# Der Junge Lutheraner_Frankfurt am Main_September 1950_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Nummer 9 September 1950 Seite 35 Vergebens? Wir bringen im folgenden einen Briefwechsel, der nicht fingiert, d. h. nicht ausgedacht ist, sondern zwischen zwei jungen Menschen unserer Zeit stattgefunden hat und uns von einem Leser unseres Blattes zur Verfügung gestellt wurde. Lediglich die Namen der Briefschreiber wurden geändert. Wir veröffentlichen diesen Briefwechsel, weil darin Gedanken über Religion und Christentum berührt werden, die heute sehr viele junge Menschen beschäftigen, und weil darin deutlich wird, wie groß und schön, aber auch wie schwer und verantwortungsvoll die uns Christen gestellte Aufgabe ist, anderen Menschen das Zeugnis von unserem Glauben zu geben und ihnen den Weg zu Christus zu weisen. Wir können den ganzen Briefwechsel leider nicht in einer Nummer, sondern nur in mehreren Fortsetzungen bringen, und werden abschließend unsere Stellungnahme zu den darin aufgeworfenen Fragen bringen. D. S. Lieber Eberhard! Du gabst mir Gelegenheit, mich mit Dir einmal über Religion und dergleichen auszutauschen. Wagte ich doch bisher nicht, dieses im Brennpunkt meines Interesses stehende Kapitel Dir gegenüber anzuschneiden. Du weißt ja auch, daß unsere Eltern in diesem Punkte nie übereinstimmten, und daß wohl auch wir ein wenig aneinandergeraten werden. Die religiöse Anschauung meiner Eltern ist selbstverständlich im weitesten Maße auch auf mich übergegangen, und doch kann ich hierin keine Befriedigung finden. Die Grundmotive ihres Glaubens sind mir zwar klar und einleuchtend und befriedigen mich weit mehr, als dies das Christentum, bzw. die in der Kirche gepredigte christliche Lehre vermag . Trotz aller dieser Tatsachen bietet mir dieser Glaube doch nicht den nötigen Halt, den jeder Mensch schließlich einmal braucht. Ich kämpfe nun schon seit rund vier Jahren um einen Glauben, obwohl ich weiß, daß man dies nicht erzwingen kann und mit dem Verstand hier nichts zu machen ist. Ich beneide alle die Menschen, die einen solchen festen und unerschütterlichen Glauben haben und nicht wie ich ruhelos und unbefriedigt bleiben mußten. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich an alle religiösen Zeremonien und dergleichen mit Vorurteilen herangegangen, oder aber es ist mir nicht vergönnt, einen wahrhaften Glauben zu finden. Du hast von Kindheit auf nichts anderes als eben Euren Glauben kennengelernt, trotzdem sage ich mir, daß sich doch jeder Mensch selbst zu seinem eigenen Glauben durchringen muß; denn etwas Eingetrichtertes einfach zu übernehmen, ohne sich selbst einmal vollkommen damit auseinanderzusetzen, das dürfte wohl keinem Menschen innerste Befriedigung geben. Verschiedene wertvolle Menschen geben mir hierauf zur Antwort, daß es einen immerwährenden sogenannten Seelenfrieden nicht gäbe, sondern daß der Glaube täglich neu erkämpft werden müsse. Ich weiß nicht, ob dies auch Deinen Anschauungen entspricht, mir war diese Auffassung zwar erklärlich, doch gab sie mir ein ganz anderes Bild, als ich es bisher betrachtet hatte. Ich habe nun schon von jeglichen Seiten versucht, mich mit derartigen Gedanken vertraut zu machen, doch ehrlich gesagt — es gelingt mir nicht, und ich muß zugeben, daß ich mich innerlich zu sehr dagegen sträube und sogleich meinen Verstand wieder mit hineinspielen lasse, der mir sofort jeglichen kleinen Aufbau wieder zerstören muß. Ich möchte Dich nun einmal fragen, ob Du wirklich aus Deinen eigenen Gedanken und Schlüssen zu Deinem starken Rückhalt im Christentum gekommen bist oder ob Du Dir lediglich den Glauben Deiner Eltern und Eurer Kirche angeeignet hast. Ich beharre selbstverständlich auf keinem unüberwindbaren Standpunkt, sondern lasse mich gern eines besseren belehren, wenn er mich befriedigt und mir