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Die Schule (1913)
b. Wie ſoll der Lehrer den Sünden in
ſeiner Schule entgegenarbeiten? Er
ſoll
1. ermahnen und warnen, öffentlich und manch⸗
13, 366. 183. 185. 209.
mal auch, wo nötig, unter vier Augen, was mit⸗
unter beſſer iſt. (Aber nur keine langen Predig⸗
ten! 13, 184. 39, 88.) Dabei kann man an die
Taufe anknüpfen. 5, 165. 165:
2. mutwillige Sünde ernſtlich ſtrafen, nicht allein
2, 11. 12. Lind. 304.
mit Worten, ſondern, wo nötig, auch mit der Rute;
3. den Kindern die Gelegenheit zur Sünde zu
Lind. 302. 303.
nehmen ſuchen, ſoviel wie möglich. Er ſoll darum
väterliche Aufſicht über die Kinder führen auch
während der Pauſen, der erſte in der Schule ſein,
alle Linder immer beſchäftigen u. ſ. w.
Anm. Laſſen Schüler ihrem böſen Fleiſch allzuſehr
Raum, ſo möchte der Lehrer mutlos werden. Nur Weis-
heit von oben kann Wandel ſchaffen.
c. Der Lehrer ſolhendlich auch die Kin⸗
der aus der Sünde zu erretten ſuchen.
Er muß den Kindern klar und freundlich den Heilsweg
zeigen, ſagen, wie ſie Vergebung erlangen können.
Ammn. Zeigt ſich ein Kind nach offenbar ſchwerer
Verſündigung unbußfertig, ſo muß die ſuchende Liebe
des Lehrers ihr Werk beginnen. Bußfertigen muß er
die Rückkehr leicht machen, ſie mit Freuden aufnehmen
und alles Mißtrauen verbannen. Mit Rückfälligen muß
man aufs neue Geduld haben. Lind. 315.
5. Die Erziehung zum Guten. Der Lehrer muß auch
zum Guten erziehen und Liebe zur Gottſeligkeit erwecken.
Es muß den Kindern gezeigt werden, worin die Gott⸗
ſeligkeit beſteht und woher ſie die Kraft dazu nehmen.
Phil. 4, 8: Was wahrhaftig iſt, was ehrbar iſt u. ſ. w.
30, 291. — Die Norm der guten Werke ſind die zehn
Gebote. 30, 258.
Anm. a. An die chriſtlichen Tugenden nniß man die
Kinder gewöhnen.
Anm. b. Inſonderheit ſoll der Lehrer auch zum Be—
ten erziehen, nicht allein durch Morgenandacht, ſondern
auch durch Reizung und Lockung zum Gebet zu Haus,
indem er nötige Anweiſung gibt.
6. Erziehung zu allerlei Tugenden.
a. Gehorſam. Gehorſam iſt des Schülers erſte
Pilicht. Ohne Gehorſam kann keine Schule beſtehen.
32, 309. — Wie gewöhnt man die Kinder zum Ge—
horſam? 19, 47. Der Lehrer
1. verſuche nicht, durch Schmeichelei und Ver-—
Lind. 326.
ſprechungen zum Gehorſam zu reizen:
2. zeige, wie wohlgefällig Gott der Gehorſam
35, 102. 103. Lind. 323
iſt und wie ſchändlich der Ungehorſam. Gehor—
bis 325.
ſam iſt beſſer denn Opfer. 4. Gebot:
3. weiſe auch im Unterricht auf gute Beiſpiele
35, 102.
des Gehorſams hin. Abraham, Joſeph, Chriſtus;
4. ſuche ſich das Vertrauen der Kinder zu er⸗
30, 44.
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Die Schule (1913)
werben:
5. beſchäftige die Kinder zweckmäßig;
6. halte mit unbeugſamer Konſequenz daraui, daß ſeine Befehle ausgeführt werden.
Anm a. Je weniger Vefehle, deſto beſſer. Die Befehle müſſen kurz, klar, zwechnäßig und ihre Ausführung dem Kinde möglich ſein.
Amn. b. Es iſt verkehrt, bei einem Befebl Gründe anzugeben, warum der Befehl gegeben in. Das Kind gehorcht dann nicht uns, ſondern den Gründen. Dadurch wird zugleich Gegengründen eino Berechtigung eingeräumt, und der Schüler dem Erzieher gleichgeſtellt. Man ſoll die Befehle nicht durch Disputieren unterſtüten.
