Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 15 › Seite 96

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-03-15, Seite 96

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unter Anwünſchung des göttlichen Segens, unſern berzlichen
Dank ſagen.

W. Hells, Plarrer.
Centreville, den 26. Februar 1853.

Zu meiner Unterſützung erhalten von Hrn. Job. Heinr.
Nordmann 52.00: von Hrn. Fried. Wilh. Meier 81.00;
ven Brn. Rudolpyh Burbing 80.25.

Der mülde Gott wolle die freuudlichen Geber für ibre mil⸗
den Gaden reühlich ſegnen, beides leiblich und geiſtlich.

Otto Hanſer.
Cenrordia-Collegium zu St. Louis,
den 28. Febr. 1853.

Mit Dank erhielt ich von Gemeinde Gliedern zu Fort
Waone durch Hru. Paſſor Kühn 82.00; von Hrn. Froſch
vurch Orn. Pſt. Kühn 82.00; von Orn. Pſt. Kühn 83.00;
von Pru. Dr. Sihler 81.00; von demſelben S83.00; von
Frau Maria Trier §1.00; vom Jünglings⸗Verein zu Cle⸗
veland 57.00.

Geit behält die Wehlthaten des Menſchen wie

einen Siegelring, und die guten Werte wie

einen Augapfel. Sirach 17, 18.

Heinrich Könin.
Fort Wayne, den 17. Febr. 1853.

—

Lob Gottes am Abend in den Alpen

In einigen Alpenbezirken von Piemont und
Savoien, in denen die Bewohner zerſtreut als
Hirten wohnen, herrſcht eine ſchöne, fromme
Sitte, welche den Hirten einigen Erſatz für das
geſellige Leben in ihrer Einſamkeit verſchafft.
Wenn die Sonne das Thal verlaſſen hat, und
ibre letzten Strahlen noch ſchwach die ſchneeigen
Gipfel der Berge vergolden, nimmt der Hirte,
deſſen Hütte auf dem höchſten Punkte liegt, ſein
Alpenhorn und ruft wie durch ein Sprachrohr:
„Lobet den Herrn!“ Alle benachbarten
Hirten, an der Thür ihrer Hütte ſtehend, wieder—
holen der Reihe nach den Schall, ſo wie ſie ihn
vernehmen, und ſo ertönt eine Viertelſtunde lang
von Fels zu Fels, von Tiefe zu Tiefe ſich in im⸗
mer weitere Ferne verlierend das Echo: „Lobet
den Herrn!“ Eine feierliche Stille folgt
den letzten Tönen des Horns, und dann fallen
alle Hirten mit entblößtem Haupt auf die Knie
nieder. Und wenn endlich Finſterniß die Berge
umhüllt, ſo erſchallt das Horn von Neuem mit
einem maulichen „gute Nacht!“ und in
Frieden ziehen ſich nun die Hirten in ihre ein—
ſamen Wohnungen zurück, um auszuruhen von
den Mühen des Tages.

Das iſt ein köſtlich Ding, dem Herrn dan'en und lob⸗
ſingen Deinem Namen, Du Höchſter! Pſ. N, 2.

Zwehchriſtliche Anekdeten.

—

Aug. Hermann Francke ging eines
Tags mit Dr. Anton ſpazieren, als ſie auf
dem Felde eine betende Stimme hörten. Sie
gingen näher und ſahen hinter einem Strauch
zwei Knaben auf den Knien, deren einer, laut
betete, —mit wahrer Erbauung höͤrten ſie zu.
„Du,“ ſagte der Knabe, als er geendet hatte, zu
ſeinem Kameraden, „habe ich nicht recht ſchön
gebetet?“ Schmerzlich niedergeſchlagen gingen
beide Geiſtliche von dannen, endlich ſagte Dr.
Anton: das ſpricht dieſer Knabe aus unſer Aller
Herzen heraus; wir Alten ſchämen uns nur, ſo

—05——

laut zu fragen. Haben wir nicht auch ſchon oft

in Demuth angefangen, und heimlicher Selbſtge—
nügſamkeit geendet?

