Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 12 › Seite 96

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-02-02, Seite 96

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Jeſus.

Wenn am blauen Himmelsbogen
Ueber Land und Meereswogen
Warm und mild die Sonne ſcheint:
Iſt es ſchön; doch größ're Wonne
Spendet eine andre Sonne,

Jeſus, der uns Gott vereint.

Wenn der Mond bei nächt'gem Schweigen

Bergen, Thälern, Blüthenzweigen
Still ſein Silberlicht ergießt:
Ruhet ſanft die Welt hienieden,
Doch giebt's einen beſſern Frieden,
Der aus Jeſu Herzen fließt.

Freundlich leuchten Gott zur Ehre
Die unzähl'gen Sternenheere
Uns aus weiter Himmelsfern';

Doch es glänzt mit heller'm Lichte
Und mit gnäd'gem Angeſichte
Jeſus, unſer Morgenſtern.

Sieh' den Fels im Meere ragen!
Ob ihn Sturm und Wellen ſchlagen,
Trotzt er ihnen ſtark und feſt.

Er vergeht einſt; niemals zittert
Unſer Felſen, unerſchüttert
Bleibt, wer ſich auf ihn verläßt.

Wenn des Lenzes Winde wehen,
Und die Blumen auferſtehen,

Hold in duft'ger Farbenpracht: —
Schöner prangt im Heiligthume,
Jeſus unſre Himmelsblume,

Draus uns Gottes Gnade lacht.“

In des Tages heißer Schwüle
Labt der Born in ſchatt'ger Kühle,
Der mit friſchem Waſſer quillt:
Glaube an den Lebensfürſten,

Und dich wird nicht wieder dürſten,
Ewig wird dein Herz geſtillt.

Viele ſuchen hier auf Erden
Reich an Geld und Gut zu werden,
Machen ſich nur vielen Schmerz.
Mehr als Gold nnd Perlenſchimmer,
Mehr als aller Demantflimmer
Labet Jeſus mir mein Herz.

Was kann dieſe Welt mir geben?
Ach, ſie hat ja ſelbſt kein Leben,

Iſt des Todes ſchneller Raub.
Ihre Ehren die ſind nichtig,
Ihre Freuden kurz und flüchtig,
Ihre Schätze eitler Staub.

Und das Schöne, das ſie heget,
Alle Zierde, die ſie träget,

Iſt von Jeſu ihr verliehn,
Der der Schöpfer aller Dinge;
Doch iſt alles zu geringe
Im Vergleiche gegen ihn.

Wie die Sterne all' erbleichen,
Wenn der Sonne Strahlenzeichen
Durch die Himmelsauen zieht:

So verliert die Welt die Reize,
Wenn mein Herz an Jeſu Kreuze
Seine große Liebe ſieht.

Jeſus, Gott und Menſch verbunden!
Lieblicher's wird nichts gefunden,
Als du, ſchönſter Meuſchenſohn!
Selbſt das Leben, Licht und Wahrheit,
Selbit die Lieb' in höchſter Klarheit
Biſt du unſer Gnadenthron.

Du haſt dich mir ganz geſchenket,
Der du liebend dich verſenket
In mein armes Fleiſch und Blut.
In dir hab' ich volles Gnügen
Auch in meinen letzten Zügen,

Jeſu, du mein höchſtes Gut.
Hermann Fick.

——

Menſchenlehre und⸗Gebot in der Kirche.

Es kann's kein Menſch genugſam bedenken,
welch ein erſchrecklicher Greuel ſei menſchliche
Lehren. Die Juriſten mögen die Welt lehren;
wenn denn die Welt fromm iſt, und kein Mörder,
Hurer, Ehebrecher oder Wucherer mehr drinnen
zu finden ſind, dann wollen wir mit ihnen dispu⸗
tiren. Die Aerzte mögen auch ihres Berufes
warten. Alſo auch ein jeglicher thue was ihm be⸗
fohlen iſt. Denn in der Kirchen ſoll man des
keins leiden, ſondern Gottes Wort ſoll da allein
regieren. So gebeut Gott auch: du ſollſt nicht
andere Götter haben. Derhalben ſo ſind die Ca—
nones „(Kirchengebote)“ ſtraks wider Gott.
Nu ſpricht Gott: in der Kirchen will ich allein
Gott ſein; welches denn nicht kann geſchehen,
wenn ich nicht auch allein in der Kirchen rede.
Sonſt gehet der Sabbath, der Name Gottes,

Glaub und Majeſtät Gottes bald zu Boden.
Luther über Joh. 3, 27.

Gekrönte Glaubenstreue.
Philipp V. bot der Prinzſſin Wilhel⸗—

mine Charlotte von Ansbach die Ehre

an, Königin von Spanien zu werden; dieſer
Ehre aber ſollte ſie ihren evangeliſchen Glauben
aufopfern und katholiſch werden. Dazu glaubte
ſich jedoch die Prinzeſſin in keiner Weiſe verſtehen
zu können. Da ſie deßwegen den gottesfürchti⸗
gen Spener um Rath fragte, ſo widerrieth
ihr dieſer ernſtlich, um einer Krone willen dem
Evangelio zu eutſagen und gab ihr zugleich mit
recht prophetiſchem Glauben die Verſicherung,
„daß, wenn ihr Gott den Rang einer Königin
erſehen hätte, ihr derſelbe ohne ſolche Verleug—
nung werde zu Theil werden.“ Kurze Zeit her—
nach wurde die Prinzeſſin Wilhelmine Charlotte
die Gemahlin Georgs II., des Königs von
England. Sonntagsbl.