Anm. e. Gut befeblen iſt nicht leicht.
Es muß gelernt werden;
7. mache den rechten Gebranch von Lob und Tadel;
8. ſtraſe den offenbaren Ungehorſam. Wenn ein Kind dem Veſehle nicht Gehorſam leiſtet, ſol dann der Lehrer ſchiählichen Rückzug antreten? Je ungehorſamer die Kinder, deſto feſter halte der Lehrer über dem Geſetz. 38. 113. Schlagen itt aber nicht das Hauptmittel. Die Kinder ſollen aus Liebe gehorchen. 18, 26:
H. ſere ſich bei heftigen Ausbrüchen des Ungehorſams mit den Eltern in Verbindung und ſehe. daß ein gutes Verhältnis zwiſchen Schule und Haus beſteht:
10. ſei ſelbſt ein Muſter in dieſer Tugend und füge ſich willig in menſchliche und göttliche Ord— nungen.
Anm. a. Gehorſam muß auch außerhalb der Stun⸗
den beim Spiel herrſchen.
Die Kin ·
Anm. b. Gehorſam muß gelernt werden.
der müfſen daran gewöhnt werden.
Anm. c. Vor allen Dingen muß man auf Gehor
ſam gegen Gottes Gebot halten
Anm. d. Gehorſam kann der Lehrer auch für ſeine
Gebote fordern, weil er an Stelle der Eltern ſteht. Der
Lehrer gehört mit in das 4. Gebot.
Amm. e Zu unterſcheiden iſt williger Gehorſam und
äußerlicher, erzwungener Gehorſam, oder Gehorſam
aus Furcht, aus natürlicher Liebe und in der Furckt
Gottes. Gehorſam im vollen Sinne des Wortes, wil⸗
lige Unterwerfung, läßt ſich nicht durch den Stack er⸗
reichen. Wohl aber muß das Kind gezwungen werden.
einem Befehle äußerlich nachzukommen oder Verbotenes
zu unterlaſſen.
Anm. f. Im Elternhaus werden die Kinder vielfad
nicht an Gehorſam gewöhnt. Vielleicht hat die Mut⸗
tor die Gewohnheit, dem Vater zu widerſprechen oder
- Schulb. 2, 140
margin
- Schulb. 2, 140. 3, 298
margin
- Schulb. 2, 140. 3, 298. 299
margin
- Min. 83, 63
margin
- Mag. 8, 26
margin
- Luth. 27, 49
margin
- Schmidt 1
margin
- Schmidt 1, 63
margin
- Schmidt 1, 63. 46
margin
- Schmidt 1, 63. 46, 185
margin
- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1
margin
- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1, 350
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- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1, 350. 351
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- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1, 350. 351. 30
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- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1, 350. 351. 30, 292
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- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1, 350. 351. 30, 292. 5
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- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1, 350. 351. 30, 292. 5, 199
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- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1, 350. 351. 30, 292. 5, 199. 38
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- Schmidt 1, 63. 46, 185. 1, 350. 351. 30, 292. 5, 199. 38, 99
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Die Schule (1913)
Arbeiten;
3. das Schulzimmer. Es darf kein Papier u. i.
w. herumliegen, muß rein gefegt ſein. Ein Mit⸗
tel, um das Herumwerfen von Papier zu verhin⸗
dern 35, 181—183;
Er ſoll auch in dieſem Stül
4. der Lehrer ſelbſt.
ein Vorbild ſein.
e. Wohlanſtändigkeit. Die Kinder ſollen
ehrerbietig, freundlich, beſcheiden ſein, guten Anſtand und
Sitten haben. Lind. 239. Anſtandsregeln Lind. 331.
332.
Anm. a. Das bezieht ſich auch auf den Spielplaz
Keine rohen Spiele auf dem Spielplatz!
Anm. b. Wäre es nicht traurig, wenn die Kinder
in unſern Schulen roher und ſtreitſüchtiger wären al⸗
in andern Schulen?