einleuchtet und mir einen immerwährenden Halt bietet. — Aber ich will nun mit diesem Kapitel schließen, denn ich merke schon, daß es Dir langsam zu langweilig wird; also entschuldige schon ... Dein Hellmut. Lieber Hellmut! Auch ich freue mich, mit Dir einmal über religiöse Dinge korrespondieren zu dürfen, und Du darfst überzeugt sein, daß ich Dein Suchen ebenso ernst nehme, wie ich weiß, daß Du meine Anschauung ernst nimmst. Sieh einmal, es gibt doch eine jedem Menschen von der Natur mitgegebene sogen. natürliche Gotteserkenntnis , die jedem Menschen ins Herz geschrieben ist. Damit will ich sagen: Jeder Mensch hat von Natur aus ein Gewissen, ein Gefühl dafür, was gut und böse ist, und die Erkenntnis, daß ein höheres Wesen existiert, von dem er selbst und der Lauf der ganzen Welt abhängig sind. Daher bemühen sich auch außerhalb des Christentums alle Religionen mehr oder minder darum, diesem höheren Wesen näherzukommen. Aber dieses Streben bleibt ein immerwährendes Tasten. Die Menschen jagen mit ihren eigenen Religionen einem verschwommenen Bilde nach, von dem sie keine rechte Vorstellung haben. Wie viele wirklich ernst zu nehmende Gebildete erzählen einem oft, wenn sie von ihrer religiösen Einstellung reden, von den kompliziertesten Dingen, die sie sich zurecht gelegt haben. Sie ringen oft ein ganzes Leben lang um einen Glauben. Hier übernehmen sie etwas, was ihnen gefallen hat, vom Buddhismus, dort vom Brahmanismus, hier von der indischen Yogalehre, dort vom Pantheismus. Von allen diesen Systemen entleihen sie etwas, um sich daraus ein Gemisch herzustellen, von dem sie annehmen, daß es ihrem Wesen zu entsprechen scheint. Es soll ihnen Halt geben in trüben Stunden. Aber welche Gewähr haben sie dafür? Sie selbst schufen sich dieses System. Und nun braucht der „Schöpfer“ selbst Halt. Jetzt, wo ihr Glaube sich bewähren soll, wo vielleicht alles versinkt, was ihnen bis dahin festen Halt zu geben schien, versagt ihr „Kunstwerk“, es bricht gemeinsam mit dem „Denker“ zusammen. Fallen sie nun nicht dem Atheismus zum Opfer, dann ändern sie bestenfalls die innere Struktur ihres Glaubensgebäudes oder flicken an dessen Fassade herum, um bei dem nächsten Sturm dieselben Enttäuschungen zu erleben. Kein Wunder! Denn wenn sich jeder zu einem Glauben durchkämpfen müßte, ihn selbst schaffen könnte, dann gäbe es schließlich so viele „Glauben“ wie Menschen auf der Erde. Das kann doch nicht der richtige Glaube sein! Solche Menschen bleiben dann auch — und nennen sich sogar — ihr Leben lang „Gottsucher “. Ihr System baut sich meist auf einer gewissen Selbstsucht auf, die sie als solche kaum einmal erkennen. Was ihnen nicht in den Kram paßt, das werfen sie über Bord, um ihre sittlichen Grundsätze und ihren angeblichen inneren Halt immer wieder den praktischen Bedürfnissen entsprechend mannigfaltig abzuwandeln. Sie alle wollen nach der natürlichen Gotteserkenntnis sozusagen ihrem Gott mit selbstgewählten Werken dienen . Sie suchen gewissermaßen, einen Ausgleich nach eigenem Ermessen mit Gott herbeizuführen für das, was nach dem Zeugnis ihres Gewissens als „nicht recht“ angesehen werden muß, falls nach dem Tode etwa doch „ein Gericht“ folgen sollte. — Sie freuen sich jedesmal, wenn ihnen diese oder jene vermeintliche gute Tat gerät und wähnen, nun müsse die Gottheit doch wieder versöhnt sein. Und aus der Summe ihrer „guten Werke“ leiten sie dann einen verdienten Lohn für das Diesseits und für das Jenseits ab. Weiß der Mensch aber hiernach jemals, ob diese guten Werke auch ausreichend sind? Wer es mit seiner Selbstprüfung ernst nimmt, wird finden, daß all unser Tun und Lassen immer Stückwerk bleibt, ja bleiben muß. Alle unsere Guttaten können niemals Kompensationsobjekt sein, sondern sind einfach unsere Pflicht und Schuldigkeit . Also auch hier ergibt sich ein Zusammenbruch, „im