A cumulative subject index to seven Missouri
Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at
St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses,
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Die Schule (1913)
Leſen.
Abhandlungen.
Wie ſind die Schüler dahin zu bringen, daß ſie bei ihrem Austritt aus der Schule imſtande ſind, gut und ausdrucksvoll zu leſen? 31, 86—92. Zur Geſchichte des Schreibleſeunterrichts. 6, 108—117. Vortrag über die Lalitier- reſp. Schreibleſemethode. 26, 321—328. Der erſte Schreibleſeunterricht nach der Schummſchen Fibel. 26, 328—333. Der erſte Leſeunterricht. 25, 42—49. 2, 107—111. Im erſten Leſeunterricht darf kein Kind zurückbleiben. 30, 197— 207. Leſen und Leſe⸗
thode. 23, 1—7. Zur Behandlung der Muſterſtücke des Leſebuchs. 36, 75—92.
raktiſche Verwertung eines deutſchen Leſeſtückes. 28, 110—115. Leſeſtunden. 34, 376—378. Wie kann eine Leſeſtunde benutzt werden? 10, 321—324. Zur Bebämpfung des ſogenannten Schultones beim Leſen. 25, 289—302. Worauf kommt 's bei dem engliſchen Leſeunterricht an? 11, 115—117. Der Leſeunterricht in unſern Freiſchulen. 29, 50—57. Wie ich Baby leſen lehrte. 28, 176—179. Wie ſollte eine für chriſtliche Schulen beſtimmte Fibel beſchaffen ſein? 1, 362—368. Zelche Anforderungen ſind an ein deutſches Leſebuch für unſere Schulen zu ſtellen?
„17—20. Wie iſt der Leſebuchſtoff in einer ſeiner Bedeutung entſprechenden Beiſe zu benutzen? 20, 99—103.
Leſeunterricht. 46, 70. 71. 45, 45. 31,
136. 137.
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Die Schule (1913), its own page 293 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0328_PA293
1.
—
Die Schule (1913)
1. Die Kunſt des Leſens iſt von größter Wichtigkeit und 36, 18. 19. 25, 42. immt darum unter den Realien die erſte Stelle ein.
Anm. a. Leſen können iſt ſchon in rein weltlicher Be. Lind. 23.
jehung von großer Wichtigkeit. Wir aber lehren die
inder auch beſonders zu dem Zweck leſen, damit ſie die
gibel leſen können.
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Die Schule (1913), its own page 293 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0328_PA293
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Die Schule (1913)
Anm. b. Geſchichtliche Notizen. Leſeunterricht in Mittelalter 36, 284. Leſen zur Zeit des Pietismus L. W. 53, 393. 48, 248.
Anm. c. Die Zahl der Illiteraten in der Welt it 43,255. groß. Italien 3, 160. Vereinigte Staaten
„255.
Anm. d. Das Ziel des Leſeunterrichts iſt, daß die Kinder verſtändig und richtig leſen lernen.
1905 Methode. Es gibt beſonders vier verſchiedene Me⸗
oden.
a. Die Lautiermethode. Dieſe Methode iſt einfach und natürlich. Es fällt alles fort, was nicht unmittelbar dem Zweck des Leſenlernens dient. 26, 324. Der Name des Buchſtabens hat ja doch beim Leſen nichts zu tun. 26, 323. Dieſe Methode führt ſchneller zum Ziel und übt die Selbſttätigkeit der Schüler. — Für die engliſche Sprache eignet ſie ſich nicht ſo ſehr. 18, 48.
Anm. a. Geſchichtliches. Dieſe Methode iſt eingebrauch worden von Stephani und erſt ſeit 1803 im Ge⸗
rauch.
Anm. b. Praktiſche Winke für das Lautieren 40, 138 bis 140. Beiſpiel, wie ſie zu treiben iſt 25, 47. 48. 25, 326—328.
