# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 05 11_S145 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) — des Gebets des Vaters für ihn, und der Mutter mütterlichen Warnungen, die er oft hörte, ging er doch immer tiefer in ſein Verderben. In dem ſechszehnten als dem letzten ſeiner Lebens⸗ jahre ward er gänzlich durch böſe Geſellſchaften hingeriſſen. An den Ketten der Sünde, wie ein Sclave, fortgeriſſen, ſtand er endlich im Begriff, um ſich in ſeinen ſündlichen Leidenſchaften durch den Widerſtand ſeiner frommen Eltern nicht mehr aufhalten zu laſſen, denſelben heimlich zu ent⸗ laufen. Aber der liebe Gott hatte ſich einen Zeit⸗ punkt erſehen, in welchem er nach dem Reichthum ſeiner herrlichen Gnade und Barmherzigkeit dem Verderben dieſes Jünglings Einhalt thun und die Seele desſelben retten wollte. An einem Abend erfuhr die Mutter etwas von ſeinen Bos⸗ heiten. Der Schrecken davon drang tief in ihr Herz. Sie konnte ſich der Thränen nicht enthal⸗ ten. Dies fühlte der Jüngling. Des folgenden Morgens kam er zu ihr und fragte: Ob er die Urſache ihres Kummers ſei? — Die Mutter, welche die Nacht im Gram und Sorge zuge— bracht, hatte den unwiderſtehlichen Trieb, den Sohn nach allem Vermögen zu warnen. Sie ergriff dieſe Gelegenheit, als hätte ſie Gott ihr geſchickt, und redete ihm nachdrücklich ans Herz; zeigte ihm ſein tiefes Verderben und die Rettungs⸗ mittel dagegen aus Gottes Worte. Der junge Menſch wurde gerührt. — Sein Gewiſſen er— wachte, er ſtand ſtill, wie jener verlorne Sohn, dachte über ſeinen Zuſtand nach, hielt aber ſeine Bekehrung für unmöglich, weil er glaubte, ſich zu tief ins Verderben geſtürzt zu haben. Unter der Bearbeitung der vorlaufenden Gnade Gottes, legte ihn der HErr mit den heftigſten Schmerzen im März 1785 auf das Krankenbette. Und die Gnade unſers lieben HErrn verherrlichte ſich an ihm auf eine erfreuliche Weiſe. Nachdem er mehrere Tage Höllenangſt in ſeinem Gewiſſen empfunden hatte, kehrte der Friede Gottes bei ihm ein. Ach Schade, Schade, rief er eines Tages aus, daß ich ſo lange den Weg des Verderbens gewandelt bin! Nun ſehe ich ein, wie mich die Welt und die Sünde betrogen hat; nun kömmt keiner von den Weltbrüdern, die mich zur Sünde verleitet haben; ſie ſtehen von ferne, und ſcheuen meine Plage. Hierauf nahm er von den Um⸗ ſtehenden Abſchied, und glaubte, ſie nicht mehr in dieſer Welt zu ſehen, und bat, alle Freunde unſers HErrn JEſu zu grüßen; verlangte auch, daß nach ſeinem nun bald zu erwartenden Ab⸗ leben das Lied: Wenn meine Sünd' mich kränken ꝛc., beſonders der Vers: Was kann mir denn nun ſchaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld iſt allzumal Bezahlt durch Chriſti theures Blut; Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual und Gluth. von den Chorſchülern ſollte abgeſungen werden. Er wurde gefragt, ob er das glauben könne, daß auch ſeine Sündenſchulden bezahlt ſeien? — Und er antwortete: Die Schuld iſt allzumal bezahlt durch Chriſti Blut. Man erwie⸗ derte: Er ſollte bedenken, daß er nun bald vor 1⁴⁴ dem Richterſtuhle Chriſti offenbar werden würde, wo er doch von allen ſeinen Handlungen, ja von ſeinem ganzen Leben, würde Rechenſchaft geben müſſen — ob er denn keine Furcht