# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1850 01 19_S88 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) J. F. Meißner, J. W. Wier, Dr. O. Hunger (Secretär), A. Brand, Ch. Buße, A. H. Lüken, J. F. Hartmann, H. S. Laſar, Th. Wichmann, E. Leemhuis, M. During. Als die unter allen wichtigſten Verhandlungen erſcheinen uns die der 4. und 6. Sitzung, aus deren Protokoll wir Fol⸗ gendes ausheben: „Es war der Antrag gemacht und unterſtützt worden: Es kann hinfort kein Pre⸗ diger unſerer Synode eine vereinigte oder ſoge⸗ nannte evangeliſche Gemeinde organiſiren und an⸗ nehmen, auch kein Prediger, der eine ſolche be⸗ dient, in unſere Synode aufgenommen werden.“ Hierauf wurde zwar einſtimmig beſchloſſen: „Es kann hinfort kein Prediger unſrer Synode eine vereinigte oder ſogenannte evangeliſche Gemeinde organiſiren“, allein der übrige Theil des Antrags wurde durch Stimmenmehrheit abgelehnt. „Die Paſtoren F. W. Wier und Dr. O. Hunger konnten ſich jedoch damit nicht einverſtanden erklären, nicht allein darum, weil das Verbot der Organiſirung gemiſchter Gemeinden ſich leicht umgehen läßt, ſondern weil auf dieſe Weiſe die Synode immer noch weſentlich auf dem unirten Standpunkte ſtehen und aufhören würde, eine lutheriſche zu ſein, und erklärten mit Bedauern, aus der Synode aus⸗ ſcheiden zu müſſen.“ So heißt es im Verhand⸗ lungsbericht der 4. Seſſion, in dem der 6. aber: „In Betreff der vereinigten Gemeinden wurde nun ein neuer Antrag geſtellt, der einſtimmig an⸗ genommen wurde und in Folge deſſen der End⸗ beſchluß der Synode von Indianapolis lautet, wie folgt: Beſchloſſen: Es kann hinfort kein Prediger unſerer Synode eine vereinigte oder ſo⸗ genannte evangeliſche Gemeinde organiſiren. Bei Annahme beſtehender vereinigter Gemeinden ver⸗ pflichtet die Synode den Prediger, dahin zu wirken, daß ſie auf den Standpunkt unſerer lutheriſchen Kirche gebracht werde. Jedoch darf ein Prediger nur ſolche Gemeinden annehmen, von denen er Grund hat zu hoffen, daß ſie unter ſeiner Amts⸗ führung dahin gebracht werden möchten. — Hier⸗ auf nahmen die zwei Glieder der Synode, welche ihren Austritt erklärt hatten, dieſe Erklärung wieder zurück.“ Obwohl wir nun überzeugt ſind, daß die lieben Brüder von der Indianapolis⸗Synode folgerichtig noch einen Schritt weiter gehen müſſen, was die Annahme und Bedienung von Gemeinden betrifft, und obwohl wir kaum begreifen können, wie bei der ſich offenbarenden kirchlichen Richtung der Synode das, das Weſen der göttlichen Ordnung des Predigtamtes aufhebende, Licenzſyſtem von der⸗ ſelben noch immer nicht aufgegeben worden iſt, ſo wollen wir uns doch hiedurch die Freude nicht ſchmälern laſſen an dem weſentlichen Fortſchritt der Synode, von welchem der mitgetheilte Be⸗ ſchluß Zeugniß gibt. Wir theilen von Herzen die Hoffnung, welche Herr Paſtor Dr. Hunger am Schluſſe des von ihm redigirten Synodalberichtes ausſpricht, daß inſonderheit zwei Beſchlüſſe, welche die Synode gefaßt hat, von ſegensreichem Er⸗ folge ſein werden. Einestheils ſchreibt er, daß „die Synode durch ihre Stellung zu der aus Lau⸗ heit und Bekenntnißloſigkeit unſerer Zeit hervor⸗ gegangenen verderblichen Union, die die Funda⸗ 88 mentalartikel des chriſtlichen Glaubens in Bezug auf