# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 09 04_S8 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) der Neuzeit wollten Himmel und Erde in einander miſchen, aber wie jämmerlich ſind ſie geſtürzt; mit welch einem kläglichen Winſeln hat das hoch⸗ trabende Geſchrei von Reform, Fortſchritt der Völker, Umſturz des Throns u. ſ. w. ein Ende genommen! Wenn Gott der Allmächtige eine Reform will, dann wird's gehen, ſonſt nicht, wie unter andern das Exempel Jerobeams beweiſ't 1 Kön. 11, 32. Der HErr iſt König! A. Sch. Preis des Schullehreramtes. So ſchreibt Luther: „Das ſage ich kürzlich, einem fleißigen frommen Schulmeiſter oder Ma⸗ giſter, oder wer es iſt, der Knaben treulich zeucht und lehret, dem kann man nimmermehr genug lohnen, und mit keinem Gelde bezahlen, wie auch der Heide Ariſtoteles ſagt. Noch iſts bei uns“) ſo ſchändlich veracht, als ſei es gar nichts, und wollen dennoch Chriſten ſein. Und ich, wenn ich vom Predigtamt und andern Sachen ablaſſen könnte oder müßte, ſo wollte ich kein Amt lieber haben, denn Schulmeiſter oder Knabenlehrer ſein. Denn ich weiß, daß dies Werk nächſt dem Pre⸗ digtamt das allernützlichſte, größeſte und beſte iſt, und weiß darzu noch nicht, welches unter beiden das beſte iſt. Denn es iſt ſchwer, alte Hunde bändig und alte Schälke fromm zu machen, daran doch das Predigtamt arbeitet und viel umſonſt arbeiten muß; aber die jungen Bäumlein kann man beſſer biegen und ziehen, ob⸗ gleich auch etliche darüber zerbrechen. Lieber, laß es der höchſten Tugend eine ſein auf Erden, frem⸗ den Leuten ihre Kinder treulich ziehen, welches gar wenig und ſchier niemand thut an ſeinen eig⸗ nen.“ (Sermon, „daß man ſolle Kinder zur Schule halten“, von 1530.) An einer andern Stelle ſagt Luther: „Schul⸗ meiſter haben des Redens gewohnt in der Schu⸗ len mit ihren Schülern, wie man der heiligen Schrift Sprüche fein handeln und auslegen ſolle. Ich wollte, daß keiner zu einem Prediger erwählet würde, er wäre denn zuvor ein Schulmeiſter geweſt. Jetzt wollen die jungen Geſellen von Stund an alle Prediger werden und fliehen der Schulen Ar⸗ beit. Aber wenn einer hat Schule gehalten, un⸗ gefährlich zehen Jahre, ſo mag er mit gutem Ge⸗ wiſſen davon laſſen; denn die Arbeit iſt zu groß und man hält ſie geringe. Es iſt aber ſo viel in einer Stadt an einem Schulmeiſter gelegen, als am Pfarrherrn. Bürgermeiſter, Fürſten und Edelleute können wir entrathen, Schulen kann man nicht entrathen, denn ſie müſſen die Welt re⸗ gieren. Man ſiehet heut, daß kein Potentat und Heri iſt, er muß ſich von einem Juriſten und Theologen regieren laſſen; ſie können ſelbſt nichts und ſchämen ſich zu lernen, darum muß es aus der Schulen herfließen. Und wenn ich kein Pre⸗ diger wäre, ſo weiß ich keinen Stand auf Erden, den ich lieber haben wollte. Man muß aber nicht ſchen, wie es die Welt verlohnet und hält, ſon⸗ dern wie es Gott achtet und an jenem Tage rüh⸗ men wird.