# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 05 11_S126 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) wann er am berührten Orte hinzuthut: „„Auf Erden““, anzeigend, daß Er die Macht, Sünde zu vergeben, nicht allererſt bekommen im Stande Sei⸗ ner Erhöhung, da Er, die Erde verlaſſend, den Himmel aller Himmel eingenommen, ſondern ſchon gehabt und geoffenbaret auf Erden in Sei⸗ nem tiefſten Erniedrigungsſtande. Der Beſitz dieſer göttlichen Macht iſt Ihm in dem erſten Pünktlein ſeiner Empfängniß gegeben; an dem Gebrauch hat's auch nicht gänzlich gefehlet, doch iſt der völlige und allgemeine Gebrauch dem Himmel vorbehalten worden ... „Wer iſt dieſer, der auch die Sünde vergibt? Solche Gedanken gibt oft der Teufel dem armen Sünder ein, wann er dem Worte zu⸗ höret, das die Verſöhnung prediget, es ſei in oder außer dem Beicht⸗Stuhl, ſonderlich aber vor, oder in, oder nach der Beicht; ſollt das wohl möglich ſein, daß dir der Prediger, der Menſch, der ſowohl ein Sünder iſt, als du ſelber biſt, deine Sünden vergeben könne? Ja, darzu iſt er der rechte wohl. Verlaß dich nur darauf, wirſt dich ſchändlich be⸗ trogen finden. Was ſollt der Sünde vergeben, der ſelber in Sünden bis über die Ohren ſteckt? An Gott haſt du geſündigt und nicht an ihm. Wie kann er Gott ſein Recht verſchenken, und dir ver⸗ geben, was ihn nicht angehet? Aber, liebſte Seele, laß dich nur nicht irre machen. Gott hat auch den Menſchen Macht gegeben, die Sünde zu ver⸗ geben auf Erden. Zwar weil wider den HErrn geſündigt wird, vergibt der HErr die Sünde auch. Niemand darf eine fremde Schuld erlaſſen, das ſtehet dem Schuldherrn allein zu. Dieweil aber Gott nicht mehr ſichtbar auf Erden mit uns han— delt, ſo hat er das Amt der Verſühnung eingeſetzt, und dem, welcher rechtmäßiger Weiſe dazu beru— fen worden, die Macht gegeben, Sünde zu ver⸗ geben, doch nicht in ſeinem eigenen, ſondern in deſſen Namen, der ihm das Amt hat anvertraut. Von dem hat er die Macht, Sünde zu vergeben. Deſſen Diener iſt er, deſſen Befehl muß er ſchnur⸗ ſtracks nachleben, deſſen Ehre muß er auch hierun⸗ ter allein ſuchen. Das laß dir nicht ſeltſam für⸗ kommen, daß ein Sünder Sünde vergibt. Der Engel ohne Sünde und vergibt doch keine Sünde. Denn wer mag ſeine Gegenwart in dieſem ſünd⸗ lichen Fleiſch ertragen? Der Menſch ein Sünder und vergibt doch Sünde. Gleich findet ſich. Durch Menſchen lockt Gott die Menſchen zu ſich. Ein Sünder darf für den andern nicht erſchrecken. Menſchen waren die Apoſtel, und doch gab ihnen Chriſtus Macht, die Sünde zu vergeben. Welchen ihr die Sünde erlaſſet, denen ſind ſie erlaſſen. Die Krankheit iſt in uns, die Arzenei finden wir nahe bei uns, ein Menſch bei dem andern. Auf Erden ſündigen wir, da ſoll auch die Sünde vergeben werden. Den Demüthigen beweiſet Gott Gnade. Keine ſchlechte Demuth, wenn ein Menſch dem andern ſeine Sünden bekennet. Keine geringe Gnade, da ein Menſch den andern tröſtet. Hier⸗ unter geht Gott und ſeiner Ehren nichts ab. Denn Gott allein vergibt die Sünde, als HErr, die Menſchen nur als ſeine