die heiligen Sacramente der Willkür des Ein⸗ zelnen Preis gibt, eine entſchiedenere kirchliche Rich⸗ tung einſchlägt und daß, wenn alle Prediger dem Beſchluß der Synode gewiſſenhaft nachkommen, unſre lutheriſchen Gemeinden wieder zum Bewußt⸗ ſein kommen werden, daß die lutheriſche Kirche es iſt, in welcher, als ſolcher, allein das Wort Gottes lauter gelehrt und die Sacramente rein erhalten ſind“. Anderntheils, daß „die Synode, wenn ſie einen tüchtigen Mann für ihre Miſſionsthätigkeit gewinnt, auch auf die in dieſem Staate zerſtreuten Glaubensgenoſſen, die der Predigt und der Sacra⸗ mente entbehren, einen ſegensreichen Einfluß üben kann“. In der 7. Sitzung war nemlich auch fol⸗ gender Beſchluß gefaßt worden: „Daß ein Miſ⸗ ſionsprediger ernannt werde, welcher den Theil des Staates von Indiana, welcher ſüdlich von der Nationalſtraße liegt, bereiſen, in demſelben Ge⸗ meinen organiſiren, jede derſelben alle Vierteljahre einmal beſuchen und in denſelben die heiligen Sacramente verwalten ſoll.“ Schließlich hat die Synode beſchloſſen, ſich, ſo der HErr will, wiederum am erſten Mittwoch im September 1850 in Cineinnati, in der evangeliſch⸗ lutheriſchen Kirche des Paſtors Wichmann zu verſammeln. Heilſamkeit des Pabſtthums. Wie heilſam der Pabſt für die Chriſtenheit ſei, hat dieſer ſaubere Vogel ſelbſt unverſchämt genug in alle Welt hinaus geſungen. In dem ſoge⸗ nannten canoniſchen, das heißt, päbſtlichen Kir⸗ chenrecht heißt es nemlich u. a. in klaren Worten: „Wenn der Pabſt ſo böſe wäre, daß er unzählige Menſchen mit großen Haufen zum Teufel führte, dürfte ihn dennoch Niemand darum ſtrafen.“ Dist. 40. c. 6. Si papa ete. Heiligenanrufung. Wie übel berathen die armen Papiſten ſind, in⸗ dem man ſie die Heiligen anrufen lehrt, zeigt u. a. Auton Gavin, ehemaliger Laienprieſter der römi⸗ ſchen Kirche in Saragoſſa, welcher in ſeinem Buch: „Der Dietrich, deſſen ſich die römiſche Kirche anſtatt der Schlüſſel Petri bedient“, ge⸗ druckt im Jahre 1728 zu Köln, erzählt, einſtmals ſei ein gewiſſer Hermannus Ferrarienſis canoni⸗ firt, d. h. vom Pabſt für einen Heiligen erklärt worden; dreißig Jahre darauf aber habe man eingeſehen, dieſer Hermannus ſei nichts weniger als ein Heiliger geweſen. Pabſt Bonifacius VIII. habe ihn daher feierlich verdammt, ausgraben und verbrennen laſſen. Wie ſchändlich ſahen ſich aber nun die armen Leute in Ferrara betrogen, welche dieſen vermeinten Heiligen bereits 30 Jahre lang verehrt und angerufen hatten! Wie oft mö⸗ gen die unglücklichen Katholiken Heilige anbeten, die ſchon längſt in der Hölle ſitzen und ſelbſt ver⸗ geblich nach Erlöſung ſchreien! Emypfangen für den Bau des deutſch evangeliſch⸗lutheriſchen College in St. Louis: Von der evangeliſch⸗lutheriſchen Gemeinde des Herrn Paſtor Brauer in Addiſon Ill., 510.00. Von der tvang.⸗ lutheriſchen Gemeinde zu Frankenmuth, Saginaw County, Mich., durch Herrn P. Crämer 516.38. Von HPrn. Trampe 82.00. Von Frau Siedekim 51.40. Von Hrn. Paſtor Habel und ſeiner Gemeinde zu Pomeroy, O., P22.00. Von deſſen Gemeinde in Cheſter Towuſhip, P6.00. E. Roſchke, Kaſſirer. Für die Studenten: Von Hrn. Patzle in Buffalo erhalten PI. 00. Erhalten für die lutheriſche Dreifaltigkeits-Gemeinde in Buffalo zur Tilgung ihrer Kirchenſchulden: 52.00 von der Gemeinde des Hrn. P. Scholz in Min⸗ den, Waſhingt. Co., Ill. 511.50 von der Gemeinde des Hrn. P. Müller in Central Townſhip, Mo. Wir danken herzlich. E. M. Bürger. Erhalten zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe: 54.65 von den Mädchen der hieſigen Immanusls⸗Schule unter ſich geſammelt. 