Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 25 › Seite 99
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1846-08-03, Seite 99
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verband, daß die luth. Predigtamtscandidaten Trautmann und Lochner zum Dienst an unversorgte deutsch-luth. Gemeinden des Synodalsprengels gesendet wurden, zum Zweck der Heidenmission aber eine kleine deutsch-luth. Missionsgemeinde aus Franken aufbrach, um sich mit ihrem berufenen Pastor A. Crämer, am Flusse Cass in der Grafschaft Saginaw des Staates Michigan zu stationiren und vereint mit den von Ann-Arbor ausgegangenen Missionaren der Station Siboying die Mission unter den Heiden zu betreiben. Auch wurden von den fränkischen Lutheranern große Summen Geldes zur Unterstützung dieser Mission gesendet. Inzwischen war für die Station Siboying ein Zögling des Basler Mission-Instituts, der Ehr. Hr. Dumser gekommen, der in der alten Heimath zwar ordinirt, jedoch nicht auf die Symbole unserer Kirche verpflichtet worden war, vielmehr späterhin erklärte, daß eine rückhaltslose Verpflichtung auf unsere symbol. Bücher für ihn ein Gewissenszwang sei. Auch stellte sich heraus, daß von der sogenannt luth. Synode Michigan früher offenkundig mehrere gemischte Gemeinden, als solche, mit Wort und Sacrament bedient worden waren. Gegen diese Mißbräuche wurde sofort von den Pastoren Hattstädt, Crämer, Trautmann, und Lochner einmüthiger Protest eingelegt, auf Ausschluß des unlutherischen Missionars Dumser und auf öffentliche Reinigung der Synode wegen der Beschuldigung, gemischte Gemeinden, als solche, bedient zu haben, gedrungen. Auf der Synodalversammlung vom Juni d. J. jedoch scheiterte gleich der erste Antrag auf Ausschluß des unluth. Missionars Dumser, der fortwährend bei seiner Weigerung dagegen, daß er sich ohne Rückhalt auf die Symbole unserer Kirche verpflichten solle, beharrte, weshalb sich die Pastoren Hattstädt, Crämer, Trautmann und Lochner in ihrem Gewissen gedrungen fühlten, nicht nur die Synode Michigan zu verlassen und wegen der unterbliebenen Reinigung der Synode Protest einzulegen, sondern auch die Gründe ihres Austritts schriftlich in die Hände des Synodalpräses niederzulegen, ganz so wie dieselben unten beigedruckt sind. Die ausgetretenen Brüder werden sich sofort an die rein lutherische, in Fort Wayne, Ind., sich bildende Synode anschließen, die Mission am Flusse Cass aber um so gewissenhafter vom kirchl. luth. Standpuncte aus betrieben werden, als schon die Kirchenordnung der deutsch-luth. Missionsgemeinde am Flusse Cass, von Pastor und Gemeinde an Eidesstatt unterschrieben, in Bezug auf Reinheit der Lehre folgende Bedingungen stellt:
Capitel I.
§ 1. Wir bekennen uns zu allen Bekenntnißschriften der luth. Kirche: zur Augsburgischen Confession, deren Apologie, zu den beiden Katechismen Luthers, zu den schmalkaldischen Artikeln und zur Concordienformel—oder kurzweg zum luth. Concordienbuch von 1580, wie es in Dresden zuerst ans Licht trat. Eben damit bekennen wir uns zur luth. Kirche selber. Ihr gehören wir und unsere Kinder, unsere Kirche und Schule, unsere Pastoren und Schullehrer ohne Rückhalt an.
§ 2. Unsere Prediger und Schullehrer beschwören den vollen Inhalt der luth. Concordia von 1580, nicht blos quatenus (in soweit sie mit dem Worte Gottes übereinstimmt), sondern quia (weil sie mit dem Worte Gottes übereinstimmt), nicht bloß aus Fügsamkeit und Gehorsam, sondern aus eigener innigster Ueberzeugung. Diese Bestimmung ist in den Ordinationseid aufzunehmen.
Capitel II.
