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Der Brauch, Paten bei gut ſind. Luth. 22, 6. Paten.
- Luth. 22, 6
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vol c, printed page 378–379 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0389_PA378
Digital Archive
Collection › Eckhardt's Reallexikon › index › paten
A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.
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7 entries under paten.
Der Brauch, Paten bei gut ſind. Luth. 22, 6. Paten.
vol c, printed page 378–379 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0389_PA378
1. Paten bei der Taufe zu haben, iſt a. nicht eine göttliche Stiftung. Die Dufe iſt auch recht und giltig, wenn keine Paten dabei ind. Wird die Taufe in der Kirche vor verſammelter Gemeinde vollzogen, ſo hätte man auch Zeugen genug; bleine gute kirchliche Sitte. 1. Wir brauchen Zeugen bei der Taufe. Wenn wir uns unſerer Taufe ſpäter tröſten wollen, darf 0 Tatſache, daß wir getauft ſind, nicht im Zweifel tehen. Anm. War bei einer Taufe kein Zeuge gegenwärtig oder iſt die Taufe irgendwie zweifelhaft, ſo taufen wir den Betreffenden noch einmal. Eine zweifel⸗ hafte Taufe gilt als keine Taufe.
vol c, printed page 379 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0103_PA379
2. Die Gemeinde hat darüber zu wachen, daß die Kinder chriſtlich erzogen werden. Dafür hat die Ge⸗ meinde mehr Sicherheit und Bürgſchaft, wenn ſie Paten bei der Taufe hat, denen die Fürſorge und Mitverantwortung aufgelegt iſt. Anm. Die Einrichtung der Paten findet ſich ſchon zur geit Tertullians. Anm. b. Die Zahl der Paten richtet ſich nach der (Gewohnheit des Landes. Alle Sache beſtehe auf zween oder dreier Zeugen Mund. 2. Unterſcheidung zwiſchen Paten und Zeugen. a. Es kann jemand Pate ſein, der nicht Taufzeuge iſt. Ein Pate, der nicht zugegen ſein kann, kann einen Stell⸗ vertreter abordnen. b. Es kann jemand Zeuge ſein, der nicht Pate iſt. Man hann im Notfall jemand, den man nichts als Paten brau⸗ ten kann, als Zeugen der Taufhandlung zulaſſen. In dieſem Falle 1. richte der Paſtor die Fragen nicht an die Zeu⸗ gen, ſondern nur an die Paten, 2. gebrauche der Paſtor, wenn keine Paten, ſon⸗ dern nur Zeugen vorhanden ſind, nicht das gewöhn⸗ liche Taufformular, ſondern ein ſolches, das für Zeu⸗ gen paſſend iſt. Beiſpiel Theol. 1, 335. Anm. Das ſage man aber auch den Leuten, daß ſie rur Zeugen ſein ſollen. — Am beſten iſt es, wenn dieſe Unterſcheidung zwiſchen Paten und Zeugen in einer Ge⸗ meinde nicht bekannt iſt.
vol c, printed page 379 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0103_PA379
3. Die Pflichten der Paten. Die Paten ſollen a. bezeugen, daß das Kind getauft iſt und daß es rich⸗ tig getauft worden iſt. Eine Taufe, die nicht im Na— men des Dreieinigen Gottes geſchehen iſt, erkennen wir nicht als eine rechte Taufe an. Antitrinitarier. Syn. 8. 5 b. an Kindes ſtatt den chriſtlichen Glauben bekennen: e. für das Kind beten, daß es Gott mit dem Heiligen „Geiſt, wahrem Glauben und ewigem Leben begraden wolle; d. für chriſtliche Erziehung des Kindes ſorgen, bern ders wenn die Eltern des Kindes ſterben. Sie ſolen dafür bürgen, daß das Kind chriſtlichen Unterricht 4 lommt. Taufvermahnung. Anm. a. Als Taufe und Konfirmation getrennt ve zogen wurden, beſtimmte man einen Paten, der dem den. firmanden den nötigſten Unterricht erteilte. Das 3e ſchah an der Hand der Hauptſtücke des Katechismus. Anm. b. Wie haben ſich manche Paten ihrer Patent der angenommen! Tobias Kießling. Luth. 5, 7. —“ Durch ſeinen Paten wurde Valerius Herberger für de⸗ Predigtamt gewonnen. Luth. 22, 6. — Patenbrier ar Patentinder: Luth. 65, 98. 64. 105. 60, 87. Sd. Anm. c. Viele wiſſen nicht, was ſie als Paten ſoler und ſehen es nur an als Zeichen der Freundſchait. Anm. d. Als Vormünder und Pfleger gehöten 3. ten in das 4. Gebot. Anm. e. In der katholiſchen Kirche erzengt Ponn. ſchaft ehehinderliche Verwandtſchaft.
vol c, printed page 379–380 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0103_PA379
4. Wen man zu Paten nehmen ſoll. Zu Paten ſr man nur ſolche nehmen, die a. in Glaubensgemeinſchaft mit uns ſiehen und L reinen Lehre zugetan ſind; b. gottesfürchtig und fromm ſind, von denen manm en warten kann, daß ſie das Seelenheil der Kinder auf d. tendem Herzen tragen und ihnen mit gutem Veiſti! voranleuchten. Anm. a. Zu Bürgen nimmt man nur glaubwürdii eute. Anm. b. Daß die Eltern ſelbſt die Patenſtelle übn. nehmen, iſt als unpaſſend zu widerraten.
