# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1849 03 20_S120 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) pricht der andere: Kreuz, Kreuz, Kreuz, nein Herr Magiſter, fehlet euch! wenn euch das der liebe Gott heimſenden wird, da werdet ihr ein Mann und ein Theologus werden! Ach, pflegte er vielmals zu ſagen, wie oft denke ich an dieſe Rede! Ich meine ja, der fromme Gott hat mich mit viel Kreuz heimgeſucht. Schätze der Kirche. Die erſten Chriſten hatten eine ſo eifrige und brennende Liebe, daß ſie die Armen, welche ihre Liebeswerke genoſſen, für den Schatz und die Zierde der Kirche hielten. Einſt lüſtete es einen heidniſchen Kaiſer, Decius, nach den Schätzen der römiſchen Kirche. Denn es war ihm hinter⸗ bracht worden, daß der Biſchof Sixtus bei ſei⸗ ner Hinführung zum Tode ſeinen Diaconus Lau⸗ rentius ermahnt habe, für die Schätze der Kirche Sorge zu tragen. Die Chriſten zu Rom hatten nämlich eine Kaſſe zur Unterſtützung der Waiſen, welche von den heiligen Märtyrern hinterlaſſen worden waren, und legien in dieſe Kaſſe allſonn⸗ täglich ein. Da nun der Kaiſer von Lauren⸗ tius die Auslieferung der Kirchenſchätze forderte, ſo verſprach er ſie zwar, bat ſich aber drei Tage Friſt aus, um alles zu ordnen. Während dieſer Zeit vertheilte er den ganzen vorhandenen Schatz unter die Armen, und am dritten Tage verſam⸗ melte er alle Wittwen, Waiſen, Blinden, Lahmen, Kranken und Gebrechlichen, die von der Kirche zu Rom erhalten wurden, in den Hof des kaiſerlichen Palaſtes. Als er nun vom Kaiſer befragt wurde, wo denn die Schätze wären, die er auszuliefern verſprochen hätte? ſprach er, auf den verſammel⸗ ten Haufen hinweiſend: „Siehe, dieſes ſind die Kirchenſchätze, die rechten ewigen Schätze, welche nimmermehr vergehen, ſondern ſtets wachſen, die zwar jedem beſonders mitgetheilt worden und doch ein Gemeingut ſind.“ Der edle Bekenner mußte dieſe Täuſchung des habſüchtigen Tyrannen und dieſe an dem Gut der Armen bewieſene Treue mit einem qualvollen Tode büßen. Man legte ihn auf einen glühenden Roſt und hier athmete er unter Loben und Danken ſeinen unſterblichen Geiſt aus, nachdem er noch zuvor mit bewunderungs⸗ würdiger Ruhe, als empfände er nicht die gering⸗ ſten Schmerzen, ſeinen Henkern befohlen hatte, ihn umzuwenden, da er nun auf einer Seite genug gebraten ſei. Warum der Glaube nicht Jedermanns Ding iſt? Luth. II. p. 17. Leipz. Ausg. über 1 Moſ. 12, 4. Verheißung und Glaube ſind von Natur bei einander, alſo, daß keines vom andern mag ge⸗ ſchieden werden. Denn was iſt es nütze, daß einer viel verheißen wollte, und niemand wäre, der es gläubete? Und wozu dienet auch wiederum der Glaube, ſo keine Verheißung da iſt? Darum gehören Verheißung und Glaube zuſammen, und erfordert das die natürliche Ordnung, daß, nach⸗ dem Moſes die Verheißung beſchrieben hat, er nun auch ſage, was Abraham gegläubet, das iſt, dieſe Verheißung angenommen, und ſich daran gehalten habe. Der Teufel hat ſeine Verhei⸗ ßungen auch, und zwar ſehr ſcheinbarlich; darum gehöret ein ſcharfer Verſtand dazu, daß man unter Gottes und des Satans, das iſt, unter