# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S365 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vergleichung Luthers mit Arnd und August H. Francke in Absicht ꝛc. 365 dann einfach seiner Taufe, des Evangeliums, der Absolution, des hl. Abendmahls zu trösten habe, sondern er verweist einen solchen Sünder auf das Gebet, auf den nöthigen Kampf und auf die zu erwartende Versicherung im Herzen. Er sagt: „Wenn der Mensch das schon voraussetzt, er sei ein Kind Gottes, ungeachtet er die Kraft der neuen Geburt niemals geschmecket hat, so ist ja gewiß, daß, wenn der Mensch sich selbst in solcher Sicherheit und in solchem Verderben tröstet, er vielmehr ein Kind des Zornes und der Verdammniß zu nennen sei. Aber wo dieser Kampf erst recht entstehet, wo diese Arbeit in der Seelen angehet und der Mensch darum bittet, daß er ihn zu seinem Kinde mache, da, da ist der Trost vor der Thür; da, da wird der Mensch durch den Geist Gottes versichert, daß ihn Gott zu seinem Kinde auf⸗ und annehmen wolle, wie wir hier an dem gichtbrüchigen Menschen gesehen haben. Waget euch demnach in diesen edlen Kampf! Meint doch ja nicht, daß dies unmöglich sei zu erlangen; denket nicht, daß euch Gott die Gnade versagen werde, die hier der HErr IEsus dem Gichtbrüchigen verliehen; sondern gedenket vielmehr, daß ihr es ja mit eurem allergrößten Liebhaber, mit eben demjenigen, der sein Leben für euch gelassen und sein Blut für euch vergossen hat, und mit seinem himmlischen Vater, der die Welt so geliebt hat, daß er seinen ꝛc., zu thun habet. Darum gebet euch doch in diesen edlen Kampf! Gehe ein jeder, nach der Vermahnung des HErrn IEsu fein in sein Kämmerlein und bete da zu Gott, der in das Verborgne siehet ꝛc. Folget ihr so einfältig diesem guten Rath, verachtet ihr dieses Wort nicht, das jetzt zu euch gesprochen ist, werdet ihr nicht mir, sondern dem HErrn IEsu gehorsam, hinzugehen in euer Kämmerlein und zu eurem Vater im Verborgnen zu beten: so gebe ich euch die Versicherung im Namen des HErrn IEsu, daß er euch so wahrhaftig trösten werde, als er hier den Gichtbrüchigen getröstet hat, daß er euch so gewiß die Vergebung aller eurer Sünden schenken werde, als er sie hier dem Gichtbrüchigen geschenket hat. O! wie wird euch alsdann der Trost so süße sein, wenn ihr das in eurem Herzen schmecken und empfinden werdet, was hier der HErr IEsus dem Gichtbrüchigen mit Worten angezeiget: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Wie werdet ihr mit Frohlocken jauchzen, wenn ihr in euren Herzen nun erkennen werdet durch das Zeugniß des hl. Geistes, daß ihr Gottes Kinder seid, daß ihr auch Erben seid des ewigen Lebens. Wie werdet ihr euch freuen, wenn ihr gewiß sein könnet, daß dieser euer Trost nicht von Fleisch und Blut angemaßet, sondern vom hl. Geist in eurem Herzen versiegelt sei.“ Da ist kein Wort von der Vergebung, die in den Gnadenmitteln liegt. Anstatt auf das Wort, auf die Absolution, auf Taufe und Abendmahl, als den rechten Grund der Gewißheit, weist hier Francke auf die zu erkämpfende und zu erbetende Gewißheit aus der Empfindung eines vom hl. Geiste erfüllten und erneuerten Herzens; ja, was Christus dem Gichtbrüchigen „mit Worten angezeigt“ habe, das, so lautet der Trost, werde der Bittende in seinem „Herzen schmecken.“ Davon, daß noch jetzt dieses selbe Wort erschallt, ist keine Rede. Im letzten Theile seiner Predigt heißt es da⸗