# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S362 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 362 Vergleichung Luthers mit Arnd und August H. Francke in Absicht ꝛc. Denn ob es gleich Menschen reden, so ist es doch nicht ihr, sondern Gottes Wort; darum soll man fest daran gläuben und es nicht verachten. Wenn nun ein Kirchendiener ein Kind täuft nach dem Befehl Christi, da hörst du wohl einen Menschen reden, der für seine Person ebensowohl ein Sünder ist, als du; aber er thut's aus Gottes Befehl. Darum, wenn er spricht: Ich täufe dich im Namen des Vaters u. s. w., sollt du dieselben Worte nicht anders hören noch annehmen, denn als hätte sie Gott selbst geredet. Als wenn man dir in der Absolution deine Sünde vergibt, da zweifle ja so wenig, als hätte Gott selbst solche Worte geredt, denn da spricht Gott selbst solch Urtheil über dich, daß du sollst von Sünden los sein. Darum so merket diesen Unterschied wohl und lernet, was eigentlich Vergebung der Sünden sei und wie man der könne gewiß werden und wo man's suchen und finden soll, nehmlich daß du nirgend hinlaufen sollt, denn nur zu der christlichen Kirche, die das Wort und das Sacrament hat. Da sollt du sie gewiß finden und nicht im Himmel, wie die Pharisäer hie meinen und denken, Christus lästere Gott, daß er Sünde vergibt, Sünde könne niemand vergeben, denn Gott. Da hüte dich vor und sprich: Gott hat Vergebung der Sünden in die heil. Taufe gesteckt, in das Abendmahl und das Wort; ja, er hat's einem jeden Christenmenschen in seinen Mund gelegt: Wenn er dich tröstet, dir Gottes Gnade durch das Verdienst IEsu Christi zusagt, daß du es nicht anders annehmen und gläuben sollt, denn so es Christus selbst mit seinem Munde dir hätte zugesagt, wie hie dem Gichtbrüchigen. Darum irren die Rottengeister und Schwärmer sehr gefährlich, daß sie das Wort von Vergebung der Sünden wegreißen. Solches möchte man thun, so es eines Menschen Wort oder eines Menschen Wasser wäre; aber hie ist Gottes Wort und Gottes Wasser. Wer dasselbe den Leuten nehmen oder ausreden will, der nimmt ihnen Vergebung der Sünden; da hilft nichts für. Darum haben die Wiedertäufer und andere Rotten zugleich Vergebung der Sünden, Taufe, Sacrament, die christliche Kirche und alle christliche Werke verloren, weil sie das Wort, so sie von ihrem Nächsten hören, wegwerfen und für anders nicht halten, denn so irgend eine Kuh blekete. Nun, wenn denn Gott gleich durch eine Kuh oder ander Thier redete, wie er einmal durch eine Eselin geredt hat, sollte man gleichwohl sein Wort nicht verachten, sondern gelten lassen; warum will man's denn verachten, daß es die Menschen aus Gottes Befehl und Ordnung reden? Denn ob du wohl eines Menschen Stimme hörest, so hörest du doch Gott und findest gewißlich Vergebung der Sünden dabei, wenn du es nur mit Glauben annimmst.“ Vergleicht man nun diese Lehre Luthers von dem Weg und der Art und Weise zur Vergebung der Sünden zu gelangen mit der Lehre Arnd's hierüber, so ist allerdings nicht zu leugnen, daß das von Luther Gesagte seiner Substanz nach auch von Arnd vorgelegt wird, allein es tritt in Arnd nicht so klar als die rechte Hauptsache hervor. In der ersten Predigt über unser Ev. gibt Arnd 6 Stücke an auf die Frage, wie der HErr dem Gichtbrüchigen