den rechten und falſchen Verheißungen Unterſchied machen kann. Des Satans Verheißungen ſind behäglich, gehen leichtführig und mit Luſt ein, und werden angenommen, machen auch die Leute ſicher und frech, alſo datz ſie beide ihrer ſelbſt und des göttlichen Gerichtes nicht achten. Wie wir ſehen, daß Juden, Türken, und bei uns die fal⸗ ſchen Brüder den allerſicherſten Muth haben, und nichts weniger thun, denn daß ſie Gottes Zorn 12⁰0 und Gerichte fürchten ſollten. Wenn aber Gott etwas verheißet, ſo muß allda der Glaͤube in großem und langem Kampfe ſtehen: denn die Vernunft oder Fleiſch und Blut hält es ſchlecht dafür, daß Gottes Verheißungen unmöglich ſeien, darum kann es nicht fehlen, es muß der Glaube wider den Zweifel und wider die Vernunft ſtreiten und fechten. Solches ſehen und bedenken die Sophiſten nicht, darum meinen ſie, wir fechten um ein geringes Ding, wenn ſie hören, daß wir vom Glauben lehren. Denn ſie verſtehen und wiſſen nicht, daß der Glaube eine Veränderung und Verneuerung iſt der ganzen Natur, alſo, daß Augen, Ohren und das Herze ſelbſt ganz und gar anders hören, ſehen und fühlen, denn andere Leute. Denn der Glaube iſt ein lebendig und gewal⸗ tig Ding, er iſt nicht ein ſchläfriger und fauler Gedanke, ſchwebet auch und ſchwimmet nicht oben auf dem Herzen, wie eine Gans auf dem Waſſer; ſondern iſt wie Waſſer, ſo durch Feuer erhitzet und erwärmet iſt; dasſelbe, ob es wohl Waſſer bleibet, ſo iſt es doch nicht mehr kalt, ſondern warm, und iſt alſo gar ein ander Waſſer: alſo machet der Glaube, der des Heiligen Geiſtes Werk iſt, ein ander Herze, Gemüthe und Sinn, und macht alſo gar einen neuen Menſchen. Dar⸗ um iſt der Glaube ein hoch, ſchwer und gewaltig Ding, und ſo man recht davon reden wollte, ſo iſt er vielmehr ein leidendes, denn ein wirkendes Ding. Denn er ändert Herze und Sinn, und da ſich die Vernunft an das Gegenwärtige pfleget zu halten, da ergreifet der Glaube die Dinge, ſo nirgend vor Augen ſcheinen, dieſelben hält er wider alle Vernunft für gegenwärtig. Und iſt dieſes die Urſache, daß der Glaube nicht eines je⸗ den iſt, wie das Gehöre; denn wenig ſein gläu⸗ big, der größte Haufe aber hält ſich viel mehr an gegenwärtige Dinge, die man fühlet und greifet, denn an das Wort. Kirchliche Nachrichten. Am Sonntag Septuageſimä, den 4. Februar d. J., ordinirte der Vicepräſes unſerer Synode unter Aſſiſtenz des Paſtors Streckfuß den Candidaten des heiligen Predigtamtes, Herrn Friedrich Nützel aus Franken, nachdem derſelbe von der evangeliſch-lutheriſchen St. Thomas⸗Gemeinde in Harriſon und Tully Townſhip, Van Wert County, Ohio, einen ordentlichen Beruf erhalten und das vorſchriftsmäßige Eramen beſtanden hatte, vor ſeiner Gemeinde. Am Sonntag Eſtomihi, den 18. Februar d. J., ordinirte derſelbe unter Aſſiſtenz des Paſtor Wolter auch Herrn Daniel Stecher aus Lüb⸗ beke in Weſtphalen, bis dahin Student auf dem Predigerſeminar zu Fort Wayne, nachdem letzte⸗ rer von der ev.