# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 08 03_S161 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Velligirt von C. E. W. Walther. Der Lutheraner. „Gottes Mort und Tuthers Lehr vergehet nun und nimmermehr.“ Herausgegeben von der deutſchen evangeliſch⸗lutheriſchen Synode von Miſſouri, Ohio und anderen Staaten. Zahrgang 5. Hl. Jouis, Mo., den 12. Zuni 1849. No. 21. Bedingungen: Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen vorauszubezahlen und das Poſigeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne E Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redacteur, enthallen, unter der Adreſſe: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. einmal für den jährlichen Subſcriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben Nummer für 5 Cents verkauft. alle anderen aber, welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder ꝛc. (Eingeſandt von Dr. Sihler.) Der Satan wider Chriſtum in Deutſchland. Es gibt einen großen Krieg auf Erden, der auch nicht aufhöret bis ans Ende der Tage, alſo daß auch nicht einmal ein Waffenſtillſtand, geſchweige ein Friedensſchluß zu Stande kommt; es iſt dies nemlich der Krieg zwiſchen der alten Schlange und dem geſegneten Weibesſamen, zwiſchen dem Lügner und Mörder von Anfang und dem, der da heißet: Treu und Wahrhaftig, zwiſchen dem Fürſten dieſer Welt und dem, deß Reich nicht von dieſer Welt iſt, Summa: zwiſchen Satan und Chriſtus. Zwar iſt der Schlange bereits das Haupt zer⸗ treten und der Fürſt dieſer Welt iſt ausgeſtoßen, darum, daß der Fürſt des Lebens für die Scla⸗ ven des Teufels ſich ſelber in den Tod gab, mit ſeinem heiligen und theuern Blute Gotte, dem Schuldherrn, das Löſegeld bezahlte, und damit zu⸗ gleich dem Kerkermeiſter, d. i. dem Teufel, die zerriſſene Handſchrift vorzeigte; darum, daß er als der HErr der Herrlichkeit auferſtand, die Ge⸗ fangenen ausführte und losmachte die Kinder des Todes. Aber dennoch reget die alte Schlange ihren Schweif bis zum Untergang der Sonne; dennoch ſetzet der Satan bald als brüllender Löwe, bald als gleißende Schlange, unter Gottes Verhängung, alle ſeine Macht und Liſt daran, Chriſtum zu be⸗ kämpfen. Dies geſchieht aber nicht unmittelbar, ſondern alſo, daß er die Kinder der Bosheit, ſeinen Samen, an die Kinder des Reiches, an das kleine Häuflein der gläubigen Chriſten, die eine heilige chriſtliche Kirche, hetzet und ſie durchaus zu vertil⸗ gen trachtet. Und Gott hat darum dieſe Anläufe verhängt, damit die Stärke des Satans in den Weiſen und Gewaltigen dieſer Welt an Chriſto zu Schanden würde, wenn er ſich ſchwach ſtellet in den Thörichten und Niedrigen vor dieſer Welt, vielleicht auch die Seinen als Schlachtſchafe dahin⸗ würgen läſſet. Der Satan aber trachtet auf mauncherlei Weiſe die Kirche zu verderben und die Heiligen des Höchſten zu verſtören. Einmal durch offenbare Angriffe, und rohe Gewalt, wie z. B. in den blu⸗ tigen Verfolgungen der erſten drei Jahrhunderte durch die Römer und des 16. und 17. Jahrhun⸗ derts durch die Papiſten, ſodann aber auch durch falſche Lehrer, die neben einführen verderbliche Secten und verleugnen den HErrn, der ſie er⸗ kauft hat; und wie der Teufel ſich dort als Mör⸗ der erweiſet und die Leiber der Gläubigen zu tödten begehret, ſo erzeiget er ſich hier als Lügner und ſucht durch die falſche Lehre die Seelen zu tödten. Außer dieſen zwei Angriffsweiſen aber, darin er mit Gewalt oder Liſt wider die Kirche unmit⸗ telbar zu Felde zieht, geht er auch noch hin und her