# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 02 05_S95 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Antwort: Wenn er ſie hinlänglich darüber belehrt hat, ſchiebe er die Sache in ihr Gewiſſen. Außer den vorangeführten Punkten kam zwar noch mehreres zur Sprache; es ſollte ſolches jedoch nicht mitgetheilt werden. Gott aber wolle Alles, was zur Stärkung unſeres Glaubens ꝛc. geſprochen worden, mit ſei⸗ nem reichen Segen krönen. Ludwig W. Habel, als Seeretär. —..— Zuletzt, meine Brüder, ſeid ſtark in dem HErrn und in der Macht ſeiner Stärke. Epheſ. 6, 10. Wollet ihr ſtark und unüberwindlich ſein, ſo laſſet den HErrn Chriſtum eure Stärke ſein, den faſſet wohl, und übet euch in ihm, daß er euch wohl bekannt ſei, und ſein Wort rein behaltet und mit allem Fleiß lernet, täglich damit umgehet und ins Herz hineintreibet, alſo gar, daß aus Gottes Wort und euren Herzen Ein Ding werde, und der Sachen ſo gewiß ſeid und viel gewiſſer, als eures eigenen Lebens, wenn ihr das habt, ſo ſeid ihr recht ſtark und feſte, daß ihr wohl unumgeſtoßen und ſicher bleiben könnet, es komme der Teufel oder ſeine Boten. Luther. Die Pfarrer ſind ſelbſt nicht einig. —— 1. Die Pfarrer ſind ſelbſt nicht einig, hört man oft den Bürger und Bauern ſagen, wie ſollen denn wir wiſſen, was die Wahrheit und der rechte Weg zum ewigen Leben ſei? Und, Leſer, ich kann nicht anders, wenn ich nicht lügen und heucheln will, muß ich dir zugeſtehen, daß die Pfarrer ſel⸗ ber nicht mehr einig ſind! Es ſind zwei Partien unter ihnen, von denen die eine gerade das Gegen⸗ theil von dem ſagt, was die andere behauptet: was hilft's, wenn man das leugnen will? Es kann's jeder herausbringen, der etwa die nächſten vier, fünf Prediger um ſeinen Wohnort her pre⸗ digen hört. Die einen ſagen: „Die menſchliche Natur iſt verderbt und der Menſch wird in Sün⸗ den geboren“, — die andern: „Es iſt nicht wahr, die menſchliche Natur iſt nicht verderbt, ſondern der Menſch wird unſchuldig geboren und wird nur durch die böſe Welt verderbt.“ Die einen predigen: „Gott iſt gerecht, er muß alle Menſchen beſtrafen, weil alle von Seinen Geboten abwei⸗ chen“; die andern proteſtiren dagegen und ſagen: „Gott ſei eben ein mitleidiger Vater und wiſſe ſchon, daß die Menſchen ſchwach ſeien, er nehme es nicht ſo genau mit den Sünden, wie ihre Geg⸗ ner ſagen.“ Die einen lehren: „Wenn der Sohn Gottes nicht Menſch geworden wäre und anſtatt der Menſchen die Strafen der Sünder abgebüßt hätte, ſo könnte kein Menſch ſelig werden, — und Er ſei allein die Urſache unſerer Seligkeit“; die andere Partie predigt: „Der Menſch kann ſchon ſelig werden, wenn er ſich nur beſſert und von ſeinen groben Sünden läßt; denn die feinen Sünden abzulegen, ſteht doch in keines Menſchen Macht.“ Dagegen ſagen die erſten wieder: „Der Menſch kann ſich ja gar nicht von ſelbſt beſſern; der Heilige Geiſt muß erſt kommen, Buße und 9⁵ Glauben an das Verdienſt Chriſti im Menſchen wirken, dann könne man ſich erſt beſſern, weil die Beſſerung aus dem Glauben komme. Die Beſſe⸗ rung ſei alſo im Grunde bloß Werk des Heiligen Geiſtes, weil ſie aus dem Glauben komme, der erſt wieder ſelber von dem Heiligen Geiſte komme.“ So ſagen und ſetzen ſie immer das Gegentheil, es iſt eine weltbekannte Sache und man kannf drum auch öffentlich davon reden. Es iſt zu ver⸗ wundern, wie gar uneinig die Leute ſind, welche doch alle einen und denſelben Rock und Kragen anhaben, eine und dieſelbe Bibel haben und auf ſie vereidigt werden! 2. „Drum ſag ich's ja“, wirſt du etwa, Leſer, ſchmunzelnd und ganz wohlgefällig ſprechen, „s' iſt nichts mit den Pfarrern, ſie wiſſen nichts, man könnte ſie alle mit einander entbehren!