# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 05 11_S142 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) meinden in Pennſylvanien““ entworfen, und zeigt unzweideutig, was ſie mit der „„ungeän⸗ derten Augsburgiſchen Confeſſion““ meine, auf die er ſich hier bezieht, und welche jetzt noch ſtets ein Theil des Fundamentalgeſetzes aller unſerer älteſten Gemeinden in Pennſylvanien, New Jerſey, Maryland und. Virginien iſt, wie dieſes wohl bekannt iſt Allen, welche ihre Geſchichte unter⸗ ſucht haben, was auch S. S. S. nicht zu leug⸗ nen wagt. Nun nehme man alle dieſe That⸗ ſachen zuſammen in Verbindung mit Dr. J. D. Kurtz's Erklärung, die noch darauf folgt, mit Beziehung darauf, was zu ſeiner Zeit, im Aus⸗ gang des achtzehnten Jahrhunderis, der aner⸗ kannte Zweck und rechte Gebrauch „„der ſymbo⸗ liſchen Bücher der lutheriſchen Kirche““ geweſen ſei, ſo wird die völlige Grundloſigkeit dieſer wie⸗ derholten Behauptung, „„daß die Väter unſerer Kirche (in dieſem Lande) bald larere Anſichten über Verbindlichkeit zu den ſymboliſchen Büchern gehegt hätten““, ſogleich einleuchten. Im Ge⸗ gentheil, ſie blieben denſelben treu länger als hundert und fünfzig Jahre, nach der er⸗ ſten Gründung unſerer Kirche an den Ufern des Delaware, und fünfzig Jahre wenigſtens nach Mühlenberg's Ankunft in Philadelphia. Auch iſt nicht ein Schatten des Beweiſes vorhanden, daß dieſer ehrwürdige Patriarch je für einen Augenblick von den Anſichten abging, welche er zuerſt über dieſe Sache hatte; wohl aber viel Be⸗ weis für das Gegentheil. Daß der Glaube der Kirche ſpäter ſehr erſchüttert wurde durch man⸗ ncherlei Urſachen, beſonders durch das Eindringen des Rationalismus, haben wir nie geleugnet.“ (Eingeſandt.) Nothgedrungene Widerlegung und Berichtigung. In einem Miſſionsblatte der reformirten Kirche, genannt „The Western Missionary of the German Reformed Church“, Columbus, Ohio, December 15. 1849, findet ſich folgen der unwah⸗ rer Bericht über meine kirchliche Handlungsweiſe, den ich mich gedrungen fühle zu widerlegen, der Wahrheit zur Ehre. Ein gewiſſer Mr. Adam nämlich ſchreibt unter Anderem in ſeinem eingeſendeten Bericht über ſeine Miſſionsarbeit in Huntington, Indiana, Folgendes: „Das Herz dieſer Leute (nämlich der Refor⸗ x mirten in Huntington) iſt oft verwundet worden durch das unedle und unchriſtliche Betragen eines gewiſſen Dr. S., der die deutſche reformirte Kirche lächerlich machte. Er predigte vor Kurzem in kungen ſagte er: Ihr, die ihr Lutheraner ſeid, ſiehet auf! auf welches Begehren etwa zehn bis zwölf aufſtanden. Er ſagte dann: Wir ſind Lu⸗ theraner, und wir wollen auch Lutheraner bleiben, die Andern ſind alle verloren. „Derſelbe S. predigte im Nordoſten von Fort Wayne in Pfaff's Settlement. Hier begehrte Vater Pfaff, daß ſein Enkel, deſſen Vater geſtor⸗ ben war, getauft werde. Die Wittwe mit ihrem Vater erſchienen vor Mr. S., weil ſie keine Ge⸗ Huntington, und in dem Verlaufe ſeiner Bemer⸗ 14¹ legenheit hatten, der Kirche ihrer Wahl ſich zu bedienen. „Mr. S. fragte ſie: Seid ihr Lutheraner? — Nein! wir ſind reformirt. — Dann kann dieſes Kind nicht getauft werden; denn die Reformirten haben den rechten Glauben nicht; ſie ſind alle verloren! Das Herz der Mutter, die erſt kürzlich durch den Tod ihres Mannes in Trauer verſetzt worden war, wurde dadurch ſchmerzlich angegrif⸗ fen und gekränkt. Der Großvater ſtand ganz erſtaunt da und ſagte, er habe nie gewußt, daß ein ſo großer Unterſchied zwiſchen der deutſchen reformirten und der lutheriſchen Kirche ſei. Dar⸗ auf aber erwiderte Mr. S.: Ich kann dies Kind nicht taufen, es ſei denn, daß ich es taufe auf den lutheriſchen Glauben. „Auf dieſe Weiſe, lieber Bruder, werden die Schaafe und Lämmer unſeres Zions hier im Weſten von den vorgeblichen Freunden des Evangeliums behandelt.“ Was nun zunächſt dieſe letzte ſogenannte That⸗ ſache betrifft, ſo iſt ſie keine, ſondern eine offenbare Erdichtung; denn ich kenne keinen Vater Pfaff, noch habe ich je in ſeinem Settlement gepredigt, und eben ſo wenig weiß ich etwas von jenem Taufbegehren, ſammt allen Nebenumſtänden. Lu⸗ theriſche Praxis iſt es allerdings, reformirte Eltern, die bei dem Mangel eines reformirten Predigers ihr Kind von einem lutheriſchen ge⸗ tauft zu haben begehren, über den Unterſchied der Lehre von der Taufe zu berichten und ihnen die lutheriſche Lehre an's Herz zu legen, die auf Gottes Wort gegründet iſt, wie es lautet. Denn nur alſo kann es geſchehen, daß ſie erkennen, welch' ein edler Schatz ihrem