# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S384 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 384 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. so helfen alle historischen Beweise seiner göttlichen Sendung für die Gesunden und Gerechten eben so wenig, als seine leibliche Erscheinung den Pharisaern half. Der Mangel der rechten Nachweisung des Verlorenseyns ohne Christum drückt sehr die apologetischen Schriften eines Seiler, Reinhard, Planck u. a., bei denen es der eingeschlichene Pelagianismus nicht dazu kommen ließ. Nur erst wenn jene Grundlage gelegt ist, können auch gleich auf die historischen Beweise die inneren Zeugnisse des heiligen Geistes von der Wahrheit und Göttlichkeit des Evangeliums folgen. So führt die innere Erfahrung der Sünde zum Glauben an Christum, der Glaube wiederum zur inneren Erfahrung der Erlösung, und diese wiederum zum Glauben an den Erlöser, und so geht es in lebendiger Wechselwirkung fort.“ „Wenn Christus nicht wahrer Gott ist, so hat unser Heil einen zweifachen, zweispältigen Grund in Gott und in Christo, wobei die Seele unmöglich zu wahrer Ruhe und Einsicht gelangen kann. Es führt dies zur Vielgötterei, welche auch im Heidenthume den Menschen alle wahre Einheit des inneren Lebens raubte.“ „Es ist ein sonderbarer Widerspruch, Bilder zu verbieten und doch aus den Sacramenten blos Bilder zu machen. Es ist ein sonderbarer Widerspruch, Brod und Wein im Abendmahl zu bloß äußeren Gedächtnißzeichen zu machen und sobald sie dazu gemacht sind, sie zu verzehren, da Andenken vielmehr erhalten werden müßten.“ Waldeck. Daher wird der Ev. K. Z. geschrieben: „Dem lutherischen Missionsvereine hat sich nun ein unirter gegenüber gestellt. Er wurde in der St. Kilianekirche zu Corbach mit der starken Behauptung eingeführt: Union und Mission sind die Losung unseres kirchlichen Zeitalters, und sie gehören zusammen, und was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden! Es ist dem Nichts beizufügen. Es ist ächt deutsche kosmopolitische Phantasie: neben Kirchen und Sekten, die auf ihre Bekenntnisse hin missioniren, — draußen eine bekenntnißlose Unionskirche stellen zu wollen. Der neue Verein hat sich der Barmer Mission zunächst angeschlossen. Es ist betrübend zu sehen, wie von dem lutherischen Waldeckschen aus eine rheinisch-westphälische Unionskirche in die Heidenwelt zu bringen geholfen wird, eine Kirche, die in ihrer Missionsagende 1. Dordrechter, 2. Holländisch-lutherisches, 3. Unirtes (Unterbarmer Gem.) zu beliebiger Auswahl darbietet, sich §. 6. der Kirchenordnung für die Missionare) auf Augsb. Confess. Katechismus Luthers und Heidelberger Katechismus stützt.“ Paris. Das Oberkonsistorium der Kirche der Augsb. Confess. faßte vor kurzem den Beschluß: „Unsere Canzeln sind durchaus allen Geistlichen verboten, die zu einer Kirche gehören, die von dem anerkannten und bestehenden protestantischen Cultus separirt ist.“ Darüber lamentirt die Darmstädter K. Z. sehr und setzt hinzu: „Also auch alle die ehrwürdigen und wahrhaft frommen Männer, wie ein Fr. Monod, die zu der Union des eglises protestantes gehören!“ Melanchthon's dreihundertjähriger Todestag (19. April) soll auf Vorschlag der Eisenacher Conferenz nächstes Jahr mit einer kirchlichen Feier in Deutschland begangen werden. Dr. Luthardt, entschiedener Chiliast, schreibt in seinem Sächs. Kirchen⸗ und Schulblatt vom 6. Oct.: „Eine luth. Synode Nordamericas hat auf dieses Verständniß dieses Abschnitts“ (die Annahme, daß nach Röm. 11 eine noch bevorstehende allgemeine Judenbekehrung zu glauben sei) „den Bann gesetzt.“ Es ist dies eine offenbare Unwahrheit. Unsere Synode hat sich allerdings von diesem angeblichen christlichen Glaubens⸗ oder Hoffnungsartikel, was eins und dasselbe ist, nur losgesagt und nur den groben Chiliasmus für kirchentrennend erklärt, namentlich wenn derselbe von einem Prediger festgehalten und öffentlich vorgetragen wird.