Diener, die Menſchen nicht als Menſchen, ſondern an Gottes ſtatt, nicht in ihrem, ſondern in ſeinem Namen. Die Predi⸗ 126 ger vergeben, eigentlich zu reden, die Sünde nicht, ſondern Gott durch ſie. Der Prediger leihet Gott nur Hand und Mund, Gott aber ſchaffet dadurch das, was kein Engel noch Erzengel ſchaffen kann, 4ſpricht Chryſoſtomus. Und Lutherus ſchreibt: „„Wahr iſt es, daß nicht iſt menſchlicher Kraft und Ver⸗ mögens, oder Verdienſts und Würdigkeit, einige Sünde zu vergeben, wenn auch jem and ſo heilig wäre, als die Apoſtel alle, und alle Engel im Him⸗ mel ſind. Darum muß man rechten Unterſcheid haben zwiſchen dem, das Menſchen aus eigenem Vornehmen und auf ihre eigne Würdigkeit thun, und zwiſchen dem, das Chriſtus befiehlt in ſeinem Namen zu thun, und da er durch ſeine Kraft wir⸗ ket.““ Soll die Abſolution recht und kräftig ſein, ſo muß ſie aus dieſem Befehl Chriſti gehen und alſo lauten: Ich ſpreche dich los von deinen Sün⸗ den, nicht in meinem, ſondern in Chriſti Namen und aus Kraft ſeines Befehls, der mir befohlen hat, dir zu ſagen, daß dir ſollen deine Sünden vergeben ſein, alſo, daß ich nicht, ſondern er ſelbſt iſt durch meinen Mund, der dir deine Sünde ver⸗ gibt, und du ſchuldig biſt ſolches anzunehmen, nicht als ein Menſchen-Wort, ſondern als hätteſt du es aus ſeinem, des HErrn Chriſti, eigenem Munde gehöret. Denn, obwohl die Gewalt, Sünde zu vergeben, allein Gottes iſt, ſo übet und theilet er doch ſolche durch das äußerliche Predigt⸗ Amt aus, ja, nicht allein durch das Predigt-Amt, ſondern auch durch alle gläubigen Chriſten, durch jene in allen ordentlichen, durch dieſe in etlichen außerordentlichen Fällen, und da es die Noth erfor⸗ dert. „„Es iſt nicht allein denen geſagt““, ſpricht Lutherus, „„die da Prediger oder Kirchen-Diener ſind, daß ſie die Sünde erlaſſen ſollen, ſondern auch allen Chriſten.“ Da mag ein jeglicher den andern in Todes⸗Nöthen oder wo es ſonſt Noth iſt, tröſten, und eine Abſolution ſprechen. Die Schlüſ⸗ ſel, wie ich ſchon anderswo geſchrieben habe, ſind der Kirchen gegeben, und von derſelben den Pre⸗ digern, als Haushaltern über die Geheimniſſe Gottes, anvertrauet, doch alſo, daß ein jedes Glied der Kirchen ſein Recht an den Schlüſſeln behalten, auch ſolch Recht, im Fall der ordentliche Seelſor⸗ ger nicht vorhanden, an ſeinem Nächſten üben kann. Ein jeder Chriſt hat die Macht, ja, iſt ſchuldig, kraft der Salbung, die er von Gott empfangen hat, einem beängſtigten Herzen, das mit der Hölle ringet, den Troſt der Gnaden Gottes in Chriſto aus dem Worte anzukündigen. Was iſt das aber anders, als Sünde vergeben? An der kräftigen Wirkung dieſer Abſolution haſt du armer Sünder nicht zu zweifeln, denn die Ver⸗ heißung deſſen, der die Wahrheit iſt, ſteht aus— drücklich da: Welchen ihr die Sünde erlaſſet auf Erden, denen ſind ſie erlaſſen im Himmel. So ein liebliches Echo iſt zwiſchen Himmel und Erde. Gelöſet auf Erden: Gelöſet im Himmel. So dir der Menſch als Menſch ſagte, dir ſind deine Sünde vergeben, ſo möchteſt du zweifeln. Nun es aber Gott durch den Menſchen ſagt, kannſt