# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 05 15_S150 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Seinigen, wofern es dieſelben in die Erde haben wollen, ſelbſt begraben, und die Eltern von den Kindern, die Kinder von den Eltern, ein Ehegatte und guter Freund von dem andern zur Erde be⸗ ſtattet werden müſſen. Man weiß, daß Mehrere an die 20, 30, 40 und mehr Ducaten, als ihr noch übriges Stücklein Zehrung zu ſich geſteckt, den Todtengräbern, oder auch wohl ein guter Freund dem andern, gezeigt, und zum Todtengrä⸗ berlohn verheißen, zu dem Ende, damit ſie nach ihrem Tode nur in die friſche Erde kommen, und ihre Leichname nicht etwa von den Hunden möch⸗ ten verſchleppt und aufgefreſſen werden. Sonſt wurden insgemein täglich mit zwei Karren die todten Körper aus der Stadt geſchleppt, draußen vor der Stadt abgeſchüttet, und in die Schanze oder Laufgraben geworfen, darunter auch viel Adliger Körper geweſen. Und ſtarb wohl einen Tag zehnmal mehr Volk, als die Todtengräber und andre begraben, oder aber die Karren hinaus⸗ führen konnten. Faſt kein einzig Gärtlein in der Stadt war zu finden, darein nicht Todte gelegt worden. Da endlich weder Tiſchler noch Bretter in der Stadt vorhanden geweſen, und die Soldaten im ſächſiſchen Lager ſolches vermerkt, haben ſie, aus Hungersnoth dazu gezwungen, geſehen, wo ſie Bretter bekommen, und Särge gemacht, dieſelben in der Stadt verkauft, auch wohl die Leichen dar⸗ innen ſelbſt hinausgeführt, doch ſelbige oft wieder ausgeſchüttet, die Särge zu etlichenmalen wieder⸗ bracht und aufs neue verkauft. Wie man auf den Betrug kommen, haben ſie die Todten aus den Särgen geworfen, Feuerholz daraus gemacht, in die Stadt zu Markt gebrawt und Geld verdient. Es haben nicht allein die leeren Häuſer und engen Gaſſen voller todten Körper gelegen, auch ſonſten auf den Böden der Häuſer, in den Ställen, Kellern, Gärten, ſondern ſind auch hin und wie— der Häupter und Hände, Arme und Schenkel ge— funden worden, welches ein erbärmliches Spectakel gegeben: maßen man denn auch vermerkt, daß die Hunde von denen in der Stadt auf den Miſt— baufen liegenden Körpern allbereits zu freſſen an⸗ gefangen. — Was vor einen grauſamen Geſtank die beides in und vor der Stadt hin und wieder liegenden unbegrabnen, auch theils von den Hun— den zerriſſenen todten Körper gegeben, wiſſen die am beſten, welche damals in der Noth geſteckt. Wann man auf den Gaſſen ging, mußte man Mund und Naſe zuhalten, und konnte doch des üblen Geruchs nicht überhoben ſein. — Die Flie— gen ſind in unſäglicher Menge in der Stadt Schweidnitz geſehen worden, daß man ſich derſelben faſt in keinem Gemach erwehren können, die haben alles beſchmeißt und verunreinigt. Und war inſonderheit abſcheulich, daß, weil ſie hin und wieder häufig auf den Todten geſeſſen, auch dan⸗ nenhero vom eingeſognen Gift ganz braun und gelbe, wider Gewohnheit ausgeſehen, man ſich immer im Eſſen und Trinken ein Grauen gemacht, und denken müſſen, ob nicht eben die Fliegen, ſo itzo auf dem Brode und andern Speiſen ſaßen, kurz zuvor auf