# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 09 14_S192 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Schwert und Pflug. — Einſt war ein Graf, ſo geht die Mähr, Der fühlte, daß er ſterbe, Die beiden Söhne rief er her, Zu theilen Hab und Erbe. Nach einem Pflug, nach einem Schwert Rief da der alte Degen, Das brachten ihm die Söhne werth, Da gab er ſeinen Segen: Mein erſter Sohn, mein ſtärkſter Sproß, Du ſollſt das Schwert behalten, Die Berge mit dem ſtolzen Schloß, Und aller Ehren walten. Doch Dir, nicht minder liebes Kind, Dir ſei der Pflug gegeben, Im Thal, wo ſtille Hütten ſind, Da magſt Du friedlich leben. So ſtarb der lebensmüde Greis, Als er ſein Gut vergeben, Die Söhne hielten das Geheiß Treu durch ihr ganzes Leben. Doch ſprecht, was ward denn aus dem Stahl, Dem Schloſſe und dem Krieger? Was ward denn aus dem ſtillen Thal, Was aus dem ſchwachen Pflüger? O fragt nicht nach der Sage Ziel, Euch künden rings die Gauen: Der Berg iſt wüſt, das Schloß zerfiel, Das Schwert iſt längſt zerhauen. Doch liegt das Thal voll Herrlichkeit Im lichten Sonnenſchimmer; Da wächſt und reift es weit und breit: Man ehrt den Pflug noch immer. Wolfgang Müller. Von dem amerikaniſch⸗lutheriſchen und refor⸗ mirten Geſangbuch. Zweiter Brief. Lieber Jakob! Du mußt nicht zürnen, daß ich Dir mit dem erſten Brief nicht auch gleich die Beweiſe für das Geſagte von dem amerikaniſchen Geſangbuch ge⸗ liefert habe. Du weißt wohl, daß unſereiner das Schreiben nicht gewohnt iſt und gleich müde wird; zumal da ich jetzt ſo fleißig auf dem Felde zu arbeiten habe und nur die Abende dazu an⸗ wenden kann. Ueberdieß hat's noch einen beſon⸗ deren Nutzen für Dich, Du haſt inzwiſchen Zeit zum Nachdenken. Alles auf einmal würde Dir den Kopf zu voll machen. Nun zu den Be⸗ weiſen. Vorher muß ich Dir aber bekennen, daß ich eben nur vom Gröbſten reden kann und als ein Bauer nicht im Stande bin, wie ein Gelehrter alles ſo genau aufzufinden, was nichts taugt; aber darin liegt eben nicht ein geringer Beweis, daß wenn ich ſchon ſo viel finde, was würde dann erſt ein rechtgläubiger Gelehrter alles fin⸗ den! Machſt Du nun die erſte große Schublade auf und ſuchſt in den vielen Fächern, wo die Glaubenslehren drin ſind, ſo findeſt Du gleich vorne dran in dem Liede Nr. 2 im 2. Vers, daß die Seligkeit an die Tugend geknüpft wird, da doch die heilige Schrift ſagt, daß man aus Gna⸗ 19² den durch den Glauben ſelig wird. Und wenn die heilige Schrift ſagt, daß ohne Heiligung Nie⸗ mand den HErrn ſchauen kann, ſo iſts keines⸗ wegs die Meinung, daß man an die Heiligung oder, wie die Liederdichter ſagen, an die Tugend die Seligkeit knüpfen kann. Denn der Schächer am Kreuz hat keine Tugend aufzuweiſen und doch iſt er, laut den Worten des HErrn, ſelig gewor⸗ den. Daß aber der Mann wirklich die Seligkeit an die Tugend knüpft, das beweiſ't er damit, daß er Anfangs dieſes Verſes ſagt, um der Tu⸗ gend willen lebe er hier, und noch deutlicher im dritten Verſe ſagt er, daß Gott die Tugend „mächtig aus dem Staube hebe“, da doch die heilige Schrift deutlich zeigt, daß Gott durch Chriſtum die Sünder aus dem Staube hebt, und Chriſtus ſagt, daß er gekommen ſei, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die From⸗ men. Sind ſolche Ausdrücke nicht falſch und habe ich da zu viel behauptet? Und wenn Du ſagſt, es ſei ja doch auch vom Glauben in dieſem Verſe die Rede, ſo ſage ich: ja wohl, aber von was für einem Glauben? Eben von dem Glau⸗ ben, der auf der Tugend als Verdienſt zur Se⸗ ligkeit ruht. Laß Dich nicht blenden, lieber Ja⸗ kob, ſondern ſiehe es genau an und Du mußt es finden. Dieſe vernunftgläubigen Leute und Tugendlehrer wiſſen gar wohl auch etwas vom Glauben zu ſagen und zu ſingen. Denn das wiſſen ſie wohl, daß ſie nicht ſo grob kommen dürfen, um kein Wörtlein vom Glauben verlauten zu laſſen. Unſer Herr Pfarrer ſagt, es gibt viele, die nicht glauben, daß Chriſtus Gottes Sohn iſt und mit dem Vater gleich, und doch predigen und ſagen ſie von Gottes Sohn; aber da meinen ſie nicht mehr und nicht weniger, als daß Chriſtus deswegen Gottes Sohn ſei, weil Er ein ſo tugend⸗ haftes Leben geführt habe und ein ſo weiſer Leh⸗ rer geweſen ſei. Nun, ſolche Söhne Gottes kön⸗ nen dann alle Menſchen ſein, wenn ſie dem „weiſen Lehrer und Tugendmuſter“, wie ſie Chri⸗ ſtum nennen, ähnlich