# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S368 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 368 Vergleichung Luthers mit Arnd und August H. Francke in Absicht ꝛc. kommen würden, wenn sie nur Gott im Herzen Raum gäben, obgleich Luther sie nicht zur Buße auffordert und ihnen etwa sagt, was sie selbst thun müßten, um zur Gnade durch eigene Bereitung disponirt zu sein. Er schreibt: „Das können nun die Werkheiligen nicht thun, denn allewege folget ein Ruhm hernach; wie sie gesagt haben: der Tugend folget Ehre nach, gleichwie der Schatten dem Menschen. Wenn es ein Ruhm ist von unsern Werken, es haben's Menschen oder Gott geboten, so ist es Dreck; wenn es ein Ruhm ist von den Werken, die Gott in uns thut, so ist es recht, wie der Ps. 118. sagt: Die Rechte des HErrn ist erhöhet; die Rechte des HErrn beweiset Stärke.“ In gleicher Weise treibet denn auch Luther die Werke. Er sagt: „Dadurch aber bestehet und wird das Reich Christi gemehret, daß das Gewissen mit dem Worte getröstet werde; was sonst mit Werken und Gesetzen geschiehet, gehöret alles heraus zu dem Nächsten; denn der Werke gegen Gott darf ich gar nicht, sondern alleine, daß ich die Sünde wohl erkenne; alsdann habe ich Vergebung der Sünden und bin mit Gott eins, welches der hl. Geist alles in mir thun wird. Darnach breche ich heraus, wie diese hier thun, die den Gichtbrüchigen zum HErrn getragen brachten; die waren im Reich, oder bezeigen ja diejenigen, so im Reich Christi sind, darum, daß der Evangelist saget, der HErr habe ihren Glauben angesehen, denn wo sie den Glauben nicht gehabt hätten, so hätten sie den Gichtbrüchigen nicht zu dem HErrn gebracht. Der Glaube ist vor dem Werke, das Werk nach dem Glauben; darum, dieweil sie jetzt in dem Reich sind, bringen sie das Werk. Auf dieser Erden lebet der Mensch nicht des Werks halben, daß es ihm nütze sei, er bedarf sein auch nicht; richtest du aber ein Werk an, daß du damit willst von Gott etwas erlangen oder verdienen, so ist's aus, so bist du schon aus diesem Reich gefallen; aber dieweil du gläubst, und länger (noch weiter) lebest, so mußt du wissen, daß du darum lebest, daß du den Gichtbrüchigen herzubringen sollst.“ Nachdem sich nun Luther so freie Bahn gemacht hat zur Predigt von den guten Werken, so hebt er diese nun auch mit lauter Stimme an und fährt also fort: „Gott will einen Christen nicht um seinetwillen lassen leben; ja, verflucht sei das Leben, das für sich lebet; denn alles, was hienach gelebet wird, lebet man um der andern willen.“ In dem Folgenden gibt denn auch Luther, nachdem er der Werke der Bilderstürmer Erwähnung gethan, die rechten Merkzeichen eines wahrhaft guten Werkes an dem Nächsten, wenn er schreibt: „das Wort muß man treiben, es muß gebleuet sein unter den Menschen; da muß ich essen und trinken, mich zieren und kleiden, nicht daß ich lebe, sondern daß ich das Wort treibe, daß, wo eines Christen Leben nicht dahin gerichtet ist auf das Wort, so ist es nicht recht; dem Gewissen muß ich helfen nach dem Worte; den Nächsten soll ich speisen und tränken, und ihm alles thun, was ich kann, auf daß ich zum Hauptstück komme, nehmlich, das Gewissen aufzurichten; wie diese hier thun, helfen ihm zu seinem Leibe und Gesundheit. Und ob es wohl eine leibliche Wohlthat oder Werk ist, jedoch so helfen sie ihm dahin, daß auch seine Seele wieder aufgerichtet werde. Also speise ich einen Hungrigen . . u. desgl., aber