# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 04 27_S136 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Pferde geſtürzt und getödtet, und Julianus auf der Flucht von Straßenräubern umgebracht. Joh. Gerhard. loc. th. tom. VI. pag. 869. * (Eingeſandt.) Kircheinweihung. Nachdem am 3. Juni des vorigen Jahres der Grundſtein zu einer veutſch evangeliſch-lutheriſchen Kirche in St. Charles, Mo., feierlich gelegt wor⸗ den war, hatten wir die Freude, am 3. Febr. d. J. das vollendete Gebäude dem Dienſte des HErrn übergeben und weihen zu können. Es war dieſer Tag der kälteſte des verfloſſenen Winters in un⸗ ſerer Gegend, ein Probirſtein aufrichtiger Theil⸗ nahme; doch waren von mehr als ſechs Meilen Entfernung Theilnehmende anweſend. Von den zur Erhöhung der Feier eingeladenen Paſtoren hatten zwei theure Freunde alle Schwierigkeiten zu überwinden gewußt: Herr Profeſſor P. Walther und Herr P. Fick, aber durch die plötzliche toͤdt⸗ liche Erkrankung des Letzteren unter Weges auf⸗ gehalten, erſt nach dem Hauptgottesdienſte bei uns eintreffen können. Der Text der Weihpredigt war Pf. 84, A., aus welchem der Paſtor des Orts der Verſammlung 1. das friedeloſe Irren in der Fremde derjenigen, die den Altar des HErrn als ihre Heimath nicht wiſſen, und 2. die wahre ſelige Heimath bei den wahren Gottes⸗ Altären ans Herz zu legen ſuchte. Des folgenden Tages hörten wir aus dem Munde des Herrn P. Walther die Erklärung des Evangeliums Sera⸗ geſimä, auf Grund deſſen derſelbe ſprach: „Von der großen ſeligmachenden Kraft des Wortes Gottes, und zwar, 1. wie groß dieſe Kraft ſei, 2. warum aber dennoch ſo viele dieſe Kraft nicht zu ihrem Heile erfahren, und endlich 3. an wem ſich dieſelbe allein als eine ſeligmachende erweiſen könne.“ ö Das Gebäude iſt aus Bruchſteinen, von 38 Fuß Breite, 45 Fuß Länge und 21 Fuß innerer Höhe mit 15 Fuß hohen Spitzbogenfenſtern. In ſei⸗ nem Eckſtein trägt es das Bekenntniß zum un⸗ gefälſchten ſeligmachenden Worte Gottes, das Bekenntniß der wahren Kirche. Möge der alte kirchliche Geiſt, auf den der Styl der Fenſter und des Altares deuten, der im Wort, Sacrament, Liturgie und Lied getragen wird, die zu dieſem Hauſe gehörigen lebendigen Bauſteine je mehr lebenskräftig durchdringen, damit ſie ein Fels werden, an dem jeder Sturm des profanen Schwärmergeiſtes ſich bricht, der auch hier wild umherbrauſ't, „leichtfertig wie Waſſer“. 1 Moſ. 49, 4. Rud. Lange. Ein Schüler als Krankentröſter. Während einer Krankheit wünſchte Bengel, als er noch Lehrer in der Kloſterſchule war, den Zu⸗ ſpruch eines Predigers, es war aber Niemand zu haben, als ein Kloſter⸗Schüler (alumnus); er verlangte daher, dieſen herbeizurufen. Als er kam, forderte Bengel ihn auf, er ſolle ihm zu⸗ ſprechen. Der Jüngling aber erwiederte: „Wie könnte ein Alumnus dem Herrn Präceptor zu⸗ 135⁵ ſprechen?“ — „Ey“ — ſagte Bengel — „das wäre doch eine Schande, ein Student ſein, und keinen Zuſpruch geben können.“ In ſeiner Noth hub endlich der Student an: „Das Blut IEſu Chriſti macht uns rein von allen Sünden.“ — „Nun jetzt iſt's recht, ich habe genug“ — ſagte Bengel, und entließ den Studenten freundlich. * Glaub und Liebe gehören zuſammen, und wo eines nicht iſt, da iſt gewiß das andere auch nicht, wir ſtellen uns wie wir wollen. Georg Spatolin. Schrift und Geiſt. 1 Cor. 15, 3. 