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Eckhardt's Homiletisches Reallexikon, 1907–1917

A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.

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12 entries under vaterunser4bitte.

Vater Unſer. —4. Bitte

—

4. Bitte. Abhandlungen. Süd. 1903. Dall. 103—132. Il. 94, 38—41. 35, 208. 209. Mezg. 212—216. Schmidt 2, 32—38. Kinderbl. 1906, 145—148. Voung Luth. Mag. 1906, 161—163. 177—180. Pio. 1907, 82. 83. Die 4. Bitte.

  • Dall. 103—132
  • Il. 94, 38—41
  • Il. 94, 38—41. 35
  • Il. 94, 38—41. 35, 208
  • Il. 94, 38—41. 35, 208. 209
  • Mezg. 212—216
  • Schmidt 2
  • Schmidt 2, 32—38
  • Mag. 1906, 161—163
  • Mag. 1906, 161—163. 177—180
  • Pio. 1907, 82
  • Pio. 1907, 82. 83
  • Brun 445—452 margin
  • R. Pi. 2 margin
  • Bra. 1909, 7 margin
  • Schulbl. 35, 208 margin
  • Schulbl. 35, 208. 209 margin
  • Süd. 1903.
  • Pio. 1907,

vol d, printed page 77 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0161

1. Leibliches oder geiſtliches Brot

1. Leibliches oder geiſtliches Brot. Manche von den Vätern wie Cyprian, Hieronymus u. ſ. w. verſtanden unter Brot das geiſtliche Brot, das Brot des Lebens. Dieſe Auslegung war im ganzen Mittelalter vorherrſchend. Luther, der anfänglich dieſe Auslegung hatte, iſt bald davon abgekommen. In der 4. Bitte denkt Chriſtus nur an das leibliche Brot. Anm. a. Wäre hier unter „Brot“ das geiſtliche Brot zu verſtehen, ſo wäre im Vater Unſer nicht alles enthalten. was wir nötig haben. Anm. b. Als Grund, warum hier das geiſtliche Brot zu verſtehen ſein ſolle, gab man an, 1. daß es eines Chriſten unwürdig ſei, ſich um die Bedürfniſſe ſeines Leibes zu kümmern: 2. daß es ſonſt unnütz ſei, zu ſagen: unſer Brot, denn das leibliche Brot eſſen auch die Heiden.

  • Syn. Frei. 97, 73 margin
  • R. Pi. 2 margin
  • Brun 445 margin
  • Süd. 1903, 14 margin
  • Il. 94, 38 margin
  • Süd. 1903, 12—14 margin

vol d, printed page 77 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0161

2. —

2. Was wird unter „BVrot“ verſtanden? Alles, was zur Leibesnahrung und Notdurft gehört. „Brot“ iſt Synekdoche, ein Teil für das Ganze. Auch wir verſtehen oft unter Brot unſere Nahrung oder alles, was wir nötig haben. Anm. a. Was bei uns das Brot iſt, iſt in Indien Reis, in Grönland Fiſch. Anm. b. Das Wort „Brot“ greift weit um ſich. Wir verſtehen darunter nicht bloß das trockene Brot, wie manche Mönche, ſondern alles, was Luther in ſeiner Auslegung aufzählt, z. B. ein treues Gemahl, gutes Regiment. Schmidt 2. 33. 34. Süd. 1903, 15. 16. Wie viel Not und Sorge, wenn bloß eins von den in der 4. Bitte genannten Dingen fehlt! Brun 449. Anm. c. Es iſt freilich nicht nötig, daß jeder einzelne ein Haus, Acker, Vieh u. ſ. w. haben müßte. Anm. d. Die 4. Bitte iſt ein Gebet wider den Teufel, der uns kein Stück Brot gönnt.