ewigen Suchen“, ein „Nie-Erringen“. Alles eigene Suchen und Bauen kann und wird immer nur dazu führen, daß sich der Mensch auf der ganzen Linie für bankrott erklärt. Erst wenn der Mensch vor sich selbst zusammengebrochen ist, an sich selbst und seiner eigenen Kraft sich zu erlösen, verzweifelt, wenn auch seine Umwelt ihm keinen Halt mehr bietet und ihm alles genommen worden ist, dann ist es so weit, daß er das Entgegenkommen Gottes in Christo versteht . Das ist das Geheimnis des Kreuzes Christi. Und der Weg zu ihm führt durch sein Wort, wie wir es im Neuen Testament finden. Nun unterscheidet sich das Christentum von allen übrigen Religionen auf der Welt dadurch, daß es die irdische innere Zufriedenheit und das „ewige Leben“ allen denen aus Gottes übergroßer Gnade und Barmherzigkeit als Geschenk verleiht, die ihre menschliche Unzulänglichkeit und Schwachheit, ja sagen wir ruhig Sündhaftigkeit in Gedanken, Worten und Werken, er- kennen und ihre Zuflucht zu dem nehmen, der für aller Menschen Sünden am Kreuz genug getan hat. Das ist der schon im Alten Testament verheißene Messias, den Gott in die Welt gesandt hat, die Sünder selig zu machen, und der von den Juden verachtet und dem Kreuzestod ausgeliefert wurde. Die Jünger dieses Jesus von Nazareth, zwölf einfache Leute, die sich nicht beirren ließen in dem, was sie gehört und gesehen hatten, waren seine ersten treuen Zeugen. Ohne alle Massenpropaganda setzten sie sich durch und besiegelten die Treue zu ihm mit ihrem Blute. Und wie viele Blutzeugen weist das Christentum gerade in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung auf! Sie alle waren noch Ohrenzeugen der Apostel gewesen und ließen lieber ihr Leben, als daß sie von der Lehre ihres Herrn und Meisters ließen. Diese Lehre, die nun schon rund 2000 Jahre alt ist, besteht ununterbrochen seit Anfang der Welt. Und von ihr sagt Jesus selbst, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden. Was ist seitdem nicht alles zusammengebrochen! Aber Christus der HErr triumphiert auf der ganzen Welt als ewiger Sieger. An Jesum zu glauben, das ist fester Halt und letzter Trost im Leben und im Sterben. Dein Eberhard. (Fortsetzung folgt) [Bild: Biblische Fragen für Jugendversammlungen] Welche der drei Antworten ist richtig? Wer ist mit den beiden anderen Antworten gemeint? 1) Salim Sohn von David und Bathseba; Melchisedek war dort König; dort taufte Johannes der Täufer. 2) Abisag Die Witwe Nabals; ein schönes Mädchen; ein Sohn Zerujas. 3) Antipatris ein Märtyrer; eine Stadt in Syrien; ein bewährter Christ. 4) Lebbäus Ein Jünger Jesu; ein Freund Jesu; Rebekkas Bruder. 5) Kanaan Ein Enkel Noahs; Ort einer Hochzeit; Wohnort des Königlichen. 6) Goath Ein Riese; ein Ort bei Jerusalem; ein teuflischer Feind der Christen. 7) Hanna Ein Hoherpriester; eine Prophetin; Ein Sohn Kains. 8) Benaja König von Syrien; Sohn Jakobs; Heerführer Davids. 9) Jabes Sohn von Lamech; Stadt in Gilead; eine Furt, durch die Jakob ging. 10) Askalon Ein phönizischer Götze; eine Stadt in Syrien; ein heidnisches Königreich. 11) Amasa Heerführer Josaphats; König von Juda; Heerführer Absaloms. 12) Tychikus In dieser Stadt war Hiram König; wurde nach Ephesus gesandt; in seiner Schule redete Paulus. Auskunft geben: 1) I. Mos. 14, 18; 2. Sam. 12, 24; Joh. 3, 23. 2) I. Sam. 25, 39; 1. Sam. 26, 6; 1. Kön. 1, 3. 3) Apost. 23, 31; Röm. 16, 10; Off. 2, 13. 4) I. Mos. 24, 29; Matth. 10, 3; Joh. 11, 11. 5) I. Mos. 9, 18; Joh. 2, 1; Joh. 4, 47. 6) I. Sam. 17, 4; Jer. 31, 39; Off. 20, 7.8. 7) I. Mos. 4, 17; Luk. 2, 36; Luk. 3, 2. 8) I. Mos. 35, 18; I. Kön. 15, 18; 2. Sam. 8, 18. 9) I. Mos. 4, 20; 1. Mos. 32, 22; Richt. 21, 10. 10) I. Sam. 12, 10; Richt. 14, 19; Jer. 51, 27. 11) 2. Sam. 17, 25; 2. Kön. 12, 22; 2. Chron. 17, 16. 12) 2. Sam. 5, 11; Apost. 19, 9; 2. Tim. 4, 12. (Schmeckendecher)