—
c. ſondern: ob wir erwählt ſind in Anſehung des
Glaubens, ob der vorausgeſehene, beharrliche Glaube
Grund der Wahl ſei.
Anm. Welch ein Unterſchied: Gott hat nur ſolche er—
wählt, von denen er vorherſah, daß ſie bis ans Ende be—
harren würden, oder: er hat ſie um ihres Glanu⸗
bens willen erwählt!
16. Der Ausdruck intuitu Hdei an ſich
a. iſt ein mißverſtändlicher, verfeh!
ter Ausdruck, eine unglücklich gewählte Terminole⸗
gie und gehört zu den Redeweiſen, die ohne Erklärung
nicht gebraucht werden ſollten. L. W. 28. 28. Darum
läßt man den Ausdruck am beſten fahren. L. W. 18
140;
b. kann ſo gebraucht werden, daß ein Artikel de—
Glaubens dabei nicht umgeſtoßen wird, darum haben wir
den Ausdruck an ſich
1. nie verketzert, wenn
er von unverdächtigen
Männern gebraucht wurde,
2. auch früher unter uns ſelbſt geduldet:
c. bedeutet aber ſeinemgrammatiſchen Sin!
nach nichts anders als erwählt um des Glaubens willen
Beiſpiel: Moſes ſahe an die Belohnung. Der Ausdruc
klingt, als ob Gott durch den Glauben wäre bewogen
worden W. 77, 39. als ob die letzte Entſcheidung im
Menſchen läge. L. W. 27, 260. — Damit macht man
den Glauben
1. zur Urſache der Wahl; erwählt, weil, causa
minus principalis. Baier. L. W. 19. 168:
2. zu einem Werk, ſ. § 12 i.
Die Seligkeit zu
einem verdienten Lohn;
3. zu einer dritten Urſache neben Gottes Gnade
und Chriſti Verdienſt. — Synergismus.
Anm. a. Soll mit dem intuitu fidei dies geſagt ſein.
dann muß man es als falſch verwerfen, denn
1. wir ſind nicht erwählt um des Glaubens wil—
len.
Anm a. Gott hat uns den Glauben erſt gegeben.
Erwählt man einen Bettler um deswillen, weil
man ihm eine Gabe gegeben hat?
Anm. b. Iſt der Glaube causa. dann iſt er
causa meritoria, verdienſtliche Urſache:
2. dadurch wird die Rechtfertigung. das sola gra⸗
tia, umgeſtoßen. — Das Gerede: „allein aus Gna⸗
den“ hat keinen Sinn mehr.
3. Dadurch wird Geſetz und Evangelium vermiſcht. Anm. b. Darum haben wir den Ausdruck intnitu fidei
in dieſem Sinn verworfen. Erklärung der Synodalkon⸗
ferenz L. W. 28. 516. Der Wisconſin-Synode: Syn. 82
59.
- L. W. 28. 28
- L. W. 18
- L. W. 18
140
- W. 77, 39
- L. W. 27, 260
- L. W. 19. 168
- L. W. 28. 516
- L. W. 27, 384
margin
- L. W. 27, 384. 193
margin
- L. W. 18, 132
margin
- Trak. 4
margin
- Trak. 4, 14
margin
- R. Pi. 2, 333
margin
- Walth. Ev. 94
margin
- L. W. 18. 134
margin
- L. W. 18. 134. 195
margin
- L. W. 18. 134. 195. 27
margin
- L. W. 18. 134. 195. 27. 139
margin
- L. W. 18. 134. 195. 27. 139. 19, 168
margin
- L. W. 18. 134. 195. 27. 139. 19, 168. 169
margin
- Trak. 4
margin
- Trak. 4, 15
margin
- L. W. 51
margin
- Trak. 4
margin
- Trak. 4, 14
margin
- Trak. 4, 14. 269
margin
- L. W. 29, 121
margin
- L. W. 18. 132
margin
- Luth. 37. 59
margin
- Luth. 37. 59. 57, 194
margin
- L. W. 27, 272
margin
- Theol. 5, 34
margin
- R. Pi. 2, 333
margin
- W. 77, 83
margin
- L. W. 27, 518
margin
- Trak. 4
margin
- Trak. 4. 23
margin
- Luth. 37, 28
margin
- Ges. u. Ev. 2, 262
margin
- L. W. 18. 136
margin
- L. W. 18. 136. 27, 295
margin
- L. W. 50, 531
margin
- L. W. 50, 531. 26
margin
- L. W. 50, 531. 26. 27
margin
- L. W. 50, 531. 26. 27. 26
margin
- L. W. 50, 531. 26. 27. 26. 264
margin
- L. W. 50, 531. 26. 27. 26. 264. 365
margin
- L. W. 50, 531. 26. 27. 26. 264. 365. 366
margin
- Süd. 83. 55
margin
- Süd. 83. 55. 6
margin
- Syn. Frei. 81, 111
margin
- Syn. Frei. 81, 111. 112
margin
- Mit. 91, 28
margin
- Syn. 82. 60
margin
- Syn. 82. 60. 61
margin
- L. W. 27, 259
margin
- Syn. 82
59.
vol b, printed page
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17.
