# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 05 29_S160 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) tiger. Ein wie ſchöner Stern biſt du mir aus Jakob aufgegangen, eine wie liebliche Blüthe ſproſſeſt du aus der Wurzel Jeſſe, ein wie ange⸗ nehmes Licht haſt du mich, o Aufgang aus der Höhe, beſucht! Wie muß man ſtaunen, wenn man deiner himmliſchen Eigenſchaften gedenkt, wie ſie ſich kund geben in der Empfängniß vom Heiligen Geiſt, in der Geburt von der Jungfrau, in der Reinheit deines Lebens, in den Strömen deiner Lehre, in den Blitzen deiner Wunder! Und wie glänzend ſteigeſt du, o Sonne der Gerechtig⸗ keit, nach deinem Untergange aus dem Herzen der Erde empor, wie glorreich begibſt du dich, o König, in deinem Auferſtehungskleide zur Höhe des Him⸗ mels zurück! Alle meine Gebeine ſprechen: HErr, wer biſt du? Bernhard, Sermo 47 in Cantic. Die große Gefahr. „Der Teufel gehet umher wie ein brüllender Löwe und ſuchet, welchen er verſchlinge.“ Mögen wir ſchlafen oder wachen, eſſen oder trinken, mö⸗ gen wir thun, was wir wollen; Tag und Nacht lauert er uns auf mit Liſt und Tücke, und richtet bald offen, bald verſteckt ſeine Pfeile nach uns. Unzählige Fallſtricke hat er vor unſere Füße ge⸗ worfen, uns unſere Wege mit Schlingen aller Art angefüllt. Fallſtricke hat er in den Reich⸗ thum wie in die Armuth gelegt, Fallſtricke in Worte wie in Werke. Und noch ſpielen und ſcherzen die Menſchen, gleich als wären ſie ſicher und geborgen. Der böſe Feind wacht, ohne zu ſchlafen und zu ſchonen; die Menſchen ſchlafen ohne zu wachen und zu beten. Soliloquia c. 16. Mittheilung von Welthändeln. Die längſt gehegten Befürchtungen eines all⸗ gemeinen europäiſchen Krieges gewinnen immer größere Wahrſcheinlichkit. Bereits brennt das Kriegesfeuer im Norden, Süden und Oſten Europas. Dänemark, durch ſeinen mächtigen Bundesgenoſſen, Rußland, ermuthigt, hat den Krieg wieder erneuert, und ſchon iſt zu Waſſer und zu Land manches Menſchenleben hingeopfert worden. Der Sieg war jetzt faſt immer auf Sei⸗ ten der Deutſchen. Alle deutſchen Häfen der Oſt⸗ und Nordſee werden von den däniſchen Schiffen geſperrt, wodurch der deutſche Handel unberechen⸗ baren Schaden erleidet. Der König von Sardinien, von ſeinen kriegs⸗ luſtigen Piemonteſen gezwungen, zog wieder ins Feld gegen die Oeſtreicher, wurde geſchlagen, dankte ab, floh nach Spanien und ſoll die Abſicht haben, Amerika zu beſuchen. Der Pabſt iſt noch immer im Exil und die junge Republik in Rom ſteht noch, wiewohl auf ſchwachen Füßen. Die franzöſiſche hat eine Arme von 14,000 Mann zur Einſetzung des Pabſtes in ſeine weltliche Herrſchaft auszuſenden beſchloſſen. Unerwartet ſind die ſieg⸗ reichen Fortſchritte der Ungarn gegen die kaiſerli⸗ chen Waffen, welche von den erſtern mehre bedeu⸗ tende Niederlagen erlitten haben ſollen. Von beiden Seiten wird der Krieg mit großer Erbitte. rung und Grauſamkeit geführt. Wichtige Begebenheiten ſcheinen ſich in Con⸗ ſtantinopel vorzubereiten. Der Sultan, der über⸗ müthigen Eingriffe der Ruſſen in ſein Reich müde, rüſtet ſichs aufs thätigſte und hat den Ruſſen den verlangten Durchzug ihrer Kriegsflotte durch die Dardanellen verweigert. Was das deutſche Reich betrifft, ſo iſt der Kö⸗ nig von Preußen von der Reichsverſammlung, wiewohl mit ſehr unbedeutender Stimmenmehr⸗ heit, zum deutſchen Kaiſer erwählt worden. Der König hat ſich hierauf bereit erklärt, die