Einwand. Die Namen der Buchſtaben müſſen aber ſpäter dann doch noch eingeübt werden. — Das iſt dann aber reines Kinderſpiel.
b. Die Buchſtabiermethode. Dieſe Methode iſt ſchon ſeit alten Zeiten gebräuchlich. Lind. 142. Geſchichtliches 25, 43. Sie iſt unnatürlich Lind. 148, erſchwert und verlangſamt das Leſenlernen 23, 5, und ſollte darum abgeſchafft werden. 25, 45. 46.
Einwand. Dieſe Methode ſei für die Rechtſchreibung am zweckdienlichſten. — Aber Rechtſchreibeunterricht fängt ja doch nicht gleich an, und ſpäter wird ja auch das Buchſtabieren nachgeholt.
c. Die Wortleſemethode. Man zerlegt einen Satz in ſeine einzelne Teile und Laute. Damit vlagte man die Kinder früher. Man zerlegte erſt Sätze in Worte, dann dieſe in Silben und dann dieſe wieder in ihre einzelnen Laute. 38, 329. 330.
d. Die Schreibleſemethode. Dieſe iſt eine
23, 3.
Lind. 146.
Verbindung vom Lautieren und Schreiben. 26, 324. Dieſe Methode iſt zweckentſprechend 26, 36 und ſehr zu empfehlen. Lind. 149. Sie hat außer den Vorzügen der Lautiermethode auch noch dieſe, daß ſich durch das Schreiben die Form und der Laut der Buchſtaben feſter einprägt, durch Beſchäftigung mit der Hand wird die Selbſttätigkeit des Kindes noch erhöht, die Freude daran vermehrt und man kann die Kinder frühzeitig ſtill be— ſchäftigen. 26, 324. 325. Lind. 149.
6, 108. 23, 6.
Anm. a. Man verbinde alſo Schreiben mit dem Leſen. Was das Kind lieſt, muß es auch ſchreiben 2, 109. Dann wird das Leſen auch noch vermittelſt des Schreibens gelernt. 6, 116.
- L. W. 53, 393
- L. W. 53, 393. 48, 248
Die Schule (1913), its own page 294 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0329_PA294
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Die Schule (1913)
Anm. b. Dabei ſollte man mit dem Schreiben begin⸗
nen und mit dem Schreiben immer eine oder zwei Übun⸗
gen dem Leſen vorausbleiben.
Anm. c. Wollte man das Schreiben vom Leſen tren⸗
nen und die Druckſchrift erſt ſpäter lernen laſſen, ſo hätte
man allerlei Nachteile. Zunächſt hätte man keine dafür
hergerichtete Fibel. Dann würde auch das Kind die
Buchſtaben nur abſchreiben, ohne ſie zu leſen, während
mit dem Abſchreiben eines gedruckten Leſeſtoffes ein fort ⸗
währendes Leſen unzertrennlich verbunden iſt.
Einwand. Den Grundſatz: Vom Leichteren zum
Schwereren könne man dabei nicht einhalten, da die
Stufen des Schreibens nicht mit denen des Leſens zu—
ſammenfallen.
Anm. d. Geſchichtliches 25, 44.
Anm. e. Welche Methode ſoll man nun nehmen? Die
Lautier- oder Buchſtabiermethode? — Der Lehrer iſt die
Methode. Jeder wähle die Methode, mit welcher er am
weiteſten kommt.
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Die Schule (1913), its own page 295 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0330_PA295
3.
Leſen auf der Unterſtufe
Die Schule (1913)
3. Leſen auf der Unterſtufe. Der erſte Schreibleſeun⸗
terricht 26, 328—333. 37. Die Phonetik im Anfangs-
unterricht 45, 264 —266. Wie ich Baby leſen lehrte 28,
176—179.
