# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S363 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vergleichung Luthers mit Arnd und August H. Francke in Absicht ꝛc. 363 geistlich an der Seele geholfen durch die Vergebung der Sünde, nehmlich „I. Christus muß in seine Stadt kommen, in unser Herz; 2. wir müssen geistliche Träger haben, Gottes Wort, die heil. Propheten und Apostel; 3. wir müssen den wahren Glauben haben; 4. müssen beständig bleiben, uns keine Hinderniß abhalten lassen, sondern durchs Dach brechen; 5. fleißig beten; 6. den Trost Christi zu Herzen nehmen: Sei getrost, mein Sohn.“ Das zweite Stück aber führt Arnd nicht aus, sondern geht sogleich über zu einer Application des Beispiels der Träger auf die christliche Liebe, die sich des Nächsten annimmt; nur am Schlusse der ganzen Predigt heißt es: „Letzlich gehöret dies noch zur geistlichen Cur unserer Seelen, daß durchs Predigtamt die Vergebung der Sünden wird ausgetheilet, darum das Volk Gott preiset, daß er solche Macht den Menschen gegeben hat.“ Hierbei bricht er aber wieder ab und schweigt von der objectiven Gewißheit der Gnade. In der zweiten Predigt nähert sich Arnd Luthern schon mehr. Da bricht er, eine Kette von evangelischen Wahrheiten zusammengliedernd, endlich in die herrlichen Worte aus: „Viertens haben wir hier zu lernen, daß wir Gott für seine Wohlthaten sollen preisen, daß er die Macht Sünden zu vergeben, den Menschen gegeben hat. Wer sündiget, der sündiget Gott. Tibi soli peccavi, dir allein habe ich gesündiget. Darum muß auch Gott die Sünde allein vergeben. Soll er sie vergeben, so muß er vollkommen versöhnt und die Sünde bezahlt sein. Weil aber keine Creatur Gott vollkömmlich versöhnen kann, so muß es Gottes Sohn, der Liebste und Heiligste, thun. Soll er aber vollkömmlich versöhnen, so muß er der ganzen Welt Sünde tragen, sonst ist die Versöhnung nicht vollkommen. Hat er aber der Welt Sünde getragen, so hat er die ganze Welt versöhnet, Col. 1, 20. 2 Cor. 5, 19. Hat er aber die Welt versöhnet, so hat er der ganzen Welt Vergebung der Sünden erworben und allen Menschen. (Dies ist die güldene evangelische Kette.) Hat er sie nun der ganzen Welt erworben, so hat er sie auch der ganzen Welt, ja allen Creaturen predigen und verkündigen lassen. Dies ist das allgemeine Evangelium, so aller Welt soll verkündiget werden; dies Evangelium erwecket den Glauben. Hat er's nun befohlen, so will er auch halten, was er befohlen hat. Und soll derowegen die Verkündigung der Vergebung der Sünden kräftig sein im Himmel und Erden aus Christi Verdienst und Befehl. Derowegen so ist nun der Befehl Gottes, die Macht Sünde zu vergeben auf Erden. Und wie eines Fürsten Befehl kräftig ist, wann ihn der Legat in seines Fürsten Namen aussaget, der Fürst auch alles hält, was auf seinen Befehl, in seinem fürstlichen Namen und Siegel zugesaget wird: also hält Gott im Himmel, was bei seinem heil. Namen unter seinem heiligen Siegel bei der Absolution und Sacrament zugesagt wird. Gottes Hand und Siegel ist in seinem Wort und Sakrament. Darum wann du die Absolution und Sakrament empfähest, siehe, so hast du Gottes Befehl, Gottes Namen, Gottes Siegel. Und das ist die Macht, die er dem Menschen gegeben hat Joh. 20, 23. Matth. 18, 18. Allein daß du deines Theils ein bußfertiges Herz mitbringst; denn der