einſtwei⸗ lige Leitung der deutſchen Reichsangelegenheiten zu übernehmen; die Kaiſerkrone will er nur in 160 dem Falle annehmen, daß ihm dieſelbe auch von den betheiligten regierenden hohen Häuptern an⸗ getragen werde. Nach den neueſten Nachrichten haben am 14. April die Bevollmächtigten der 28 deutſchen Regierungen in einer mit dem Reichs⸗ miniſterium zu Frankfurt a. M. gehaltenen Con⸗ ferenz ein Document unterzeichnet, in welchem jene Regierungen ihre Zuſt immung zur Reichs⸗ verfaſſung und zur Uebernahme der Kaiſerwürde durch den König von Preußen erklären, mit Aus⸗ ſchluß Oeſtreichs, Luxemburgs, Preußens, Baierns und Sachſens, welche ſich ihre Erklärungen vor⸗ behalten. Hübner's bibliſche Hiſtorien unverändert ab⸗ gedruckt. Soeben erhalten wir die Kunde, daß in 4—6 Wochen oben genanntes köſtliches Schulbuch bei Herrn Ludwig in New York in unverändertem Abdruck die Preſſe verlaſſen werde. Der Name Herrn Ludwigs, der unſerer Kirche ſchon mehrere Schätze aus der alten guten Zeit durch Gottes Hülfe wieder geſchenkt hat, bürgt uns dafür, daß wir dießmal in unſeren Hoffnungen nicht werden getäuſcht werden. Den Preis kann der geehrte Herr Verleger noch nicht genau beſtimmen, doch ſoll er ſo billig ſein, als nur immer möglich. So bald das Buch zum Verſenden fertig iſt, wird der „Lutheraner“ es den lieben Leſern melden, in der zuverſichtlichen Hoffnung, daß gewiß viele Predi⸗ ger, Lehrer und Familienväter die dargebotene Gelegenheit, den ihnen anvertrauten theuren jun⸗ gen Seelen ein Kleinod für ihr ganzes Leben in die Hände geben zu können, mit großer Freude und herzlichem Danke gegen Gott gleich uns er⸗ greifen werden. Kirchliche Nachrichten. Nachdem die von Paſtor A. Schieferdecker acht Jahre lang bediente evangeliſch-lutheriſche Ge⸗ meinde bei Waterloo, Monroe Co., Ill., denſelben auf ſein Anſuchen entlaſſen, und Paſtor Carl Schliepſiek aus Weſtphalen zu ihrem künftigen Seelſorger berufen hatte, ſo iſt derſelbe Dom. Exaudi im Auftrag des Präſes unſrer Synode durch Paſtor Schieferdecker feierlich in ſein Amt eingewieſen worden. Der Letztere dagegen hat neben ſeiner vorigen Gemeinde in und bei Colum⸗— bia den Ruf der neu entſtandenen evangeliſch⸗ lutheriſchen Gemeinde in Centreville, St. Clair Co., angenommen und am Himmelfahrtsfeſte an letzterem Orte ſein Amt angetreten. Gott wolle nun ſeine Gnade geben, daß der Zweck erreicht werde, um deſſenwillen allein dieſer Amtswechſel geſchehen iſt, nemlich daß daraus für die Pflege und Weide der Seelen, und insbeſondere für den chriſtlichen Unterricht der Jugend mehr Frucht und Nutzen erwachſe, und ſo das Reich unſres HErrn JEſu Chriſti auch hier deſto mehr geför⸗ dert werde. Dom. Rogate, den 13ten d. M., iſt der Can⸗ didat der Theologie aus Preußen, Herr C. H. Siegmund Buttermann, nachdem ſelbiger von der deutſchen evangeliſch-lutheriſchen Ge— meinde zu Cheſter, Randolph County, Illinois, einen ordentlichen Beruf erhalten hatte, im Auf⸗ trag des Präſes unſerer Synode von Paſtor Löber unter Aſſiſtenz des Paſtors Gruber vor ſeiner Ge⸗ meinde ordinirt und feierlich in ſein Amt einge⸗ wieſen worden. Dies zur fröhlichen Nachricht für alle, die Jeruſalem ihre höchſte Freude ſein laſſen. Pſalm 137. The Evangelical Review“. Wir haben bereits in Nro. 25 des 4. Jahrg. unſeres Blaites den Proſpectus einer unter vor⸗ ſtehendem Titel vierteljährlich herauszugebenden engliſchen Zeitſchrift mitgetheilt. Aus demLu- theran Observer“ erſehen wir, daß Herr Pro⸗ feſſor Reynolds, der Editor, entſchloſſen iſt, mit Publicirung dieſer Vierteljahrsſchrift nächſten. 