nur in dem Namen Jesu Christi. Der Apostel Paulus warnt uns, daß wir keine andere frohe Botschaft erwarten sollen, selbst wenn ein Engel vom Himmel uns diese verkündigen würde. Viele werden uns nicht darin verstehen, daß wir die Grenze so eng ziehen, um mit ungeteilter Hingabe an unserem Heiland festzuhalten.

Darum kann Lourdes uns nichts bedeuten und keine Hilfe für uns sein, sondern wir wollen bleiben bei dem, was uns vertraut ist und wir gelernet haben.

Walter Richter

¹) In St. Heinrichsblatt Nr. 45, Seite 4.

English translation AI translation

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Page 2                                                                    January 1950                                                                    Number 1

Old Andres's Thoughts
on Time

When I was still a boy, my father called me to him one day to show me how one can tell what time it is. He told me what the big hand was for, namely to indicate the minutes, and the little hand, to indicate the hours, and had me learn the numbers on the dial; I was not allowed to go until I knew my lesson quite well. I had scarcely pocketed this addition to my knowledge when I was already off to join my companions and go on playing with them. But my father at once called after me: "Stop, Andres, I still have something to tell you!"

I turned quickly back, scratched behind my ears, and wondered what more I could possibly have to learn about the clock, for I thought I now knew everything. "Andres!" he said, "I have now taught you that you can always find out the time of day; but I must still tell you how to go about knowing what time it is in your life."

That, to be sure, was all Greek to me; full of impatience I waited for my father's explanation, I stood as if on hot coals, for I badly wanted to be off to my companions.

"The Bible," he said, "speaks of human life as lasting seventy years, and, if it goes well, eighty years. Life is of course very uncertain, and it is possible that you will not live even one more day. But if we divide the eighty years of life into twelve parts, like the hours on the dial, then about seven years fall to each hour. When a boy is seven years old, it is one o'clock in his life, and so it is with you now; when you turn fourteen, then it is two o'clock for you; and when you turn twenty-one, then it is three o'clock. So you can always know what time it is in your life, and every time you look at the clock, it can remind you of this. By this reckoning, my great-grandfather died at twelve o'clock, my grandfather at eleven, and my father at ten. At what hour you and I shall die, Andres, only He who knows all things knows."

I believe that since then I have never looked at a clock without remembering my father's words.

Now, dear fellow pilgrim, I do not know what time it is in your life; I only know what the bell has struck for me. But I wish that the dial of the clock might carry this same solemn importance in your eyes, and I ask you that now and then, when you look at the tower clock or take your pocket watch in hand, you ask yourself: What time is it in my life?

From Paulsen, "Nachtisch für Gottteskinder"

Is Death a Friend?

Matthias Claudius writes: "Dedication to Friend Hain."

I have the honor of knowing your brother, and he is my good friend and patron.

There are said to be people, called strong spirits, who in their lifetime let nothing about Hain trouble them, and who even mock him and his thin legs behind his back. I am not a strong spirit; to tell the truth, a cold shiver runs down my back every time I look at you. And yet I want to believe that you are a good man, once one knows you well enough; and yet it is to me as though I had a kind of homesickness and courage toward you, you old Rupprecht the gatekeeper! That you too will come one day to loosen my hunger-belt, and lay me down safely in my place to rest, for better times.

Increase in Suicides

The daily press reports from Berlin that the number of suicides there has risen sharply in recent months. Most of the persons who voluntarily departed from life in the last four weeks were over 65 years old. —

Do you sense what shattering tragedy lies behind this sober newspaper report? Old people, who have toiled all their lives and for whom everything has slipped through their fingers, people who can no longer work and yet still have a right to live, despair because they no longer know what they are to live on.

What do we do, for our part, to help such people, so that they do not despair and throw their lives away? Have you ever given an offering for a Christian home for the aged? Our churches have such a home in Hesel. Or have you ever told such people that they have a precious comfort when they hold fast in faith to their Savior and trust in His power and grace? Have you ever called out to them the promise of the LORD: "Yea, I will carry and lift you up to old age, and to your gray hairs. I will do it. I will lift and carry and deliver you" (Isa. 46:4)?

Hr.

[Illustration: banner "We Speak Our Minds" with a drawing of young people]

The letters published here represent the opinion of the sender. They are not endorsed in every point by the editorial staff. In the case of letters to the editorial staff, consent to publication in full or in excerpt is assumed, unless the sender expresses other wishes. The editorial staff reserves the right in every case to shorten submissions as editorial necessity requires.