  • Schmidt 2
  • Schmidt 2. 33
  • Schmidt 2. 33. 34
  • Süd. 1903, 15
  • Süd. 1903, 15. 16
  • Brun 449
  • R. Pi. 2 margin
  • Dall. 105 margin
  • Mezg. 213 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 33 margin
  • Süd. 1903, 14 margin
  • Süd. 1903, 14. 91 margin
  • Süd. 1903, 14. 91. 38 margin
  • Süd. 1903, 14. 91. 38. 15 margin
  • Dall. 101 margin
  • Brun 148 margin

vol d, printed page 77 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0161

3. Wir dürfen um Brot bitten

3. Wir dürfen um Brot bitten. Chriſtus ſelbſt hat uns die Bitte um irdiſche Güter in den Mund gelegt. Phil. 4, 6: in allen Dingen laſſet eure Bitte vor Gott kund werden. Mark. 11, 24: Alles, was ihr bittet u. ſ. w. Auch die Heiligen haben ihre irdiſche Not Gott vorgetragen. Anm. a. Welcher Troſt liegt darin! Das Irdiſche macht uns noch viel zu ſchaffen. Wie herrlich, daß wi unſere irdiſche Not vor Gott bringen dürfen! ö Anm. b. Freilich ſollen wir über dem Irdiſchen dasHimmliſche nicht vergeſſen. Unter 7 Bitten handelt nur eine von den irdiſchen Gütern. Die himmliſchen ſind die wichtigſten. Anm. c. Die 3. Bitte: „Dein Wille geſchehe“ geht der 4. Bitte voraus. Gerade bei den irdiſchen Gütern ſollen wir zuſehen, daß wir nach Gottes Willen bitten oder mit Bedingung. 1 Joh. 5, 14. Wir ſollen uns dem Willen Gottes unterwerfen. Darum können wir auch mit Gebetsheilern nichts zu tun haben.

  • Süd. 1903, 17 margin
  • Süd. 1903, 17. 18 margin
  • Brun 19 margin
  • Brun 19. 450 margin
  • Süd. 1903, 19 margin
  • Süd. 1903, 25 margin
  • Süd. 1903, 25—27 margin

vol d, printed page 77–78 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0161

4. Tägliches Brot

4. Tägliches Brot. „Epiouſion“ iſt verſchieden ausgelegt worden: das Brot, das zum Lebensunterhalt gehört oder das morgende, zukünftige Brot. Die letztere Aus legung ſcheitert an dem „heute.“ Man faßt am beſten „tägliches Brot“ als einen Begriff (Mezg. 212). Das zum Daſein nötige Brot. Süd. 1903, 19. 20. Geſchichte hierzu 24. Anm. a. Das Wort kommt ſonſt in den Werken der griechiſchen Literatur nicht vor. Anm. b. Die Meinung ſcheint zu ſein: das Brot, das wir nötig haben, um unſern Leib in guter Verfaſſung zu halten, wie der Schuh uns gerade paſſen muß, nicht zu groß und nicht zu klein. Am Nordpol gebraücht man andere Speiſe als am Aquator, ein Kind andere als ein Mann, ein Ziviliſierter mehr als ein Wilder.

  • Mezg. 212
  • Süd. 1903, 19
  • Süd. 1903, 19. 20
  • R. Pi. 2 margin
  • Il. 94, 39 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 37 margin
  • Dall. 109 margin
  • Mezg. 212 margin
  • Dall. 110 margin

