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Praxis.
Abhandlungen.
Einheitlichkeit in der kirchlichen Prarxis. Syn. 96 und 98. Lutheriſche Praris.
Luth. 47, 91. 92. Ein Wort über Lehre und Praxis unſerer Synode. Luth. 51.
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Praxis.
1. Was verſtehen wir unter kirchlicher Praxis? un. ter kirchlicher Praris verſtehen wir
a. nicht das Leben der Chriſten im allge. meinen, das chriſtliche Leben als Glied der Familie. als Rürger oder im Veruf u. ſ. w.;
b. auch nicht alles kirchliche Leben. Frende und Leid, Erfolg und Mißerfolg, Heimſuchungen, die über die Kirche gehen, gehören nicht zur kirchlichen Praris:
c. auch nicht alhe Handlungen einer Kirche, 3. A. wenn ſich Gemeinden oder Synoden zuſammentun, un verkehrten, geſetzgeberiſchen Maßregeln zu begegnen: ſen. dern
d. nur die kirchlichen Handlungen, durch welche ein Kirche oder Gemeinde in verſchiedenen Fällen in ihter Mitte Gottes Wort zur Anwendung bringt.
2. Die kirchliche Praxis iſt
aentwederfreiggelaſſen, dem Ermeſſen der
hemeinde anheimgeſtellt. Dahin gehören alle Mittel⸗
dinge auf kirchlichem Gebiet, z. B. die Feier des Sonn⸗
tags, Konfirmation, kirchliche Ordnungen und Zeremo—
nien u. ſ. w.
Anm. In Bezug auf dieſe Dinge gilt:
„Die Gemeinde kann ſie ſelbſt nach Ermeſſen ord⸗
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nen.
- Luth. 47, 91
- Luth. 47, 91. 92
- Luth. 51
- Syn. 96, 9
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- Syn. 96, 9. 10
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- Mit. 95, 46
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- Luth. 17, 91
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- Syn. 96, 22
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- Syn. 96, 22. 36
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- Syn. 96, 36
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- Syn. 96, 36. 37
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- Syn. 96 und 98. Lutheriſ
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2.
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2. Sie dürfen nicht als göttliches Gebot aufgelegt werden.
- Syn. 96, 22
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- Syn. 96, 22. 23
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3.
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3. Es darf darin keine Einigkeit gefordert werden, ſondern jede Gemeinde kann ſie ordnen wie ſie will;
b.oder in Gottes Wortvorgeſchrieben,
3. B. daß wir ‚
1. das Abendmahl nur denen reichen, die ſich prüfen können und die wir für Chriſten halten;
2. die Kinder taufen, mit Waſſer taufen, die Getauften ſpäter unterrichten;
3. Kirchenzucht üben;
- Syn. 96, 37
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- Syn. 96, 13
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- Syn. 96, 13. 14
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- Syn. 96, 14
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- Syn. 96, 15
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4.
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4. das Predigtamt aufrichten:
- Syn. 96, 16
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- Syn. 96, 16. 17
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5.
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5. niemand als geſchieden anſehen, der keinen rechten Scheidungsgrund hat:
- Syn. 96, 17
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- Syn. 96, 17. 18
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6.
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6. gegen die Logen Stellung nehmen, inſofern — 1 damit verbunden ſind, die wider Gottes Wort ind:
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7.
nur ſolche begraben, die wir für Chriſten und Vrüder anſehen können u
7. nur ſolche begraben, die wir für Chriſten und Vrüder anſehen können u. ſ. w.
Anm. Als in Gottes Wort normiert kann nicht an⸗
geſehen werden, was
1. zum Zeremonialen im alten Teſtament gehört;
2. nur ein apoſtoliſches Vorbild war z. B. die Wahl von Diakonen.
3. In Dingen, die in Gottes Wort vorgeſchrieben ſind,
muß die Praxis dem Worte Gottes gemäß ſein.
Anm. a. Die in Gottes Wort normierte Praris dür⸗
een wir nicht ändern wie die Statuten des Landes. Hier
dürſen wir nicht dem Zeitgeiſt nachgeben.
Anm. b. Hier muß darum auch Einheit der Praris
in allen Gemeinden gefordert werden. Das Abendmahl
muß nach Chriſti Einſetzung verwaltet werden u. ſ. w.