514.323 von hieſigen Gemeinde⸗ gliebern. 54.00 von einem hieſigen Gemeindegliede. 82.90 von der Gemeinde in Neumelle durch Hrn. P. Fick. P4.35 von der Gemeinde Pleaſant Ridge, durch Hrn. P. Lochner. 82.65 von der. Gemeinde Collinsville, durch Hrn. P. Lochner. 510.00 von der Gemeinde in Liverpool, Ohio, für die Station Frankenmuth, durch Hrn. P. Röb⸗ belen. 81.00 von Hrn. Hermann Möhlenkamp. — Bezahlt. Den 5. Jahrg. Hr. P. Hantſtädt (4 Ex.). Den 6. Jahrg. Die Herren P. Baltzer, Throdor Dreſel, P. Dumſer, Chr. Herling, Dr. A. Koch, Jakob Keller, Sandfort, Leonh. Schnell, Jakob Göglein, Abraham Mies, Wilhelm Scharf. Bücher und Pamphlets zu haben in der Erpedition des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗ veränderter Abdruck......—. 0 Das Dutzend 851.00. Hundert Stück 57.00. Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern 1 Vater⸗ land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat.. Das Dutzend 50 Cis. 25 Stück P1.00. Die Verfaſſung der deutſchen ev.⸗luth. Synode von Miſſouri, Odio u. a. Staaten nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗ merkungen. —.— Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück PI.00. Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗-luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten v. J. 1847 Zweiter Synodalbericht derſelben Synode v. J. 184 Driiter Jahrgang des Lutheraner v. 1846 847. No. 826 (Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.) Chriſtliches Concordien buch, d. l. Symbol. Bücher der ev.-luth. Kirche, New Rorker Aus⸗ gabe, in gepreßtem Leder gebunden ...... Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 2 Stück....... nn.. Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders abgedruckt), 2 Stück.. Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigien über die Evangelien auf die Sonn- und Feſt⸗ tage des ganzen Jahres, New Rorker Ausgabe, gebunden in Kaldleder... Kirchengeſangbuch für ev.⸗luth. Gemein⸗ den, verlegt v. d. hitſ. ev.⸗luth. Gemeinde U. A. C., gebunden das Stükkk. 100 Stg 562.50 gegen Baarzahlung. A B C Buch, New Aorker Ausgabe, das Stück. 0. Im Dutzend. 1 Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu aucfuhnch No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5. ausführlicher angezeigt)...—. Joh. Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem Alten und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck, New Rorker Ausgabe, im Einzelnen Im Dutzend.. Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms, brochirt unbeſchnittenn..... . Im Dutzend.. Spruch buch zum kleinen Catechismis Lutheri. Im Auftrage der Synode von Miſſouri ꝛc. zu- Su . von Paſtor Fr. Wyneken, das tü 0.0⁵ 0.10 0.10 0.50 · 2k2kññ᷑ñᷓ‚ññᷓ22 —— —2ꝓ2———22.H —1847. NO. 8—ᷣo. 1.2⁵ 0.0⁵ 0.⁵ 2.00 0.7⁵ 0.⁰⁰ Im Dußend.. 2.25 Gedruckt bei Arthur Olshauſen, Herausgeber des Anzeiger des Weſtens. ——?.—ů“ ¾9ẽaNd..f᷑uꝑk᷑ũ᷑᷑᷑4446966699