einem todten ſtinkenden Leichnam geſeſſen und den Gift in ſich geſogen hätten; zu 150 geſchweigen, wie viel man derſelben in ſich ge— ſchluckt, daß kein Wunder geweſen, es wäre kein Menſch beim Leben geblieben. — In den Lagern aber war ſolche Hungersnoth, wegen der faſt aller Orten geſperrten Päſſe, daß mancher, ſonderlich von den gemeinen Knechten oft in etlichen Tagen keinen Biſſen Brods geſehen; dahero ſie das unreife Obſt haufenweiſe in ſich ge— freſſen, endlich doch hingefallen, verſchmachtet und umkommen ſind. Die hungrigen Soldaten baten öfters in der Stadt um Gottes willen nur um einen Biſſen Brod. Auch wohl diejenigen, ſo kurz zuvor nicht mit genugſamen Trachten von der Bürgerſchaft hatten bewirthet werden können. Wie denn inſonderheit unter andern einer, dem der Wirth zuvor nicht genugſam Speiſen auf— tragen können, um ein Stücklein Brod höchlich gebeten: als er dasſelbe aus Mitleiden erlanget, und zum Munde bringen wollen, hat er es doch nicht genießen können, ſondern iſt niedergeſunken und geſtorben.“ (Eingeſandt.) „Meiſter, mit den Worten ſchmäheſt du uns auch.“ (Luc. 11, 45.) Der geehrte Leſer wird ſich erinnern, in Nro. 7 dieſes Blattes eine Geſchichte geleſen zu haben, die darthut, wohin der Methodismus, als ſolcher, führt. Dieſe Veröffentlichung kam, wie vorher zu ſehen war, auch den hieſigen Methodiſten zu Geſichte. Ihre Entrüſtung über dieſen „Schmäh— artikel“, wie ſie die Sache zu nennen belieben, war groß, und um den Ruf ihrer Heiligkeit wenig⸗ ſtens bei denen zu retten, die ſie nicht näher ken⸗ nen, machten ſie ſich daran, in Nro. 10 des „Chriſtlichen Apologeten“ eine „Erwiederung“ darauf zu geben, nachdem ſie vorher die „Haupt⸗— punkte“ der betreffenden Geſchichte „ſo kurz, als möglich“ angeführt hatten. Der Herr Redacteur des erwähnten Blattes, welcher feſt überzeugt iſt, daß ein Methodiſt nicht lügen kann, ereifert ſich gleichfalls gewaltig über den „frechen“ Angriff, nennt ihn auch einen „heid— niſchen“; weil ich aber glaube, der geehrte Herr habe heidiſch ſtatt „heidniſch“ ſchreiben wollen, ſo will ich weiter nichts darüber ſagen.“) Die heiligen Methodiſten beginnen ihre „Er— wiederung“ alſo: „Wir wiſſen wohl, daß man nicht fertig wird, wenn man mit der Welt will anfangen zu rechten, und ſind auch eingedenk des Spruches: „„Selig ſeid ihr, wenn euch die Menſchen um meinetwillen ſchmähen“““ ꝛc. Es iſt, als ob ſie ſagen wollten: Wir haben dir nun zum voraus dargethan, wer und was wir ſind, darum unterſtehe dich ja nicht, an der Wahr— heit der folgenden Worte zu zweifeln. Wir er— lauben uns aber dennoch zu zeigen, daß, wer ſich durch den Eingang täuſchen läßt, ſich auch im Fortgang eine Täuſchung gefallen laſſen muß: *) Wir glauben, Herr Naſt habe im Kampf mit Herrn Paſtor Heid dieſelben Waffen gebrauchen wollen, wie wei⸗ land die den Methoviſten ſo geiſtesverwandten werktreiben⸗ den Papiſten, welche, um Luthern einen Schandſleck anzu⸗ hängen, an ſeinem unſchuldigen Namen ſich rächten und ihn anſtatt Luther —Luder timlirten. Die Redaction. „Laſſet euch niemand das Ziel verrücken.