# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 05 15_S151 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ihn natürlich nicht bei den Haaren hinzugezogen; aber nur durch Dringen, Nöthigen und Ziehen brachten ſie ihn in die Scheuer, wo das Abend⸗ mahl gefeiert wurde. 5. Daß Herbſt aus der Verſammlung lief, ehe dieſe zu Ende war, iſt gegründet; aber darin be⸗ kenne ich einen Irrthum meinerſeits, daß ich ge⸗ ſagt habe, er wäre erſt am dritten Tage geſucht und gefunden worden; dies geſchah am erſten, wie im Apologeten ſteht. Urſache des Irrthums iſt, daß wir ſein zweimaliges Entweichen und Ausbleiben, welches gerade drei Tage ausmacht, für eins hielten. Was das „herzliche Mitlei⸗ den“ ſeiner „Blutsfreunde und übrigen Brüder“ anlangt, ſo konnten Menſchenaugen und Men⸗ ſchenohren keines wahrnehmen. Ganz gleichgültig erwiderten ſie auf die Frage: Warum ſie den Verſtorbenen nicht bewacht hätten: „Wir haben ihn nicht halten können. 6. Endlich ſagen ſie noch: „Daß Br. Peters eine Leichenrede halten ſollte, iſt unwahr.“. Wie jedermann in der erwähnten Nummer dieſes Blat⸗ tes ſehen kann, ſo habe ich ja nicht behauptet, daß er kommen ſollte, ſondern nur geſagt: es hieß alſo, wie es denn auch in der That war. Wie ſehr ſie ſich doch abmühen, um mit ihrem Herrn Peters nicht zu Schanden werden zu müſſen. Vol⸗ lends aus Allem glauben ſie ſich herauszuhelfen durch Verdrehung einiger Worte aus meiner Grabrede. Die Sache iſt zwar nicht ſo gar hübſch, doch, wenn man ſich damit in ein ſchönes Licht ſtellen kann, muß man es mit dem Gewiſſen nicht ſo genau nehmen. Da aber nichtsdeſtoweniger noch eine ziemlich dicke Finſterniß ſich vorfindet, ſo iſt nothwendig, den Gegenſtand näher zu beleuch— ten. So wenig der Anfang meiner Rede der⸗ ſelbe war, den die Methodiſten angeben, ſo wen ig habe ich in ihr die Gemeinde „geſchimpft“. Der Inhalt derſelben war kein anderer, als ich ihn in Nro. 7. mitgetheilt habe; daß ſie aber einen andern Sinn daraus genommen haben, iſt mir ein abermaliger Beweis, daß ſie muthwillens nicht hören und verſtehen wollen. Es iſt ihnen das Reine unrein geworden; wie will es noch mit ihnen werden! Die Behauptung, daß ich geſagt hätte: Wenn ſie zur „alleinſeligmachenden luthe⸗ riſchen Kirche“ zurück kehrten, könnte ihnen noch geholfen werden, iſt, mit Erlaubniß zu reden, eine grobe Unwahrheit. Obſchon ich weiß und glaube, daß, wer des Tages wandeit, ſich nicht ſtößt, ſo glaube ich doch auch, daß es dem HErrn möglich iſt, auch in andern chriſtlichen Gemeinſchaften, durch die einzelnen Strahlen des Lichts, welche ſich hin und wieder mehr oder minder zeigen, eine Seele von der ewigen Finſterniß zu erretten. Den Schluß der „Erwiderung“ bildet eine von dem wohl unterrichteten „Ermahner“ an mich ge— richtete Ermahnung. Sie iſt zu ſinnreich, als daß ich ſie nicht wenigſtens zur Hälfte anführen ſolte, und in einigen Punkten zu geheimnipvoll, als daß ſie nicht zu gleicher Zeit der Erklärung bedürfte. Der „Ermahner“ (Geyer der Aeltere) beginnt folgendermaßen: „Du nennſt Dich einen berufenen Diener Chriſti. Warum thuſt Du denn nicht Deine Pflicht? Habe ich Dich nicht mehrere⸗ mal eingeladen, in mein Haus zu kommen? Du biſt aber nicht gekommen; oder ſollen die Schaafe den Hirten ſuchen? Du ſagſt, Du liebeſt nicht Winkelſchleicherei. Warum verſteckſt Du Dich denn wie ein Wolf in einem kleinen Blockhaus am Wege, um auf den vorübergehenden Pilger im Thale zu lauern“? Wer könnte