§ 22. Ist der Gewählte (der im Erledigungsfall neu gewählte Pastor) ein schon ordinirter Pfarrer, so wird er durch den Synodalpräses oder dessen Vertreter der Gemeinde vorgestellt und ihm Amt und Befugniß überantwortet. Jedenfalls bezeugt der Gewählte auch dann publice und eidlich seine Treue gegen die Concordia.
In diesem reinen, kirchlichen Bewußtsein fordert die Mission am Flusse Cass alle luth. Glaubensbrüder Nord-Americas um so getroster zu thätiger Theilnahme und Unterstützung auf,*) als sie bereits das Werk der Verkündigung göttlichen Wortes unter den Heiden im Glauben und Gebet mit Eifer begonnen hat. Ein Missionshaus ist gebaut, 70 Acres Landes sind für die Mission gekauft, ein Dollmetscher gemiethet. Die Indianerbanden am Flusse Cass, Swan, Pine, Cacallin, Belle sind mehrfach bereist worden. Eilf Heidenkinder werden bereits von der Mission unterrichtet und verpflegt, andere in größerer Anzahl täglich erwartet. Ein Heidenknabe von 16 Jahren hat nach sechswöchentlichem Religionsunterricht die heil. Taufe begehrt, und nur der Mangel eines sprachkundigen Zeugen und eine dringende Berufsreise Crämers den Vollzug hinausgeschoben.
Der HErr segne dieses sein Werk und lasse es nicht nur zur Aufrichtung der Ehre seines heil. Namens durch Verkündigung seines lautern Wortes und Waltung seiner ungefälschten Sacramente unter den Heiden Michigans gereichen, sondern auch belebend und kräftigend auf die luth. Gemeinden und deren kirchliches Bewußtsein zurückwirken.
Austritts-Erklärung.
Ehrwürdiger Herr Präsident!
Wir unterzeichnete Pastoren erklären hiermit Einer Ehrw. Synode von Michigan unsern förmlichen Austritt aus derselbigen und zwar aus folgenden Gründen:
1. Der luth. Kirche und Mission zu dienen und zwar ihr allein zu dienen, sind wir aus dem Vaterlande hieher gekommen und haben der besagten Synode unsere Dienste und Beitritt unter der bestimmt gestellten Bedingung angeboten, daß dieselbe eine rein luth. Synode sei; dem zufolge auch alle ihre Pastoren und Missionare auf sämmtliche symbolische Bücher der luth. Kirche ohne Rückhalt verpflichte, und zwar nicht in so weit, sondern weil dieselben mit der heil. Schrift übereinstimmen. Auch haben die Unterzeichneten in ihrer vorgelegten Instruction nicht nur kund gegeben, keine gemischten Gemeinden (die sich als solche constituiren) bedienen zu können, sondern auch gegen alle solche Bedienung Zeugniß abgelegt.
2. Gleichwohl hat sich alsbald zu Tage gegeben, daß einer der von der Synode Michigans ausgesendeten Heidenmissionare gar nicht auf die symb. Bücher unserer Kirche verpflichtet worden war, vielmehr späterhin wiederholt erklärte, sich nicht auf unsere symbol. Bücher ohne Rückhalt verpflichten zu lassen. Ebenso thatsächlich hat sich erwiesen, daß bisher in dieser Synode die Bedienung gemischter Gemeinden, als solcher, offenkundig stattgefunden hat.
3. Deshalb haben sich die Unterzeichneten in ihrem Gewissen gedrungen gefühlt, in einer veranlaßten Conferenz den Ausschluß des unlutherischen Missionars, Herrn Dumsers, zu beantragen, mit welchem Antrag wir jedoch auf die Sitzungen der diesjährigen Synodalversammlung verwiesen worden sind. Auch haben wir einhellig in bittstellenden Schreiben an den damaligen Präsidenten der Synode auf Reinigung wegen der früher stattgefundenen unkirchlichen Bedienung gemischter Gemeinden als solcher angetragen und zwar auf öffentliche Reinigung von Seiten der ganzen Synode.