Lourdes

Inexplicable Miracles

To the author of the letter that gave an answer, in the November issue, to the question of the miracle-working spring at Lourdes, thanks are due for his clear position. Yet it seems to me that in his explanation of the healings "in a completely natural way" he forgets two things:

First, he takes as the object of his explanations the examples given by the film "Das Lied von Bernadette." He disregards the fact that these examples exist, after all, in the film; perhaps they are also historically attested, but in any case they cannot be checked with complete certainty. So, in order to arrive at an objective judgment, we must look for examples of miraculous healings from the present day. At Lourdes there have repeatedly been cases, and there still are, where every natural explanation has failed. An international college of physicians, whose objectivity can hardly be doubted (it has often exposed alleged miraculous healings), has repeatedly proven itself unable to give a scientific explanation for healings. So we stand before riddles that even the popular explanation of autosuggestion cannot solve for us. (That autosuggestion is not capable of significantly influencing organic diseases, especially in an advanced stage, let alone curing them, has just now been confirmed once again by numerous psychotherapists in their investigations into Bruno Gröning's alleged miraculous healings.)

Furthermore, the writer of the letter forgets that the film "Das Lied von Bernadette" fights precisely against every kind of rationalistic explanation and wants to show inexplicable miracles. Indeed, over the film stand the words of Franz Werfel: "For those who believe in God, no explanation is necessary; for those who do not believe in God, no explanation is possible." This statement applies both to Bernadette's visions and to the miracle-working spring. — The writer's rationalistic thinking (he calls it earlier also "the sober restraint that preserves our Lutheran stance") I do not, for my part, share. I consider miraculous healings, even in our own day, entirely possible. The cult of Mary or of the saints, the processions and pilgrimages, and many other Catholic customs bound up with it, I of course reject. — As for the film, its high artistic achievements are surely beyond dispute (apart from the kitschy filming of the visions). In its spiritual stance, however, it is essentially shaped by Catholic ideas that we cannot share. Without doubt it also has genuinely evangelical traits (for example, that Sister Marie Thérèse Vauzons, who wants to earn heaven through strict, almost cruel asceticism and good works, despairs of her righteousness by works and comes to recognize her dependence on God's grace). On the other hand, it has the Catholic dogma of the "Immaculate Conception" confirmed by a supernatural apparition; it propagates the cult of Mary (Bernadette's message to the dean of Lourdes, on behalf of her "Lady," is: Let a church be built, and lead processions to the spring). Belief in amulets is affirmed in it (before her journey to the convent, Bernadette receives numerous amulets of patron saints); the monastic life is presented as meritorious (Bernadette is urged by the dean, with the words: Heaven has chosen you, now choose heaven! to enter a convent); and belief in the saints is confirmed (at Bernadette's deathbed the dean speaks the words: You are now in heaven and on earth!).

This makes the film a tendentious film, which — consciously or unconsciously — carries on propaganda for a churchly outlook. Not without reason has the Catholic Church, from every pulpit, most warmly recommended to its faithful that they see this film.

Jobst Schöne

No True Salvation

In the Lutheraner of November 1949, I was able to read the article on Lourdes. I am glad that a start was made from this point of view. All too often one presents one's position from a side the questioner had not thought of. But the miracles of Lourdes have yet another meaning, as Dr. Ludwig Faulhaber also expresses¹): "Since the year 1858 many people there have found their prayers heard and found help, and bear witness to the truth of the invocation of the Litany of Loreto, according to which Mary is the health of the sick." At Lourdes one sees in the healings a confirmation of Roman Catholic teaching, based on Mark 16:20. With great diligence the miracles are examined, so as not to err.

But we cannot rejoice in this. For in doing so one abandons Christ, our salvation, and God's inerrant Word. All too often one seeks the salvation of one's health and does not think of one's soul. I cannot imagine how an evangelical Christian could find God's peace there; or if so, only in such a way that his eyes are opened there and he then finds again in God's Word what is not to be heard there in clarity. We have more certain words, which Peter spoke to the Sanhedrin: "Neither is there salvation in any other, for there is no other name given among men whereby we must be saved" — than the name of Jesus Christ alone. The apostle Paul warns us that we should expect no other gospel, even if an angel from heaven were to proclaim it to us. Many will not understand us in drawing the boundary so narrowly, in order to hold fast with undivided devotion to our Savior.

Therefore Lourdes can mean nothing to us and can be no help to us; rather, we wish to remain with what is familiar to us and what we have learned.

Walter Richter

1) In St. Heinrichsblatt No. 45, page 4.