# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 11 24_S49 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Der Lutheraner. „Gottes Mort und Xuthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ Herausgegeben von der deutſchen ebangeliſch⸗lutheriſchen Synode von Miſſouri, Ohio und auderen Staaten. Belligirt von C. . àv. Walther. Jahrgang 6. St. Louis, Mo., den 27. RMovember 1849. No. 7. Bedingungen: Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subſcriptionspreis von Ein vorauszubezahlen und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft. em Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben E Nur die Brieſe, welche Mitiheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redacteur, alle anderen aber, welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder ꝛc. enthallen, unter der Adreſſe Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. (Oſtindiſche Correſpondenz.) Tranquebar, Juli 1849. An unſere lutheriſchen Brüder in Nord⸗ Amerika. Im SErrn geliebte Brüder! Die Gnade unſers HErrn IEſu Chriſti, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinſchaft des Hei⸗ ligen Geiſtes ſei mit Euch und uns Allen. Amen. „Ich glaube eine heilige chriſtliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen.“ So bekennen wir in unſerm apoſtoliſchen Glaubensbekenntniſſe. Dieſe Seine Eine wahrhaftige Kirche hat ja der HErr durch die Predigt ſeines Worts und die Dar⸗ reichung Seiner heiligen Sacramente ihre Flügel über Seine ganze Erde ausbreiten laſſen; und obgleich in dieſen allerletzten betrübten Zeiten der Teufel gar viel Rotten, Secten und Zerriſſenheit hereingeführt hat, nach des HErrn Zulaſſung, ſo gibt es doch auch jetzt keinen Welttheil, ſelbſt Afrika nicht, dem der HErr nicht Sein reines Wort predigen ließe, und dem Er nicht aus der Hand rechtgläubiger Boten Seine heiligen Sacra⸗ mente in rechtem Gebrauche darbieten ließe, zu einem Zeugniſſe in dieſer letzten Zeit. Und ſo mannigfach und verſchieden auch die auf Erden zerſtreuet wohnenden Glieder Seiner Einen Kirche ſein mögen in Sprache, Sitte und Weiſe, ſie ſind Alle Eins in dem Einen HErrn, Eins in dem Einen Glauben und dem Einen Bekenntniſſe Seiner Einen Wahrheit, Eins in dem Einen Waſſer des Lebens, das uns Alle wiedergeboren hat, in dem Einen für uns gebrochenen heiligen Leibe, in dem Einen für uns vergoſſenen heiligen Blute, das uns Alle ſpeiſ't und tränkt zum ewigen Leben, Eins in der einmüthigen gläubigen Fürbitte für einander. So hat der HErr denn auch in den weiten Räumen des nördlichen Amerika, ſowie unter den heißen Strahlen des ſüdlichen Oſtindiens, Sich Seine Kirche gegründet, und am erſteren Orte Euch hingeſtellt, im HErrn geliebte Brüder, auf daß Ihr dort in Lehre und Wandel unter den Ueberbleibſeln des indianiſchen Heidenthums, ſo⸗ wie inſonderheit gegenüber der großen Macht und dem Andrange der römiſchen und reformirten Kir⸗ chengemeinſchaften und Secten das Bild eines Einigen, lebendigen und geſunden Leibes JEſu Chriſti darſtellen ſolltet, Ihm zur Ehre und ihnen zum Zeugniſſe. Am letzteren Orte hingegen, wo von der einen Seite das Hinduiſche Heidenthum mit ſeiner noch ſo großen Macht entſchieden feind⸗ lich gegenüber ſteht, auf der andern Seite das engliſche Weſen in alle Lebensverhältniſſe einzu⸗ greifen und Alles nach ſich zu bilden trachtet, hat es dem HErrn gefallen, die Leitung und Pflege Seiner Kirche und Miſſion uns zu befehlen. So groß nun auch die Entfernung iſt zwiſchen Euch und