—
17. Warum wir die ſpäteren Dogmatiker nicht verur⸗
teilen und der Ketzerei beſchuldigen, trotzdem ſie das in—
tuitu fidei feſthalten. Sie
a. ſtanden trotz intuitu fidei rein in der Lehre;
b. kämpften nicht gegen irgend einen Glaubensartikel
L. W. 27, 187, gebrauchten den Ausdruck nicht ſynergi⸗
ſtiſch R. Pi. 2, 333, weiſen jede Form des Pelagianis-
mus und Synergismus ab. L. W. 26, 98;
c. hielten dabei feſt, daß das Nichtwiderſtreben ein Ge—
ſchenk Gottes ſei und Gott alles tun müſſe;
d. machten den Glauben nicht zu einer Urſache der
Wahl, ſondern ließen die Wahl Urſache des Glaubens
ſein. L. W. 27, 103. Luth. 37, 173;
e. wollten das Geheimnis der Wahl nicht damit er—
klären und einen Unterſchied im Menſchen als Löſung
hereinbringen. Sie wollten nicht ſyſtematiſieren;
f. ließen die Gewißheit der Seligkeit nicht fahren. In
der Anwendung der Lehre von der Wahl zeigten ſie, daß
fie auf demſelben Glaubensgrunde ſtehen wie wir;
g. redeten ganz anders, wenn ſie von der Theorie abgingen und auf das praktiſche Gebiet kamen:
h. wollten mit dem intuitu filei nur ſagen, daß ein ohne Glauben Sterbender kein Auserwählter ſein könne, daß Gott keinen erwählt habe, von dem er nicht vorauswußte, daß er zum Glauben kommen werde.
Anm. a. In welchem Sinn die ſpäteren Dogmatiker das intuitu fidlei gebrauchten, wird nachgewieſen in einem Artikel: Worte zur Verſtändigung über das intuitu fidei.
Da werden die Theol. Monatshefte, Brobſt. 1872 ((7).
Dogmatiker von aller vermeintlichen Schmach gereinigt.
Anm. b. Wo ſie an manchen Stellen den Schein ſynergiſtiſcher Anſchauung erwecken, korrigieren ſie ſich an andern Stellen ſelbſt und verwerfen allen Synergismus.
Anm. c. Bedenken muß man, gegen welche Gegner ſe kämpften: Huber, der den Glauben von der Wahl aus— ſchloß. Calvin, der die Wahl bloß als Muſterung dar— ſtellte. — Darum meinte man, ſie am beſten mit dem intuitu fidei bekämpfen zu können.
Anm. d. Nicht jeder Satz in den Privatſchriften der Dogmatiker iſt Lehre unſerer lutheriſchen Kirche, den man unterſchreiben müßte. Was mit Schrift und Bekenntnis ſtimmt, nehmen wir an, einerlei ob die Väter damit ſtimmen oder nicht. L. W. 27, 186. 187. Es iſt verkehrt, ſich wider klaren Wortlaut der Schrift und des Bekenntniſſes auf Privatſchriften der Väter zu berufen L. W. 27, 290, und daraus zu beweiſen, was lutheriſch iſt. L. W. 27, 192. — Wir wollen lieber Schüler Lu— thers und Chemnitz als der ſpäteren Dogmatiker bleiben. L. W. 27. 193.
- L. W. 27, 187
- R. Pi. 2, 333
- L. W. 26, 98
- L. W. 27, 103
- Luth. 37, 173
- L. W. 27, 186
- L. W. 27, 186. 187
- L. W. 27, 290
- L. W. 27, 192
- L. W. 27. 193
- L. W. 29, 121
margin
- L. W. 29, 121. 27, 187
margin
- L. W. 29, 121. 27, 187. 401
margin
- L. W. 29, 121. 27, 187. 401. 19, 168
margin
- L. W. 29, 121. 27, 187. 401. 19, 168. 169
margin
- Syn. 82, 61
margin
- Syn. 82, 61. 64
margin
- L. W. 28, 20
margin
- Syn. 82, 79
margin
- Can. 94, 54
margin
- Can. 94, 54. 55
margin
- L. W. 26, 67
margin
- L. W. 26, 67. 263
margin
- L. W. 26, 67. 263. 519
margin
- Syn. 82, 69
margin
- Quart. 1, 263
margin
- Quart. 1, 263. 27
margin
- Quart. 1, 263. 27, 475
margin
- Quart. 1, 263. 27, 475. 58
margin
- Quart. 1, 263. 27, 475. 58. 59
margin
- L. W. 27, 524
margin
- L. W. 28, 112
margin
- L. W. 26, 2
margin
- L. W. 26, 2 40
margin
- L. W. 26, 2 40. 84
margin
- L. W. 19, 180
margin
- L. W. 19, 180 169
margin
- L. W. 27, 291
margin
- L. W. 27. 289
margin
- L. W. 27. 289. 328
margin
- L. W. 27. 289. 328. 104
margin
- L. W. 27. 289. 328. 104. 259
margin
- Quart. 1. 57
margin
- Syn. 82, 68
margin
- Theol. Monatshefte, Brob
vol b, printed page
383 · scan: bub_gb_YkEUAAAAYAAJ/n0459