4. In der diesjährigen Synodalversammlung vom 24. Juni haben wir unsern ersten Antrag wegen des unluth. Missionars Hrn. Dumser in öffentlicher Sitzung förmlich erneuert. Allein die Missions-Committee der Synode von Michigan hat noch vor der Erledigung unseres Antrags das Votum abgegeben, daß sie Hrn. Dumser aufs Neue im Amt bestätige und an seinen Posten entsende, obgleich derselbe wiederholt und öffentlich erklärte, sich nicht auf die sämmtl. Symbole unserer Kirche ohne Rückhalt verpflichten zu lassen. Darauf haben wir unterzeichnete Pastoren unsern Austritt aus der Synode von Michigan förmlich erklärt. Wir legen heute diese Erklärung schriftlich und mit Unterzeichnung unserer Namen in die Hände der Synode nieder, und fügen daran eine feierliche Protestation gegen die Unterlassung des anderweitigen Punctes, nämlich der öffentlichen Reinigung wegen unkirchlicher Bedienung gemischter Gemeinden als solcher an.
Wir scheiden mit inniger Betrübniß über den unlutherischen Standpunct, welchen die Synode trotz allen von uns abgelegten lauten Zeugnissen behauptet, und bitten den HErrn der Kirche, die Synode von Michigan bald zu der Ueberzeugung zu führen, wie gefährlich ein solcher Standpunct, besonders unter den kirchlichen Verhältnissen dieses Landes sei, und
*) Beliebige Beiträge sind an den derzeitigen Cassirer: Rev. W. Hattstaedt, Monroe, Michigan, zu adressiren. Der richtige Empfang wird im „Lutheraner" angezeigt.
English translation AI translation
that the Lutheran ministerial candidates Trautmann and Lochner were sent to serve unprovided-for German Lutheran congregations of the synodical district, while for the purpose of the heathen mission a small German Lutheran mission congregation set out from Franconia to settle, together with their called pastor A. Crämer, on the Cass River in Saginaw County, State of Michigan, and, united with the missionaries who had gone out from Ann Arbor, to carry on at the Sebewaing station the mission among the heathen. Large sums of money were also sent by the Franconian Lutherans in support of this mission. Meanwhile, for the Sebewaing station there had come a student of the Basel Mission Institute, the Reverend Mr. Dumser, who had indeed been ordained in the old homeland but had not been bound to the symbols of our church, and who rather declared later that an unreserved commitment to our symbolical books would be, for him, a matter of conscience. It also came to light that the so-called Lutheran Synod of Michigan had previously and openly served several mixed congregations, as such, with Word and Sacrament. Against these abuses an unanimous protest was at once lodged by Pastors Hattstädt, Crämer, Trautmann, and Lochner, pressing for the exclusion of the un-Lutheran missionary Dumser and for a public clearing of the synod regarding the charge of having served mixed congregations as such. At the synodical assembly of June of this year, however, the very first motion — for the exclusion of the un-Lutheran missionary Dumser, who continued to persist in his refusal to bind himself without reservation to the symbols of our church — failed; wherefore Pastors Hattstädt, Crämer, Trautmann, and Lochner felt compelled in conscience not only to leave the Synod of Michigan and to lodge a protest concerning the omitted clearing of the synod, but also to set down the grounds of their withdrawal in writing in the hands of the synod's presiding officer, exactly as they are printed below. The withdrawing brothers will at once join the purely Lutheran synod now forming at Fort Wayne, Indiana, while the mission on the Cass River will be carried on all the more conscientiously from a churchly Lutheran standpoint, since the church order of the German Lutheran mission congregation on the Cass River — signed under oath by pastor and congregation — already sets forth the following conditions with respect to purity of doctrine:
Chapter I.
§1. We confess ourselves bound to all the confessional writings of the Lutheran Church: to the Augsburg Confession, its Apology, to Luther's two Catechisms, to the Smalcald Articles, and to the Formula of Concord — or, in short, to the Lutheran Book of Concord of 1580, as it first appeared in print at Dresden. By this very confession we declare ourselves to belong to the Lutheran Church itself. To it belong we and our children, our church and school, our pastors and schoolteachers, without reservation.
