— Die Schule (1913)
Memorieren. Abhandlungen. Auswendiglernen von Bibelſprüchen und Liedern in der Volksſchule. 40, 219.
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Collection › Eckhardt's Reallexikon › index › auswendiglernen
A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.
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6 entries under auswendiglernen.
Memorieren. Abhandlungen. Auswendiglernen von Bibelſprüchen und Liedern in der Volksſchule. 40, 219.
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220. Das religiöſe Memorierpenſum der Klaſſenſchule. 24, 337—339. Lind. 67—69.
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Auswendiglernen. 1. Was ſoll man in unſer Schulen auswendig lernen laſen? Nur das Beſte iſt zum Auswendiglernen gut genug. Kinder ſind wie ein leeres Blatt Papier. Der Lehrer ſchreibe etwas Gutes darauf. 1, 150. Anm. a. Was man auswendig lernt, muß einen blei⸗ benden Wert haben. Anm. b. Gedichte, wie „Der Peter in der Fremde“, ſind kaum die große Zeit und Kraftanſtrengung wert, daß man ſie zum dauernden Eigentum macht. Anm. c. Das Memorierpenſum iſt daher in unſern Schulen zunächſt der kleine Katechismus Luthers, ein nöglichſt großer Schatz von Bibelſprüchen und Liedern. Über Lieder ſ. Geſang. — Gutbegabte Kinder mögen nuch Katechismusfragen auswendig lernen. Wis. 83, 60. Anm. d. Zwar ſollen Kinder auch noch andere Dinge auswendig lernen, z. B. dies und jenes aus der Geo- graphie u. ſ. w., aber vor allem Bibelſprüche. Einwand. Kinder ſollen nur lernen, das ſieverſtehen. Dagegen: 1. Das läßt ſich in keinem Unterrichtsfach ganz durchführen; trotz aller Anſchauungsmittel bleibt in Geographie, Geſchichte, Rechnen u. ſ. w. noch vieles unverſtanden. 2. Dann dürfte auch eine Mutter mit ihrem ein— jährigen Kinde nicht reden. 3. Es iſt zu unterſcheiden zwiſchen vollem Ver⸗— ſtändnis und Unverſtändnis. 4. Bibelſprüche und Lieder ſind Samenkörner für die Zukunft. Der Same iſt nicht tot, ſondern wird zu ſeiner Zeit aufgehen. Welche Erquickung bietet ſolcher Gedächtnisſchatz in kummervollen Tagen! 44, 161. 162. In den 7 fetten Jahren ſammelte Jo- ſeph für die mageren Jahre. 45, 122. 123. 5. Im allgemeinen kann das Kind die Katechis- muswahrheiten wohl verſtehen. Anm. e. Zwar hat dieſer Einwand inbezug auf welt⸗ liche Fächer gewiſſe Berechtigung, aber nicht in Religion, a wir die Kinder aufziehen ſollen zum Herrn und da geiſtliche Erkenntnis nicht erworben wird, wie in welt⸗ lchen Gegenſtänden. — Dennoch müſſen wir nach Kräf⸗ ten darauf hinarbeiten, daß der Memorierſtoff von den Kindern, ſoviel wie möglich, verſtanden wird. 47, 276. Anm. f. Man lernt heutzutage nicht mehr ſo viel auswendig wie früher. Kultusminiſter Falk will das Kuswendiglernen von Bibelſprüchen ganz abgeſchafft wiſ⸗ en. 14, 147. 148. Anm. g. Warum heißt es auswendig? Das Aus- wendige iſt der Wortlaut, das Inwendige der Sinn. Anm. h. n Bezug auf das Auswendiglernen ſind wei Abwege zu meiden:
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I. Daß man das Gedächtnis leer ausgehen und nichts auswendig lernen läßt: 2. daß man das Gedächtnis durch zu viel Aus— wendiglernenlaſſen ermüdet.