1. Die Inſtruktionen, die wir von Gott erhalten haben, z. B. in Vezug auf Verwaltung der Sakramente, Predigtamt, Schlüſſelgewalt u. ſ. w. ſind für alle Zeiten gegeben.
2. Die Kirche, welcher dieſe Vorſchriften gegeben worden ſind, iſt die Gemeinde der Heiligen, d. h. alleGläubigenaller Zeiten. Und dieſe Kirche hat nur ein Haupt.
„3. Steht es in einer Gemeinde mit der Praxis übel, ſo leiden auch die Nachbargemeinden.
Anm. c. Sier gibt es darum auch keinen Fort⸗
ſchritt. Daß man Frauen auf die Kanzel läßt, tem⸗
poräre Berufe ausſtellt, iſt Rückſchritt.
Anm. d. Auch in Afrika muß die Kirche gegen unzucht, in Frankreich gegen Eitelkeit, in Deutſchland gezen Saufen, in Amerika gegen Geiz und Wucher kämpfen.
Anm. e. Wie in der Lehre, ſo iſt auch in Praris he. wiſſenhaftigkeit nötig. Vergl. Kirchenzucht, Lehrzutt. Kanzel- und Abendmahlsgemeinſchaft, Begräbnis, Puenſchaft u. ſ. w.
Anm. f. Der Indifferentismus zeigt ſich nicht bleß in Gleichgiltigkeit gegen die Lehre, ſondern auch in Gläitz, giltigkeit gegen die Praris. Die Gefahr, daß mameez
mit der Praxis nicht ſo genau nimmt, iſt groß in mn. ſerer Zeit.
Die Praxis einer lutheriſchen Gemeinde muß auch ihrem Bekenntnis entſprechen. Das Vekenntnis ſoll nittt leere Form, ein Aushängeſchild ſein. Die Praris denf das Bekenntnis nicht Lügen ſtrafen. Syn. 75, 13.
Anm. a. Daß in einer Gemeinſchaft falſche Prariz vorkommt, raubt ihr den lutheriſchen Charakter nicht. wenn ſie nur keine Duldung oder GleichberechtigungUerlangt und dagegen gekämpft wird. Wird aber falſche. ſchriftwidrige Praris herrſchend, ſo iſt ſolche 6. meinde keine wahrhaft lutheriſche Gemeinde mehr.
Anm. b. Es gibt Synoden, wie z. V. das Generalkonzil, die wohl das rechte Bekenntnis auf dem Poadict haben, aber nicht danach praktizieren, z. V. Kanzelemeinſchaft mit Nicht-Lutheranern dulden, Logenglieder leiner ſeelſorgerlichen Behandlung unterwerfen u. ſ. w.
5. Falſche Praxis iſt nicht zu dulden, ſondern zu bekämpfen. Petrus irrte nicht in Bezug auf die Lohre. wohl aber in Bezug auf das Leben. Gal. 2, 11—1. Paulus widerſtond ihm. Syn. 96. 12. 13. Paulus trat auf gegen das Unweſen in Korinth. Euer Ruhen iſt nicht ſfein. Syn. 96, 35.
Anm. Boharrliches Feſthalten an falſcher Praris it
1. Verlenanen der Wahrheit. En—
weder ſaat ein ſolcher, wenn er ermahnt wird: Du
iſt gar nicht Lehre des Wortes Gottes, oder er jant.
Mag es immerhin in der Schriſt ſiehen, mich bin—
dot es nicht:
2. kirchentrennend. Mit Gemeinſchaiten.
deren herrſchende Praris dem Worte widerſprick.
kann man keine Vereinigung eingehen.
Eimnand 1. Die Forderung ſei zu weit. Die Lehn müſſe zwar rein ſein, aber Einigleit in der Praris di nicht nötig.
Eimmand 2. Ihr macht die Vollkommenheit des irch lichen Lebens zum LKennzeichen der Kirche. —
Einwand 3. Die Bokenntnisſchriften ſagen: Es di genng zu wahrer Einiakeit, daß das Epangelium rus reinem Verſtand geprediat werde. Konk. 40. — Das meint ober nicht. die Lehre des Wortes vortragen nd jedem damn überlaſſen, ob er es glauben will oder nic'ob er danach handeln will oder nicht, ſondern daß er
predige als Gottes Wort.
Lehret ſie halten alles u. j. w. Matth. 28, 20.
