# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 01 08_S153 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) B. Warum nicht? A. Weil Gottes klares Gebot dir etwas ande⸗ res vorſchreibt. B. Und was? A. Weib und Kind nicht verlaſſen. B. O, meine Frau iſt ganz mit mir einver⸗ ſtanden. Auch denke ich ja wieder zu kommen. A. Weißt du das? B. Sterben kann ich hier auch. A. Iſt denn das einerlei, ob du hier oder ob du unterwegs ſtirbſt? B. Das will ich nicht ſagen. A. Was ſagſt du aber dann, wenn du Alles im Stiche läſſeſt und doch hier bei Frau und Kind auch durchkommen könnteſt? B. Das iſt eben, was ich nicht kann. A. Wer ſagt dir das? B. Meine bisherige Erfahrung. A. Haſt du in deiner bisherigen Noth keine Theilnahme, keine Hülfe gefunden? B. Ja, das hab ich. A. Hat dir Einer deiner bisherigen Freunde ſeine Hülfe aufgekündigt? B. Nein, das hat keiner gethan. A. Haben dich deine Gläubiger gedrückt? B. Auch nicht; ja, — glaubſt du's wohl? — 3 . . . hat mir den Reſt meiner Schuld ganz und gar geſchenkt. A. Und doch getrauſt du dich hier nicht länger fortzukommen? „B. O dazu gehört doch noch etwas mehr. A. Haſt du nicht eine vorzüglich gute Geſundheit? B. Gott ſei Dank, ja. . A. Und ein Paar Hände, die der Arbeit ge⸗ wohnt ſind? B. Die hab ich. A. Und ein Stück eigenes Land? B. Ja, zweimal Vierzig. A. Und einiges Vieh? B. Nicht mehr als zwei Kühe und ein Joch Ochſen. A. Und eine wackere Gehülfin und zwei hoff⸗ nungsvolle Kinder. — Iſt denn nun da ſchon alle Hoffnung aus? B. Vor drei Jahren hätteſt du gut Zureden gehabt. Da war ich auch voller Hoffnung. A. Wie jetzt für Californien. B. Ja, Californien und .. . County, das iſt ein Unterſchied. A. Das meine ich auch. Für das Bleiben hier auf deiner Farm bei Weib und Kind haſt du Pflicht und Gebot, Troſt und Verheißung. „Im Schweiß deines Angeſichts ſollſt du dein Brod eſſen.“ „Und ob dirs ſauer wird mit deinem Ackerwerk, ſo laß dichs nicht verdrießen, denn der HErr hats ſo geſchaffen.“ Was kannſt du anführen für den abenteuerlichen Zug nach Californien? B. Wie kannſt du doch ſo fragen! Du weißt doch, was dort gefunden wird. Iſt denn ein glücklicher Fund, der michund die Meinen auf mehrere Geſchlechter hinaus aller Noth überhebt, nicht werth, daß man ihn holt und die etwanigen Schwierigkeiten mit chriſtlichem Muthe über⸗ windet? ö A. Weißt du nicht auch, daß ihrer Viele ver⸗ geblich gehen? B. Das iſts eben, daß man ſich auf Gott verlaſſen muß. A. Warum willſt du dich denn nur in dem Fall auf Gott verlaſſen, wenns nach Californien gehen ſoll; wenn du aber hier bleiben ſollſt, ſo haſt du keinen Glauben? B. O, ich zweifle nicht, Gott würde mir eben ſo wohl beiſtehen, wenn ich hier bleibe; aber ich denke doch, daß es viel ſichrer ſei, das Glück in 15² Californien zu verſuchen, als die mageren Biſſen in . . . County mit Hunger und Kummer dahin zu nehmen. A. Merkſt du hier keinen Unrath? B. Welchen? A. Wenn du der Spur nachgehen willſt, ſo kannſt du eine ganze Fundgrube finden. B. Wie ſo? A. So eben haſt du geſagt, daß du nicht zwei⸗ felteſt, Gott würde dir auch hier beiſtehen, und kurz zuvor haſt du behauptet, daß du hier durch⸗ aus nicht durchkommen könnteſt. B. Je nun — wenn man es ſo genau nehmen will. Ich leugne nicht, daß ich auch wohl hier durchkommen könnte, aber wie? A. Wie ein Chriſt. B. Wie verſtehſt du das? A. Der läßt ſich begnügen, greift nicht zu halsbrechenden Mitteln, trägt geduldig, weiß, daß Gott tragen hilft und daß er nicht auflegt über Vermögen, er hat ſeine Noth, aber auch ſeine Verheißung und Hülfe, ohne Schaden der Seele und gleichwohl mit eben ausreichender Nothdurft für den Leib — und beſiegelt mit ſeinem Glauben, daß Gott wahrhaftig ſei. Der aber das nicht will, was beſiegelt denn der? — daß man Gott nicht gänzlich trauen könne; daß er die Seinen, trotz aller Mühe und Arbeit, ſtecken laſſe — da ſei man denn gezwungen, ſich in dem Gold einen anderen und ſichereren Gott zu ſuchen und nach Californien zu gehen, und wenn dabei Leib und Seele gewagt oder verloren und Frau und Kinder zu Wittwen und Waiſen gemacht werden, ſo habe das Gott zu verantworten, weil er das tägliche Brod nicht reichlich genug zuge⸗ meſſen. Iſt das der chriſtliche Glaube? Kann, wer mit ſolcher Geſinnung dahin geht, kann der noch leugnen, daß er aus purem Unglauben geht? Ob nun wohl das Wort des Apoſtels, „was nicht aus dem Glauben kommt, das iſt Sünde“ — auch hier ſeine Anwendung finde, das will ich deiner eigenen Beurtheilung über⸗ laſſen. Nimm noch ein anderes Wort hinzu: „ohne Glauben iſt's unmöglich, Gott zu gefallen“ (Ebr. 11, 6.), und das Wort, das der HErr Chriſtus dem Verſucher entgegenhält: „wiederum ſtehet auch geſchrieben: du ſollſt Gott, deinen HErrn, nicht verſuchen.