vol d, printed page 78 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0162

5. Heute

5. Heute. Luk. 11. 3: immerdar, d. h. von Tag zu Tag. Wir bitten nur für den heutigen Tag, nicht für die Zukunft. Wir ſollen nicht für die Zukunft ſorgen. Sorgen wir für morgen, ſo können wir die heutigen Pflichten nicht recht erfüllen. Dall. 112. 113. Anm. a. Wir ſollen arbeiten, das Unſrige tun, ſorgfältig mit den irdiſchen Gaben umgehen und alles andere Gott überlaſſen. Anm. b. Iſt Sorgen nicht ſchmählicher Undank und Mißtrauen gegen Gott? Daß die Heiden ſorgen, braucht uns nicht zu wundern, daß es aber auch unter uns vorkommt, muß uns beſchämen. Anm. c. Wir ſollen Gott vertrauen. Sollte er unſere Bitten nicht erhören, da er unſer Vater iſt? Sehet die Vögel unter dem Himmel. Gott hat verheißen, daß er für uns ſorgen will. Er kann helfen, denn er iſt der himmliſche Vater. Er ſelbſt lehrt uns um das tägliche Brot bitten. Sollte er es uns nicht geben? Brun 450. 151. — Aller Augen warten auf dich. Dall. 114. Anm. d. Die 1. Bitte iſt ein Proteſt gegen diejenigen, die nicht glauben, daß Gott uns verſorgt. Sie iſt ſehr paſſend für Arme, aber auch für Reiche, denen an einem dTage alles genommen werden kann, was ſie beſitzen. Dall. 114. 115. Anm. e. Gott könnte uns alles Brot, das wir in Zukunft gebrauchen, auf einmal geben. Warum tut er es nicht? Damit wir alle Tage wieder zu ihm kommen. Geſchichte Neb. 92, 46.

  • Dall. 112
  • Dall. 112. 113
  • Brun 450
  • Brun 450. 151
  • Dall. 114
  • Dall. 114
  • Dall. 114. 115
  • R. Pi. 2 margin
  • Il. 94, 41 margin
  • Süd. 1903, 62—64 margin
  • Mezg. 216 margin
  • Dall. 112 margin
  • Dall. 112. 113 margin
  • Süd. 1903, 64 margin
  • Süd. 1903, 65 margin
  • Süd. 1903, 65. 66 margin
  • Dall. 113 margin
  • Dall. 113. 114 margin
  • Neb. 92, 46
  • Süd. 1903 66. 67. 68. 69

vol d, printed page 78–79 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0162

6. Wir ſollen bloß um das tägliche Brot bitten, nicht um Reichtum und überfluß

6. Wir ſollen bloß um das tägliche Brot bitten, nicht um Reichtum und überfluß. Spr. 30, 8: Armut und Reichtum gib mir nicht; laß mich aber mein beſcheiden Teil Speiſe dahin nehmen. 1 Tim. 6, 6—8: Es iſt ein großer Gewinn u. ſ. w. Anm. a. Wir bitten nicht um Lurusartikel, nicht um Kuchen, ſchöne Kleider, großartige Häuſer, ſondern um Brot. Anm. b. Wir nehmen Reichtum an als eine Gabe Gottes, aber wir trachten nicht danach und bitten nicht darum. Welche Gefahren hat der Reichtum! Jemehr der Mammon ins Herz zieht, deſto mehr muß Gott hinaus Wie jagt die Welt nach dem Dollar! Anm. c. Wir ſollen zufrieden ſein mit dem, was uns Gott gibt. Anm. d. Den einen iſt der Bauch ihr Gott, andere (Mönche) ſtrafen den Leib für die Sünden der Seele durch übermäßiges Faſten. In der Mitte liegt das Chriſtentum.

  • Spr. 30, 8
  • Il. 94, 39 margin
  • Mezg. 214 margin
  • Brun 451 margin
  • Süd. 1903, 19—24 margin
  • Dall. 105—107 margin
  • Süd. 1903, 21—23 margin
  • Brun 452 margin
  • Neb. 92, 46 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 38 margin
  • Dall. 111 margin