auf verkappte Weiſe zu Werke, ja nimmt wohl auch hie und da die Geſtalt eines Engels des Lichtes an, als habe er nichts im Sinne, als die Menſchen zu beglücken; und doch iſt auch hier ſein Muth und Sinn auf nichts Anderes gerich⸗ tet, als die Erhaltung und Vermehrung der Kirche zu hindern und Chriſtum in ſeinen Gliedern zu überwinden. Zu dieſen verkappten Angriffen nun gehören unleugbar auch die aufrühreriſchen Bewegungen, die ſeit mehr denn Jahresfriſt einen Theil Euro⸗ pa's und zumal unſer altes Vaterland erſchüttert haben; denn hinter ſeinem blendenden Aushänge⸗ ſchild der „Freiheit, Brüderſchaft und Gleichheit“ hatte der Teufel nichts im Sinne, als zunächſt auf gewaltthätige Weiſe durch die bewaffneten Volksmaſſen die obrigkeitliche Gewalt der Fürſten als „von Gottes Gnaden“ darniederzulegen, und von Volkes Gnaden ein Regiment auf⸗ zurichten, unter welchem in Kurzem alle chriſtliche Zucht, Sitte und Ordnung zu Boden gefallen und die fleiſchliche Freiheit und Gleichheit aufgekom⸗ men wäre, daß die trefflichen Freiheitler Weiber, Güter u. ſ. w. gemein gehabt hätten und aus Deutſchland eine große Räuberhöhle, Mörder⸗ grube und Hurenhaus geworden wäre. Da nun aber unſer lieber HErrgott zum guten Glück noch im Regiment ſitzt, obzwar ihn die „rothen Republikaner“ in ihren Herzen und Köpfen längſt entthronet haben, ſo hat er für dies⸗ mal zu den ſaubern Geſellen geſagt: „Beſchließet einen Rath und werde nichts daraus, beredet euch und es beſtehe nicht; denn hie iſt Immanuel.“ Denn der HErr der Heerſchaaren hat die Waffen der Fürſten geſegnet und die aufrühreriſchen Völ⸗ ker unter ſie gezwungen. Als nun der Satan ſah, daß ihm ſein Gewalt⸗ ſtreich nicht gelungen war, durch Feuer und Schwert ſeine „rothe Republik“ ſo ſchnell als möglich aufzurichten und darin einige der edelſten Frei⸗ heitsſöhne zu Großwürdenträgern Sr. hölliſchen Majeſtät zu machen: ſo griff er wiederum zur Liſt und ſandte alsbald einige ſeiner eifrigſten Apoſtel aus, um ſo viele Seelen als möglich mit dem Gifte des läſterlichen Unglaubens zu erfüllen und elendiglich hinzumorden. Einer dieſer Teufelsapoſtel z. B., Wilhelm Marr, durchzieht, wie deutſche Blätter berichten, einen Theil des nördlichen Deutſchlards und hat ſonderlich in Hamburg und Lübeck unter den ar⸗ beitenden Klaſſen, vornehmlich in den Herbergen der Handwerksburſchen, großen Anklang und An⸗ hang gefunden. In ſeinem Buche: „Das junge Deutſchland“ kommen u. A. folgende Stellen vor: „Ich behaupte, daß der Glaube an eine per⸗ ſönliche Gottheit der Hauptgrund und die erzeu⸗ gende Peſtſeuche unſeres jetzigen wurmzerfreſſenen geſelligen Syſtems iſt, und daß, ſo lange als die Menſchen nur mit der kleinſten Faſer an dem Ge⸗ danken eines Himmels kleben, keine Hoffnung wahrer Glückſeligkeit auf Erden iſt.“ „Das Chri⸗ ſtenthum“ — ſagt er an einem andern Orte — „und die beſtehende Ordnung der Dinge, die dar⸗ auf gebauet iſt, ſind die weſentlichen Krebsge⸗ ſchwüre der menſchlichen Geſellſchaft. Der Menſch durch ſich ſelbſt iſt die Religion des kommen⸗ den Zeitalters. Gott bedarf der Menſchen, aber der Menſch bedarf keines Gottes.“ Sollte ſich nicht billig jeder Menſch, der auch nur eine Spur noch von Gottesfurcht und Ach⸗ tung vor Gottes Wort, ja der auch nur einen Funken noch von dem natürlichen Lichte hat, das z. B. der Apoſtel Paulus den Heiden zuſchreibt — ſollte ſich nicht jeder derartige Menſch mit Abſcheu und Entſetzen von ſolchen ſinnloſen Läſterungen abwenden, die dieſes ſataniſche Läſtermaul her⸗