# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1845 05 03_S71 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 71 schen sagen, der durch irgend einen bessern Prediger der röm. kathol. Kirche aufgeweckt und zu einem redlichen Verlangen nach seiner Seligkeit gebracht worden ist? — wird ihm dann der Methodist nicht auch zurufen: Danke Gott, daß er dich so weit erweckt und auf den Weg zur Seligkeit gebracht hat; nimm dich aber vor dem Sauerteig der papistischen Irrlehre in Acht, weiche der Gefahr der weiteren Verführung aus und schließe dich der rechten Kirche an? Wenn der Methodist hierauf „Ja" spricht, wie er nicht anders sprechen kann, so hat er unsere eigene Vertheidigung geführt, und die Beschämung, die er uns anhängen wollte, wird ihn selbst treffen. Möchte Gott dem „Apologeten" nicht nur, sondern jeglichem Methodisten Gnade geben, die Schäden seiner Kirche zu erkennen und auch so redlich zu bekennen, wie wir es unsererseits gethan haben und noch immer thun. Wir sprechen durch Gottes Gnade nicht: „Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts"; möchte unser Widerpart auch so von Herzensgrunde sprechen lernen, so würde er nicht wieder über das bußfertige Bekenntniß eines lutherischen Christen spotten. (Eingesandt von G. H. Löber.) Der Irrlehrer Arius und sein Ende. (Schluß.) Schlußbemerkungen. Die Irrlehre des Arius war allerdings für jene Zeit schrecklich und verwüstend genug; aber theils wurde dabei doch immer noch unserm HErrn Christo weit mehr, als die bloße menschliche Natur beigelegt, theils wurde mit allem Ernst von der ganzen Kirche dagegen Zeugniß abgelegt. Heut zu Tage aber ist es in derjenigen Kirche, die sich in ihrer unveränderten Augsburgischen Confession gleich in dem ersten Artikel zu jenem Nicäischen Zeugniß bekennt und dasselbe nach der heilsamen Lehre der Apostel und Propheten in allen andern Artikeln als den Grund und Eckstein festhält, leider dahin gekommen, daß unzählige Lehrer an Kirchen, Schulen und Universitäten den HErrn Christum gar nur für einen bloßen Menschen erklären und jeden Artikel unserer Confession nach ihrer Vernunft fälschen, oder läugnen, und die Gemeinden sind meist dazu still und thun wenig, oder nichts, um das theure Kleinod ihres Glaubens für sich und ihre Kinder zu bewahren. Freilich ist leider bei Vielen die Unwissenheit so groß, daß sie gar nicht mehr den herrlichen Glauben ihrer Väter kennen und von allerlei Secten sich hinreißen lassen, welche alle den Einen HErrn und Einen Glauben, den die alte rechtgläubige Kirche von jeher bekannt hat, mehr oder weniger verlassen und immer nur etwas Neues aufrichten. Gleichwohl ist die Eine wahre Kirche auch in diesen Landen durch Gottes Gnade noch zu finden und ist keineswegs dermaßen in lauter Secten und Parteien fast gar zerflossen und aufgelöst, wie neulich Herr Pastor Wyneken, der amerikanisch-katholischen Kirche gegenüber, in zu weit gehendem Zugeständniß behauptet hat. Wohl hat der HErr seine Kirche oft im Geschrei sein lassen, daß sie sei, wie ein verlassenes und von Herzen betrübtes Weib, wie eine unfruchtbare Sara im Gegensatz gegen diejenige Kirche, welche zwar, wie Hagar, sich des Mannes rühmt, aber nur Kinder nach dem Fleisch und zur Knechtschaft gebiert. (Gal. 4.) Mag nun diese stolze Hagarkirche in ihren zahllosen Kindern noch so sehr unserer spotten und auf ihre Dome und Seminare, auf ihr Gold und Silber, auf ihre Heiligen und Todtengebeine trotzen und pochen, so wollen wir ihr dies Alles gern lassen gegen die Eine Verheißung, die sie uns lassen muß: „Rühme, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, freue dich mit Ruhm und jauchze, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat mehr Kinder, denn die den Mann hat, spricht der HErr." — „Fürchte dich nicht; denn du sollst nicht zu Schanden werden; werde nicht blöde; denn du sollst nicht zu Spott werden; — — denn der dich gemacht hat, ist dein Mann, HErr Zebaoth heißt sein Name und dein Erlöser." — (Jesaia 54, 1—5. Vergl. Gal. 4.) Darum sollen wir aber auch Alle, die sich dieser Verheißung und dieses HErrn Zebaoth trösten wollen, ob dem lautern Wort und unverfälschten Bekenntniß halten, das uns vertrauet ist, und sollen nicht mit allen möglichen Secten und Parteien um eine