4. Hie höreſt du ja auch, daß Paulus die Schrift für ſein ſtärkſtes Zeugniß führet, und zeiget, daß kein Beſtand iſt, unſere Lehre und Glauben zu er⸗ halten, denn das leibliche oder ſchriftliche Wort in Buchſtaben verfaſſet, und durch ihn oder Andere mündlich geprediget. Denn es ſtehet hie klar: Schrift, Schrift. Schrift iſt aber nicht eitel Geiſt; davon ſie geifern, der Geiſt müßte es allein thun, die Schrift ſei ein todter Buchſtabe, und könne nicht das Leben geben. Rühme aber nicht viel vom Geiſte, wenn du nicht das äußerliche offenbare Wort haſt, denn es wird gewißlich nicht ein guter Geiſt ſein, ſondern der leidige Teufel aus der Hölle. Denn der Heilige Geiſt hat ja ſeine Weisheit und Rath und alle Geheimniſſe in das Wort gefaſſet und in der Schrift offenbaret, daß ſich Niemand zu entſchuldigen, noch etwas anderes zu ſuchen und zu forſchen hat. Luther. * (Eingeſandt.) J Eſuslied. O JeEſu, ſel'ges Himmelslicht, Erleuchte mir Dein Angeſicht, Daß ich in Deiner Wahrheit Glanz Erkenne Deine Liebe ganz. Noch ehe Du dit Welt gemacht, Haſt Du auch meiner ſchon gedacht; Noch eh' die Sonn' am Himmel ſtand, Da haſt Du auch ſchon mich gekannt. Du haſt mich je und je geliebt, Obgleich Dich meine Sünd' betrübt; Und als Du ſaheſt mich verdammt, Da iſt Dein Herz in Lieb' entflammt. Du ſtiegſt von Deinem Königsthron, Und wurdeſt einer Jungfrau Sohn, Du kamſt in meine Noth herab, Und littſt für mich bis an Dein Grab. Du nahmeſt meine Schuld auf Dich, Und duldeteſt am Kreuz für mich; „Vergieb ihm, Vater“, flehteſt Du Für mich auch Deinem Vater zu. Du ſchloſſſt mich in Dein treues Herz, Und rangſt mit meinem Todesſchmerz, Haſt mich entſündigt durch Dein Blut, Geſtillt des Richters Zornesgluth. In Dir find' ich mein wahres Sein, In Dir bin ich gerecht und rein, Und werde einſt nach Deinem Bild Schön, heilig, ſelig, ſanft und mild. Mein Leben fähret raſch dahin, Mein Troſt iſt, daß ich in Dir bin; Ich werde, bleib' ich in Dir nur, Theilhaftig göttlicher Natur. Ohn' Dich bin ich ein armes Nichis, Verderbt und todt, baar alles Lichts: Verwirf mich nicht, HErr JEſu Chriſt, Der Du mein Ein' und Alles biſt. Es ſpreche, HErr, Dein ſüßer Mund Dein Wort in meines Herzens Grund, Daß meine Seel' davon entbrennt, Dich gläubig ihren Heiland nennt. Komm zu mir, ſchöner Gnadenſtrahl, Und halt mit mir das Abendmahl; Vereinige mich ganz mit Dir, Und wohn' und leb' allein in mir. Mit Dir bin ich gekreuzigt nun; An Deinem Herzen laß mich ruh'n: Dein Leiden, Sterben, Auferſteh'n Das laſſ' mich ſtets vor Augen ſeh'n. Ich weiß nicht, was ich beten ſoll, Mein Herz iſt tiefer Seufzer voll: Vertritt, o JEſu, mich bei Gott, Und klag dem Vater meine Noth. Gewinne, HErr, in mir Geſtalt, Und mach' mich ſtark durch Dein' Gewalt, Daß ich Dir fröhlich dank und ſing', Und ſelig meinen Lauf vollbring'. Und wenn ich ſterb', reich mir die Hand Und trag mich in mein Vaterland, Daß ich an Deiner Lieb' und Treu' Mit allen Heil'gen mich erfreu'. H. Fick. 2—— „Für den Lutheraner als Erwiederung auf Paſtar Kunz'ens Einſendung.“ Unter dieſer Ueberſchrift iſt uns der unten fol⸗ gende Aufſatz von Herrn C. J. F. Iſenſee, Prä⸗ ſidenten der Indianapolis⸗Synode, zugeſendet worden. Wir haben erſt angeſtanden, die Ein⸗ ſendung aufzunehmen; theils aus Liebe und Ach⸗ tung gegen mehrere Glieder der genannten Sy⸗ node, theils aus Sorge, daß manche unſerer lie⸗ ben Leſer an dem Spotte, welchen Herr Iſenſee am Schluſſe ſeiner Entgeguung mit dem Heiligen treibt, ein ſchädliches Aergerniß nehmen könnten. Endlich ſind wir aber doch zu der Ueberzeugung gekommen, nicht nur, daß es nöthig ſei, nicht durch Zurückweiſung einer ſein ſollenden Verthei⸗ digung den Schein der Ungerechtigkeit und Par⸗ theilichkeit zu geben, ſondern daß es auch ſowohl Gliedern der Indianapolis⸗Synode, als anderen Leſern von Nutzen ſein dürfte, die Geſinnung eines Mannes kennen zu lernen, den eine ganze, lutheriſch ſich nennende Spnode an ihre Spitze geſtellt hat. Die Einſendung lautet nach Aus⸗ tilgung mehrerer groben orthographiſchen Schnitzer in ſonſt diplomatiſch genauem Abdrucke, wie folgt: ö „In Nro. 15 des „Lutheraner“ vom 19. März 1850 befindet ſich ein Artikel: die Indianapolis⸗ Synode.“ Herr Kunz bemüht ſich, Licht zu ver⸗ breiten, daß der Präſes der Indianapolis⸗Synode bei Verweigerung der ehrenvollen Entlaſſung des Herrn Kunz nur Einen Grund angegeben habe u. ſ. w. —Herr Kunz! habe ich weiter nichts geſagt, als was Du in dem Artikel anführſt? Ich frage —