vol d, printed page 79 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0163

7. —

7. Unſer Brot. a. Wir ſagen nicht: Dein Brot gib uns, ſondern unſer Brot. Warum? Es iſt das Brot, 1. das wir durch unſere Arbeit erworben haben, 2. das uns Gott als Segen unſerer Arbeit be— ſchert und zur Verwaltung übergibt. Wir ſollen uns dem Willen Gottes unterwerfen. Anm. a. Gott will uns nicht unmittelbar verſorgen, ſondern durch unſere Arbeit. Die Arbeit iſt das Mit— tel, wodurch uns Gott das Brot gibt. Pſ. 128. 2. Du wirſt dich nähren deiner Hände Arbeit. 2 Theſſ. 2. 12: mit ſtillem Weſen arbeiten und ihr eigen Brot eſ— ſen. Schmidt 2. 35. Anm. b. Wer nicht arbeiten will, der ſoll auch nicht eſſen. 2 Theſſ. 3,. 10. Er hat kein Anrecht an Brot. Sp. 10, 4: Läſſige Hand macht arm. Spr. 12. 24. 13, 1. Anm. c. Wer nicht arbeiten kann, ſoll bitten und nicht zweifeln, daß er verſorgt wird. Unſere Arbeit iſt nicht die bewirkende Ur⸗ Anm. d. ſache. Mit aller unſerer Arbeit können wir nichts aus— richten. Das erfahren wir in ſchlechten Zeiten. Pſ. 127: Wo der Herr nicht das Haus bauet u. ſ. w. An Gottes Segen iſt alles gelegen. Nebr. 92, 47. — Wir arbeiten auch nicht, um das tägliche Brot zu verdienen, ſondern, weil es uns Gott befohlen hat. Süd. 1903, 36. Anm. e. Gott könnte uns ohne Mittel ernähren. Elias, das Volk in der Wüſte, die Witwe zu Zarpath. In der Regel aber will er die geordneten Mittel gebrauchen. Anm. f. Wir bitten, daß Gott uns bewahre vor unrechtem Gut, vor allem Brot, das uns nicht rechterweiſe zukommt. Lied 281, 5. Wie die Chriſten beten, ſo handeln ſie auch, gewiſſenhaft, reell, ehrlich. Anm. g. Wahre Liebe beſteht darin, daß man Arbeitsloſen nicht Brot, Nahrung, Kleidung u. ſ. w., ſondern Arbeit und Beſchäftigung gibt, daß auch ſie ihr eigen Brot eſſen. b. Wir ſagen nicht: Mein Brot gib mir, ſondern unſer Brot gib uns. Wir bitten nicht bloß für uns, ſondern auch für andere, der Reiche für den Armen, der Arme für den Reichen, der Herr für den Knecht, der Knecht für den Herrn. Anm. a. Wenn wir für andere beten, werden wir auch bereit ſein, ihrer Not abzuhelfen. Darin liegt, daß wir die Güter gebrauchen ſollen zum Dienſt des Näch⸗ſten. Jak. 2, 15. 16. Wehe denen, die ihr Brot nicht mit andern teilen wollen! Dall. 129. Anm. b. Sieht man genauer zu, ſo erkennt man, daß uns dieſe Bitte Gottvertrauen und Liebe zum Nächſten lehrt. 2. Gib uns. Darin liegt, a. daß wir vor Gott Bettler ſind. Wir haben nichts von uns ſelbſt. Alles in der Welt gehört Gott. Pſ. 24. 1: Die Erde iſt des Herrn und was drinnen iſt. Pſ. 50, 12. Er iſt der Eigentümer und unumſchränkter Herr; b. daß wir uns auch nicht andershelfen können. Die Weiſen dieſer Welt können keinen Grashalm, kein Weizenkorn wachſen laſſen; ö c. daß Gott es uns geben muß. Alles wartet auf ihn. Pſ. 101, 27. Alle gute Gabe kommt von oben. Pak. 1. 17. Anm. a. Das erkoönnen wir am beſten, wenn die natürlichen Mittel verſagen. Anm. b. Gott gibt das Brot auch. Er nährt die ganze Welt, beſchert jedem ſein Teil. S. Erhaltung. Amn. e. Gott gibt alles frei und umſonſt. Wir bezahlen für das Laib Brot etliche Cents, aber damit bezahlen wir den Farmer, Müͤller und Bäcker für ihre Arboit. Das Brot ſelbſt iſt umſonſt.

