# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 12 08_S64 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Thür war, zu ihr ſagten, ſie wollten ſie in den heiligen Tagen beſuchen, da habe ſie geantwortet: „Ich werde in den heiligen Tagen nicht zu Hauſe ſein.“ Als man aber hierauf mit Verwunderung gefragt, wohin ſie denn an ſolchem hohen Feſte verreiſen würde und was ſie zu ſolchem Entſchluß bewogen hätte, da habe ſie erwiedert: „Ich werde nach Bethlehem zum Kripplein meines IEſu ver⸗ reiſen, werde alſo denen, welche nur von welt⸗ lichen und eiteln Dingen mit mir Geſprãche zu halten kommen, nicht daheim ſein.“ — Merket euch das, ihr Jünglinge und Jungfrauen, ja ihr Chriſten alle für das nahende Feſt! (Aus einem alten Manuſcript.) Weihnachts⸗Geſpräch. Was, liebes Kind, freut heut dich ſo? O, heute bin ich herzlich froh! Sag' mir, was deine Freude iſt? Heut iſt geboren IEſus Chriſt. Hat man das heuie erſt erfahren? Nein, ſchon vor achtzehnhundert Jahren. Wo wurde dieß zuerſt bekannt? Zu Bethlehem im Jüd'ſchen Land. Wem wurde ditſe Freude kund? Den Hirten durch der Engel Mund. Gehört ſie ihnen nur allein? Nein, allen Menſchen insgemein. Was ſagten denn die Engel dort? Ein ewig großes Freudenwort! Wie hitß es? — war's ſo freudenreich? Der Heiland iſt geboren euch. Wer iſt der Heiland? weißt du's ſchon? Der eingeborne Gottes Sohn. Wozu iſt Gottes Sohn geboren? Um hier zu ſuchen, was verloren. Wer iſt verloren? weißt du dieß?: Wir Sünder, das iſt zu gewiß. So geht Er doch auch uns was an? — Ef wohl, Er nimmt die Sünder an. Wie? würd' auch ich wohl angenommen? Heut kannſt du noch zu JEſu kommen. Wie, wenn ich wagte dieſen Schritt? Bring du nur Buß' und Glauben mit. Hat JEſus auch mit mir Geduld? Er nahm ja auf ſich deine Schuld. Und werd denn ich auch ſelig ſein? Er führt dich in den Himmel ein. (Eingeſandt.) Erweckung durch einen Traum. Ein gewiſſer Chriſtian K. hatte in früheſter Jugend von ſeinen Eltern eine durchaus chriſt⸗ liche Erziehung erhalten. Er gerieth indeß nach⸗ her in böſe Geſellſchaften, und da ward, leider! der in ſein Herz geſtreuete gute Same dergeſtalt erſtickt, daß es ihm in der Nichtswürdigkeit kaum einer gleich thun konnte. Kein Gedanke an Gott kam mehr in ſeine Seele. Kirchengehen und Chriſtenthum war ihm nur lächerlich. Tage und Nächte brachte er in den Wirthshäuſern mit Trinken und Spielen hin. Dennoch ſchenkte ihm Gott eine rechtſchaffene und fromme Frau. Durch dieſen Beweis der göttlichen Gnade indeſſen wurde ſein Herz eben ſo wenig gerührt, als ſpäter⸗ hin durch einen andern, der ihm alle ſeine Habe in einer großen Gefahr auf eine höchſt merkwür⸗ dige Weiſe rettete. Nur durch die ſchwerſten Lei⸗ den konnte er gewonnen werden. Daher nahm —64 — ihm der HErr erſt zwei ſeiner Kinder, die er ſehr lieb hatte, kurz nach einander. Gleich darauf wurde ſeine Frau ſo gefährlich krank, daß er an ihrer Rettung verzweifelte. Das wirkte zwar für den Augenblick, kaum aber war die Ge⸗ fahr vorüber, ſo war er wieder ganz der alte. Gott mußte daher zu einem noch härteren Mittel greifen. Er ließ ihn ſelbſt unvermuthet in eine ſehr ſchwere Krankheit fallen, in welcher er nicht allein die grauſamſten Schmerzen litt, ſondern auch dem Tode nahe kam. Die Leiden weckten endlich das lang betäubte Gewiſſen. Die Sün⸗ den ſeiner Jugend und alle Miſſethaten ſeines bisherigen Lebens traten in der ſchrecklichſten Ge⸗ ſtalt vor ſeine geängſtete Seele. Die Hand des HErrn lag ſo ſchwer auf ihm, daß man in jedem Augenblicke ſein Ende erwartete. Er fiel indeſſen nur in einen tiefen, langen Schlaf, und nach dem Erwachen verlangte er ſehr dringend nach dem Prediger, worüber jeder erſtaunte, dem ſeine frühere Gottloſigkeit bekannt war. Kaum war der Pre⸗ diger erſchienen, ſo entdeckte er ihm unter einem Strome von Thränen, wie er nun zu ſeinem Schrecken ſeinen verdammungswürdigen Zuſtand ganz erkannt habe und wie er nur wünſche, allen Sündern ſagen zu können, was ihrer warte. Im Schlafe ſei ihm geweſen, als habe ein Engel ihn zum Richter der Lebendigen und Todten ge⸗ führt. Alle von ihm Gekränkte, Geärgerte, Ver⸗ führte ſeien hier wider ihn aufgetreten; der Rich⸗ ter ſelbſt habe alle ſeine Verbrechen, ja die geheim⸗ ſten Anſchläge ſeines Herzens, wie auch alle von ihm verachteten Beweiſe der göttlichen Gnade, vor ihm und der ganzen Welt in ein furchtbares Licht geſtellt, ſeinen Mund ſchon geöffnet zu dem Schreckensurtheil: „Gehe hin, du Verfluchter, in das ewige Feuer, das bereitet iſt den Teufeln und ſeinen Engeln!