davor habe? Nein, antwortete er: Die Schuld iſt allzumal bezahlt Durch Chriſti theures Blut; Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual und Gluth. Dies war auch ſein Beichtgebet, da er an dem⸗ ſelben Tage das heilige Abendmahl aus den Hän— den des Oberconſiſtorialraths Silberſchlag erhielt. — Bei ſeinem Krankenbette ſtand einer ſeiner ehemaligen Mitſchüler. Du, mein Lieber! — ſo redete er denſelben an — du weißt, daß wir oft unſern HErrn IEſum entehrt haben; aber nimm nur an mir ein Beiſpiel, und werde durch meinen Schaden klug. Nun iſt es Zeit, daß du dich von ganzem Herzen zu unſerm Heilande wendeſt. Wirſt du es nicht thun, ſiehe, ſo werde ich einſt an jenem Gerichtstage wider dich zeugen; ich will an deinem Verlorengehen nicht ſchuld ſein; daher habe ich es dir geſagt. Du wirſt nicht an⸗ ders ſelig, als durch das Verſöhnungsblut un⸗— ſers HErrn JIEſu Chriſti. — Der Jüngling mußte dem Kranken die Hand reichen, und ver⸗ ſprach mit vielen Thränen, daß er umkehren wolle. Bei dem letzten Beſuche an ſeinem Auflöſungs-— tage, und da er ſchon im Begriff war, ſeine Hütte zu verlaſſen, weil ſchon der kalte Todes⸗ ſchweiß vor ſeiner Stirne ſtand, Hände und Füße kalt und die Augen gebrochen waren — ward er nochmals gefragt, ob er noch ſeiner Seligkeit ge— wiß ſei? — „Meine Schuld“, ſprach er wieder, „iſt allzumal bezahlt durch Chriſti theures Blut; daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Gluth.“ Weil der Schmerz zu heftig war, ſo konnte er nicht viel mehr ſprechen. Man erin⸗ nerte ihn noch an Gottes Verheißungen, und bat, daß er ſich nur als einen armen Sünder ſeinem HErrn JEſu überlaſſen ſollte. Man nahm Ab⸗ ſchied von ihm bis auf das fröhliche Wiederſehn vor dem Throne unſers HErrn JEſu Chriſti. Er entſchlief ſelig in ſeinem HErrn, den 16. März 1785, in einem Alter von ſechszehn Jahren drei Wochen. Da es, wie es nur Einen Gott und Einen HErrn und Eine Taufe, ſo auch nur Einen Glauben gibt, ſo geht man von dem Glauben ab, der der alleinige iſt, und indem mehrere Glau⸗ ben entſtehen, bewirken ſie durch ihr Daſein, daß es keinen mehr gibt. Hilarius von Poitiers (Pictarienſis, geſtorben 368). Diejenigen reſp. Empfänger des „Lutheraner“, welche ewa noch im Beſitz überzähliger Exem⸗ plare von Nro. 1, 2 und 5 des 6ten Jahrgangs ſind, werden angelegentlich erſucht, ſolche der Er— pedition dieſes Blattes entweder unfrankirt durch die Poſt oder auf andere Weiſe zugehen zu laſſen. F. W. Barthel. Empfangen für den Bau des deutſch evangeliſch⸗lutheriſchen College in St. Louis: Von der Gemeinde des Hrn. Paſt. Reißner in Perryville Mo., 52.00. Von Hrn. Gottlob Fiehler in Paitzdorf, Perry Co., Mo., 50 Cts. Von der Gemeinde des Hrn. Paſtor Wege in Benton Co., Mo., Zte Sendung P5.00. Von Hrn. Julius Gritzner 51.00. Von den Gemeinden des Hrn. Paſt. Hattſtadt in und um Monroe, Mich., 511.00. Von der ev.-lutheriſchen Gemeinde zu Schaumdurg, Nl., erſte Sendung 56.00. Von der ev.-lutheriſchen Gemeinde zu Coopers Grove, Ill., erſte Sendung 4.00. Von Hrn. Paſt. Volkert in Wickliffe, Cook County, Ill., 51.00. E. Roſchke, Caſſirer. Erhalten zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe: FP6i.00 von den Gemeinden des Hrn. P. Hattſtädt in und um Monroe, Adrian, Mich. PI1.65 Collecte bei H. E. Hochzeit in St. Louis. P1.00 von Hrn. G. Paliſch in Dr. 51.50 von Uugenannt. 