# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 03 05_S112 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) auch von ihrem Irrthum, darein ſie gefallen, nüchtern zu werden ſich genöthigt fänden. Aber ich weiß nicht, wie es gekommen, da er ſonſt der⸗ gleichen in ſich nicht gewohnt war, daß er damals ſehr verdrüßlich und erbittert im Gemüth gewor⸗ den iſt. In ſolchem Zuſtande legte er ſich ſchlafen; denn es war Abend. Gegen Mitternacht, da er gewohnt war, zum Gebete munter zu werden, er⸗ wachte er zwar und ſtand auf, hatte aber einen unruhigen und unterbrochenen Schlaf gehabt, nicht ohne Zerrüttung des Gemüths. Da er nun alſo im Gebet und in der Zuſammenſprache mit Gott nicht genugſam auf ſeiner Hut ſtand, ſprach er mit Entrüſtung bei ſich ſelbſt, im Zorn über jene beiden Sünder: „Es iſt nicht recht, daß dieſe gottloſen Menſchen, welche die richtigen Wege des HErrn verderben, noch leben ſollen; und bat darauf Gott, daß er beider Leben durch ein Gewitter und Blitz gänzlich vertilgen wollte. Alsbald, nachdem er dieſes geſagt, — berichtete er — ſah er plötzlich, wie das Haus, darinnen er war, anfangs heftig erſchüttert, und darauf von oben zu durch einen Blitz mitten von einan⸗ der geſpalten wurde; und ein großes lichtes Feuer fiel vom Himmel — denn nun ſtand er unter freiem Himmel — zu ihm herab, den Him⸗ mel ſelbſt aber ſah er offen ſtehen und IEſum in der Mitte desſelben ſitzen, mit unzähligen Engeln und vollendeten Seligen umgeben. Mit Ver⸗ wunderung ſchaute er aufwärts. Als aber Kar⸗ pos ſeine Augen wieder niederſchlug, ſah er laut ſeines Berichts den Boden, als einen großen und finſtern Abgrund, von einander geſpalten, und die Männer, welchen er geflucht hatte, vor ſich ſtehen am Rande der großen Kluft, zitternd und in jammervoller Geſtalt, als ob ſie wegen des un⸗ gewiſſen Standes ihrer Füße gleich hinunter ſtür⸗ zen ſollten. Ferner ſah er aus dem Abgrunde Schlangen hervorkommen, die ſich theils um ihre vorhin ſchon ungewiſſen und gleitenden Füße her⸗ umwickelten und fortzuziehen trachteten, theils ihnen mit ihren Zähnen, Schwänzen, Rachen, Kehlen, Zungen und ganzer Lebensbewegung einen entſetzlichen Schrecken einzujagen ſchienen, demnach auf alle Art und Weiſe ſich bemüheten, ſie hinunterzuſtürzen. Es waren auch einige Männer da, welche ebenfalls auf ſie losſtürmten ſammt den Schlangen, und ſie ängſteten, ſtießen und ſchlugen. Sie ſchienen ſomit dem Falle ganz nahe zu ſein, theils durch Gewalt und wider Willen, theils auch freiwillig, als welche vom Uebel allmählich gezwungen und gedrungen wur⸗ den. Es meldete aber Karpos, als er ſolches unterwärts mit angeſehen, habe er ſich daran er⸗ götzet und das Obere aus der Acht gelaſſen; ja, es habe ihn heftig verdroſſen, daß ſie gleichwohl nicht hinunterſtürzten; und als er zum öftern ge⸗ reizt wurde, und ſich ſelbſt anſtrengte, ſie hinein⸗ zuſtoßen, aber vergeblich, habe er ſolches gar übel empfunden und ſie verflucht. Siehe da, kaum daß er die Augen wieder aufwärts ſchlug, ſahe er den Himmel, wie zuerſt; aber IEſum, voll Er⸗ barmung über dem, was geſchah, von ſeinem himmliſchen Throne