Allerlei Winke:
a. Die erſten übungen werden an der Wandtafel vor-⸗
genommen.
b. Jedem Kinde müſſen die Laute der Buchſtaben bei⸗
gebracht werden.
c. Jede Lektion wird in Druck- und Schreibſchrift ein⸗
2, 382. 383. geübt. Der ganze Tert der Fibel ſoll auf der Schiefer-⸗
tafel nachgeſchrieben werden.
d. Die eingeübten Buchſtaben werden ſofort zu Silben
2, 381. 1, 367. und kleinen Wörtern verbunden. Man ſoll nicht erſt das
ganze Alphabet lehren, ehe man zu Silben und Wörtern
übergeht. Dabei kann man Wortbilder verändern, z. B.
Paul, faul. 30, 207.
e. Kommt man zum
Leſen der Wörter, ſo laſſe man
30, 201. 45, 263. ſilbenweiſe leſen.
f. Eine wichtige Sache iſt viel Buchſtabieren und Kopf⸗
Lind.
28, 111. 30, 199. lautieren.
162.
g. Iſt man bis zu den großen Buchſtaben gekommen,
44, 273. ſo braucht man nicht mehr alles Wort für Wort buch-
ſtabieren zu laſſen.
h. Kann ein Kind ein Wort nicht leſen, ſo laſſe man
40, 140. 30, 203 —206. es an der Wandtafel entſtehen, z. B. ab, abge, abgewetz,
abgewetzt, oder ſchr, ſchrei, ſchreib, ſchreibt. Das ent⸗
ſpricht dem Weſen des Leſens, dabei wird das Schwere
geteilt und einzeln überwunden, es macht die Kinder ſelb⸗
ſtändig, da der Lehrer kein Wort dabei zu ſagen braucht.
Freilich ſollte dieſes nicht bloß dann und wann einmal
getan werden, ſondern eine konſequent durchgeführte
Übung ſein.
i. Die kleinen ABCſchützon
ſollten wenigſtens eine
26, 327. 328.
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Die Schule (1913), its own page 295 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0330_PA295
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Die Schule (1913)
Stunde täglich am Vormittag und am Nachmittag leſen, damit ſie nicht ſo viel untätig herumſitzen und zu Träumern herangebildet werden.
k. In der Fibel ſollte man langſam vorwärts gehen, ſonſt bleiben die Kinder Stümper. Erſt muß der Grund gelegt werden. 1, 262. Man ſoll nicht weitergehen, bis alle mitkommen können. 2, 382. Kein Kind darf zurückbleiben. 30, 197.
l. Schon auf der Unterſtufe muß man anfangen, mit natürlicher Betonung zu leſen.
Anm. a. Man hat auf verſchiedene Weiſe verſucht, den Kleinen das Leſen angenehm zu machen. Baſedow ließ die Buchſtaben aus Kuchen backen und ſie hernach von den Kindern eſſen. Lind. 142. Aber mit Lachen und Scherzen iſt noch keiner über den Berg gekommen. ‚
Anm. b. Auf der Unterſtufe ſoll ſich das Kind die mechaniſche Leſefertigkeit aneignen, auf der Mittelſtufe iit
Das Kind ſol der Leſeunterricht mehr Sachunterricht.
verſtehen, was es lieſt. Auf der Oberſtufe ſollte man beſonders auf das Schönleſen und Leſen mit Ausdruck achten. 31, 91. 29, 110. 111.
Anm. c. Warum beſchäftigen ſich manche Kinder nicht mit Leſen, die doch erſt ſeit kurzem einige Fertigkeit im mechaniſchen Leſen erlangt haben?
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Die Schule (1913), its own page 296 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0094_PA296
4.