du gutes Muths ſein. Denn du höreſt dieſen Troſt als aus Chriſti eigenem Munde, weil du ihn höreſt von dem, der an Chriſti ſtatt und in Chriſti Namen redet. Für ſeine Perſon dürfteſt du dem Menſchen, der mit dir redet, nicht ein Wörtlein zutrauen, Chriſto aber, deinem Erlöſer, mußt du trauen, der ihm die Macht gegeben hat, dit in ſeinem Namen die Sünde zu erlaſſen. Der Menſch vergibt dir deine Sünde nicht, ſondern Gott durch ihn, deß verſichert dich das Wort Chriſti: Welchen ihr die Sünde erlaſſet, denen ſind ſie erlaſſen. „Wer iſt dieſer, der auch die Sünde vergibt? So magſt du noch wohl für Verwun⸗ derung ſagen, wenn du höreſt, daß dich der Diener Chriſti oder ein ander gläubiger Chriſt in Chriſi Namen von Sünden losſpricht. Wer iſt dieſer Menſch, daß er die Sünde vergibt? Gewiß eines treuen Dieners Chriſti Gewalt geht hoch über alle Gewalt auf Erden, daß ohn ihn niemand, wie groß und mächtig er iſt, ſoll noch kann von den Sünden und dem ewigen Tode los werden. Denn obgleich alle Könige und Kaiſer ihren Pracht und Macht, Geld und Gut zuſammenbrächten, könn⸗ ten ſie doch weder ihnen ſelbſt, noch einigem Men⸗ ſchen von der geringſten Sünde helfen. Was hilft es dem Menſchen, ſo ſein Herz erſchrocken, daß er ein gewaltiger König oder Kaiſer iſt? Dem groß⸗ mächtigſten König zu Babylon, Nebucadnezar, half nichts, da er unſinnig ward, als daß der Prophet Daniel kam und ſprach ihn los von ſeinen Sün⸗ den. Und, o! wie tröſtlich iſt dir das, du armer Sünder, daß du die Vergebung der Sünden auf Erden finden kannſt, ſo oft du ſie mit bußfertigem Herzen ſuchſt. Wahrlich ein unausſprechlicher Troſt, daß ein Menſch dem andern mit einem Wort den Himmel auf, die Hölle zuſchließen kann. Ein unſchätzbarer Troſt, daß dir durch Menſchen der himmliſche ewige Schatz gegeben wird, den die ganze Welt mit ihrem Reichthum nicht bezahlen kann. Was ſind aller Welt Schätze, aller Königt Kronen, Gold, Silber, Edelgeſtein gegen den Schatz, der da heißt Vergebung der Sünden, da⸗ durch du von des Teufels und Todes Gewalt be⸗ freiet, und verſichert wirſt, daß Gott im Himmel dir wolle gnädig ſein, und ſo gnädig, daß du um Chriſti willen ſein Kind und Erbe, und Chriſti Bruder und Miterbe ſein ſollt? Du liegſt krank, dein Beichtvater oder ein anderer frommer Chriſt kommet zu dir, und tröſtet dich. Wer ſteht da vor deinem Bette? Der HErr Chriſtus ſelbſt, wie⸗ wohl in ſeinem Diener, beſucht und tröſtet dich. Denn er redet nicht ſein, ſondern Chriſti Wort, auf Chriſti Befehl, in Chriſti Namen. O Troſt über allen Troſt! Chriſtus dein Troſt in der letz⸗ ten Stunde, wenn dich ſonſt niemand tröſten kann. Für ſolchen Troſt ſei Du, HErr IEſu, ewiglich geprieſen!“ * (Eingeſandt von Paſtor Fick.) Petaleſharro. Die Pawnee Loups hatten lange die grauſamt, den übrigen amerikaniſchen Stämmen unbekannte Sitte, dem „Großen Sterne“ oder dem Planeten Venus Menſchenopfer zu bringen. Dieſer ſchreck⸗ liche Gebrauch ging jährlich den Vorbereitungen zum Kornpflanzen vorher, und wurde für nöthig gehalten, um ein fruchtbares Jahr herbeizuführen.