# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S378 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 378 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Einrichtungen derselben verwachsen und verquickt, daß mit dem Aufhören dieser im Jahr 1850 die Neugestaltung jener nothwendig wurde. Das Oberconsistorium legte der Regierung einen Entwurf zur Bestätigung vor. Dieser wurde in wesentlich veränderter Form als „provisorische Vorschrift für die Vertretung und Verwaltung der evangelischen Landeskirche Augsburger Confession“ im J. 1855 zurückgesendet und, nachdem die autonome Kirche sich einverstanden erklärt hatte, im J. 1856 in den beiden untersten Organen der Verwaltung in Vollzug gesetzt. Die Landeskirchenversammlung und das Superintendentialconsistorium blieben in der Schwebe. Inzwischen supplirte das aus der frühern Zeit übrig gebliebene, aus landesfürstlichen Beamten bestehende „delegirte“ Oberconsistorium, dessen Competenz nachgerade von sämmtlichen Bezirksconsistorien in Frage gestellt worden ist, dem einige sogar förmlich den Gehorsam aufgekündigt haben. Dies eine kurze Skizze des Rechts⸗ und Verfassungszustandes der evangelischen Kirche in Oesterreich. Die mit gewissenhafter Treue dargestellten Thatsachen sprechen selbst mit tausend Zungen. Eine Lösung thut dringend noth, sie ist weiter nicht aufschiebbar. — ——— Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. ——— I. Amerika. Chiliasmus. Im October-Blatt der „Zeichen der Zeit“ lesen wir: „Manche halten es gar für christliche Bescheidenheit und Herzenseinfalt, über die künftigen Dinge „(auf Erden)“ kein Nachdenken anzustellen. Sie fürchten dabei etwas einzubüßen von ihrer inneren Ruhe und geraden Herzensrichtung auf JEsum (wie sie sagen) und begehren darum möglichst verschont zu werden mit Belehrungen über die Dinge des Endes. Wenn es auf sie angekommen wäre, als der Geist Gottes die heiligen Männer zur Abfassung des Wortes Gottes erleuchtete, so wäre die Erkenntniß JEsu Christi sehr mager ausgefallen.“ — Die Erkenntniß Christi, wenn sie sich nicht auf zukünftige Ereignisse bezieht, ist also den Chiliasten mager; die Erkenntniß, daß man durch Christum gerecht wird, sind ihm die Knochen, daß aber Christus zum tausendjährigen Reiche kommt, das Fleisch. Die Hartwick-Synode versammelte sich am 23. September in Lockport, N. Y. In den im Luth. Obs. vom 14. October veröffentlichten Verhandlungen heißt es, die Synode habe die interessante Frage discutirt: „Wie weit sollten unsere Pastoren und Kirchenräthe heterodoxe Meinungen in den Gliedern der Kirche dulden?“ Das Resultat der Discussionen wird leider nicht gemeldet. Am Schlusse des Berichts heißt es: „Was sehr viel das Interesse und Vergnügen hierbei steigerte, war die Thatsache, daß so viele Prediger und Delegaten ihre Frauen mit sich brachten. Es ist zu hoffen, daß diese Sitte inskünftige beibehalten wird und in größerer Ausdehnung vorherrschend werde.“ Uns will es sehr zweifelhaft erscheinen, ob diese Sitte das rechte Synodal-Interesse und Vergnügen fördern werde. Die Synode von Nord-Indiana hat beschlossen, die Schule in Wartburg, Ind., in eine s. g. Missionsanstalt, ähnlich der in Selins Grove, Pa. (deren Präsident bekanntlich Dr. B. Kurtz ist) zu verwandeln. Die Alleghany-Synode hat bei Gelegenheit ihrer Versammlung am 14. Oct. u. d. f. T. u. A. folgenden Beschluß gefaßt: „Daß wir als eine Synode, die an Gottes Wort glaubt und die Augsb. Conf. indossirt, es für unsere Pflicht halten, öffentlich zu erklären, daß weder Luther und seine Gehülfen, noch die ev. lutherische Kirche in ihrer Praxis