“ Aber, Freund, ich muß dich aufmerkſam machen, daß du zu viel ſagſt, und was zu viel iſt, das iſt einmal zu viel, — und über die Wahrheit hinaus muß keiner ſchwatzen. Siehſt du, du freuſt dich, daß die Pfarrer nicht einig ſind, und ſollteſt lieber drüber traurig ſein! Du ſagſt dein „es iſt nichts mit den Pfarrern, ſie wiſſen nichts“, mit einer ſolchen Miene, als machteſt du einer Spinne den Garaus! Du meinſt, wenn die Pfarrer nichts wiſſen, brauch' ich auch nichts zu wiſſen; aber weißt du, warum du's ſagſt? Mit den Pfarrern möchte es deinetwegen etwas oder nichts ſein, das iſt dir im Grunde gleich; aber du wünſcheſt, daß es mit allem nichts ſein möge, was die Pfarrer lehren, die einen, wie die andern. Die Pfarrer ſind doch immer noch beſſer, wie du, ſie kümmern ſich doch noch, die einen wie die andern, um das Ewige, — du aber willſt gar nichts von der Ewig⸗ keit wiſſen. Weil die Pfarrer ſtreiten, ſo meinſt du, es gebe gar keine Ewigkeit, — du biſt froh, daß ſie, wie du mit Unrecht meinſt, alle nichts wiſſen, ſo können ſie dir doch nach deiner Einbil⸗ dung auch nichts Gewiſſes predigen und du kannſt ihre Predigt deſto eher ganz und gar in den Wind ſchlagen, weil ſie eben nicht gewiß iſt. — (Fortſetzung folgt.) (Eingeſandt.) Es gibt ein Paradies hienieden. Es gibt ein Paradies hienieden, Und alle Heiligen erſcheinen, Mit Kronen in dem duft'gen Haar, Und alle Seligen vereinen Sich, Gott zu preiſen immerdar. Hier prangt ein Lenz von ew'ger Schöne, Und ſeine Blüthen welken nicht; Hier klingen ſelge Himmelstöne, Hier leuchtet Gottes Angeſicht. Und in den dunklen Laubgebüſchen Da glänzt es goldig, ſchön und roth Von Früchten; die ſich d'ran erfriſchen, Die ſchmecken nicht den bittern Tod. Mag draußen grimmer Donner brüllen, Hier iſt des Friedens ſtilles Haus. Mag auch die Welt in Nacht ſich hüllen, Hier löſcht das Licht doch niemals aus. Wenn noch ſo wild die Meere brauſen, So bleibet dieſer Fels doch ſteh'n. Wenn noch ſo laut die Stürme ſauſen, Hier ſäuſelt ſanft des Geiſtes Wehn. Aus dieſem Erze ſind geſchaffen Die Schwerter, die die Welt beſiegt, Von dieſem Golde ſind die Waffen, Vor welchen Satan unterliegt. Mit dieſem Demant iſt gegründet Die heil'ge Bahn zur ew'gen Ruh, D'rauf alle Gläubigen verbündet Hinpilgern ihrer Heimath zu. Das iſt fürwahr ein ſel'ges Eden, Weil hier der Mund der Lüge ſchweigt, Hier hören wir Gott ſelber reden, Der ſich zu uns vom Himmel neigt. Ja, wer kann Dich genug erheben, Du unſres Gottes heilges Wort, Wodurch der HErr uns Geiſt und Leben Und Gnade ſchenket fort und fort. Ach, wäreſt Du mir nicht erſchloſſen; Viel beſſer wäre nie gebor'n Und wieder in das Nichts zerfloſſen, Als ewig hier und dort verlor'n. Verzweifelnd ſtarrt' ich in die Wüſte, Worin kein Born des Lebens quillt, Bis ich zuletzt verſchmachten müßte, Die Sehnſucht ewig ungeſtillt. Mein treuer Hirt! Du wollſt mich weiden Auf grünen, waſſerreichen Au'n, So werd ich keinen Mangel leiden Und Dich in Deinem Worte ſchau'n. Im Worte willſt Du zu mir nahen, Wie Deine Wahrheit mir verhieß, So kann mein Glaube Dich umfahen Ini Wort: d'rum iſt's mein Paradies. Hermann Fick. Kyrie eleiſon. Ein Eden, ein verborg'nes Thal; Da findet man des Himmels Frieden, D'rin iſt bereit ein herrlich Mahl. Und an dem Baum des Lebens fließen Viel friſche Lebensbäche hin, Und Lilien und Roſen ſprießen: Die Saronsblume blüht darin. Und in den grünen Zweigen ſitzen Und ſingen Vögel hell und fein; Und in den hohen Bergen blitzen Viel Gold und edeles Geſtein; Und Perlen ſchimmern in den Fluthen, Wie Stierne in der ſtillen Nacht; Und rings gekrönt mit Strahlengluthen Erglänzt der Sonne hehre Pracht. Und Engel ſchweben in den Lüften Mit goldnen Schaalen hoch empor, Und opfern in den Morgendüften, Und loben Gott im höhern Chor. Maria, die Königin von England, (ſtarb 1558) hatte während ihrer ganzen Regierung mit unerſättlicher Grauſamkeit gegen die Bekenner des proteſtantiſchen Glaubens in dieſem Königreiche gewüthet. Die verdienteſten Männer waren als Opfer ihrer blinden Wuth gefallen.“) Jetzt faßte ſie noch den Entſchluß, auch die Proteſtanten in Irland ihren Haß fühlen zu laſſen, und unter⸗ ſchrieb einen Befehl zu blutiger Verfolgung der⸗ ſelben. Die Vollſtreckung ihres Willens trug ſie einem Manne auf, der den Haß gegen die Pro⸗ teſtanten völlig mit ihr theilte, und deswegen ſeine Reiſe nach Irland möglichſt beſchleunigte. Ehe *) Nach Hume's Angabe wurden binnen drei Jahren 5 Biſchöfe, 21 Geiſtliche, 8 Edelleute, 84 Bürger, 100 Landleute, Dienſtboten und Handwerker, 55 Frauen und 4 Kinder verbrannt.