“ (Werke. Hall. XXII, 1028.) Bitte. Die deutſche evangeliſch⸗lutheriſche Gemeinde in Harford County, Maryland, wünſcht ein Kirchlein zu bauen. Sie iſt klein, aber bewohnt einen Platz, welchem ſicherlich immer mehr Deutſche zuziehen werden; ſie hat viele und ſchwere An⸗ fechtungen erdulden müſſen, aber eben weil ſie die Anfechtung erduldet hat, ohne zzerſtört zu ſein, zweifeln wir nicht mehr daran, daß ſie beſtehen und durch Gottes Gnade in jener Gegend die *) Wollte Gon, das „Uns“ ginge nur die Leute zu Lu⸗ thers Zeit und nicht auch uns in Amerika jetzt an. 8 Stadt werden wird, die auf dem Berge liegt. Nur eine kleine Blockkirche begehrt ſie, um ſich mit den vielen deutſchen Einwohnern jener Gegend um Gottes Wort und Sacrament zu ſammeln, allein auch für eine kleine Kirche reichen ihre Mittel nicht aus. Unſerer Synode angehörend, bittet ſie daher alle Freunde des Wortes Gottes und Sei⸗ ner heiligen Kirche um eine kleine Beiſteuer und wünſcht den freundlichen Gebern Gottes reichen Segen, gemäß dem Worte: Wer ſich des Armen erbarmet, der leihet dem HErrn, der wird ihm wieder Gutes vergelten. Sprüche Sal. 19, 17. Gaben nehmen an die Herren PP. Wyneken in Baltimore und Walther in St. Louis, ſo wie A. Hoyer, Paſtor. Der falſche Glaube. So ihut der falſche gefärbte Glaube allczeit: ſo lange es ihm wohlgehet und ſtehet, ſo iſt er ſtolz, auch über Gott und alles, was Gott iſt, und iſt ſo verſtockt und hart, daß nie kein Amboß ſo hart ward. Aber wenn er beginnt zu ſinken und zu verzagen, ſo iſt auch nichts blöders noch ver⸗ zagters im Himmel und Erden, daß er denn wohl in ein Mäuſeloch kröche und ihm die weite Welt zu enge wird und denn beide, bei Feinden und Freunden, beide, bei Verachteten und Hoch⸗ gelobten, Hülfe und Rath ſucht und gern an⸗ nähme. — Luther über Jon. 1, 5 Volksgebrauch. Unter den in der ſächſiſchen Oberlauſitz woh⸗ nenden Wenden iſt es Sitte, daß die Bademutter, wenn ſie mit einem neugetauften Kinde zu deſſen Mutter aus der Kirche zurückkehrt, letzterer das Kind mit den Worten gibt: „Einen Heiden gabt ihr uns, einen Chriſten bringen wir wieder.“ Kirchliche Nachricht. In Folge eines Berufes, welchen der vor⸗ malige Paſtor der deutſchen evang.⸗lutheriſchen Gemeinde zu Marion, Ohio, Hr. Adam Ernſt, von der zu Town Eden, New York, erhalten und angenommen hatte, iſt ſelbiger von P. E. M. Bürger im Auftrage der Synode Dom. X. p. Trin., den 12. Auguſt d. J., in ſein neues Amt öffentlich eingewieſen worden. Rüſte der HErr den Hirten aus zum treuen Weiden und Streiten und regiere er die Heerde, ſo oft ſie des guten Hirten Stimme aus ſeines Unterhirten Munde vernimmt, zu folgen, und führe er endlich Hirt und Heerde in die himmliſchen Hürden! — Des lieben Bruders Adreſſe iſt nunmehr: Rev. A. Ernst, White's Corner P. O., Erie Co., N. V. Durch die Weigerung ſeiner Gemeinde, ſich der in Goites Wort gebotenen Zucht und Ordnung zu unterwerfen, iſt Hr. Paſtor J. Trautmann in Danbury, Ottawa Co., O., genöthigt worden, dieſelbe zu verlaſſen. Er hat einer Aufforderung, Hrn. Paſtor Röbbelen als Hilfsprediger in deſſen großem Arbeitsfelde ſich zur Seite zu ſtellen, Folge geleiſtet. Seine gegenwärtige Adreſſe iſt daher: Rev. J. Trautmann, Liverpool, Me- dina County, Ohio. Stufenleiter der Weisheit. Der berühmte Gelehrte Reuchlin (geſtorben 1521) beſchreibt den Studiencurſus der Studen⸗ ten folgendermaßen: „Im erſten Jahre wiſſen ſie über alle Streitfragen zu entſcheiden; im zweiten I Jahre fangen ſie an, deſſen ungewiß zu werden; im dritten ſehen ſie ein, daß ſie nichts wiſſen; und dann fangen ſie erſt an zu lernen.