—
Die Schule (1913)
4. Etliche beachtenswerte Ratſchläge über Leſenlaſſen.
a. An die Reihenfolge im Leſebuch iſt der Lehrer nicht gebunden.
b. Bei Auswahl der Leſeſtücke nehme man Rückſicht auf Zeit und Umſtände. Ein Leſeſtück „Das Gewitter“ wird man nicht im Winter behandeln. Hiſtoriſche Stücke können geleſen werden, wenn im Geſchichtsunterricht die Sache behandelt worden iſt. Auch auf den Religionsunterricht kann Rückſicht in der Leſeſtunde genommen werden.
c. Man laſſe nur Gutes leſen. Die Seele eines Kindes iſt eine leere Tafel. Was zuerſt darauf geſchrieben wird, bleibt für immer.
d. Jeden Tag ſollte wenigſtens etwas geleſen werden.
e. Leſen die Kinder der Reihe nach, ſo ſind ſie leicht unaufmerkſam, bis ſie wieder an die Reihe kommen. Darum fordere man bald dieſen, bald jenen zum Leſen auf.
f. Das Leſen im Chor ſollte öfter geſchehen. Es hat freilich neben den Vorteilen auch Nachteile.
1. Vorteile: Es nimmt der Leſeſtunde die Ein⸗
tönigkeit und bringt Friſche in die Schüler. Dabei
ſind alle Kinder gleichzeitig beteiligt. Viel Zeit wird
gewonnen.
2. Nachteile: Die Schwächen der einzelnen Kinder
verbergen ſich leichter, manche Kinder leſen viel⸗
leicht nur mechaniſch oder überhaupt nicht mit. Da⸗
rum muß das Chorleſen mit dem Einzelleſen ab⸗
wechſeln.
g. Das Geleſene ſoll auch wiederholt werden. Der
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Die Schule (1913), its own page 296 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0094_PA296
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Die Schule (1913)
Inhalt iſt der Wiederholung wert.
h. Können Kinder eine Lektion auswendig leſen, ſo
laſſe man ſie einmal rückwärts leſen.
i. Aller Leſeunterricht ſoll zugleich Sprrachunter⸗
richt ſein.
4. Schönleſen. Kinder ſollen ſchön leſen. Dazu ge⸗
hört, daß ſie richtig, verſtändig, mit Ausdruck leſen. Da⸗
bei iſt auf folgende Stücke zu achten:
a. Deutliche Ausſprache. Jeder Vokal und
Konſonant muß deutlich ausgeſprochen werden, keiner
darf verſchluckt werden.
Amm. a. Wie viel wird hier oft gefehlt, Konſonanten
in das nächſte Wort hineingezogen, Endlaute weggelaſſen,
Silben verſchluckt u. ſ. w.!
Anm. b. Kinder ſollen richtig leſen. Schon auf der
Unterſtufe muß mit der größten Genauigkeit verfahren
werden. Auf der Oberſtufe muß man auch auf die rich⸗
tige Ausſprache von Fremdwörtern achten. 36, 22.
Anm. c. Der Lehrer muß jeden Fehler verbeſſern und
korrigieren. Oft tut das Vorſprechen die beſten Dienſte.
b. Lautes, langſames und fließendes
Leſen. Die Kinder ſollen leſen
1. Iaut, damit Lehrer und Schüler es verſtehen.
Die Kinder, welche leſen, ſollten nicht um den Leh⸗
rer herum aufgeſtellt werden;
2. langſam, bedächtig. Schnelles Leſen iſt
die Mutter alles ſchlechten Leſens. Doch muß auch
zu langſames Leſen vermieden werden:
3. fließend. Die Kinder ſollen eine gewiſſe
45, 261—264. 41, 168.
Leſefertigkeit bekommen. Obwohl fließendes Leſen
36, 19. 25, 289. Lind.
nicht eigentlich Zweck des Leſens iſt, ſo iſt es doch
150. 151.
nicht gering zu achten. Wer nicht fertig im Leſen iſt,
wird das Leſen ſpäter lieber unterlaſſen. 45, 261.