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2. Nutzen. a. Durch das Auswendiglernen wir das Gedächtnis geübt. Anm. a. Das Gedächtnis entwickelt ſich bei d Kinde zuerſt, die Urteilskraft ſpäter. Darum lernt man in der Kindheit vom 9. bis 15. Jahre am leichteſtn. 44, 44. Was eine Qual für den Mann iſt, iſt ein Lei tes für ein Kind. 3, 307. 308. Anm. b. Das Gedächtnis iſt bei den einzelnen m ſchen verſchieden. Mancher lernt leicht, mancher ſchwer. Manche reifen früher, manche ſpäter. 3, 307. Anm. c. Das Gedächtnis kann geübt und geſtärlt werden durch rechten Gebrauch, es kann aber auch 9eſchwächt und verwüſtet werden. Anm. d. Allerlei über das Gedächtnis: Das Gedächtnis iſt ein Wunderding. 2, 89. Das Gedächtnis des Kindes und die Lernfähigkeit. 43, 347. Außerordentliches Gedächtnis 41, 249. b. Das Auswendiggelernte iſt en Schatz für das ganze Leben. Es dient dazu, das geiſtliche Leben zu erhalten. Lind. 25. Welchen Segen hat es für das ſpätere Leben! 40, 219. 220. Vie oft iſt jemand in ſpäteren Jahren durch das in der Kindheit Gelernte wieder bekehrt worden! N. 73, 30. Anm. a. Nur, wenn wir Sprüche oder Lieder ſicher im Gedächtnis haben, können ſie uns rechte Dienſte leſten. Anm. b. Das Memorieren iſt darum die wichtigſte Disziplin auf dem Programm unſerer Gemeindeſchule. 3. Winke für das Auswendiglernenlaſſen. a. Die Aufgabe muß ſich möglichſt nach dem Verſtänd— nis des Kindes richten. Der Inhalt darf ihm nicht gam fremd ſein. b. Wenn möglich, ſollte jeder Tag ſeine eigene Aufgabe haben. c. Im Aufgeben von Sprüchen und Liedern muß man Maß halten, damit dem Kinde die Religion nicht verleidet und das Kind nicht zum Gegner der Gemeindeſchule erzogen wird. In der Beſchränkung zeigt ſich der Meiſter. d. Das Kind muß zum Lernſtoff Liebe und Intereſſe haben. Es iſt Sache des Lehrers, dem Kinde das Intereſſe an dem Gegenſtande einzuflößen. e. Die erſten Aufgaben werden durch Vor- und Nach“ ſprechen eingeübt. Erſt, wenn das Kind einigermaßen fließend leſen kann, iſt es imſtande, ſelbſtändig auswendig zu lernen. 1, 212. 14, 280. Lind. 184. f. Die Aufgabe muß ſich an den übrigen Unterricht eng anſchließen. g. Der Lehrer muß Anleitung zum Auswendiglernen geben. Das Memorieren muß vom Schüler gelernt werden. Der Lehrer
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1. weiſe auf die paſſendſte Zeit zum Lernen hin, nämlich des Morgens und des Abends; 2. ſage den Kindern, daß ſie, wo möglich, ein ſtil⸗ les Plätzchen zum Lernen aufſuchen; 3. zeige ihnen allerlei Kunſtgriffe beim Lernen, welche große Vorteile bieten, z. B. das Ganze zu- vor durchleſen oder abſchreiben, in einzelne Teile zerteilen u. ſ. w. Anm. a. über Mnemotechnik 37, 52, Ordnung der bibliſchen Bücher in Gedächtnisverſen 3, 118—122. Anm. b. Von Zeit zu Zeit kann der Lehrer auch ein⸗ mal die ganze Klaſſeſim Chor auswendig lernen laſſen. h. Das Auswendiggelernte muß fleißig wiederholt werden. 4. Das Aufſagen. a. Was aufgegeben iſt, muß auch hergeſagt werden. Die Gelegenheit darf man dem Kinde nicht verſagen. Die Zeit könnte nicht beſſer angewendet werden. b. Wann ſoll das Aufſagen geſchehen? Die beſte Zeit iſt nach Schluß der Religionsſtunde. Das Aufſagen vor- her zu nehmen, iſt nicht anzuraten, weil dadurch leicht die Stimmung für die Religionsſtunde verdorben werden klönnte. 9, 306. 307. — Die dazu feſtgeſetzte Zeit muß innegehalten werden. 1, 239. Anm. Die Stimmung der Religionsſtunde muß auch hier noch anhalten. c. Wer ſoll abhören? Nur der Lehrer ſelbſt. Er übertrage es keinem andern. d. Soll jedes Kind alles aufſagen? Das wäre das beſte, läßt ſich aber in größeren Klaſſen nicht durchführen, iſt auch nicht nötig. Es kann jedes Kind einen Teil her⸗ ſagen, oder während die einen ihre Aufgabe herſagen, können die andern ihr Penſum aus dem Kopfe nieder— ſchreiben. e. Wie ſollen die Kinder aufſagen? 1. Langſam, laut, verſtändlich, mit Ausdruck; 2. wörtlich genau: 3. gut. Alles halbe Lernen iſt für das Leben faſt wertlos. Ein Spruch, gut gelernt, iſt beſſer als viele, halb gelernt und wieder vergeſſen. Was man auswendig lernt, ſoll dauernder Beſitz werden. 15, 119. Anm. a. Flüſtern, Vorſagen oder heimlich in die Bücher ſehen muß ſtreng verpönt ſein. Anm. b. Beim Aufſagen ſollen die Kinder aufſtehen. Anm. c. Bleibt ein Kind ſtecken, ſo laſſe man das Kind ſich ruhig beſinnen. Anm. d. Große Vorſicht iſt nötig, ehe man ſolche, die ihre Aufgabe nicht können, ſtraft. Strafe gebührt nur dem wirklich Faulen. Die vorkommenden Fälle dürfen nicht nach einem Leiſten behandelt werden. Bei dem ei⸗ nen iſt es vielleicht Gedächtnisſchwäche, bei dem andern Trägheit. Aus dem Abhören ſoll man nicht eine Prü⸗— gelſtunde machen.
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