—
Darum ſollen wir auch gar nicht verſuchen, das Evange— lium zu beweiſen, zu rechtfertigen, ſondern einfach predigen. Die falſche Theologie gründet die Wahrheit auf den wiſſenſchaftlichen Nachweis. L. W. 21, 40. Anm. e. Wir können mit Vernunftgründen bewegen, moraliſch zu leben, können dem Säufer ſagen, daß er ſeine Geſundheit zerſtört, aber wenn er bloß daraufhin das Saufen läßt, iſt er noch kein Chriſt und ſein Tun kein gutes Werk. Anm. f. Die Ungläubigen bringen ihre Einwände nicht, weil ſie Verlangen hätten, die Wahrheit zu erkennen, ſie wollen, wenn auch unbewußt, ihr Sündenleben entſchuldigen. Der Unglaube hat ſeine Quelle nicht in der Vernunft. Darum ſoll man ſich mit ihnen gar nicht ſo viel auf Vernunftgründe einlaſſen. Ein kräftiges Zeugnis richtet mehr aus. Beiſpiel eines ſolchen Zeug— niſſes auf dem Konzil zu Nicäa. Wis. Syn. 83, 24. 25. b. Man darf ſie nicht ganz verwerfen. Sie dienen dazu, leichtfertige Urteile über das Chriſtentum zurückzuweiſen, die Nichtigkeit der Einwände darzulegen und geben manches zu bedenken. Anm. a. Man kann den Ungläubigen zeigen, daß die Glaubenslehren viel( vernünftiger ſind, als die Annahmen der Ungläubigen. Der Glaube, daß es einen Gott gibt, der eine Offenbarung von ſich gegeben hat, iſt viel vernünftiger als der Glaube an einen Gott, der nie etwas von ſich hat hören laſſen. Es iſt viel vernünftiger. zu glauben, daß die Bibel, welche ſolchen Einfluß auf die Menſchen ausübt, göttliche Offenbarung ſei, als anzunehmen, daß ſie ein Lügengewebe ſei, von einem Menſchen hervorgebracht. Anm. b. Glocken bringen niemand zum Glauben. Doch können ſie die Veranlaſſung ſein, daß jemand zur Kirche kommt und dann gläubig wird. Vernunftbeweiſe bringen niemand zum Glauben, aber ſie können die Veranlaſſung ſein. daß jemand die Bibel wenigſtens lieſt. Anm. c. Auch ſolchen, die mit Zweifeln an die Göttlichkeit der Schrift angefochten ſind, kann man dieſe Beweiſe wohl vorhalten zum Bedenken. Anm. d. Iſt eine Lehre aus der Schrift bereits dargetan, dann kann man wohl auch Vernunftgründe brin— nen, doch muß man dabei alle Vorſicht gebrauchen. Einwand. Wenn der Schrift um ihrer ſelbſt willen ealaubt werden ſoll, ſo wird der Schrift durch andere Gründe vergeblich Glauben geſchafft. — Und doch wurden die Wunder zu dem Zweck getan, daß man glauben — wiewohl das auch ohne Wunder hätte geſchehen ſol⸗ en.
- L. W. 21, 40
- Wis. Syn. 83, 24
- Wis. Syn. 83, 24. 25
- Mit. 1907, 29 margin
- Cal. 92, 20 margin
- Cal. 92, 20. 21 margin
- W. 92, 42 margin
- Proc. 1901, 18 margin
- Proc. 1901, 18. I margin
- Cal. 91, 31 margin
- Tex. 1910, 75 margin
- L. W. 20, 40 margin
- Pi. Hom. 291 margin
- Baier, Pro. 121 margin
vol d, printed page 169 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0253