zu werden ſuchen. — Uebri⸗ gens iſt in dieſem Liede nur der Glaube gemeint, daß überhaupt ein Gott ſei, und das wider⸗ ſtreitet ja auch der Teufel nicht. Mit dieſem ein⸗ zigen Beweis hätte ich Dich ſchon genugſam überwieſen, daß dieſes Geſangbuch für allerlei Leute paßt, nur nicht für einen gläubigen Luthe⸗ raner, und deßwegen von uns abgethan werden ſollte. Denn gerade die Lehre von der Rechtfer⸗ tigung iſt der Kern und Stern der heiligen Schrift, welche aber in dieſem Geſangbuche in vielen Liedern umgeſtoßen wird. Da wird ferner im Lied No. 32 im 4. Vers ſogar geſagt, daß des Menſchen Herz fähig iſt — Gott zu lieben. Ja wohl, es war einſt fähig, Gott zu lieben, vor dem Sündenfall im Para⸗ dies, aber nun? — nun heißt es: „Wir ſind alleſammt abgewichen, alleſammt untüchtig ge⸗ worden.“ Pſ. 14. Röm. 3. Iſt das bibliſch ge⸗ redet? Iſt uns der Heiland, wie Nr. 32 V. 9 ſagt, bloß dazu gegeben, daß Er uns des Vaters Willen thun lehrte und Er uns zum Vater führt? Ich meine, wenn wir Gottes Willen thun, könnten wir nicht auch ohne Führer zum Vater kommen? — Nach No. 40 Vers 3 ſcheint es faſt, als wollte der Mann ſagen, daß der liebe Gott die erſten Menſchen unvollkommen geſchaffen habe, und daß ſie durch „Tugend“ immer höher zu fliegen gehabt hätten. Iſt das dem Glauben ähnlich geredet? — Nach No. 46 Vers 1 iſt das menſchliche Ge⸗ ſchlecht zum Guten bloß immer mehr „ge— ſchwächt“, alſo nicht ganz erſtorben? Ich meine, das ſei ganz wider die Lehre der Schrift, wie wir leſen im Briefe an die Römer und ande ren Stellen. ö Nun aber, lieber Jakob, kann ich nicht anders, als einen tiefen Seufzer ausſtoßen, gleich unſenn Herrn Pfarrer. Da lies einmal No. 72; da haſt Du das vollkommenſte Rationaliſtenlied! Mit dieſer traurigen Hinweiſung will ich dies⸗ mal ſchließen und bitte Dich, ſuche nach in Deinem Geſangbuch, Du wirſt es alles finden. Leb un⸗ terdeſſen wohl! Dein Andreas. Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗ veränderter Abdruck....... . — .10 Das Dutzend P1.00. Hundert Stück §7.00. Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗ land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat. Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück P1.00. Dr. Luthers Sermon von „Bereitung zum Sterben .—. Die Verfaſſung der deutſchen ev.⸗luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗ merkungen. Das Dutzend 50 Cis. 25 Stück P1.00. Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth. Synols von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten v 005 005 0.0⁵ 0.10 0.10 J. 1817.—.—.—.—.—.—.—.—.—— Zweiter Synodalbericht derſelben Synode v. J. 1848..—.——.—.—..—.—..7 Dritter Jahrgang des Lutheraner v. 1846 No. 8—2 0.50 Vierter do. v. 1847—1848 (vollſt.)..... 0.50 (Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen. Chriſtliches Concordien buch, d. i. Symbol. Bücher der ev.-luth. Kirche, New Äorker Aus⸗ gabe, in gepreßtem Leder gebunden ...... Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 2 Stück ..—.—.— Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders abgedruckt), 2 Stück........ Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigien über die Evangelien auf die Sonn- und Feſt⸗ tage des ganzen Jahres, New Yorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder.... . Kirchengeſangbuch für eb.⸗luth. Gemein⸗ den, verlegt v. d. hieſ. ev.⸗Iuth. Gemeinde U. A. C., gebunden das Stück......... 100 Suüd „52.0 Faegen Baanablang A B (C Buch, New Zorker Ausgabe, das Stück.. Im Dutzend.. 1. Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu Buffalo (in No. 17. des Lutheraner ausführ⸗ licher angezeigt) —1847. No. 8 PPW.......... 1.25 0.⁰ 0.0⁵ Erhalten durch Herrn P. Beſt in Palmyra, Mo., von folgenden Gliedern ſeiner Gemeinde: 51.00 von H. Baum, §1.00 von J. G. Henrici, 50 Cts. von Georg Stark, 50 Cts. von Heinr. Liborius, 50 Cis. von Heinr. Götze, 50 Cts. von Johannes Deis, 40 Cts. von Maria Eliſabeth Weis, 50 Cts. von Margar. Dreſche, 50 Cts. von Maria Kath. Muder, 25 Cts. von Kath. Stark, 25 Cts. von Kunigunda Stark, 10 Cts. von Sophia Jung. Summe F6.00, und zwar P3.00 für die Gemeinde des Hrn. P. Bürger in Buffalo, und P3.00 für die Gemeinde 4 des Hrn. P. Brohm in New Aork als Beitrag zum dori⸗ gen Kirchenbau. Gedruckt bei Arthur Olshauſen, derausgeber des Anzeiger des Weſtenk.