“ Veränderte Adreſſe: Rev. Martin Sondhaus, Longhill P. O., Morris Co., N. J. * Kirchliche Notiz. So eben vernehmen wir, daß die Synode von Indianapolis am 27. dieſ. M., Donnerstag nach Dom. XVI. p. Tr., ſich verſammelt. Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, vn⸗ veränderter Abdruck.—...9—— 10 Das Dutzend 51.00. Hundert Stück 87.00. Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗ land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat. Das Dutzend 50 Cis. 25 Stück à1.00. Dr. Luthers Sermon von „Bereitung zum Sterbenꝰꝰ.—...— Die Verfaſſung der deutſchen ev.⸗luth. Sonode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗ merkungen...J.—.— Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück 51.00. Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten v. J. 1847—..—.—.—.—..— w. 1805 Synodalbericht derſelben Synode 005 0.⁰⁵ ö 0⁰— 22—2—ͤ22—p—f—f —ᷓ —..—— 0.10 0.50 0.50 —1847. NO. 8 7. Vierter do. 5. 1817.—1818 (vollſt.). (Der 1. und 2. Jahrgang ſind en Chriſtliches Concordienbuch, d. i. Symbol. Bücher der ev.-Iuth. Kirche, New Norker Aus⸗ gabe, in àwiſche Leder gebunden Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 2 Stückk.......... — Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche (aus No. 9. des Lutheraner belonan abgedruckt), 2 Stück... Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predi gten über die Evangelien auf die Sonn- und Feſt⸗ tage des ganzen Jahres, New Norker Ausgabe, gebunden in Kalbleder....... Kirchengefangbuch für ev.⸗luth. Gemein⸗ den, verlegt v. d. dieſ. ev.⸗-Iuih. Gemeindt U. A. C., gebunden das Stück 100 Suit 862. 90 ; gegen Baarzahlung. A B C Buch, New Yorker Ausgabe, das Stück.. 0.10 Im Dutzend.. 1 Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu Buffalo (in No. 17. des Lutheraner ausführ⸗ licher angezeigt)..—.——.—.—.—.—. 0.25 (Die in No. 21—25 des vor. Jahrg. enthaltene Preisan⸗ gabt von letzterm iſt ein Druckfthler.) Brieſkaſten. —— An A. E. in T. E., N. Y. — Die Kifte iſt glücklich an⸗ gekommen. An A. L. in E., Mo. — Wenn die Lebensbeſchreibung nicht weitſchweifig, in würdigem Style geſchrieben und we⸗ niger Raiſonnements als Thatſachen enthaltend iſt, ſo iſt ſie für den „Lutheraner“ willkommen. —.—.—.—. 1.5 0.⁰⁵ 90.05 2.00 2——— ** Geld empfangen für das Seminar in Fort Wayne durc Hrn. 0 1— mann aus deſſen Gemeinde 54.00. Wol ter. Empfang en für den Kirchbau der „Erſten deutſchen Ev.⸗Lutheriſchen St. Paulus-Gemeinde“ in Chicago, Ill. Durch Hrn. P. Allbach von deſſen Gemeinde bei Fort Wayne, Ind., 4.05. Von Hrn. P. A. Lehmann, Cape Girardtau, Mo., 51.00 A. Selle, Paſtor. Erhalten für die Miſſion in Michigan: 56.474 von Gemeindegliedern in St. Louis. Bezahlt. Den 3. Jahrg. Die HH. PP. Buße und Rally. I. Dn. Jahrg. die 5H. P. Bußt, Mich. Hochmuth und Rally. Die 2. Hälfte des 4. Jahrg. Hr. P. Sondhaus. Die 2. Hälfte des 5. Jahrg. Hr. Fr. Ahlmeyer. Den 5. Jahrg. Die HH. PP. Hunger und Sondhaus. Den 6. Jahrg. Die HH. P. Eyrich, Joach. Gollmar, Mich. Grüninger, P. Siechtr. Gedruckt bei Arthur Olshauſen, Heraußgeber des Anzeiger des Weſtens. 0⁴40 A