  • Schmidt 2
  • Schmidt 2. 35
  • Spr. 12. 24
  • Spr. 12. 24. 13, 1
  • Süd. 1903, 36
  • R. Pi. 2 margin
  • Süd. 1903, 31 margin
  • Süd. 1903, 31. 32 margin
  • Süd. 1903, 31. 32. 94, 40 margin
  • Süd. 1903, 32 margin
  • Süd. 1903, 32. 33 margin
  • Süd. 1903, 32. 33. 35 margin
  • Dall. 117 margin
  • Dall. 117. 118 margin
  • Süd. 1903, 35 margin
  • Dall. 119 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 35 margin
  • Süd. 1903, 35 margin
  • Süd. 1903, 37 margin
  • Neb. 92. 40 margin
  • Neb. 92. 40. 41 margin
  • Il. 1904, 31 margin
  • Lied 281, 5
  • Dall. 129
  • Süd. 1903, 42 margin
  • Süd. 1903, 42. 43 margin
  • Dall. 119 margin
  • R. Pi. 2 margin
  • Mezg. 215 margin
  • Dall. 119 margin
  • Dall. 128 margin
  • Il. 94, 41 margin
  • Süd. 1903, 70 margin
  • R. Pi. 2 margin
  • Mezg. 215 margin
  • Mezg. 215. 216 margin
  • Süd. 1903, 70 margin
  • Dall. 102 margin
  • Süd. 1903, 27—29 margin
  • Dall. 116 margin
  • Il. 94, 40 margin
  • Süd. 1903, 29 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 35 margin
  • R. Pi. 2 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 35 margin
  • Schmidt 2, 35. 36 margin
  • Süd. 1903, 30 margin
  • Süd. 1903, 30. 31 margin
  • Dall. 118 margin
  • Mit aller unſerer Arbeit

vol d, printed page 79–80 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0163

9. Gott gibt Brot auch ohne unſere Bitte

9. Gott gibt Brot auch ohne unſere Bitte. Wie gut iſt das! Würde er ſich nach unſern Vitten richten, wie wonig würden wir bekommen! Anm. a. Daß Gott BVrot aibt ohne unſer Gebet, ſieht man deutlich an den böſen Menſchen. Die bitten gewiß nicht darum. Matth. 5, 15: läßt ſeine Sonne aufgehen ſiber die Böſen und Guton. Oft gibt er den Gottloſen mehr als den Chriſten. Brun 146. Anm. b. Das Brot hängt alſo nicht ab 1. von unſerm Gebet, als ob wir erſt Gott erweichen müßten durch unſer Bitten, 2. von unſerm Verdienſt. Gott wird nicht bewogen durch unſer Werk, Frömmigkeit, Tugend. Die Gottloſen haben kein Verdienſt. Und ſteht es anders bei uns? Wir ſind der keines wert, das wir bitten. Wenn es nach Verdienſt ginge, könnte uns Gott keinen Biſſen Brot geben. Anm. c. Was bewegt Gott dazu, uns Brot zu geben? Seine Güte. Pſ. 136, 1. 145, 9: Der Herr iſt allen gütig. Luk. 6, 36: wie auch euer Vater barm— herzig iſt. Pſ. 33, 5. 36, 6: deine Güte reicht, ſo— weit der Himmel iſt. 119, 64: die Erde iſt voll deiner Güte. Anm. d. Dieſe Güte verdanken wir Chriſto. Welcher Troſt liegt darin! Woher ſollten wir Mut und Freudigkeit bekommen, zu bitten? Im Vertrauen auf Chriſtum bringen wir unſere Bitte vor Gott.