Anm. c. Der Lehrer muß auch ſelbſt anſtändig ſein. f. Höflichkeit. Gerade auch die Gemeindeſchu—
ſollte zuv Höflichkeit erziehen. Der Lehrer muß al
Verſtöße dagegen zurückweiſen. Er darf nie dulden
daß im Verkehr der Kinder ein roher Ton einreißt. 1
197. — Kinder ſollen den Lehrer grüßen, für Gefällig
keiten danken u. ſ. w. 38, 109. 44, 8. Auch dieſe
muß der Lehrer den Kindern vorleben. 10, 196. Anm. Es gibt freilich auch eine Höflichkeit, die nu
leere Form iſt.
g. Dienſtfertigkeit.
h. Verträglichkeit. Kinder ſollen nicht zan
ſüchtig ſein, keine Raufereien treiben.
i. Schamhaftigkeit.
k. Pünktlichkeit. Kinder ſollen pünktlich z1
Schule kommen, der Lehrer zur rechten Zeit anfange
S. Eigenſchaften des Lehrers.
Anm. Daß Kinder ſchon eine Stunde vor Beginn d
Schule ankommen und dann allerlei Dummheiten ir
ben, iſt eine Unſitte. Läßt es ſich nicht abſtellen, dar
muß auch der Lehrer früher kommen.
l. Fleiß. In der Schule muß gearbeitet werde
Keine Zeit darf vertrödelt werden. Dabei muß all
in heiterer Stimmung geſchehen. 28, 56.
Anm. a. Um den Fleiß der Schüler zu erreiche
ſoll der Lehrer
1. nicht den Ehrgeiz anſtacheln, ſondern
2. den Kindern Luſt zur Arbeit machen:
3. ihnen die Arbeit vorſtellen als etwas Ni
liches, Notwendiges, als eine ſchöne, von Gott
botene Tugend:
1. keine zu ſchweren Aufgaben ſtellen:
5. dem Mangel an Fleiß entgegentreten, dan
der Faule ſeinen Zweck nicht erreicht.
Anm. b. In all dieſen Tugenden muß der Leht
ein Vorbild ſein.
V
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7.
Außerliche Schulzucht
Die Schule (1913)
7. Außerliche Schulzucht. The external discipline oithe school. 32, 70-75. 46, 169-174.
a. Was gehört dazu? Dazu gehören Einrichtingen und Ordnungen, die von den Kindern gehalten werden müſſen, weil ſonſt der Zweck der Schule nich: trreicht werden könnte.
Anm. a. Das Hauptſächlichſte davon iſt oben ſchon mit beſprochen, z. B. Ordnung, äußerlicher Gehorſan, Reinlichkeit u. ſ. w. Während der Schulſtunde ſoll niemand flüſtern. 32, 368. Beim Schluß der Schule nicht hinausſtürmen 32, 71. 73. 366 u. ſ. w.
Anm. b. Die außerliche Zucht iſt nichts Chriſtliches. ſie findet ſich auch in Schulen ohne Religion. — Wir — aber in unſern Schulen mehr als äußerliche
ucht.
b. Notwendigkeit. Wo viele Kinder zuſammenkommen, geht es ohne Zucht und Ordnung nicht ab. Selbſt die einzelne Familie kann nicht ohne eine gewiſſe Hausordnung gedeihen. — Eine Schule ohne Disziplin iſt wie eine Mügle ohne Waſſer. 46, 309.
(. Zweck. Der Zweck der äußerlichen Ordnung iſt nicht. die Kinder fromm zu machen, ſondern die Schule in einen ſolchen Zuſtand zu verſetzen, daß der Zweck der Schule erreicht werden kann.
d. Art und Weiſe. Die äußerliche Schulzucht
1. muß in chriſtlichem Geiſt gehandhabt werden:
2. ſoll nicht lar ſein. In der Schule muß gute
Zucht herrſchen, die Autorität des Lehrers muß
zur Geltung kommen, ſonſt kann die Schule nicht
gedeihen;
3. ſoll nicht ins Extrem gehen.
d. Mittel. Mittel, äußerliche Zucht zu erreichen, ind: Schulgeſetze, Wachſamkeit des Lehrers, Strafe u. ſw. Die Gewohnheit. 6, 307. 47, 77.
Anm. a. Der Lehrer ſollte ſelbſt vor allen Dingen ſich der Zucht befleißigen. Die Perſönlichkeit des Lehrers übt einen großen Einfluß aus. 46, 169.
Amm. b. Er ſollte nicht zu familiär mit den Kindern werden, ſich ſelbſt beherrſchen und die Eigenſchaf— ten, die ihm etwa fehlen, zu erlangen ſuchen.
Anm. c. Auch ein heiteres Temperament wäre dem Lehrer zu wünſchen. Er ſoll kein ſaures Geſicht machen. Ein Kind, das einem ſolchen Lehrer ſechs Stunden am Tage ins Geſicht ſehen ſollte, wäre zu bedauern.
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