“ (Matth. 4, 7.) B. Du haſt mich ſehr unruhig gemacht. A. Ich hätte auch noch mehrere Punkte mit dir zu beſprechen; es ſei dies aber für dies Mal genug. Laß mich dir nur noch das Wort des heiligen Apoſtels mit auf den Weg — nicht nach Californien, ſondern zurück von deinem unſeligen Entſchluß mitgeben: „Es iſt ein großer Gewinn, wer gottſelig iſt und läſſet ihm genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum offenbar iſt, wir werden auch nichts hinaus brin⸗ gen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, ſo laſſet uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Verſuchung und Stricke, und viele thörichte und ſchädliche Lüſte, welche verſenken die Menſchen ins Verderben und Verdammniß. Denn Geiz iſt eine Wurzel alles Uebels, welches hat etliche gelüſtet und ſind vom Glauben irregegangen, und machen ihnen ſelbſt viele Schmerzen. Aber, du Gottesmenſch, fliehe ſolches; jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Ge⸗ duld, der Sanftmuth.“ 1 Tim. 6, 6—11. Veränderte Adreſſe: Rev'd Brohm, New Vork, 320 Ninth Str. Briefkaſten. Die Nummern 1—5 des „Lutheraners“ Jahrgang 6. ſind vergriffen. Emypfangen für den Kirchen bau in New Rork: Von der Gemeinde des Hrn. Paſt. Keyl in Milwauker 87.19. Von der Gemeinde des Hrn. Paſt. Ernſt, Erie Co., N. Y., 55.00. Von Gliedern der Gemeinde U. A. C. in St. Louis 512.00. Theod. J. Brohm. Erhalten zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe: 51.00 von der Filial-Gemeinde des Hrn. Paſt. Johan⸗ nes. P8.65 durch Hrn. Gayer, Miſſionskaſſirer der Zions⸗ Gemeinde. 55.35 aus der Miſſionskaſſe der Immanuels⸗ gemeinde, beide Poſten von Hrn. Paſt. Röbbelen eingeſen⸗ det (für die Station Frankenmuth). Für die Lutheraner in Schleſien: 52.50 von Herrn Joſt Meyer in Benton Co., Mo. (durch Hrn. Paſt. Wege erhalten den 19. April 1850) Empfangen für den Bau des deutſch cvangeliſch⸗lutheriſchen College in St. Louis: Von Hrn. Zahn in Cineinnati durch Hrn. Paſt. Sitvers 25 Cts. Von der Gemeinde Frankenluſt, Mich., g.07. Von der Gemeinde des Hrn. Paſt. Schürmann in Hun⸗ tersville, Franklin Co., Ind., 55.00. Von Hrn. Leonhard Schnell in Liverpool, Medina Co., O., 82.00. E. Roſchke, Caſſirer. Bezahlt. Den 6. Jahrg. Die HH. Fr. Bornemann, Paſt. Jo- hannes (9 Ex.), Paſt. Rennicke, Paſt. Fricke, Heinrich Trimpe, Gerh. Heinr. von dem Fange, G. H. Vornholt. Die 2. Hälfte des 6. und 1. Hälfte des 7. Jahrg. Die HH. Simon Netter und Paſt. W. A. Fetter, Ernſt Kaiſer. Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗ veränderter Abdruck...— 90.10 Das Dutzend 81.00. Hundert Stück 87.00. Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗ land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat. O.05 Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück §1.00. Die Verfaſſung der deutſchen ev.-luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗ merkungen.. 0.05 Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück p1.00. Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten v. J. 181⁊ꝰ⁊·.——t—.—.——.——.— 0.10 Zweiter Synodalbericht derſelben Synode v. J. 1848—.——.———.——. 0.10 Dritter Jahrgang des Lutheraner v. 1846 —1847. No. 8—26.—.— —.—.— 0.50 (Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.) Chriſtliches Concordienbuch, d. i. Symbol. Bücher der ev.-luth. Kirche, New Rorker Aus⸗ gabe, in gepreßtem Leder gebunden.... 1.25⁵ Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 2 Stücckkk 0.05 Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders abgedruckt), 2 Stück.—.—.—.— 0.05 Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn⸗ und Feſt⸗ tage des ganzen Jahres, New Rorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder. 2.00 Kirchen geſangbuch für ev.-luth. Gemein⸗ den, verlegt v. d. hieſ. ev.⸗luth. Gemeinde U. A. C., gebunden das Stückt... 0.7⁵ 100 Stück 562.50 gegen Baarzahlung. A B C Buch, New Aorker Ausgabe, das Stück.. 0.10 Im Dutzend.. 1.00 Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu Buffalo (in No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5. ausführlicher angezeigt).... Joh. Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem Alten und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck, New Yorker Ausgabe, im Einzelnen Im Dutzend.. Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms, brochirt unbeſchnitten....... Im Dutzend.. Spruch buch zum kleinen Catechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Miſſouri ꝛc. zu- Eu. von Paſtor Fr. Wyneken, das tück 0.2⁵ ..... 0.25 2.50 0.15 1.50 ů—j—̃—.—..—.——. 5 m Tußerv.- 22⁵ Gedruckt bei Arthur Olshauſen, Herausgeber des Anzeiger des Weſtens. 0.2⁰0