  • Brun 146
  • Süd. 1903, 44 margin
  • Süd. 1903, 44. 45 margin
  • Mezg. 214 margin
  • Il. 94, 40 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 34 margin
  • Schmidt 2, 34. 35 margin
  • Süd. 1903, 45 margin
  • Süd. 1903, 45. 46 margin
  • Süd. 1903, 43 margin
  • Süd. 1903, 43. 44 margin
  • Mezg. 214 margin
  • Süd. 1903, 46 margin
  • Süd. 1903, 46. 47 margin
  • Brun 446 margin
  • Süd. 1903, 47—49 margin
  • Süd. 1903, 49 margin
  • Süd. 1903, 49. 50 margin

vol d, printed page 80–81 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0164

10. —

10. Warum bitten wir dann noch um Brot, wenn wir es ohne unſer Bitten bekommen? Wir bitten nicht um Gottes willen, als ob Gott erſt von uns erfahren müßte, was wir eigentlich nötig haben. Es bedarf keiner Er— innerung. Menſchen müſſen ihre Not erſt andern klagen, ſonſt wiſſen ſie nichts davon. Der Herr aber kennt un— ſere Bedürfniſſe. Matth. 6, 32. Pſ. 139, 1—5. — Wir bitten vielmehr, a. weil Gott es uns geboten hat. Rufe mich an in der Not. Es iſt der Chriſten Luſt, nach Gottes Wohlgefallen zu leben; b. weil wir erkennen ſollen, daß das Brot von ihm kommt. Wir bitten nur um unſertwillen. Das erwartet Gott von uns, daß wir ihn als den Geber erkennen ſollen. Er ſtraft es, wenn ein Volk ſolches nicht erkennt. Anm. a. Wie nötig iſt dieſe Erkenntnis! Viele Menſchen denken gar nicht darüber nach, woher ſie die Gabe bekommen. Andere ſchreiben ſie ihrer Geſchicklichkeit, Weisheit, Klugheit oder dem Zufall oder ihrer Fröm— migkeit und Tugend zu. Anm. b. Der natürliche Menſch vernimmt es nicht, daß alle irdiſchen Güter freie Gaben Gottes ſind. Das ſieht man an Pantheiſten und Evolutioniſten: Alles hat ſich von ſelbſt entwickelt. Anm. c. Auch wir Chriſten haben noch unſer Fleiſch und Blut an uns und ſtehen in Gefahr, den Erfolg uns zuzuſchreiben. Anm. d. Manchmal muß Gott erſt eine Hungersnot, Finanzkriſis oder ſchlechte Zeiten ſchicken, damit die Menſchen zur Erkenntnis kommen. Anm. e. Wie heilſam iſt dieſe Erkenntnis! Wer ſie nicht hat, überhebt ſich und wird ſtolz. Spr. 30, 9: verleugnen und ſagen: Wer iſt der Herr? Und in ſchlech— ten Zeiten verzagt und verzweifelt man. Nur wo dieſe Erkenntnis iſt, iſt Demut und Dankbarkeit.

  • Spr. 30, 9
  • Süd. 1903, 50 margin
  • Süd. 1903, 50. 51 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 34 margin
  • Brun 445 margin
  • Brun 445. 446 margin
  • Süd. 1903, 50 margin
  • Süd. 1903, 51 margin
  • Süd. 1903, 51. 52 margin
  • Süd. 1903, 51. 52. 18 margin
  • Süd. 1903, 51. 52. 18. 19 margin
  • Il. 94, 41 margin
  • Mezg. 214 margin
  • Brun 447 margin
  • Brun 447. 448 margin
  • Schmidt 2 margin
  • Schmidt 2, 36 margin
  • Süd. 1903, 52—54 margin
  • Süd. 1903, 54 margin
  • Süd. 1903, 54. 55 margin
  • Süd. 1903, 55 margin
  • Süd. 1903, 55. 56 margin
  • Dall. 123 margin
  • Süd. 1903, 56—58 margin

