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Evangelium vermengt. Wer die evangeliſchen Verhei⸗ ßungen bedingt, ſchmälert Chriſti Verdienſt und raubt den Sündern den Troſt. L. W. 29, 199. Anm. d. Wären die Verheißungen bedingt, dann 1. wären ſie bedingt durch die Erfüllung des ganzen Geſetzes, denn auch ein Unreiner oder Geiziger ſoll kein Erbe haben an dem Reiche Gottes Eph. 5, 5; 2. wäre der Unterſchied zwiſchen Geſetz und Evangelium aufgehoben. Läßt man die Verhei⸗ zungen durch den Glauben bedingt ſein, ſo wäre der Unterſchied bloß der, daß das Evangelium nur e in Werk, das Geſetz viele Werke verlangt; 3. fiele die Gewißheit der Gnade hin, denn der Menſch kann weder die große, noch die allergeringſte Forderung leiſten. Er hat kein Fünklein Kraft. Einwand 1. Wie kann dem Sünder, dem Gottloſen, Gnade und Seligkeit ohne Bedingung zugeſagt werden? — Die Verheißungen haben die Erlöſung durch Chri- ſtum zur Vorausſetzung, ſonſt ließe ſich gar keine Gna⸗ denverheißung denken. In Chriſto ſind alle Menſchen gerecht erklärt. Objektive Rechtfertigung. Einwand 2. Die Schrift warnt aber: Wer widerſtrebt und ſündigt, bleibt unter dem Zorn. — Dieſe Warnun⸗ gen gehören ins Geſetz. Süd. 83, 71. 72. Der Schluß iſt jedoch falſch: Durch dieſe oder jene Sünde bleibt je⸗ mand von der Gnade ausgeſchloſſen, darum iſt die Gnade durch Unterlaſſung dieſer Sünde bedingt. Anm. Von den Drohungen und Warnungen der Schrift kann man keine vernunftgemäße Brücke zu den Verheißungen des Evangelii ſchlagen. Beide Lehren müſſen neben einander herlaufen. Einwand 3. Die Schrift ſtellt aber doch Bedingungen. Röm. 11, 22: ſofern du an der Güte bleibſt; ſonſt wirſt du auch abgehauen werden. Joh. 8, 51: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht ſehen ewiglich. Joh. 15, 7. — Aber dieſe Verheißungen ſind nicht durch etwas in uns bedingt. Gott ſelbſt muß dieſe Bedingung erfüllen. Einwand 4. Das Evangelium fordert Glauben. Wer da glaubet, der wird ſelig. Röm. 10, 10: So man von Herzen glaubt u. ſ. w. 1. Warum fordert das Evangelium Glauben? Weil es keine Leiſtung des Menſchen fordert, ſon⸗ dern alles frei ſchenkt. „Durch den Glauben“ heißt „aus Gnaden.“ Röm. 4, 16. 2. Der Glaube iſt nicht Bedingung, ſondern nur Art und Weiſe oder der Weg, wie man ſelig wird. Wir werden nicht um des Glaubens willen ſelig. Der Glaube iſt nicht ein Beitrag zu des Menſchen Seligkeit. Anm. a. Das „wenn“ in den evangeliſchen Verhei⸗ ßungen (wenn du glaubſt) iſt ſyllogiſtiſch.
- L. W. 29, 199
- Süd. 83, 71
- Süd. 83, 71. 72
- L. W. 29. 242 margin
- L. W. 29, 243 margin
- L. W. 29, 243. 40 margin
- L. W. 29, 86 margin
- Mich. 85. 61 margin
- Or. 1906, 26 margin
- Or. 1904, 27 margin
- Or. 1904, 27. 30 margin
- L. W. 29, 241 margin
- L. W. 29, 241. 242 margin
- L. W. 41, 243 margin
- Luth. 37, 145 margin
- L. W. 29, 244 margin
- L. W. 29, 244. 245 margin
- Süd. 83, 63 margin
- Baier 3. 389 margin
- L. W. 29. 245 margin
- L. W. 29. 245. 246 margin
- Or. 1906, 27 margin
- Quart. 11, 50 margin
- W. 75, 34 margin
- W. 75, 34. 35 margin
- Quart. 11, 49 margin
- L. W. 29, 246 margin
- Baier 3, 390 margin
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