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5. Wen ſoll man nicht zu Paten nehmen? Zu Pann ſoll man nicht nehmen a. offenbare Ungläubige, laſterhafte Per ſonen, Feinde der Kirche. Die ſorgen nicht einmal iir ihre eigene Seele, wie viel weniger werden ſie für de Seele des Kindes ſorgen! Süd. 92, 70. Solche ſaln man dem Kinde auch nicht einmal als Zeugen zumuten b. Gebannte. Syn. 98, 10. Wis. S86, 18: c. Falſchgläubige. 1. Es erweckt den Schein, als ob auf die in nichts ankomme und man die falſche Lehre bilie 2. Wir können niemand auffordern, mit uns beten, mit dem wir nicht in gottesdienſtlicher G meinſchaft ſteben. 3. Falſchaläubige beten, wenn ſie recht beten v der uns. Sie beten in der erſten Vitte, daß min Lehre als Irrtum abgetan werden möge. 4. Sie müßten verſprechen, das Kind in ein Lehre zu erziehen, die ſie ſelbſt verwerfen. W ‚ nen wir ihnen das zumuten? Würden ſie, wen wir ſterben, unſer Kind in unſerer Lehre unterrich⸗ ten laſſen? Je eifriger in ihrem Glauben, deſto unwahrſcheinlicher. Süd. 91, 71. — Wenn ſie auch jett das Verſprechen geben, ſo könnten ihnen doch ſpäter allerlei Bedenken kommen. Luth. 49, 92. Anm. a. Darum ſind Falſchgläubige von der Patenhaft zurückzuweiſen. Wir wollen keine falſchen Lutheener Ka. 1904, 34, noch viel weniger Papiſten zulaſſen. Zyn. 98, 15. Unſer Taufformular ſchließt die Zulaſſung Falichgläubiger aus. Luth. 51, 128. Unm. b. Sind uns wohlgeſinnte Falſchgläubige be. rits eingeladen und kann man ſie ohne Argernis richt zurückweiſen, ſo kann man ſie als Zeugen zulaſen. Sie können dann wenigſtens die Tatſache bezeu. gen, daß das Kind getauft iſt. Durch ihre Gegenwart elennen ſie unſere Taufe fürechriſtlich und recht an. Paſt. 37. 138. L. W. 12, 259. Walth. rechte Geſt. 154. 155. Zyn. 98, 16. Anm. c. Halsſtarrige Feinde unſerer Lehre, ſolche, die unſere Lehre hartnäckig bekämpfen, wird man auch als Zeugen abweiſen. Sie zulaſſen, hieße Spott mit der Patenſchaft treiben. Anm. d. Wir ſollen in Bezug auf unſere Paten vernimitig und vorſichtig handeln. Unm. e. Wie oft nehmen Eltern Falſchaläubige oder mgläubige zu Paten, weil ſie ihnen zu Dank verpflichtet ind oder es nicht mit ihnen verderben wollen, und wer den unwillig, wenn der Paſtor ſolche Paten abweiſt!— Anm. f. Um der Feindſchaft, die durch Zurückweizung von Paten entſtehen kann, vorzubeugen, I. ſollte man die Paten dem Paſtor nennen, ehe ſie eingeladen werden; 2. ſollte der Paſtor bei paſſender Gelegenheit der Gemeinde ſagen, daß ſie ſolche Leute nehmen, die wirklich auch Paten ſein können, damit dem übel⸗ ſtand abgeholfen werde; Unter 15 Jah⸗ daunkonfirmierte Kinder. ren ſollte man keinen nehmen. Anm. a. Junge Leute, die ſich leichtfertig benehmen, dun, itesdienſt verſäumen u. ſ. w., eignen ſich nicht Anm. b. Altere Perſonen, die zwar nicht konfirmiert, aber im Wort Gottes unterrichtet worden ſind, mögen zugelaſſen werden.
vol c, printed page 380–381 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0390_PA380
6. Lutheriſche Chriſten können nicht in falſchglänbigen lirchen Pate ſtehen. Wir können 3. uns nicht zur Lehre des falſchgläubigen Paſtors beennen, nicht mit ihm gemeinſchaftlich beten. Gebet 97⁴41 b. nicht verſprechen, Kinder in einer falſchen Religion zu unterrichten. Wm. a. Sollten wir nur als Zeugen daſtehen, ſo gilt: Meidet allen böſen Schein. ‚ Anm. b. Der deutſche Kaiſer ſchlug die Patenſtelle bei einem Juden aus. Luth. 54, 159.
vol c, printed page 381 · scan: gb_M0AUAAAAYAAJ/0391_PA381
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