# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 12 08_S62 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 5. Luther's larger and smaller Catechisms. 6. Chrysostom considered with reference to training for the pulpit. 7. Remarks on the study of Prophecy. 8. Schmid's Dogmatik of the Luth. Church. 9. Corporal punish- ment as a means of discipline in schools. 10. Hymns from the German of Luther. 11. Notices of new publications. Das zweite Heft enthält: 1. The Swedish Churches on the Delaware. 2. The principle of Prote- stantism, translated from German of Dr. Thomasius. 3. Catechization. 4. The re- lation of our Confessions to the Reformation. 5. Earnestness in the Preacher. 6. Procee- dings of the Gen. Syn. 7. Exegetical Elu- cidation of Mark. 9, 49. 50 translated from the German of Dr. Bachr at Carlsruhe. 8. Winer's Bible Dictionary. 9. Rudelbach and Guericke's Journal. 10. Hymns from the German of Luther. 11. Paul Gerhard: a Ballad. 12. Litterary Intelligence: a. Guericke's Church History, b. Harless“ Sermons, c. Rudelbach's Christian Biogra- phy (No. 1. „Cyprian“), d. German Book- sellers' Semi-annual Catalogue. 13. Notices of new publications. Die beiden erſten Hefte umfaſſen bereits 320 Seiten. Das ganze Volu⸗ men von 4 Heften wird ausgegeben für drei Dol⸗ lars in Vorausbezahlung, zwei Erxenplare für fünf Dollars, zu beziehen unter der Adreſſe: Wm. M. Reynolds, Gettysburg, Pa. —•— (Eingeſandt.) Frankenmut, den 8. November 1849. Der Miſſions⸗ und der Weyliſche Kirchenbote. Jüngſt kam uns die letzte Nummer des dieß⸗ jährigen „Miſſionsboten“ zu Geſicht und in dem⸗ ſelbigen ein Aufſatz, betitelt: „Ein Brief vom Bruder Schmid in Ann-Arbor“, bei deſſen Durchleſung es uns — das mögen wir wohl ſa⸗ gen — recht wehmüthig ums Herz geworden iſt. Schmerzlich mußten wir dadurch an die Worte Paul Gerhards erinnert werden, die er als ein 70jähriger Greis in ſeinem Teſtament ſeinem Sohne eingeprägt hat: „und hüte Dich ja vor Syncretiſten, denn ſie ſuchen das Zeitliche und ſind weder Gott noch Menſchen treu.“ — Zwar der Brief iſt ja ſcheinbar ſo wohlwollend gehalten, polemiſirt nicht ſo gerade heraus, ſondern macht nur gleichſam dem vollen Herzen hin und wieder durch einen kleinen Seitenhieb Luft. Sollte man denn da ſogleich das Schwert dawider ſchwingen und nicht lieber ſchweigen und tragen? Aber der Brief enthält nicht Mißverſtändniſſe, ſondern Un⸗ wahrheiten und ſtreut ſie in die Welt aus. Der Brief iſt ganz dazu gemacht, eine ſchlechte Sache als gut darzuſtellen und auf die gute Sache der lutheriſchen Kirche — hier zu Land die altluthe⸗ riſche benamſet — Schmach zu wälzen. Da kön⸗ nen, da dürfen wir nicht ſchweigen um der Wahrheit willen. Nun iſt es männiglich bekannt, daß der Vater der Lügen in dieſer letzten betrübten Zeit wider die gute, alte lutheriſche Kirche — denn die neue, die nicht lutheriſch iſt, 6²2 läßt er unangefochten — die große Lüge ausge⸗ heckt hat: ihr Weſen beſtünde in den altlutheriſchen Formen und in Anrichten von Zertrennung über Meinungen unweſentlicher Art, beſonders den Cultus betreffend. Nicht ſo männiglich bekannt, aber nichts deſto weniger Thatſache iſt es, daß ge⸗ rade Paſtor Schmid in Ann-Arbor vielfach darü⸗ ber belehrt worden iſt, daß dieß eben eine derbe Lüge ſei, und daß es der lutheriſchen Kirche und denen, die ſich aufrichtig zu ihr halten, mögen ſie auch mit dem Namen „Altlutheraner“ geſchmäht und darüber zu Sectirern geſtempelt werden, vor allen Dingen um das Bekenntniß der Wahrheit, der vollen ganzen geoffenbarten göttlichen Wahr⸗ heit und um demgemäße Lehre und Praxis zu thun iſt, wobei ſie freilich trotz aller Schmach ihre guten alten bewährten und trefflichen Formen, die das lutheriſche Weſen ſo treulich ausdrücken, lieb hat, aber nur dann darob ſtreitet, wenn ſie aus blindem Unverſtand oder teufeliſcher Bosheit als römiſch verketzert werden, oder wenn es ſich um Ceremonien handelt, durch deren Gebrauch die Wahrheit, den Feinden zu lieb, verleugnet würde. Gleichwohl hilft er in ſeinem Brief jene Lüge ausbreiten und das neu lutheriſche Gemengſel mit dem guten Scheine decken, als ſei es grund⸗ ehrlich lutheriſch und müſſe ſich nur von uns un⸗ geſchlachten Leuten des Cultus ꝛc. wegen verketzern laſſen. Er thut dieß durch folgende namhafte Unwahrheiten. Erſtlich hebt er leiſe alſo an: ſeit etwa einem halben Jahre bemerkten wir in den Briefen unſerer Miſſionare Auch und Maier eine Richtung und Stimmung ausgedrückt, als könn⸗ ten ſie nach ihren