Kinde durch die heilige Taufe mitgetheilt wird, und daß ſie, ob Gott will, einſehen, daß und wie ihre Kirche hierin irre, und die lutheriſche recht lehre. Ohne ſolchen Unterricht könnte zudem der lutheriſche Prediger auch als ein gleichgültiger Unioniſt und Glaubensmenger erſcheinen, der auch in der Lehre von der Taufe mit den Lutheranern lutheriſch und mit den Reformirten reformirt ſei, oder doch den Unterſchied der Lehre nicht hoch anſchlage, in⸗ dem er ohne nöthigen Vorbericht und Verwah⸗ rung ſeines confeſſionellen Gewiſſens ein Kind reformirter Eltern ohne Weiteres tauft. Wider⸗ ſprechen nun aber die berichteten Eltem nicht bös⸗ lich und muthwillig, ſo ſoll er ſich, um das Kind der Taufe nicht zu berauben, an ihrem als Zu⸗ ſtimmung vorausgeſetzten Schweigen und ſeiner Verwahrung genügen laſſen und die Taufhand⸗ lung an dem Kinde vollziehen. Was ferner die mir auch hier angedichteten Worte betrifft: „Die Reformirten ſind alle verloren!“ ſo habe ich die⸗ ſelben niemals und nirgends ausgeſprochen; denn zalle treuen Lutheraner bekennen mit Luther, daß nicht die theilweiſe Unwiſſenheit und der Mangel an Erkenntniß aller Stücke der Heilslehre, ſon⸗ dern das wiſſentliche Feſthalten und Vertheidigen des Irrthums den Verluſt der Seligkeit nach ſich zieht. Es gibt deshalb ſicherlich auch unter den Reform irten echte Kinder Gottes, die ſich als arme Sünder auf den zweiten Artikel werfen und von Herzen an den auch für ſie Gekreuzigten und Auferſtandenen glauben, obwohl ſie vielleicht über die falſche Lehre ihrer Kirche von den heiligen Sacramenten entweder in Unwiſſenheit ſich be⸗ finden, oder die, als verborgene Lutheraner, durch beſondere Gnadenleitung des Heiligen Geiſtes und in kindlichem Glauben den Einſetzungswor⸗ ten, wie ſie lauten, anhangen und vor der betref⸗ fenden Irrlehre ihrer Kirche bewahrt bleiben. Umgekehrt dagegen wiſſen die wahren Lutheraner eben ſowohl, daß leider im Bereich der lutheriſch genannten Kirche gar Viele ſind, die eine völlige Erkenntniß der reinen Lehre haben, doch aber, weil ſie nicht den rechtfertigenden Glauben an den HErrn Chriſtum im Herzen tragen und bewah⸗ ren, gerade verloren gehen. — In Hinſicht nun auf die erſte Geſchichte in Huntington, ſo iſt Folgendes der wahre That⸗ beſtand: Im Jahre 1846 (alſo nicht vor Kurzem) pre⸗ digte ich allerdings in Huntington; und da außer den vorhandenen Lutheranern auch Unirte — ob eigentlich Reformirte, iſt mir nicht mehr genau erinnerlich — das heilige Abendmahl begehrten, ſo that ich zuerſt einen beſondern Unterricht über das Schriftgemäße der lutheriſchen und das Schriftwidrige der reformirten Lehre und der jetzigen Union, verlangte darnach von den nicht⸗ lutheriſchen Zuhörern die Anerkennung jener und die Mißbilligung dieſer und verhielt ihnen auch ſchließlich nicht die nothwendige Erklärung, daß ſie durch den Abendmahlsgenuß aus meinen Händen und mit einer lutheriſchen Gemeinde allerdings thatſächlich aus ihrer bisherigen kirch⸗ lichen Gemeinſchaft aus- und in die lutheriſche Kirche einträten. Bei dieſer Gelegenheit nun forderte ich zuletzt alle, die auch dieſe letzte Erklä⸗ rung als wahr und nothwendig erkannten, auf, dieſes durch Aufſtehen zu bezeugen. Kein Wort aber iſt wahr, daß ich geſagt hätte: „wit ſind Lutheraner und wollen auch Lutheraner bleiben, die Andern ſind alle verloren“. Möchte doch der Einſender dieſer Lügen, Herr Adam, nicht fernerhin bei ähnlichen Gelegenheiten ſeinem „alten Adam“ ſo bereitwillig folgen, einſeitig gehörten und theils erdichteten, theils gefälſchten Erzählungen nicht nur für ſich alsbald Glauben zu ſchenken, ſondern ſie auch als gewiſſe Thatſachen für den Druck einzuſenden. Fürwahr, in ſolchem leichtfertigen Verfahren iſt nichts von chriſtlicher Liebe und Beſonnenheit, ja nicht ein⸗ mal von gemeiner Gerechtigkeit und Billigkeit zu ſpüren; denn wenn man nur nach dieſer letzteren die Sache betrachtet, ſo mußte Herr Adam ent⸗ weder ſchweigen oder zuvor mich befragen, ob dem ſo ſei, wie er gehört habe? Aber ſo zuverſichtlich iſt dieſer Herr Adam, daß er nicht einmal ſchreibt: „nach den Erzählungen hieſiger Leute ſoll es Dr. S. aus Fort Wayne ſo und ſo gemacht haben“, ſondern als ſei er ſelbſt Augen- und Ohrenzeuge geweſen, und als ſeien jene Verdrehungen und Erdichtungen gewiſſe, geſchichtliche Wahrheit, alſo werden ſie dem Leſer vorgeführt. Solch blinder Partheieifer aber muß wohl⸗ und recht⸗ gethan heißen, wenn man nur die ſogenannten Altlutheraner verdächtigen kann, die doch nichts