52.50 von Hrn. Paſt. Meyer in Benton Co., Mo. o. 50 von der Gemeinde in Baltimore, Md. 52.00 von Hrn. A. H. 5I2.00 für die Miſſion in Frankenmut durch Hrn. Paſt. A. Schmidt in Cleveland, geſ Gliedern ſeiner Gemeinde an Hrn. Paſt. Crämer ein⸗ geſandt. Bezahlt. Den 5. Jahrg. Hr. Anton Kern. Die 2. Hälfte des 5. und 1. Hälfte des 6. Jahrg. Hr. Chr. Harmening. Den 6. Jahrg. Die HH. Paſt. Albrecht, J. H. Berg⸗ mann, H. Bartling, W. Brodbeck, John Beck, Paſtor Braaſch, Paſt. Hattſtädt (2 Ex.), M. Hainlein 50 Cts., J. Heim, Henkel, John Hahn, Paſt. F. Hoffmann, Anton Kern, C. Klett, Frau Kehrer, J. Kism odel, F. Louis, H. G. Meyer, Eberh. Muhly, Gottfr. Oechsiy, H. Ruppel, Paſt. Schmidt, J. G. Schneider, Stephan Strauch, Conrad Tatge, H. Thiemeyer, Paſt. Weimer, Hermann Walteen, P. Weihrich, Weckeſſer, Henry Wettling, Frd. Wettling, John Wettling. Die 2. Halfte des 6. und 1. Hälfte des 7. Jahrg. Hr. Georg Willmann. Bücher und Pamphlets zu haben in der Erpedition des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗ veränderter Abdruck....—— 50.10 Das Dutzend 51.00. Hundert Stück 7.00. Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗ land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat.. Das Dutzend 50 Cis. 25 Stück P1.00. Die Verfaſſung der deutſchen ev.⸗-luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗ merkungen n Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück §l.00. Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth. Syn ode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten v. J. 18⁴7 Zweiter Synodalbericht derſelben Synode v. J. 1848 0.05 0.05 0.10 0.10 0.50 C‚ „ Dritter Jahrgang des Lutheraner v. 1846 847. No. 826 (Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.) Chriſtliches Kth. Kirche d. i. Symbol. Bücher der ev.⸗luth. Kirche, New Rorker Aus⸗ gabe, in gepreßtem Leder gebunden .. Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 2 Stück.— Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders abgedruckt), 2 Stück.. Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn- und Feſt- tage des ganzen Jahres, New Rorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder....——.—.— Kirchen geſangbuch fürev.⸗luth. Gemein⸗ den, verlegt v. d. hieſ. ev.⸗luth. Gemeinde U. A. C., Hbur des Stück. 100 Suct 862.50 gegen Baarzahlung. A B C Buch, New Yorker Ausgabe, das Stück.. 0.10 Im Dutzend.. 1.00 Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu Buffalo (in No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5. ausführlicher angezeigt)....—.Y—— Jo h. Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem Alten und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck, New Norker Ausgabe, im Einzelnen Im Dutzend.. Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms, brochirt unbeſchnitten..—.—.—.— Im Dutzend.. Spruch buch zum kleinen Catechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Miſſouri ꝛc. zu⸗ ſammengetragen von Paſtor Fr. Wyneken, das 1.25⁵ 0.05 0.05 2.+.2+.—. 0.²⁰ 2.2⁵ Im Dutzend.. Gedruckt bei Arthur Olshauſen, Herausgeber des Anzeiger des Weſtens.