Gewiſſen und innern Ueber⸗ zeugung nicht mehr länger in unſerer Miſſions⸗ geſellſchaft bleiben, wenn wir uns nicht ſämmtlich nach Lehre, Bekenntniß und Praris der altluthe⸗ riſchen Kirche oder der Synode von Miſſouri an⸗ ſchließen würden. — Dann weiter unten heißt es: wir bezeugen hier abermals, daß wir durch Gottes Gnade und Kraft des Heiligen Geiſtes ſtets rein an dem Worte der heiligen Schrift, wie die luthe⸗ riſche Kirche lehrt, gehalten und uns auch des Bekenntniſſes unſerer Kirche nie geſchämt haben; aber daß wir uns unbedingt, wie unſere Miſſio⸗ nare und mehrere Brüder der Miſſouri-Synode es wünſchen, an genannte Synode anſchließen, und ſomit auch die Praxis und Ceremonien der altlutheriſchen Kirche, die den meiſten von uns unbekannt ſind und immerhin als Nebendinge betrachtet werden müſſen, annehmen ſollten, kön⸗ nen wir nie und nimmermehr thun und ſomit blieb uns nichts übrig, als unſere Brüder Auch und Maier mit der Miſſionsſtation Sibiwaing der Miſſouri⸗Synode zu überlaſſen. — Endlich in der ſich zur Belehrung herablaſſenden angefüg⸗ ten Schlußbemerkung heißt es unter anderm wörtlich alſo: daher meinen wir, daß es thöricht iſt, einer aus dem Heidenthum geſammelten chriſtlichen Gemeinde irgend eine zuvor beſtimmte Form aufzudrängen; denn der Geiſt ſchafft ſich ſelbſt ſeine Form ꝛc. Nun frage ich, muß nicht nach dieſer Dar⸗ ſtellung jeder unberichtete Leſer, der die Sache einmal nicht beſſer weiß und kennt, zu dem Glau⸗ ben kommen: die lutheriſche Kirche und die hier al tlutheriſch geſchmähte ſeien zwei verſchiedene Dinge, davon letztere das Abzeichen trage, daß ſie ihre Ceremonien ſo ziemlich zur Hauptſache ſtemple, und zwar in einem Grad, daß ſie die⸗ ſelben ſogar erſt neu aus den Heiden geſammelien Chriſtengemeinden aufdringe? — Das aber iſt ſammt und ſonders eine Lüge, und daß es eine ſei, iſt Herrn Paſtor Schmid gar wohl bekannt. Oder ſollen wir ihm abermal und abermal be⸗ zeugen, daß wir nichts wollen, als aufrichtig und von ganzem Herzen der lutheriſchen Kirche ange⸗ hören, und daß es uns vor allem um das treut und volle Bekenniniß zur theuern Bibelwahrheit, wie ſie eben die lutheriſche Kirche je und je be⸗ kannt hat, zu thun iſt? Freilich Lehre und Pra⸗ xis müſſen mit ſolchem Bekenntniß übereinſtim⸗ men, das leuchtet ein. Ich kann nicht lehren, man ſolle die Heiligen nicht anrufen, und doch vor ihren Bildern niederknieen; ich kann nicht in der Predigt ſagen: durchs Wort und Sacrament wird der Geiſt gegeben, und Ihn doch mit mei⸗ nen Schreigebeten vom Himmel herunter reißen wollen — ſonſt mach ich mich ſelbſt zum Lügner. So kann ich allerdings auch nicht predigen: be⸗ ſtehet in der Freiheit; werdet nicht der Menſchen Knechte, und doch um den falſchen Brüdern, den Reformirten, nicht vor den Kopf zu ſtoßen, das Abendmahl ohne Noth gerade in ihrer Weiſe aus⸗ theilen. — Weiter, muß nicht jeder unberichtete Leſer nach jenem Briefe glauben, die Miſſionare Auch und Maier ſeien ſo verſchrobene Köpfe, daß ſie es in einer rein lutheriſchen Gemeinſchaft nicht meht aushalten könnten, wofern ſich dieſelbe nicht einer andern fremdartigen, der altlutheriſchen Kirche oder der Synode von Miſſouri, anſchlöſſe? wobei nun gar zum Zweiten noch ein Drittes, die ge⸗ nannte Synode hinzukömmt, wenn's nicht eine Appoſition und dieſe Synode eben die altluthe⸗ riſche Kirche ſein ſoll. — Iſt's nicht ferner alſo dargeſtellt, als wäre ihre Beſchwerde die geweſen, daß ſie eben vergeblich auf unbedingten Anſchluß an genannte Synode und ſomit auf Annahme der altlutheriſchen Praris und der altluthe— riſchen Ceremonien gedrungen hätten? Und werden ſie nicht ſchließlich mit der Thorheit an den Pranger geſtellt, daß ſie die altlutheriſche Cultusform jungen Heidenchriſten aufdringen wollten? — in welchem Aufdringen freilich allein die Thorheit läge. — Nun, Herr Paſtor Schmid beſinne ſich und gebe doch Gott die Ehre und bekeune ſelber, daß dieß eitel Lügen ſind. Uns wenigſtens haben die Miſſionare Auch und Maier nur immer geklagt, daß man in Ann⸗Arbor zwar lutheriſch heißen, aber nicht unumwunden luthe⸗ riſch ſein wolle, ſondern die Praxis der Unir⸗ ten ꝛc. treibe und gegen Bitten und Vorſiellungen taub ſei. Dieſelbe Klage haben wir in einen ihrer Briefe mit Augen geleſen, den ſie uns zur Prüfung vorlegten, damit nicht durch ungebühr⸗ lichen Eifer und unziemlichen Ausdruck von ihnen gefehlt werden möchte. So haben wir auch bei unſerer Anweſenheit in Ann⸗Arbor zwar von allem Obigen nichts, wohl aber aus Auchs