Anm. a. Schon auf der Unterſtufe muß man damit
36, 23. 45, 264. 263.
anfangen. Auf der Mittelſtufe wird die mechaniſche Leſe⸗
jertigkeit fortgeſetzt bis zur Sicherheit und auf der Ober⸗
ſtufe zum Abſchluß gebracht.
Anm. b. Stottern und Stocken muß man zu über⸗
36, 24.
winden ſuchen.
Anm. c. Ein auf Raten beruhendes Leſen iſt der Tod
45, 262. 30, 202.
alles guten Leſens. Das Raten der Kinder muß man zu
vermeiden ſuchen.
c. Die Gliederung. Zuſammengehörige Worte
36, 19. 27. 28.
dürfen beim Leſen nicht auseinandergeriſſen werden. Pau⸗
ſen müſſen an der rechten Stelle gemacht werden.
Anm. a. Regelnüber Pauſen:
25, 296—299. 36, 25.
1. Zwiſchen Subjekt und Prädikat wird eine Pauſe
gemacht.
2. Wichtigere Objekte und Umſtandsbeſtimmungen
ſind von einander zu trennen.
3. Gleichnamige Satzolieder des zuſammengezoge-
nen Satzes werden durch Pauſen getrennt. Vor
„und“ und „oder“ eine Pauſe.
- Schulbl. 48, 242
margin
- Schulbl. 48, 242. 41, 199—201
margin
Die Schule (1913), its own page 297 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0331_PA297
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Die Schule (1913)
Anm. b. Die Atempauſen müſſen mit den grammat ſchen Pauſen zuſammenfallen.
Anm. c. Die Pauſen im Buch durch Striche anzudenten, iſt dem Zweck des Leſenlernens zuwider.
d. Die Betonung. Die Kinder ſollen nicht alls ſo monoton im Schulton dahinleſen, ſondern auf eine verſtändige Betonung angewieſen werden Dabei mus man achten auf die Gedankenſtriche, Parentheſen und Anführungszeichen. Es ſollte kein unnatürlicher Leſeton aufkommen. 25, 290.
Anm. a. Die melodiſche Geſtaltung hat es zu tun mit der Höhe und Tiefe des Tones, mit der Stärke und Schwäche. Bei der Frage ſteigt die Stimme. 36, 53. Tater vor einer Pauſe die Stimme zu heben, iſt ein Fehler.
Anm. b. Schon auf der Unterſtufe kann man ein wenig den Grund legen, wenigſtens inſofern, daß man jalſcher Betonung entgegentritt.
Anm. c. Die Betonung iſt ein Ausfluß des richtigen Verſtändniſſes des Geleſenen. —
Anm. d. Kinder ſollen mit Ausdruck leſen. Vas heißt das? 31, 87. 88. Wie ſind die Kinder dahin zu bringen? 31, 86. 30, 240.
Anm. e. Richtige Betonung und ausdrucksvolles Leſen werden nicht durch Regeln erlernt, hier iſt Vormachen das beſte Mittel.
e. Dierhythmiſche Geſtaltung. Das Tempo des Leſens richtet ſich nach dem Inhalt.
Anm. a. Wer gut leſen will, muß den Stoff beherr ſchen.
Anm. b. Wenig und gut leſen iſt beſſer als viel und ſchlecht. Die große Menge tut es nicht.
Anm. c. Die Leſeregeln ſollen nicht ſucceſſive in Ar— wendung gebracht werden, ſondern gleich von dem Zeit· punkt an, wo ein zuſammenhängendes Leſen anfängt. Le ſeregeln theoretiſch durchzunehmen, gehört in das Semi— nar.
Anm. d. Wie wird in deiner Schule geleſen?
Einwand. Vor allem müſſen die Kinder mechaniſche Fertigkeit im Leſen bekommen. Das Schönleſen kommt ſpäter.
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Die Schule (1913), its own page 298 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0332_PA298
5.