Der Großherzog von Toscana (ich glaube,
der nachmal. Kaiſer Leopold) war ſo menſchen⸗
freundlich, daß er ſelbſt auf die Galeeren ging,
ſich mit den Miſſethätern zu unterhalten. So
viele er aber um ihre Verbrechen befragte, be⸗
theuerten ihre Unſchuld. Ganz zuletzt kam er
an einen, der frei bekannte, daß er die gerechten
Strafen mit ſeinen großen Sünden verdient habe.
„Fort mit dieſen von den Galteren!“ ſagte der
Großherzog zu dem Commandanten, der ihn be⸗
gleitete, „der Böſewicht könnte mir alle dieſe Un⸗
ſchuldigen verführen.“ Und er erhielt ſeine Frei⸗

heit.
(Volksblatt.)

Joh. 11, 3.

Ein Kranker wußte Nichts von der Liebe des
Heilandes. Aber ſeine Sünden hatten ihn in
großes Elend gebracht; er hatte ſeine Freiheit
und ſeinen guten Namen verloren, lag im Ge⸗
fängniß und (wie der Arzt ihm andeutete) auf
dem Sterbelager. Jetzt öffnete ſich auf einmal
ſein inneres Ohr allen Klagen und Vorwürfen
des erwachten Gewiſſens. Die Sünden ſeines
vergangenen Lebens traten wider die erſchrockene
Seele als Zeugen auf. Der kalte, unbarmherzige
Gerichtsdiener, der Tod, ſtand vor der Thüre, und
verzweifelnd wälzte ſich der Kranke auf ſeinem
Lager hin und her. Aber neben ihm lag einer
ſeiner Mitgefangenen, der den Heiland der Sün—
der kennen gelernt und bei ihm Gnade und Frie⸗
den gefunden hatte. Der erzählte dem kranken
Bruder von Jeſu; aber dafür war dieſem das
Ohr noch nicht geöffnet, denn er ſah nichts als
ſeine Sünden, Tod, Gericht und ewige Ver—
dammniß. Endlich fiel ihm aber ein, im h.
Abendmahle Treſt zu ſuchen. Dem Geiſtlichen,
als er den Kranken ſah, kam das Wort in das
Herz: „Herr ſiehe, den Du lieb haſt
der liegt krank!“ (Joh. 11, 3.) Er er⸗
zählte daher demſelben von Vazarus, Maria und
Martha, daß der Herr Jeſus bei ihnen wie zu
Hanſe geweſen ſei, aber grade zur Zeit der Noth
ſich fern gehalten habe, und darum die Schwe—
ſtern des erkrankten Bruders die Botſchaft geſchickt
hätten: „Herr, ſiehe, den Du lieb haſt,
der liegt krank!“ Hierauf ſah der Kranke
den Geiſtlichen an, als wollte er ſagen: „Was
redeſt Du mir davon? ich bin wohl todtkrank
wie Lazarus, aber doch kein Lazarus.“ Aber der
Geiſtliche fuhr fort: „Du armer Kranker! Der
Herr Jeſus hat auch dich lieb, obwohl du dich
um ihn gar nicht bekümmert, ihm auch die Thüre
nicht aufgethan haſt, ſo oft er auch an dieſelbe
klopfte. Ueber dieſe Liebe wunderſt du dich,
und es iſt auch zu verwundern, wie er die Men⸗
ſchen, die Sünder ſo lieb haben kann. Das
ſcheint dir unglaublich, und iſt doch ſo gewißlich
wahr, als du ein Sünder biſt. Dazu iſt er jaR
in die Welt gekommen, die Sünder ſelig zu ma⸗
chen; zur Vergeb. der Sünden hat er ſein Blut
vergoſſen! Meinſt Du nicht glauben zu können,
was du höͤrſt, ſo glaube doch, was du ſiehſt.
Siehe da, Vrod und Wein, das iſt ſein Leib,