vol d, printed page 81 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0165

11. —

11. Wir ſollen das Brot mit Dankſagung empfangen. iſt der rechte Gottesdienſt. Wie viele Aufforderun-⸗ zum Dank in der Schrift! Chriſtus dankte, als er das Brot austeilte. — Tiſchgebet. Dall. 123. 124. Anm. a. Wie undankbar ſind die meiſten Menſchen! Sie nehmen Gottes Gaben hin wie das Vieh. Auch an uns Chriſten findet ſich noch viel Undankbarkeit. Anm. b. Wenn Gott ſchon die anklagt, die den Dank vergeſſen, was wird er zu denen ſagen, die ſeine Gaben verachten, unzufrieden ſind mit ihrem Los, murren, nei— diſch ſind gegen ihre Mitmenſchen! Anm. c. Wann danken wir recht? Wenn unſer Dank aus dem Herzen kommt (Vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat), wenn der Mund überfließt mit dem Be⸗— kenntnis dieſer Wohltaten und wir unſern Dank durch gute Werke beweiſen. Anm. d. Empfangen wir das Brot mit Dankſagung, dann werden wir auch die Gabe nicht mißbrauchen.

  • Dall. 123
  • Dall. 123. 124
  • Süd. 1903, 58—60 margin
  • Dall. 120—122 margin
  • Mezg. 215 margin
  • Süd. 1903, 58 margin
  • Süd. 1903, 58. 59 margin
  • Dall. 122 margin
  • Dall. 122. 123 margin
  • Süd. 1903, 61 margin
  • Süd. 1903, 61. 62 margin
  • Dall. 124 margin

vol d, printed page 82 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0166

12. Wir ſollen Gottes Gabe recht gebrauchen

12. Wir ſollen Gottes Gabe recht gebrauchen. Wir ſind nur Haushalter und müſſen Rechenſchaft ablegen. Lied 271, 2. a. Wir ſollen nicht unſer Herz daran hängen, nicht damit uns ſelbſt und unſern Vorteil ſuchen, ſie nicht dazu anwenden, die Vergnügungen die— ſer Welt mitzumachen, nicht damit geizen. Der Geiz wendet ſeine Güter nicht zum Nutzen des Nächſten an. b. Wir ſollen die irdiſchen Güter vielmehr gebrauchen zur Ehre Gottes. Lied 271, 2: damit ichs brauch zum Lobe dein. Wir ſollen unſer Leben damit friſten, die Unſrigen verſorgen, der Not der Menſchen abhelfen, das Reich Gottes ausbreiten. Und das alles aus Dankbarkeit. Anm. a. Gott gibt uns, damit wir andern wieder geben ſollen. 1 Joh. 3, 17: Wenn aber jemand dieſer Welt Güter hat u. ſ. w. Anm. b. Mißbrauchen wir Gottes Gabe, ſo wird unſere Schuld nur um ſo größer. Wenden wir ſie recht an, ſo haben wir bleibenden Segen und ſammeln Schätze im Himmel. Anm. c. Nur ein Chriſt kann mit den irdiſchen Gü⸗— tern recht umgehen, wenn ſich auch noch viel Unvollkom— menheit daran hängt. Homiletik. 7. Sonntag nach Trin. — Ev. — Das tägliche Brot eine Gabe Gottes. a. Wie gewiß dieſes ſei, b. wozu es uns reizen ſoll. Won ſoll uns die Erkenntnis, daß das tägliche Brot eine Gabe Gottes ſei. bewegen? Dazu, daß wir a. Gott für ſeine Gabe alle Ehre geben, b. die Gabe Gottes recht gebrauchen. Was haben Chriſten dabei zu bedenken, daß Gott der Geber des täglichen Brotes ſei? a. In welcher Ordnung er uns das tägliche Brot geben will, b. daß er es ihnen in dieſer Ordnung aber gewißlich gibt.

  • Lied 271, 2
  • Lied 271, 2
  • Süd. 1903, 71 margin
  • Süd. 1903, 71. 72 margin
  • Süd. 1903, 72—74 margin
  • Süd. 1904, 74—79 margin
  • Süd. 1904, 74—79. 125 margin
  • Süd. 1904, 74—79. 125. 127 margin
  • Süd. 1903, 80 margin
  • Süd. 1903, 81 margin
  • Ma. 15, 218 margin
  • Ma. 10, 249 margin
  • Ma. 7, 210 margin

vol d, printed page 82 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0166

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