hieraus nicht ſehen, daß der „Ermahner“ ſein Aint trefflich aus⸗ zurichten weiß, und die Pflicht eines Hirten auf das Genaueſte erkennt? Er iſt zwar noch nicht 15 aufs Bekehren ausreiten dürfen. Ehe er geht, will ich nur noch geſchwind ſagen, warum ich ihn nicht beſucht habe. Erſtlich um deßwillen nicht: weil er ſeinen eigenen Hirten hat und nie ein Schaaf meiner Heerde war, und ich ihm alſo keinen amtlichen Beſuch abſtatten hätte können, ohne zugleich in ein fremdes Amt zu greifen. Zweitens war es nicht nöthig, ihn zu beſuchen, weil er mir durch ſein zudringliches Benehmen außer ſeinem Hauſe mehr denn ein- und zweimal Gelegenheit gab, ihn zu ermahnen. Da er ſich aber immer als ein hartnäckiger Ketzer zeigte, ſo vermied ich das öftere Zuſammentreffen mit ihm. Seine Ketzerei beſteht darin, daß er neben dem Feſthalten an andern Irrthümern das Weſentliche der heiligen Sacramente leugnet. Mit großem Fleiße hat er einen Tractat, der über die heilige Taufe und Wiedergeburt ganz der heiligen Schrift zuwider handelt, verbreitet. Einen ſolchen Men⸗ ſchen beſuchen, hieße das nicht Gott verſuchen? Der Apoſtel Paulus ſagt Titus 3, 10.: „Einen ketzeriſchen Menſchen meide, wenn er ein und aber⸗ mal ermahnet iſt.“ Was Herr Geyer mit dem „Verſtecken im Blockhaus“ meinte, konnte ich mir nicht denken, ich mußte ihn deßhald gelegentlich um Aufklä⸗ rung darüber bitten. Dieſe erhielt ich auch; er ſagte nämlich: er habe' mich einmal aus einem Blockhaus herausgehen ſehen. Eben ſo konnte ich auch nicht wiſſen, wie er die Worte rechtferti⸗ gen oder verſtanden haben wolle: „und biſt mit dem weltlichen Gerichte bedroht“. Als ich ihn darum gefragt hatte, antwortete er nach langem Beſinnen: er müßte noch länger darüber nachden⸗ ken, es fiele ihm für jetzt nicht ein, was er damit gemeint hätte; daß ihm aber mit der Zeit etwas rinfällt, daran zweifle ich nicht, denn er iſt reich an Einfällen. Was zuletzt den „Hader und Streit“ betrifft, in dem ich mit meinen „eigenen Kirchen⸗ gliedern“ liege, oder beſſer geſagt, gelegen bin, ſo findet der ſeine Urſache darin, daß, die der Wahr⸗ heit nicht gehorchen, wenn ich Frieden predige, Krieg anfahen. Aber daß das die hieſigen Me⸗ thodiſten nicht ſahen, iſt ein Beweis, daß ſie den Geiſt aus Gott nicht haben, ſie würden ſonſt die Sache ganz anders richten. Ein gemeiner Geiſt iſt es, der ſie durchdringt. Wenn ſichs darum handelt, das helle Licht von ſeiner Stätte zu ſtoßen, ſo werden ſie Freunde mit denen, die wider den HEren toben, und heißen deren Sache gut, „zuvor“ aber „waren ſie einander feind“. (Lue. 23, 12.) Paulus Heid. Wir, die Unterzeichneten, Glieder der evange⸗ liſch-lutheriſchen Gemeinde dahier, bezeugen, daß ſichs mit der Sache alſo verhält, wie es unſer Herr Pfarrer Heid dargethan hat. Michael Groß, Michael Reinhardt, jun. Ludwig Helmlinger, Philipp Munſch, Philip Leininger. Clay Townſhip, Auglaize Co., O., 1. Mai 1849. Kirchliche Nachricht. Am 15. April, Dom. Quasimod., iſt der ordi⸗ nirte Pfarrvicar von Windsbach in Bayern, Herr Gottlieb Schaller, welcher ſogleich nach ſei⸗ ner Ankunft in Amerika von der deutſchen evan⸗ geliſch-lutheriſchen Gemeinde ungeänderter Augs⸗ burgiſchen Confeſſion zu Philadelphia, Pa., zu deren Paſtor ordentlich berufen worden war, durch die Paſtoren Brohm, Wyneken und Hoyer im Auftrag der Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten in ſein Amt öffentlich und feierlich ein⸗ gewieſen worden. Mit großer Freude