SIS I

Kirchliche Nachricht.

Nachdem der Herr Paſtor Fricke dem von der
deutich. Ev. Luth. St. Paulus Gemeinde in
Indianapolis an ihn ergangenen Ruf mit Zu⸗
ſtimmung ſeiner bisherigen Gemeinde, nämlich
der deutſch. Ev. Lnth. St. Johannis Gemeinde

geleiſtet, iſt der bisherige Candidat des hl. Pre⸗
digtamtes, Herr Rudolph Klinkenberg, an
ſeine Stelle berufen, und am Montag nach Dom.
I. P. Epiph. als am 13 Januar von Herrn Paſtor
Fricke unter Aſſiſtenz von Herrn Paſtor Sauer
vor verſammelter Gemeinde feierlich ordinirt und
in ſein neues Amt eingewieſen worden, mit Ver⸗
pflichtung auf ſämmtliche Symbole unſerer theu⸗
theuren Ev. Luth. Kirche. Der treue Gott nnd

Vater unſeres Herrn Jeſu Chriſti wolle dem

am White Creek, Bartholomew Co., Ja. Folge

Neuberufenen, wie die demſelben anvertraun
Gemeinde überſchwenglich ſegnen, und ſie in ſei⸗
ner Gnade erhalten bis ans Ende. Amen.
Das Poſtamt des Herrn P. Klinkenberg iſt:
Columbus, Bartholomew Co., Indiana.
Dasjenige des Herrn P. Fricke:
Indianapolis, Indiana.

Erhalten
zur Synodal⸗Miſſions⸗Caſſe:
Von der Gemeinde des Hrn. P. Claus zu Neumelle § 16,0
„ „St. Johannisgemeinde zu Philadelphia
durch Herrn P. Hohher
„ „Gemeinde des Hrn. P. Schliepſiekin Plai⸗
ſant Ridge, Illss..
„ zwei Gemeinegliedern in St. Louis.
„ der ev. luth. Gemeinde zur Bethlehemskircht
in Bremen, Mu.
„ der ev. luth. Gemeinde des Hern. P. Traut-
mann in Adrian, Miiuh..,00
F. W. Barthel, Caſſirer.

,00

2,50
1,75

6j/15

—

Bezahlt

den 6. Jahrg. Hr. Heinrich Welker.
„ 7. „ die Herren Chriſtian Bohn, Phil. Bohen,
Matth. Ambroſius, Chriſtian Graß, Nicol. Manling,
Andreas Menges, E. O. Nölting, Gorg Pfeiffer,
Michael Sus, Jakob Touſſaint, Phil. Zabel.

Bücher und Pamphlets
zu haben in der Erpedition des Lutheraners
um die beigeſetzten Preiſe.

Dr. Martin Luthers kl. Catechismus,
unveränderter Abdruck 10.
Das Dutzend § 1. Hundert Stück g 7.

Die Verfaſſung der deutſcheu evang.
lut h. Sonode von Miſſouri, Ohio u. a. St.
nebſt einer Einleitung und er äuternden Bemerk. 5.

Das Dutzend 50; 25 Stück c 1.

Erſter Synodalbericht der deutſchen evang.

luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St.

vom Jahre 1817 10.
Zweiter Sonodalbericht derſelben Synode

vem Zahre 18ʃ8 10.
Dritter Sonodalbericht derſelben Synode

vom Jahre 1819 10.

Dritter Jahrgang des Lutheraners
von 1816 — 47. No. 8— 26. 50.
(Der 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.)

Vierter und fünfter Jahrgang des
Lutheraners

Apaaſche ic Concordien buch, d. i. Sym⸗
boliſche Bücher der evang. luth. Kirche, New⸗
Rorker Ausgabe in gepreßtem Leder gebunden 51. 25.

Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Melhodismus, (in Pamphlet⸗
form) 1 Srück 5.

Dr. Martin Luthers Tractat von der
wahren Kirche, 2 Stück d.

Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über die Evangelien auf die Sonn⸗ und Feſttage
des ganzen Jahrs, New⸗Aorker Ausgabe, ge⸗
bunden in Kalbleder 32.

Kirchen⸗Geſang buch für evang. luth. Ge⸗
meinden, welchem die ſonn ⸗ und feſttäglichen
Perikopen beigefügt ſind, verlegt von der hieſigen

evang. luth. Gemeinde U. A. C. in geprehtem
Lede dande, das Stas 7⁵.

Das Dutzend 8
100 Srück 862. 503 gegen Baarzahlung.
A BC.⸗Buch, Rew⸗Norker Ausgabe, das Stück .
(Das Dutzend 51.)

Johann Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem
Alten und Neuen Teſtamente. Unveränderter
Abdruck, New⸗Norker Ausgabe, im Einzelnen 25.

im Dutzend 32. 60.

Dr. Martin Luthers Auslegung des 90.

Pſalms, broſchirt und beſchnitten 15
im Dutz end §1. 50

Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auf⸗
trage der Synode von Miſſouri ꝛc. zuſammenge⸗
tragen von Paſtor Fr. Wynecken, das Stück 15.

Der Hirtenbrief des Herrn P. Graubau zu
Buffalo v. J. 1840 nebſt dem zwiſchen ibm und ö
mehreren luth. Paſtoren von Miſſouri gewechſel⸗ 3
ten Schriften 15.

Gedruckt bei Moritz Niedner,
Nord⸗Ecke der dritten und Cheſtnutſtraße.

im Dutzend 81. 50.

English translation

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