Our preachers and schoolteachers swear to the full content of the Lutheran Concordia of 1580, not merely quatenus (insofar as it agrees with the Word of God), but quia (because it agrees with the Word of God) — not merely out of compliance and obedience, but out of their own innermost conviction. This provision is to be incorporated into the ordination oath.
Chapter II.
§22. If the one elected (the pastor newly elected in the event of a vacancy) is already an ordained minister, he shall be presented to the congregation by the synodical president or his representative, and office and authority shall be committed to him. In any case, the one elected also then testifies publicly and under oath to his fidelity to the Concordia.
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In this pure, churchly consciousness the mission on the Cass River calls upon all Lutheran brethren in the faith throughout North America all the more confidently for active participation and support,*) inasmuch as it has already, in faith and prayer, begun with zeal the work of proclaiming the divine Word among the heathen. A mission house has been built, 70 acres of land have been purchased for the mission, and an interpreter has been hired. The Indian bands on the Cass, Swan, Pine, Cacallin, and Belle rivers have been visited repeatedly. Eleven heathen children are already being instructed and cared for by the mission, and larger numbers of others are expected daily. One heathen boy of 16 years, after six weeks of religious instruction, has asked for holy baptism, and only the lack of a witness conversant in the language, and an urgent business journey of Crämer's, have postponed its performance.
*) Contributions of any amount may be addressed to the current treasurer: Rev. W. Hattstaedt, Monroe, Michigan. Proper receipt will be announced in the "Lutheraner."
May the Lord bless this his work, and let it serve not only to establish the honor of his holy name through the proclamation of his pure Word and the administration of his unadulterated sacraments among the heathen of Michigan, but let it also react, in a quickening and strengthening way, upon the Lutheran congregations and their churchly consciousness.
Declaration of Withdrawal.
Venerable Mr. President!
We, the undersigned pastors, hereby declare to a Reverend Synod of Michigan our formal withdrawal from the same, and indeed for the following reasons:
1. It was to serve the Lutheran Church and mission — and indeed to serve it alone — that we came here from the fatherland, and we offered the said synod our services and membership under the express condition that it be a purely Lutheran synod; and that, accordingly, all its pastors and missionaries be bound without reservation to all the symbolical books of the Lutheran Church, and indeed not insofar as, but because, these agree with Holy Scripture. The undersigned also declared, in the instruction they submitted, not only that they were unable to serve mixed congregations (which constitute themselves as such), but also bore witness against any such service.
2. Nevertheless it soon came to light that one of the heathen missionaries sent out by the Synod of Michigan had not been bound at all to the symbolical books of our church, but rather declared later, repeatedly, that he would not allow himself to be bound without reservation to our symbolical books. It has likewise proven to be a fact that in this synod the serving of mixed congregations, as such, had previously and openly taken place.
3. Therefore the undersigned felt compelled in conscience, at a conference called for the purpose, to move for the exclusion of the un-Lutheran missionary, Mr. Dumser — a motion on which, however, we were referred to the sessions of this year's synodical assembly. We also unanimously petitioned, in a written appeal to the then president of the synod, for a clearing on account of the previously occurring unchurchly serving of mixed congregations as such, namely for a public clearing on the part of the whole synod.
4. At this year's synodical assembly of June 24 we formally renewed, in open session, our first motion concerning the un-Lutheran missionary Mr. Dumser. But the Mission Committee of the Synod of Michigan, even before our motion had been disposed of, cast its vote that it would confirm Mr. Dumser anew in office and send him back to his post, although he had repeatedly and publicly declared that he would not allow himself to be bound without reservation to all the symbols of our church. Thereupon we, the undersigned pastors, formally declared our withdrawal from the Synod of Michigan. We herewith lay down this declaration in writing, with our names subscribed, in the hands of the synod, and add to it a solemn protest against the omission of the other point, namely the public clearing on account of the unchurchly serving of mixed congregations as such.
We part with heartfelt sorrow over the un-Lutheran standpoint which the synod maintains despite all the loud testimonies we have borne, and we beseech the Lord of the Church soon to bring the Synod of Michigan to the conviction how dangerous such a standpoint is, especially under the churchly conditions of this land, and