⸗lutheriſchen St. Johannis-Ge⸗ meinde in Columbia und Waſhington Townſhip (Whitley Co., Ind.), und in Huntington (Hunt⸗ ington Co., Ind.), einen ordenttichen Beruf erhal⸗ ten und das Examen ebenfalls beſtanden hatte inmitten ſeiner Gemeinde. Etwas kaltſinnig und nachläſſig widerlegen, was iſt das anders, als ein Ding zweimal beſtä⸗ tigen? Luther. * Chriſtlicher Heldenmuth. Löwen, laßt euch wiederfinden, Wie im erſten Chriſtenthum, Die nichts konnte überwinden; Seht nur an ihr Marterthum, Wie in Lieb ſie glühen, Wie ſie Feuer ſprühen, Daß ſich vor der Sterbensluſt Selbſt der Satan fürchten mußt. In Gefahren unerſchrocken, Und von Lüſten unberührt, Die aufs Eitle konnten locken, War man damals, die Begierd Gieng nur nach dem Himmel; Fern aus dem Getümmel War erhoben das Gemüth, Achtete, was zeitlich, nit. Alle Ding nach ihrem Weſen, Und nicht nach der Meinung, da Wurden gründlich abgemeſſen, Das Urtheil im Licht geſchah; In Unglück glückſelig Waren ſie und fröhlich, Fern von Menſchenſklaverei Und von ihren Banden frei. O daß ich, wie dieſe waren, Mich befänd auch in dem Stand'! Laß mich doch im Grund erfahren Dein hülfreiche, ſtarke Hand, Mein Gott, recht lebendig! Gieb, daß ich beſtändig Bis in Tod durch deine Kraft Uebe gute Ritterſchaft. Ei wohlan, nur fein ſtandhaftig, O ihr Brüder, tapfer drauf, Laſſet uns doch recht herzhaftig Folgen jener Zeugen Hauf! Nur den Leib berühret, Was ihm ſo gebühret; Er hat 's Leiden wohl verdient, Und die Seel' darunter grünt. Die Selbſterlöſer. Es ſtak ein Mann im Schlamm bis an die Ohren. Ein Wandrer fragt: „Wie kommſt du doch heraus?“ Und jener drauf: Ich bin ganz unverloren, Geh unbekümmert meinethalb nach Haus. Ich ſitze hier, bis ich die Zeit erſehen, Und dann — doch du gedankenſchwacher Thor Wirſt dieſes große Kunſtſtück ſchwer verſtehen — Zieh ich mich ſelbſt am — eignen Zopf empor. (Volksblatt.) — 2 — Anzeige. In der lithographiſchen Anſtalt von L. Gaſt in St. Louis, Mo., ſind zu haben: 32 Conſirmations⸗Scheine mit Bibelſprüchen und Liedewerſen, ingleichen mit bibliſchen Bildern und Randzeichnungen. Lithographirt und herausgegeben von Leopold Gaſt. Preis: 1 Dollar. *Die unterzeichnete Redaction fühlt ſich gedrungen, dieſe Confirmationsſcheine den Herm Predigern hierdurch beſtens zu empfehlen. Die Bibelſprüche und Liederverſe, die dieſelben enthal⸗ ten, ſind paſſend ausgewählt und die bibliſchen Bilder und Embleme mit chriſtlichem Sinn und Geſchmack ausgeführt. Wir ſahen nie etwas Schöneres dieſer Art. Wer ſeinen Confirmanden etwas recht Liebliches zur Erinnerung an den Tag der Confirmation mitgeben will, findet hier eine ſchöne Gelegenheit. Die Red. des „Luth.“ — Quittung. Für die Heidenmiſſion am Cass von den lutheriſchen Gemeinden in und um Monroe und Adrian erhalten 2.00. Nebſt allerlei Kleidungsſtücken für die Indianerkinder. Wilhelm Hattſtädt, Pfr. Für dieſelbe Miſſion erhalten: 57.50 von einigen Gliedern der lutheriſchen Gemeinde. in St. Louis. P1.00 von einer Ungenannten. PI. 00 von einer Unbekannten. Bezahlt. Den 4. Jahrg. Hr. P. Hattſtädt (3 Ex.). Den 5. Jahrg. Die 5H. P. Hatiſtädt (2 Ex.), Peter Hobſtetter, Prager. Dit 2. Hälfte des 5. Jahrg. Hr. Höhne sen. Gedruckt bei Arthur Olshauſen, Kerausgeber des Anzeiger des Weſtens.