Das Verſtändnis des Geleſenen
Die Schule (1913)
5. Das Verſtändnis des Geleſenen. Zum guten 1* gehört Verſtändnis des Leſeſtoffes. Der Lehrer nuiß defür ſorgen, daß die Kinder das verſtehen, was ſie leſer. Beſſer bloß zwanzig Leſeſtücke in einem Jahre, abet gründlich, als viel ohne Verſtändnis. 33, 176. Seſen ohne Verſtehen, iſt wie Eſſen ohne Verdauen. 14.14 Der Lehrer ſoll darum
a. unbekannte Ausdrückeerklären. Aub bildliche Ausdrücke müſſen erläutert werden. Erklärung der Sprichwörter 36, 105—111.
Anm. a. Zwei Abwege ſind zu meiden:
der Lehter erkläre
1. nicht zu viel, daß er über endloſem Erkläten
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Die Schule (1913), its own page 298 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0332_PA298
—
Die Schule (1913)
nicht von der Stelle kommt und das Leſeſtück zer⸗
pflückt. Wir ſuchen große Künſte und kommen wei⸗
ter von dem Ziel. Wer mag eine ausgepreßte Zi⸗
trone noch zur Hand nehmen? Dies iſt das ſtatari ⸗
ſche Leſen in ſeiner Übertreibung:
2. nicht zu wenig. Das auf die Spitze getriebene
kurſoriſche Leſen, wobei man gar nichts erklärt, iſt
ebenfalls eine Mißhandlung.
Anm. b. Kurſoriſches Leſen. Man kann ja
leichte Stücke kurſoriſch leſen, man ſoll es nicht ganz ver⸗
nachläſſigen 41, 304. 305, aber es bildet gewöhnlich die
unaufmerkſamſten Schüler. 2, 111.
Anm. c. Zum Verſtändnis vieler Wörter ſind An⸗
ſchauungsmittel nötig. Oft läßt ſich auch ſchnell ein be
trefſendes Bild an die Wandtafel malen;
b. den Inhalt des Geleſenen etwas be⸗
ſprechen. So wird die Leſeſtunde zugleich Sprach⸗
und Denkſtunde. 34, 376.
1. Das ganze Leſeſtück wird in Teile zerlegt, die
einzelnen Hauptteile feſtgeſtellt, die Ordnung des
Gedankenganges kurz angegeben. Doch ſoll man das
Stück nicht grammatiſch zergliedern.
2. Der Lehrer laſſe ſich die Hauptſachen von den
Kindern erzählen oder frage ſie ab. Die Vermitte⸗
lung des Verſtändniſſes geſchieht durch Fragen. Aber
nur keine zweckloſen Fragen. 36, 89. 90. — Nach-
dem das Stück ſo durchgegangen iſt, wird es noch
einmal geleſen. 25, 294.
Einwand. Woher die Zeit dazu nehmen?
39, 320.
Anm. a. Die Behandlungeines Leſeſtückes
46, 300. 10, 321—324.
kann ſich demnach folgendermaßen geſtalten:
28, 111—115. 36, 75—
92. 26, 45. 46. 42. 43.
Lind. 154. 155. 160. 161.
1. Das muſtergültige Vorleſen des ganzen Stückes
45, 52. 36, 83. 39, 319. durch den Lehrer. Das ſoll freilich nicht jedesmal
29, 111. 112.
geſchehen, ſondern hier und da. 46, 301. Um gut
vorleſen zu können, muß man ſich in den Inhalt
vertiefen und ſich vorbereiten. 25, 290. 45, 52. 53.
2. Die Kinder leſen das Stück.
3. Das Leſeſtück wird in ſeinen einzelnen Tei⸗
len durchgenommen.
4. Die Bücher werden geſchloſſen und der Lehrer
fragt den Inhalt ab.
5. Das Stück wird nochmals geleſen.
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Die Schule (1913), its own page 299 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0333_PA299
6.