1. Juli zu beginnen. Wir machen daher auf dieſe wichtige Erſcheinung auf dem Gebiete unſerer hie⸗ ſigen theologiſchen Literatur, auf den bereits mit⸗ getheilten Proſpectus verweiſend, unſere Leſer, inſonderheit unſere Brüder im Amte, wiederholt aufmerkſam. Da Vorausbezahlung nothwendige Bedingung iſt, ſo iſt es hohe Zeit, daß diejenigen, welche die Zeitſchrift zu haben wünſchen, den Sub⸗ ſcriptionsbetrag (P3.00 für ein und P5.00 für zwei Exemplare) dem Herrn Redacteur zuſenden, um ſo mehr, da derſelbe berichtet, daß ſeine Sub⸗ ſcribentenliſte nur ſehr gering iſt, in Folge deſſen die den Mitarbeitern zugedachte Remuneration für ihre Arbeit vor der Hand nicht gewährt werden kann. Einſendungen von literariſchen Beiträgen, Subſcriptionsgeldern u. dergl. ſind unter folgen⸗ der Adreſſe zu machen: Wm. M. Reynolds, Editor Evangelical Review, Gettysburgh, Pa. Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe. Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗ yeränderter Abdruck... ¹.. 80. 10 Das Dutzend P51.00. Hundert Stück P7.00. Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗ land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat.. Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück P1.00. Dr. Luthers Sermon von „Bereitung zum SterbenI.I. —..—.—.—..— Die Verfaſſung der deutſchen ev.-luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten nebſt einer Einleitung und erläuteruden Be⸗ merkungen.... . Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück F1.00. Erſter Synodalbericht der deutſchen ev.⸗luth. v. J. 1 von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten v. J. 184 Zweiter Synodalbericht derſelben Synodt v. J. 1848 v. 1846 0.0⁵ 0.05 0.05 0.10 0.10 0.50 0.50 — Dritter Jahrgang des Lutheraner 847. No. 8—26 Vierter do. v. 1847—1848 (vollſt.). (Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.) Chriſtliches Concordienbuch, d. i. Symbol. Bücher der ev.-luth. Kirche, New Rorker Aus⸗ gabe, in gepreßtem Leder gebunden ..... Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphlet⸗ form) 2 Srück.....— Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders abgedruckt), 2 Stück ... Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn⸗ und Zeſt⸗ tage des ganzen Jahres, New Rorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder.... . Kirchengesangbuch für ev.⸗-luth. Gemein⸗ den, verlegt v. d. dieſ. ev.-luth. Gemeinde U. A. C., gebunden das Stück 100 Siuhk 562.50 gegen Baarzahlung. —1847. No. 8—. 1.2⁵ 0.0⁵ 0.05 A B C Buch, New Zorker Ausgabe, das Stück. 0.10 Im Dutzend.. 1.00 Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu Buffalo (in No. 17. des Lutheraner ausführ⸗ licher angezeigt)......... ů Die Deutſche Evangeliſch⸗Lutheriſche Synode von Miſſouri, Ohio und anderen Staaten hält ihre diesjährigen Sitzungen zu Fort Wayne, Ind., vom 6. Juni, als dem zweiten Mittwoch nach Pfingſten, bis zum 16. Juni incl. — Die eintreffenden Brüder wollen ſich zur Wohnung des Paſtors Dr. W. Sihler verfügen, — nöthi⸗ genfalls dieſelbe erfragen im Deutſchen Laden der Herren Orff und Schwegmann, Columbia Str. am Canal. F. W. Husmann, d. Z. Secr. d. S. Gedruckt bei Arthur Olshauſen, Herausgeber des Anzeiger des Westens.