“ — Da habe ihn plötzlich eine lichte Wolke von dem ſchauerlichen Orte hinweg⸗ genommen, und er ſei erwacht. — Weinend und ſchluchzend bat er nun den Prediger und ſeine Frau, ſie möchten doch nur mit ihm und für ihn Gott bitten, daß er ihn vor dem bewahre, was er im Traume geſehen. Dieſe thaten es redlich und hatten die Freude, zu ſehen, daß der Kranke nicht allein jetzt, ſondern auch ſpäter, nach ſeiner Wie⸗ dergeneſung, die unzweideutigſten Beweiſe von der Aufrichtigkeit ſeiner Bekehrung gab. Welch' ein lebendiger Beleg iſt dieſe Geſchichte nicht allein zu dem Worte: „Er ſtraft ihn mit Schmerzen auf ſeinem Bette, und alle ſeine Ge⸗ beine heftig, daß er verſchone ſeiner Seele vor dem Verderben“, ſondern auch zu dem andern: „Im Traume des Geſichts in der Nacht, wenn tiefer Schlaf auf die Leute fällt, wenn ſie ſchlafen auf dem Bette: da öffnet er das Ohr der Leute, und ſchrecket ſie und züchtiget ſie, daß er den Menſchen von ſeinem Vornehmen wende, und beſchirme ihn vor Hoffahrt! (Hiob 33, 15—17.) Wolff. — .— —— Kirchliche Nachricht. Am 31. October d. J. wurde Herr Anton Weyel, zuletzt Zögling in Fort Wayne, der von einer kleinen Gemeinde einen Beruf erhalten, vor derſelben von Paſtor Selle unter Aſſiſtenz des Paſtor Stubnatzy ordinirt. Das Poſtamt des lieben Bruders iſt: Crete P. O., Will Co., Il. Veränderte Adreſſe: Rev'd. Wm. Wier, Rochester, N. V., care of Rev'd. Cramptons Letter-box. Erhalten zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe: 82.00 durch Hrn. P. Böhm in ſeiner Gemeinde geſam⸗ melt. 51.00 von Herrn Chriſt. Heilbronn durch Herrn P. Ernſt. 312.00 von Hrn. Pfarrer Wucherer in Nörd⸗ lingen. §9.623 von Gemeindegliedern in St. Louis. 50 Cis. Ungenannt in A. Bezahlt. Den 5. Jahrg. Die HH. Friedr. Krickeberg, Wilh. Ruſt. Die 2. Hälfte des 5. Jahrg. Die HH. Friedr. Fey, Chr. Fey. Die 1. Hälfte des 6. Jahrg. Die HH. Friedr. Fey, Chr. Fey, Frenzel, Grebing, Höhne, Poppitz, Wetzel. Den 6. Jahrg. Die HH. Jakob Bauer, Joh. Bäcker, Jakob Bohleber, Phil. Dietrich, Georg Eckert, P. Ernſt (2 Er.), Heinrich Flock, Chr. Heilbronn, Jahn, P. Kleine⸗ gtes, P. Meißner, Friedrich Melcher, Gerh. Melcher, Adolf Melchtr, Peter Merz, Miſſ. Maier, Pahliſch, Gtorg Reiterer, P. Streckfuß (6 Ex.), Schweickhardt, Jalob Sutter, Goitfr. Schmidt. P. Sivers, J. Träger, P. Vol⸗ kert, Vogel, Ernſt Voth, P. Wier, F. W. Weiß, Wilhelm Zech. Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗ veränderter Abdruck.+&+ 50.10 Das Dutzend à1.00. Hundert Stück 87.00. Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗ land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat.. Das Dutzend 50 Cis. 25 Stück P1I.00. Dr. Luthers Sermon von „Bereitung zum Sterben II.p7 —.— Die Verfaſſung der deutſchen ev.luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗ merkungen.—.—.—.—.——.— Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück P1.00. Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth. . J. it von Miſſouri, Ohio u. a. Staaiten v 0.0⁵ 0.0⁵ .J. 1847 Zweiter Synodalbericht derſelben Synode v. J. 1848... . 0.10 847. No. 8- 26.....— Vierter do. v. 1847—1848 (vollſt.). — (Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.) Chriſtliches Concordien buch, d. i. Symbol. Bücher der ev.-luth. Kirche, New Rorker Aus⸗ gabe, in gepreßtem Leder gebunden Geſpräche zwiſchen zwei Lutheraner über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 2 Stück.—.—.—.——. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders abgedruckt), 2 Stück...—.—..—.—. Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn⸗ und Feſt⸗ tage des ganzen Jahres, New Rorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder... ——.—.—.—.— Kirchengeſangbuch fürev.-luth. Gemein⸗ den, verlegt v. d. hieſ. ev.-luth. Gemeinde U. A. C., H das Stü. 1 00 Suer 652.50 ; gegen Baarzahlung. A B C Buch, New Norker Ausgabe, das Stück... 0. Im Dutzend. 1 Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu Buffalo (in No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5. ausführlicher Biig —.—.—.—.—.—.— Joh. Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem Alten und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck, New Rorker Ausgabe, im Einzelnen . Im Dutzend.. Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pfalms, brochirt unbeſchniiten...—.— Im Dutzend.. Gedruckt bei Arthur Olshauſen, berausgeber des Anzeiger des Weſent.