aufſtehen und zu jenen her⸗ unterfahren und ihnen ſeine gnädige Hand reichen, 11² indem die engliſchen Heere mithalfen und die zwei Männer erhielten; IEſus aber, mit dargereichter Hand noch ſtehend, ſprach zu Karpos: Nun ſchlage auf mich los, denn ich bin bereit auch zum anderen Male um des Heils der Menſchen willen zu leiden; ſolches iſt mir angenehm, wenn andere Menſchen nur nicht mehr ſündigen; du aber ſchaue her, ob es dir vorträglicher ſei, die Woh⸗ nung dieſes Abgrunds bei den Schlangen vorzu⸗ ziehen der Geſellſchaft Gottes und der guten und liebreichen Engel? — Dieſes habe ich von ihm gehöret (ſchließt Dionyſius), und glaube, daß es wahr ſei. Wahrheitszeugen im Pabſtthum. Als der berühmte Würtembergiſche Theolog Johannes Brentius mit mehreren anderen evan⸗ geliſchen Theologen im Jahre 1560 das Kloſter Rorhalden beſuchte, fand er über der Thür in Stein gehauen eine alte Inſchrift, welche alſo lautete: Ex merito Christi tantum salvamur abunde, Ergo tuis factis ne fidas, optime frater! Welche Worte der alte Michael Sachſe folgender⸗ maßen verdeutſcht hat: Durch Chriſti kräftiges Verdienſt allein Werden wir vor Gott gerecht und rein Und geh'n zu dem Himmel ein; Drum, lieber Wruder, nicht gründe dich Auf eigne Werke ſtolziglich, Denn ſie halten für Gott nicht Stich. Brentius benutzte ſogleich dieſe Inſchrift, den Prior und die Mönche des Kloſters zu überzeu⸗ gen, daß die Lehre von der Rechtfertigung aus Gnaden durch den Glauben allein ohne alle Werke nicht eine neue, erſt von Luther erfundene, ſon⸗ dern die Lehre der wahren Kirche aller Zeiten und wie thöricht es daher ſei, durch Kloſtergelübde und andere Werke den Himmel ſich verdienen zu wol⸗ len. Zwar wurden jedoch die ſelbſtgerechten Klo⸗ ſterbrüder hierüber ſchaamroth, aber die einige Wirkung war, daß ſie den Stein mit ſeiner In⸗ ſchrift, die ſie vormals oft gedankenlos geleſen hatten, nun wegnehmen und zerſchlagen ließen. Aus Verſehen iſt am Schluſſe der Ar⸗ tikel: „Die Pfarrer ſind ſelbſt nicht einig“; und: „An Mitteln fehlts ihm nicht“, die Angabe, daß dieſelben dem Wucherer'ſchen Sonntagsblatt ent⸗ nommen ſind, in voriger Nummer weggeblieben. Berichtigung. Im Zten Synodalberichte der Synode von Miſſouri ꝛc. ſollte es Seite 22, Spalte 2, Zeile 8 von unten, heißen: Gemeinde Kosciusko, Marſhall Co., Ind., P6.00. (Der fehlende 51.00 wird in nächſter Rech⸗ nung vereinnahmt.) Veränderte Adreſſen: Rev'd A. Hoyer, Long Green P. O., Baltimore Co., Md. Rev'd Gottlieb Schaller, Baltimore, Md. Rev'd N. Volkert, ö Wickliffe, Cook Co., IIl. Briefkaſten. Hr. P. J E. W. Br. über 57.00 ſoll ſ. Z. erfolgen. Hr. P. G. K. S. . . in Marſhall Co., Ind. Ihr Brief mit 57.00 für die Miſſions⸗Caſſe und 48.00 für den Lutheraner iſt nicht eingetroffen Die Quittung und wahrſcheinlich „abhanden“ gekommen. Um letztere Poſt in Wegfall bringen zu können, wird ſich noch genauere Angabe der einzelnen Beträge und Namen erbeten. Empfangen für den Bau des deutſch evangeliſch-lutheriſchen College in St. Louis: Von der Gemeinde des Hrn. Paſt. J. G. Böhm in Mayville, Dodge Co., Wis., 51.15. Von der Winwe Sperber in St. Louis 52.00. Von