uns, ſo verſchieden die Verhältniſſe, in denen Ihr lebt, von denen, in welchen wir leben, wir ſind Eins in allen den ewigen himmliſchen Gütern und Gaben, in denen die ganze Kirche auf Erden Eins iſt. Um dieſe Einheit und Einigkeit Seiner Kirche auf Erden aber immer recht lebendig und perſön⸗ lich zu erhalten, hat der HErr vom Anfang Seiner Kirche an Sich noch eines beſonderen Mittels bedient, nemlich des Mittels des Briefes und Grußes von einander an einander. Seht die früheren Jahrhunderte, ja inſonderheit die apoſto⸗ liſche Zeit an, wie da Briefe und Friedensgrüße von Gemeinde an Gemeinde gingen und kamen, und wie lebendig und perſönlich damals die Ge⸗ meinſchaft der Heiligen unter einander war. Auf daß nun aber auch in dieſer allerletzten be⸗ trübten Zeit die Einheit der Kirche des HErrn und die Gemeinſchaft Seiner Heiligen unter ein⸗ ander, die ja wahrhaftig auf Grundlage jener ewigen himmliſchen Güter und in ihnen da iſt, immer lebendiger und perſönlicher ſich darſtelle und bethätige zur Ehre des HErrn und zum Wachs⸗ thum Seines Leibes, iſt das alte, heilige, geſeg⸗ nete Mittel des Briefes und Friedensgrußes das⸗ jenige, auf welches der HErr auch in dieſen Zei⸗ ten wieder Seinen Segen gelegt hat, legt und legen wird, immer eifriger wieder zu benutzen. Und es iſt in dieſem Sinne, geliebte Brüder in dem HErrn, daß wir in dieſen Zeilen Euch einen Brief und unſeren Gruß des Friedens zuſchicken; in dem Sinne nemlich, daß doch auch wir an unſerem geringen Theile ein Scherflein dazu bei⸗ tragen möchten, daß in dieſen Tagen, wo der HErr in großen offenbaren Zeichen das Nahen Seines Tages verkündigt, Seine auf Erden hin und her zerſtreuete Kirche in allen ihren Gliedern ſich doch immer mehr und mehr möchte zuſam⸗ menziehen und einigen in lebendiger, perſön⸗ licher Gemeinſchaft zu einer auch äußerlich ſicht⸗ baren gegliederten lebendigen Eins. So nehmt ihn denn hin, dieſen Brief von un⸗ ſerer Hand und ſeid gegrüßet im Namen unſers HErrn JEſu Chriſti mit dem Gruße Seines Friedens. Gar oft und viel hören und leſen wir von Dir und gedenken Deiner, Du theure Kirche Nord⸗ Amerikas. Siehe, Deine kleine noch ſo ſchwache Tamuliſche Schweſter macht ſich auf in uns und ſendet Dir, der größeren und mächtigeren Schwe⸗ ſter, ihren Gruß. Sie grüßt und ſpricht zu Dir dieſe folgenden Worte: „Geliebte Schweſter in dem HErrn! Siehe hier die Hand und den Gruß einer Schweſter, die, wenn auch fern von Dir, doch Eins iſt mit Dir, einer Schweſter, die gehört hat von Deiner Kind⸗ heit, von Deinem Wachsthum, von Deinen Feinden und Deinen Kämpfen nach innen und außen, von Deinen Leiden, Verſuchungen, Elend und von Deinem Glauben, und die, weil ſie Eins mit Dir in Allem, auch Eins werden möchte mit Dir in Allem. Haben wir nicht Einen HErrn und Bräutigam IEſum Chriſtum, haben wir nicht Ein heiliges Bekenntniß Seiner Wahrheit, von den Vätern errungen und uns Kindern über⸗ liefert, ſind wir nicht durch Eine Taufe und Nachtmahl Glieder Seines Leibes geworden? Und weiter: wohnen nicht wir beide im Heiden⸗ lande, Du dort und ich hier, und haben zu kämpfen gegen des Teufels Macht und Liſt? Sind nicht wir beide umgeben und umlauert von engliſchem Weſen, reformirtem Sectenſchwarm und dem raſtloſen Treiben und Kunſtgriffen der Römer? Siehe, ſo ſind wir Eins, und ich reiche Dir nun meine Hand und rufe Dir zu: Was Du haſt, das halte, auf daß Dir nicht Deine Krone genommen werde! und im Kampfe gegen die Macht und Liſt des Teufels und gegen alle