für dich in den Tod gegeben, das iſt ſein Blut,
für deine Sünden vergoſſen! Hier gibt er dir ja
ſelne Liebe zu ſehen und zu ſchmecken!“ In die⸗
ſer Art ſprach der Pfarrer fort, ließ hierauf den
Kranken ſein Sündenbekenntniß ablegen und
reichte ihm das h. Abendmahl. Da floſſen
Thränen über die bleichen Wangen des Sünders,
er mußte ausrufen: „Nun weiß ich, daß der Herr
mich lieb hat!“ Die Worte des Lebens hatten
Leben in ſein todtes Herz gehaucht, er konnte
Chriſtum im Glauben ergreifen; ſeine Seele
war geneſen. Nun wollte er gerne ſterben. Meh⸗
rere Tage währte dieſer ſüße Genuß der Liebe
ſeines Herrn, da fühlte er ſich auf einmal wie
aus dem Himmel in die Hölle verſtoßen. Aber⸗
mals ſtanden ſeine Sünden vor ſeiner Seele,
und kein Heiland daneben. Todesfurcht über—
fiel ihn; er war abermals der Verzweiflung
nahe. „Weißt du denn nicht mehr,“ fragte ihn
der Geiſtliche, „daß Jeſus dich lieb hat?“
„Meiner Sünden ſind zu viele!“ antwortete der
Kranke. „Aber, wenn ihrer ſo viel wären, wie
Sand am Meere,“ ſprach der Geiſtliche, „ſo
ſollſt du doch nicht verzagen!“ „Ich hab's zu
arg gemacht!“ ſeufzte der Kranke. „Ja, arg
haſt du es gemacht, das iſt wahr; aber ich will
dir von Einem erzählen, der es noch ärger ge—
macht und doch Gnade gefunden hat!“ Der
Geiſtliche erzählte ihm d. Geſchichte von dem be⸗
gnadigten Schächer und fragte dann; „Glaubſt
du nun, daß Chriſtus in ſeiner Herrlichkeit noch
eben ſo mächtig und gnädig iſt, wie einſt in ſei⸗
ner tiefen Erniedrigung auf Erden, um armen
Sündern, die ihre Zuflucht zu ihm nehmen,
nicht blos ein Andenken, ſondern das Paradies
ſelbſt zu ſchenken?“ „Ja“, antwortete der Kranke,
„das glaube ich wohl!“ „Aber glaubſt du denn
auch,“ fuhr der Geiſtliche fort, „daß er dir eben—
ſo gnädig iſt, weil du ja ohne ihn verloren ge⸗
heſt?“ — Es währte einige Zeit ehe Jener ant⸗
wortete: „Ja ich glaube!“ „Nun, was denn?“
fragte der Geiſtliche, über den glimmenden
Glaubensdocht ſich freuend. „Ich glaube, daß
der Herr auch mir gnädig ſei!“ ſprach der Kranke.
„So halte dich mit Gebet und Wachſamkeit nur
an das Wort ſeiner Gnade,“ ſchloß der Geiſtli⸗
che, „auch wenn du ſeine Süßigkeit nicht ſchmeck⸗
teſt. Selig ſind die nicht ſehen und fühlen, und
doch glauben, als ſähen und fühlten ſie.“ Eine
ſtille Freude kehrte jetzt in die Seele des Kranken
ein. Tief demüthigte ihn der Gedanke an ſeine
Sünden, machte ihn aber nicht mehr verzweifeln,
denn er glaubte an Chriſtum. Wohl ſtellte ſich
auch die Todesfurcht noch ein; aber er glaubte,
und der Friede Gottes konnte nicht mehr aus ſei⸗
nem Herzen weichen. Und ſiehe! der Arzt ſeiner
Seele wurde ihm auch ein Arzt ſeines Leibes!
Denn ſelne Krankheit war nicht zum Tode, ſon⸗
dern zur Ehre Goltes, daß der Sohn Gottes

dadurch geehret würde.
(Stader Sonnkagoblalt.)

Das vierte Gebot,

Am 23 Auguſt 1813, in der Schlacht bei
Groß⸗Veeren rückte ein preußiſches Regiment

dem Feinde entgegen. Noch war es zlemlich

English translation

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