äußerliche Vereinigung buhlen, die doch wie Thon und Eisen nimmer zusammenhält. Nein, „lasset doch die Geister in gegenseitig offenem Bekenntniß auf einander platzen," daß man sehe, wer es treulich und ehrlich mit der Wahrheit meint! „Denn Recht muß doch Recht bleiben, und dem werden alle frommen Herzen zufallen." Ps. 94, 15. Wer aber der alten Wahrheit sich schämen und lieber auf seinen alten verjährten Irrthümern, oder auf seinen verkehrten neuen Maßregeln beharren will, von dem sollen wir uns scheiden und nichts mit ihm zu thun haben. Solch ein Kampf ist allezeit der Kirche heilsamer gewesen, als eine Liebe ohne Wahrheit und ein Friede ohne Salz. Darum wir Alle, denen das hochwichtige Amt vertrauet ist, daß „unsere Lippen die Lehre bewahren sollen," lasset uns bei der Geschichte des Arius Gott anrufen, daß Er uns in Gnaden vor aller Irrlehre und falschgläubigen Gemeinschaft behüten wolle, und „lasset uns anschauen die Güte und den Ernst Gottes, den Ernst, an denen, die gefallen sind, die Güte aber an uns, sofern wir an der Güte bleiben, sonst werden wir auch abgehauen werden." (Röm. 11, 22.) Endlich haben wir in der Geschichte des Arius auch gesehen, welche argen und entsetzlichen Früchte an den Bekennern der falschen Lehre, und welche guten und herrlichen Früchte des Glaubens, des Gebets und des Eifers für Gottes Ehre an den Bekennern der reinen und richtigen Lehre zu sehen gewesen. Doch haben wir an den ketzerischen Arianern auch viele Scheintugenden, und wiederum an den Rechtgläubigen auch Manches gesehen, das uns nicht gefallen hat. Weil man darum leicht in Gefahr kommen kann, durch „Wölfe in Schafskleidern" getäuscht, aber auch an Gottes lauterem Worte selbst irre zu werden, weil diejenigen, die es verkündigen, noch allerlei Sünden und Schwachheiten im Leben unterworfen sind, so können christliche Gemeinden die Regel nicht genug beherzigen, daß sie an ihren Predigern Lehre und Leben von einander wohl zu unterscheiden haben. Allerdings hat ein Lehrer große Verantwortung, wenn er durch sein Leben dem Evangelio ein übles Geschrei und die Feinde Gottes lästern macht; aber sein Leben kann vor der Welt glänzend rein und exemplarisch, und seine Lehre doch grundfalsch und gefährlich sein; und wiederum können ein Jonas und Petrus vor der Welt sogar einen tiefen Fall thun, und ihre Lehre kann dennoch rein und richtig sein. Darum, „ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falscher Propheten ausgegangen in die Welt." (1 Joh. 4, 1.) Daran aber sollt ihr die rechten Lehrer erkennen, daß sie euch das lautere biblische Zeugniß von dem Menschgewordenen und für euch gestorbenen und auferstandenen, ewigen Sohn Gottes, und somit das Zeugniß vom Vater, Sohn und heil. Geist verkündigen, und euch aus dem Gesetz Gottes zur Erkenntniß eurer Sünden und aus dem Evangelio zum seligmachenden Glauben treulich anleiten, und zwar dies Alles auf die Weise und in der Sprache, wie ihr in dem kleinen und großen Katechismus Dr. Mart. Luther's und in der unveränderten Augsburg. Confession eine kurze, vortreffliche Summa und einen sichern Prüfstein der heilsamen Lehre finden könnt. — Die euch diese Lehre treulich und mit allem Fleiße vortragen, die haltet in Ehren und habt sie desto lieber um des Worts willen! Solche werden gewiß sich auch befleißigen, das Evangelium zu zieren in allen Stücken. Predigen sie es aber Andern und machen sich selbst verwerflich, so strafet und ermahnet sie mit bescheidenem Ernst. Wo sie aber in offenbaren und herrschenden Sünden beharren, so thut euch von Solchen! Laßt uns aber insgesammt Gott fleißig im Namen seines lieben Sohnes für seine bedrängte Kirche bitten und anrufen, wie uns die alte Kirche selbst in ihrer kräftigen Litanei beten lehrt: Daß uns Allen Gott wolle gnädig sein und helfen, vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Uebel behüten, — seine heilige christliche Kirche regieren und führen, — uns vor seiner Feinde Gotteslästerung, Mord und Unzucht gnädiglich behüten, alle Bischöfe, Pfarrer und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligem Leben erhalten, allen Rotten und Aergernissen wehren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, und den Satan unter unsere Füße treten. Erhör' uns, lieber HErre Gott! Amen.