begrüßen wir dieſen neuen tüchtigen Arbeiter auf einem ſo wichtigen Punkte des kirchlichen Gebietes von lange im Amt, aber ich glaube doch, wenn er ſo forfährt, wird er bald ſein Pferd ſatteln und; Amerika, wie Philadelphia iſt, und bitten zu Gott, daß er nun auch hier die Stimme ſeines reinen Wortes einem großen Volke, nicht nur zu einem Zeugniß über ſie, ſondern zur Seligkeit erſchallen laſſe. um IEſu Chriſti, ſeines lieben Sohnes, unſeres HErrn willen. Amen. Grade durch! Sobald wir auf den Himmelsweg treten, zeigt ſich zur Rechten ein ſchönes Weib, die ſüße Welt, und lockt mit dem beliebten Apfel; zur Linken ein häßliches Weib, die bittre Welt, und ſchreckt mit dem verhaßten Kreuz. Kann uns nun die ſüße Welt lachend und die bittre Welt weinend machen, ſo iſt das Erbe verſcherzt. Hier gilt der Rath des Heiligen Geiſtes: Gerade durch, weder zur Rechten noch zur Linken. H. Müller. Erbſünde. Je weiter man in der Heiligung kommt, deſto ſchmerzlicher empfindet man, was die Erbſünde auf ſich habe, und deſto weiter entfernt man ſich von der ſtolzen und phariſäiſchen Einbildung, daß man nun gänzlich davon frei ſei. J. J. Rambach. „Des Narren Mund iſt nahe dem Schrecken.“ Sprüchw. 10, 14. Ein Bauer aus D.. . hatte ſich das Fluchen ſo angewöhnt, daß er bei jeder Gelegenheit aus⸗ rief: der Teufel hole mich! Ein Jäger vermahnte ihn, dieſe ſchändliche Gewohnheit zu unterlaſſen; aber der Bauer trieb ſein Geſpött mit dem, was der Jäger ſagte. Beide befanden ſich am folgen⸗ den Tage wieder in der Schenke beiſammen, und da der Bauer alle Augenblicke ausrief: der Teu⸗ fel hole mich, ſo ſagte der Jäger, er könne ihn citiren, und wenn er ſeine Unart nicht unterlaſſe, ſo wolle er ihm den Herrn Urian von Angeſicht zu Angeſicht zeigen. Der Bauer lachte darüber; allein was geſchah? Der Jäger traf im Dorfe einen Eſſenkehrer an, mit dem er die Sache verabredete. Neben der Schenke wohnte ein Fleiſcher, bei dieſem borgte man ein Bockfell, und als des Abends der Jäger und der Bauer ſich wieder in der Schenke beiſammen befanden, und dieſer in ſeinem gewöhn⸗ lichen Tone fortfuhr, ſagte ihm der Jäger, er habe ihn nun oft genug gewarnt, da aber alle ſeine Bemühungen vergeblich geweſen, wolle er ihm jetzt beweiſen, daß er den Teufel citiren könne, und daß er es mit dieſem zu thun haben werde. Der Bauer lachte dazu. Hierauf machte der Jäger mit Kreide einen Kreis um ſich her, ſchiug auf den Tiſch, und in dem Augenblick trat der Eſſenkehrer in die Stube. — Kaum wurde ihn der Bauer gewahr, ſo ſtürzte er todt hin; der Schrecken hatte ihm das Leben geraubt. — Vergebens bemühte man ſich, ihn wieder zum Leben zu bringen. Dieſe Begebenheit trug ſich im Januar 1811 zu. So wurde der eine mit ſeinem Poſſenſpiel zum Mör⸗ der und der andere eine Beute deſſen, den er ſo oft angerufen hatte. (Geſchichten⸗Almanach.) —— Der Druck von dem Spruchbuch zum kleinen Katechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Miſ⸗ ſouri ꝛc. zuſammen getragen von Fr. Wyneken, Paſtor an der zweiten deutſchen ev.⸗Iuth. Kirche in Baltimore, 112 S in 12., iſt beendigt und bei dem Verfaſſer das Dutzend zu 51.80 zu haben. In nächſter Num. gedenken wir eine nähere Anzeige von dieſem Büchlein zu geben. D. R. Die Deutſche Evangeliſch⸗Lutheriſche Synode von Miſſouri, Ohio und anderen Staaten hält ihre diesjährigen Sitzungen zu Fort Wayne, Ind., vom 6. Juni, als dem zweiten Mittwoch nach Pfingſten, bis zum 16. Juni inel. — Die —————