—
Anm. b. Die Sozialiſten wollen den Leuten nur ſol⸗ ten Beſitz gewähren, der ihnen nichts einträgt, ihren Sausrat. Oder der Reiche mag im Veſitz ſeines Reich⸗ umns bleiben, ihn verbrauchen, aber er findet keine Ge— egenheit mehr, Geſchäfte zu machen und Wucher zu trei⸗ den. Quart. 4, 222. 223. d. Der Staat wird abgeſchafft. Sie wol⸗ len den Staat nicht reformieren, ſondern aufheben. Anm. a. Die Obrigkeit iſt nicht von Gott. Darum predigt man offene Revolution. Anm. b. Dem Sozialiſten iſt der Staat nicht ein Or— gan des Voltes, ſondern Staat und Volk ſind idenriſch. Der Staat iſt der Menſch als Gattung. Alle menſch— lichen Pflichten ſind urſprünglich Staatspflichten, aus denen ſich die individuellen ableiten. Anm. c. Wie aber ſoll das kooperative Gemeinweſen geregelt werden? Die Arbeiter in den Fabriken erwäh⸗ len ihre Vormänner, dieſe wiederum ihren Superinten— denten. Die Briefträger erwählen ihren Vorgeſetzten, dieſe wieder den Poſtmeiſter. Anm. d. Dieſes alles ſchließt eine radikale Umände— rung der jetzt beſtehenden geſellſchaftlichen Verhältniſſe in ſich. Wie ſoll das hinausgeführt werden? Einig ſind die Sozialiſten in Vezug auf ihre Grundſätze, uneinig aber in Bezug auf die Art und Weiſe des Kampfes, die Mittel, die gebraucht werden ſollen. Man würde gern ſehen, daß ſich das alles von ſelbſt macht, erkennt aber, daß es einen gewaltigen Kampf. Revolution, geben muß. Darum ſchüren ſie den Klaſſenhaß. Mit. 190t, 17. Einwand. Könnte man nicht durch geſetzgeberiſche Maßregeln den Mißbrauch des Kapitalismus einſchrän— len? — Darauf antworten die Sozialiſten: 1. Man ſchneidet damit nur die größten Aus- wüchſe ab und läßt das eigentliche Übel unberührt. Kapitalismus iſt an ſich unrecht. Ob die Dividen- den 6 oder 300 Prozent betragen, darauf kommt es weniger an, als darauf, daß ſie dem Produzenten geraubt ſind. 2. Regulierung des kavpitaliſtiſchen Syſtems durch Geſetze iſt eine Ummöglichkeit. Die „Truſts“ finden immer neue Wege, die Geſetze zu migehen. Anm. e. Was ſoll die Folge des neuen Syſtems ſein? Der Abſtand zwiſchen Arm und Reich wird zwar bleiben, aber verhältnismäßig gering ſein. Der Reichtum in den Händen des Beſitzers hat aufgehört, ein Mittel zur Unterdrückung des Armen zu ſein. Da Eigentum wegfällt, würde auch Diebſtahl aufhören. Die Politik werde ge— reinigt. Die Motive zur ungebührlichen Beeinfluſſung der Geſetzgobung von ſeiten des Reichen ſchwinden. Der Menſch fühlt ſich nicht mehr als Knocht, ſondern als Mitarbeiter an einem großen Werke. Vebel über den Zukunftsſtaat Mit. 1901, 19.
- Quart. 4, 222
- Quart. 4, 222. 223
- Mit. 1901, 19
- Mit. 1901, 13 margin
- Luth. 69, 360 margin
- Luth. 70, 190 margin
- W. 89, 30 margin
- W. 89, 30. 31 margin
- Quart. 4. 155 margin
- Quart. 4. 155. 156 margin
- Quart. 4. 155. 156. O margin
- Luth. 69, 297 margin
- Quart. 1, 166 margin
- Quart. 1, 166. 167 margin
- Quart. 4, 223 margin
- Quart. 4, 223. 224 margin
- Mit. 1901, 21 margin
vol c, printed page 724 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0532_RA2-PA36-IA11