# Der Lutheraner_Frankfurt am Main_Mai 1949_S49 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Nummer 5 Frankfurt am Main, Mai 1949 Jahrgang 3 Der Lutheraner ZEITBLATT FÜR EVANGELISCH-LUTHERISCHE GEMEINDEN IN DEUTSCHLAND „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Joh. 8, 31. 32. „Über ein Kleines“ Zum Evangelium des Sonntags „Jubilate“ Joh. 16,16-23 [Bild: Ein Grabmal mit Kreuz und Inschriften unter Bäumen, davor ein Prediger] Lesen Sie auf Seite 52: „Rudolf Schäfer, ein Prediger mit Griffel und Pinsel,“ Christliches Sterbelied von Simon Dach 1605 – 1659 Tod, du aller Sorgen Ruh, Aller Arbeit Ende, Schleuß mir sanft die Augen zu, Schlag um mich die Hände, Nimm mich aus der Eitelkeit Dieser schnöden Erden, Ich will aus der bösen Zeit abgefordert werden. Meine Tage sind hinweg, Weg sind meine Stunden, Meiner Not und Schmerzen Zweck Hat sich schon gefunden. Wie ein Schaum auf wilder Flut, Die die Wind erheben, Wie der Rauch von einer Glut So vergeht mein Leben. Zeig, o Ewigkeit, dich mir, Reich mir deine Flügel Und führ meinen Geist von hier Auf die Himmels⸗Hügel, In die Freuden, die mein Hort, Christus, mir erworben, Als er durch verhöhnten Mord Ist für mich gestorben. Jesu, dieser Ruhm ist dein, Daß, wiewohl ich sterbe, Ich des wahren Lebens Schein Allererst recht erbe, Für der Erden Müh und Not Zu der Ruh gelange, Die nicht Arbeit kennt noch Tod, Und ohn Ablaß prange. Laß nur die Beständigkeit Kräftig ob mir walten, Mich voraus in allem Streit Oberhand behalten, Und mit meinem Stündelein Mich begnügt umgeben. Dafür will ich dich allein Ewig dort erheben. Das Seufzen des Heiligen Geistes in Christenherzen Röm. 8, 26. 27: „Der Heilige Geist hilft unserer Schwachheit auf; denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebühret, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem was Gott gefällt.“ Nicht nur am Pfingstfest sondern allezeit gilt uns Christen Gottes Verheißung, Sach. 12, 10: „Ich will ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets.“ Allen wahren Christen sagt Gottes Wort, Gal. 4, 6: „Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater!“ Gott Lob! daß auch wir so beten können und das so selige Geheimnis aller Gotteskinder aus Erfahrung kennen: Das Seufzen des Heiligen Geistes in Christenherzen. Allein Christen können recht beten. Sie haben von Gott aus Gnaden Vergebung aller Sünden empfangen, und darum schreit ihre gläubige Seele in kindlichem Vertrauen zu Gott, „wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser.“ In ihrer Taufe wurde der Heilige Geist über sie reichlich ausgegossen durch Jesum Christum , unsern Heiland, und durch das Wort des Evangeliums kommt er täglich von neuem zu ihnen; ja, er bleibt in ihnen, wenn sie Gottes Wort hören, glauben und danach zu leben sich eifrig bemühen. Dieser Heilige Geist ist nach Luther „ein unruhiger Geist in der höchsten Ruhe, das ist, in Gottes Gnade und Frieden, daß er nicht kann stille noch müßig sein, sondern immer danach ringet und strebet mit allen Kräften, als der allein darum lebet, daß er Gottes Ehre und Lob weiter unter die Leute bringe.“ Darum ist er der Urheber und Geber aller unserer Gebete zu allen Zeiten und an allen Orten. Jedoch welche Schwachheiten haften unserm Gebetsleben an! Uns mangelt es oft an Freudigkeit zum Gebet oder am rechten Ernst beim Beten; wir ermüden so schnell bei diesem hei⸗