# Der Lutheraner_Frankfurt am Main_September 1950_S71 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Nummer 9 September 1950 Seite 71 sondern daß wir im Osten die Möglichkeit bekommen, unsere Wünsche mündlich vorzutragen und zu begründen . Am Donnerstag⸗Morgen hielt uns Herr Pastor Saft eine Andacht über 2. Tim. I, 7. Dann hörten wir das Hauptreferat unserer diesjährigen Konferenz. Pastor Kuschke sprach über das Thema: „Weite und Grenze der politischen Stellungnahme des Christen nach Joh. 17, 15 und Joh. 18, 36 und Apg. 5, 29. Das Referat wurde ergänzt durch ein Korreferat von Pastor Schöne. Die sehr gründliche Arbeit von Pastor Kuschke wies die schwere Spannung auf, die heute auf uns Christen lastet und die man nicht einfach mit dem Prädikat „fruchtbare Spannung“ hinnehmen kann. Sie kann vielmehr oftmals geradezu unerträglich werden und fast zum Zerreißen führen. Einzig an diesem Punkt bedauerten wir, nicht mehr Zeit zur Aussprache zu haben. Am Nachmittag widmeten wir uns einer praktischen Arbeit. Pastor Meißner besprach eine Predigt über das Evangelium zum Sonntag Oculi, die ihm Pastor F. Nagel eingesandt hatte. Wir wollen auf allen unseren Konferenzen solche Besprechungen zur Förderung unserer Predigtarbeit halten. Zuletzt wandten wir uns praktischen Übungen liturgischen Singens zu. Wieder durften wir es erleben, daß uns in unserer Thür.⸗Sächs. Diözese durch Gottes Gnade ein Band wunderbarer Einmütigkeit umschließt. Darum freuen wir uns alle von einem Mal zum anderen auf das Zusammensein miteinander. Nur zu schnell vergehen uns die Tage des wirklich brüderlichen Beisammenseins. Gott der Herr wolle Seinen Segen auf alle unsere Arbeit legen und uns auch ganz besonders unsere innerste Einmütigkeit erhalten! W. Brachmann. Gemeindefest in Görlitz Unsere Görlitzer Gemeinde, die östlichste unsrer ganzen Kirche, hatte am Trinitatisfest, den 4. Juni, einen besonderen Freudentag. Herr Kirchenrat Lic. Schulz⸗ Berlin besuchte uns zum ersten Male und hat damit unsere am weitesten abgelegene Gemeinde kennen gelernt . Das war uns allen eine Herzerquickung, denn wer am weitesten entfernt wohnt, freut sich am meisten über einen Besuch, besonders über einen Besuch aus unserer Kirchenleitung. Aber auch er hatte, wie er uns versichert hat, Freude daran, unsere burgartig gebaute Kirche mit