“ (Col. 2, 18 und 19.7) 1. Sagt der kleine Haufe: „Die Methodiſten⸗ prediger ſind nicht unter dem Namen lutheriſch, ſondern im Namen IEſu zu uns gekommen.“ Sie ſollten freilich wiſſen, daß ſich keine Kirche ehrfurchtsvoller vor dem Namen IEſu beugt, als die lutheriſche, und wenn ſie es nicht wiſſen wollen, ſo ſollten ſie ſich billig auch nie mit dem Munde zu ihr bekennen, was ſie doch ſo gerne thun, wenn ſie Argloſe damit umſtricken können. So und nicht anders hat es vornehmlich Herr Peters hier gemacht. Nur ſein „ich bin auch lutheriſch“ verſchaffte ihm Zutritt zum Krankenbette, und verurſachte, daß die hieſige evangeliſch-lutheriſche Gemeinde auf ihn ſah, die aber freilich ihre Kirche nicht mehr zu öffnen willens war, als er auf ihr Verlangen nicht Brief und Siegel zeigen konnte. So wie er bei den Lutheriſchen lutheriſch war, ſo war er bei den Reformirten reformirt. „Mit großem Segen“, fahren die Betreffenden fort, „haben ſie unter uns gearbeitet, und wir ſind ihr Brief und Siegel vor Gott.“ Ein ſau⸗ berer „Brief und Siegel“. Soll ich die hieſige Methodiſtengemeinde beſchreiben, ſo muß ich eo alſo thun: Es iſt ein hochmüthiges Völklein, welches geringſchätzig auf Alles, was nicht Me— thodiſt heißt, herabſieht. Eine Trunkenheit, die ſie aus dem Taumelkelche ihres Gefühls geſchlürft, ſcheint ihnen die Sinne zerrüttet zu haben; dabei aber ſind ſie reich und gar ſatt, und ſcheinen fragen zu wollen: was fehlt uns noch? Amwortet man ihnen nun: Gib deinen alten Adam hin, ſo blä— hen ſie ſich auf, und wundern ſich im beſten Falle, daß man bei ihnen nur noch einen alten Adam ſuchen kann. 2. Sagen ſie: „Daß Br. Peters die Zeit ab— wartete, wenn der Mann nicht zu Hauſe war, um mit den Weibern zu beten, davon wiſſen wir nichts.“ Es mag ſein, daß ſie in dieſem Punkte nicht von allem wiſſen. Hr. Peters wird ihnen nemlich nichts davon geſagt haben, wie ihn ein Mann ernſtlich bedrohte, ſein Weib nicht alſo mehr zu beunruhigen mit ſeinem Bekehrungseifer; und wie ein Anderer, in ſeinem freilich ſündlichen fleiſchlichen Eifer, ihm die Art auf den Kopf ver⸗ ſprach, falls er es noch einmal wagen ſollte, ſein Haus zu betreten, wenn er ſich außerhalb des— ſelben befände. Aber wenn auch Hr. Peters der⸗ gleichen verſchwiegen hat, ſollte denn das, was aller Mund erfüllte, nicht auch zu den Ohren der hieſigen Methodiſten gedrungen ſein? 3. Von dem wollen ſie gleichfalls nichts wiſſen, daß Herbſt geſagt habe: ſeine Stube ſei von einem wunderbaren Lichte erhellt geweſen und er ſündige nicht mehr. Ich bedaure, daß die Leute doch ſo gar ein ſchwaches Gedächtnuiß haben. Aber der „Klaßführer“, welcher auch zugleich die Stelle eines „Ermahners“ vertritt, der den Tert noch nicht weiß, wenn er in die Verſammlung geht, und doch eine Ermahnung „durch den Geiſt“ hält, ſollte billig auch das gemerkt haben. Das war es ja, woran ſich Herbſt in ſeinen letzten kum— mervollen Stunden oft erinnerte, aber freilich tief bereuend. 4. Leugnen die Methodiſten, daß Herbſt zum Tiſche des Herrn gezogen worden ſei. Sie haben