# Der Lutheraner_Frankfurt am Main_September 1950_S65 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Lutheraner ZEITBLATT FÜR EVANGELISCH-LUTHERISCHE GEMEINDEN IN DEUTSCHLAND „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Joh. 8, 31. 32. Nummer 9 Frankfurt am Main, September 1950 Jahrgang 4 Kirche und Mission Die Entwicklung, welche die Dinge dieser Welt jetzt vor unseren Augen nehmen, weisen mit unübersehbarer Deutlichkeit auf das bevorstehende Ende. Fünf Jahre nach dem furchtbaren Geschehen des zweiten Weltkrieges lodern wieder die Kriegsflammen im fernen Osten. Eine heillose Angst erfüllt die Menschen, daß die ungeheuere Aufrüstung der beiden größten Weltmächte trotz aller Konferenzen und aller Beteuerung des Friedenswillens schließlich doch mit zwingender Notwendigkeit zu einem blutigen, über alle Maßen entsetzlichen Ringen führen muß. Verzicht auf vernünftige Verständigung und rücksichtslose Anwendung aller verfügbaren , auch der grausamsten Machtmittel scheint den Staatsmännern letztes Mittel ihrer Politik zu sein. In dieser Welt voll Ratlosigkeit, Unheil und Angst, geht die Kirche Jesu Christi ihren vom HErrn gewiesenen Weg. Dieser Weg ist voll Gefahr und großer Anfechtung , äußerlich und innerlich. Offener Haß gegen Gott und sein heiliges Wort, Antichristentum und Schwärmerei eines überhandnehmenden Sektentums in den eigenen Mauern benutzt der Teufel, sie zu bekämpfen. Der Geist des Materialismus und der Genußsucht nimmt die Herzen gefangen. Und doch ist die heilige christliche Kirche getrost und still „unter so viel Anläufen des Teufels“. „Gott ist bei ihr darinnen, darum wird sie wohl bleiben. Gott hilft ihr frühe“. Sie weiß, ihr Herr kommt bald, um sie zur Herrlichkeit zu führen und wartet seiner mit den brennenden Lampen des Glaubens, der die Welt überwunden hat, nichts mehr von der Welt erwartet und sich täglich bereit hält, dem kommenden Erlöser entgegen zu eilen. [Bild: Kirche mit Turm, umgeben von Bäumen und Mauer] Foto Witwar „Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen. Herrliche Dinge werden in die gepredigt, du Stadt Gottes“. Ps. 87, 1. 3. Aber dies Warten auf die zukünftige Herrlichkeit darf niemals ein tatenloses Warten sein. Die Kirche hat der versinkenden Welt noch einen wichtigen Dienst zu tun, nicht den politischsozialen Dienst, von dem heute in den Kirchenblättern und Kirchentagen so viel die Rede ist, sondern den geistlichen, ewigen Dienst: Die Predigt des unvergänglichen, rettenden Evangeliums. „Es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker; und dann wird das Ende kommen “. Matth. 24. 14. Die Endzeit der Welt muß Missionszeit sein. „Ihr sollt meine Zeugen sein“; dieser gewaltige Auftrag unseres Meisters muß mit großen Buchstaben über der Arbeit jeder Kirche und Gemeinde und über dem täglichen Leben jedes rechten Christen stehen. Jetzt ist noch Zeit dafür, sowie eine Fülle von Möglichkeiten und Gelegenheiten. Viele unserer Gemeinden haben in den vergangenen Monaten ihr herkömmliches Missionsfest feiern dürfen. Waren es nicht blos Festtage, sondern auch Rüsttage für intensivere Arbeit zur Rettung unsterblicher Seelen? Wir lesen auch in dieser Nummer des „Lutheraner “ fröhliche Berichte solcher Tage. Haben sie die Herzen mit neuem Eifer und unsere Missionskassen mit neuen Mitteln gefüllt? Das ist dringend not, nötiger als vieles andere, wofür das Geld reichlich ausgegeben wird. Gott tut der Mission die Türen auf. In Japan kann jetzt die christliche Mission in