Hrn. Jakob Beck in Columbia, Ill., 510.00. Von einigen Gliedern der Ge⸗ meinde in Columbia, Ill., 52.35. Von Hrn. Paſt. Geyer in Lebanon Town bei Watertown, Wis., 55.00. Von der Gemeinde 15821•2 Franklin Co., Mo., durch Hrn. Paſt. Dr. Stibolt 521.25. Von der Gemeinde in Paißdorf, Perry Co., Mo., durch Hrn. Paſt. Gruber 82.15. Von Hrn. Heinrich Conrad Krannes 95 Cts. Von der lutheriſchen Gemeinde in Philadelphia, Pa., durch Hrn. Paſt. Schaller 10.50. E. Roſchke, Kaſſirer. Erhalten zur Synodal-Miſſions-Caſſe: 31.75 von Hrn. Paſt. Johannes und ſeiner Gemeinde. 51.00 von Hrn. C. A. Roſchke. 56.00 von den Gemeinden des Hrn. Paſt. Hantſtädt in und um Monroe und Adrian, Mich. 51.00 von Hrn. Bethe in Franklin Co., Mo. Bezahlt. Den 4. Jahrg. Die HH. Binder (2. Hälfte), Beck. Den 5. Jahrg. Die HH. Binder, Beck, Erdm. Pan⸗ kow, P. Schaller (Ex. 6). Den 6. Jahrg. Die HH. Jakob Beck, P. Brauer, Beck (4. Hälfte), Dr. Hunger, H. Krage, Erdm. Pankow, P. Stübgen, P. Schaller (6 Ex.), G. M. Sus, A. Wagner. Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, u veränderter Abdru....... 1 Das Dutzend 51.00. Hundert Stück 47.00. Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern r Vater⸗ land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat.. Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück §1.00. Die Verfaſſung der deutſchen ev.luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗ merkungen. . ᷑—. . — —.——— Das Dutzend 50 Cis. 25 Stück P1.00. Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten v. J. 1847——.———.—.—.—.—.— Zweiter Synodalbericht derſelben Synode v. J. 18489..—— — .—..— Dritter Jahrgang des Lutheraner v. 1846 —1847. No. 826 (Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.) Chriſtliches Lonae deee n. d. i. Symbol. Bücher der ev.⸗-luth. Kirche, New Rorker Aus⸗ gabe, in gepreßtem Leder gebunden ... Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 2 Stück...... —.—..— Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche (aus No. 9. des Lutherauer beſonders abgedruckt), 2 Stück...... Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn⸗- und Feſt⸗ tage des ganzen Jahres, New Norker Ausgabe, gebunden in Kalbleder...... Kirchengeſangbuch für ev.⸗luth. Gemein⸗ den, verlegt v. d. hieſ. ev.⸗luth. Gemeinde U. A. C., gebunden das Stück.... 100 Sut 865.50 gegen Baarzahlung. A B C Buch, New Rorker Ausgabe, das Stück.. 0. Im Dutzend.. 1 Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu Buffalo (in No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5. ausführlicher angezeigt).....—.—. Joh. Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem Alten und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck, New Rorker Ausgabe, im Einzelnen Im Dutzend.. Dr. Martin vuthers Auslegung des 90. Pſalms, brochirt unbeſchnitten...i)—...—.— Im Dutzend.. Spruch buch zum kleinen Catechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Miſſouri ꝛc. zu- Su von Paſtor Fr. Wyneken, das tü •J2JJ.Jqqᷓ2ñP—hf4—— —ᷓͤ—..—. 0.05⁵ •....„* 1.25 0.05 0.05 0.⁰ Im Dutzend.. 2.25 Gedrudt bei Arthur Olshauſen, perausgeber des Anieiger des Weſent.