Einwand J. Ihr dürft die Liebe nicht aus den Augen ſehon. — Aber man ſoll auch nicht aus Liebe ſündigen.
Einwand 5. Heutzutage muß ein Paſtor toleranter ein, wenn er nicht ein Totengräber ſeiner Gemeinde ſein will.
6. Verhältnis von Lehre und Praxis.
a. Falſche Lehre hat auch falſche Praris zur Folge. Eine ſchrifmwidrige Praxis wird mit der Zeit auch falſche Lehre gebären.
b. Halten wir feſt an der reinen Lehre, ſo halten wir auch feſt an ſchriftgemäßer Praxis.
d. Die Lehre iſt die Hauptſache. Aber auch in der Praris ſoll es mit der Gemeinde recht ſtehen.
d. Die Lehre iſt vollkommen, die Praris nie in die— em Leben. Es kann der Fall eintreten, daß die Wenigen in Bezug auf Kirchenzucht nicht durchdringen. Das it zu bedauern. Nichtsdeſtoweniger ſollten ſie aber immer das Ziel vor Augen haben.
Anm. Daß auch in unſerer Synode die Praris nicht vollkommen iſt, wird genug beklagt. Es mag ſich noch manche Verkehrtheit in unſer Gemeindeleben einmiſchen, aber die Grundſätze, nach denen wir handeln, ſind unanaſtbar. Und wo Mißachtung der ſchriftgemäßen Praris vorkommt, wird dafür geſorgt, daß nicht ein beharrliches Zelthalten ſolcher Praxis daraus wird. Syn. 96, 32.
7. Unſere Synode übt lutheriſche Praxis. Wir folgen auch in der kirchlichen Praris den Anweiſungen der Schrift, z. B. wir ordnen unſere kirchlichen Angelegen— heiten ſelbſt Mit. 95, 46, bauen das Reich Gottes nicht durch andere Mittel, ſondern allein mit Gottes Wort 48, gaben keine offene Kommunion 52, dulden keine falſche Lehre unter uns und pflegen keinerlei Verbindung mit Undersgläubigen 60, üben Kirchenzucht 71, machen in Mitteldingen kein Gewiſſen 75.
Anm. Vorwürfe, die man uns macht, ſind: Unſere Praris ſei zu ſtreng Il. 98, 15. 16, ſei geſetzlich Mit. , 15, laſie noch viel zu wünſchen übrig Luth. 17, 92. luch in unſerer Synode reiße Gleichgiltigkeit gegen die Praris ein. Luth. 51, 77.
- Syn. 96, 19
margin
- Syn. 96, 20
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- W. 97, 93
margin
- Syn. 96, 23
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- Syn. 96, 23. 21
margin
- Syn. 96, 23. 21. 26
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- Syn. 96, 25
margin
- Syn. 96, 26
margin
- Syn. 75, 13
- Syn. 96. 12
- Syn. 96. 12. 13
- Syn. 96, 35
- Konk. 40
- Syn. 98, 8
margin
- Luth. 47, 91
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- Ka. 98, 36
margin
- Ka. 98, 36. 37
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- Syn. 96, 6
margin
- Syn. 75, 7
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- Luth. 47, 91
margin
- Syn. 75, 13
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- Luth. 47, 92
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- Syn. 75, 8
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- Syn. 75, 8. 14
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- Syn. 75, 8. 14. 26
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- Syn. 75, 8. 14. 26. 96, 31
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- Syn. 96, 28
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- Syn. 96, 27
margin
- Syn. 96, 27. 28
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- Luth. 68, 18
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- Syn. 96, 32
margin
- Syn. 96, 32
- Syn. 96, 32.
7
- Mit. 95, 46
- Il. 98, 15
- Mit. , 15, l
- Luth. 17, 92
- Luth. 17, 92. l
- Luth. 51, 77
- Syn. 96, 34
margin
- W. 97, 93
margin
- W. 97, 93. 94
margin
- Syn. 96, 6
margin
- Ka. 98, 73
margin
- Syn. 96, 5
margin
- Syn. 96, 27
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- Luth. 51, 77
margin
- Luth. 51, 77. 78
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- Mit. 95, 45
margin
- Luth. 47, 92
margin
- Mit. 95, 14
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- Syn. 96., 20. 21
vol c, printed page
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