—
Die Schule (1913)
6. Stücke davon werden abgeſchrieben oder dik—
20, 102. 28, 113—115. tiert. Manches Leſeſtück kann auch praktiſch zu Auf—
ſätzen verwertet werden.
Anm. b. Praktiſche Behandlung von Leſeſtücken: Die
26, 72—78. 14, 109.
Kornähre. 21, 176—182. Der weiße Hirſch. 34, 376
48, 238—241.
bis 378. Der Lenz. 33, 172—176.
6. Lehrmittel.
a. Leſetafeln, Leſemaſchinen.
38, 93. Lind. 38. 151.
b. Leſebücher. Fibeln: Löffler 21, 39. Kunz 6, 282.
152.
Pilgerbuchhandlung 19, 180—182. Engelbrecht 46, 29.
26, 142. 2, 379—381.
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Die Schule (1913), its own page 299 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0333_PA299
—
Die Schule (1913)
Häſter und Zöller 46, 21. Albert Häſter 46, 20—22. 4. 188. Amerikaniſch⸗deutſche Fibel 36, 245. — Alte Fibeln: Die älteſte bekannte Fibel 1, 96. Aus dem Jahre 1524 42, 180—185. Die erſte Fibel von Luther oder Ickelſamer 23, 1. — Leſebücher für Unterklaſſen 11, 157, für Mittelklaſſen 11, 371, für Oberklaſſen 16, 53. 15, 59—61. 9, 161—167, von Brumder 9, 193—203.— 11, 367. 5, 236. 1, 265—268. 373—377. Luth. 18, 41—44.
Anm. a. Anforderungen an eine Fibel für unſere Schulen:
1. Sie ſoll nicht erſt lange zuſammenhangsloſe
Silben bringen.
2. Gleich von vornherein ſoll alles orthographiſch
richtig ſein. Hauptworte ſollten nicht mit einem
kleinen Anfangsbuchſtaben gedruckt werden.
3. Die Bilder ſollten gut ſein.
4. Sie ſoll nur Dinge enthalten, die des Denkens
wert ſind.
5. Der Katechismus gehört nicht in die Fibel.
6. Etlichen religiöſen Stoff oder chriſtliche Gedan⸗
ken ſollte aber die Fibel doch enthalten. Das Leſe⸗·
buch kann dieſe eher entbehren, weil dann daneben
noch der Katechismus getrieben und die Bibel ge⸗
leſen wird.
Einwand 1. Vielen Kindern ſeien ſolche Worte nicht bekannt. — Aber haben alle Kinder ſchon einen Eſel oder Pflug geſehen? Gerade die Unbekanntſchaft mit chriſtlichen Begriffen iſt ein Grund, ſie damit bekannt zu machen.
Einwand 2. Es ſei eine Profanation des Heiligen, wenn die Kinder daran leſen lernen und ſtottern. — Kommt das nicht auch vor, wenn Kinder ihre Gebete lernen? Wird das Beten darum unterlaſſen?
Anm. b. Im Jahre 1776 gab es Kampf darüber, weil man die Gebote, Artikel und Vater Unſer nicht in die Fibel aufgenommen hatte.
Anm. c. Die Fibel iſt die beſte, die am ſchnellſten zum Leſen führt.
Anm. d. Anforderungenanein Leſebuch. Es muß paſſen für Amerikaner, für Deutſchamerikaner, für Lutheraner und doch allgemeiner, bürgerlicher Bildung Rechnung tragen. Engliſche Leſebücher ſollten andern Inhalt haben, als deutſche. 6, 119.
Anm. e. Ohne Leſebücher geht es jetzt nicht mehr. Ge ſchichte der Einführung 5, 234. Die Leſebücher ſollen aber die Bibel nicht verdrängen, ſondern nur zum Bibelleſen tüchtig machen. 9, 264. Die Bibel muß bei uns das Hauptleſebuch bleiben. Lind. 24.
Die Schule (1913), its own page 300 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0095_PA300